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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2022

Sehr gelungenes Debüt!

Nur du und ich
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Die junge Studentin Ellie ist in ihren Literaturprofesser Steven verliebt und ihre sechsmonatige Beziehung ist Anlass für einen romantischen Wochenendurlaub in einem einsamen Ferienhaus auf Long Island ...

Die junge Studentin Ellie ist in ihren Literaturprofesser Steven verliebt und ihre sechsmonatige Beziehung ist Anlass für einen romantischen Wochenendurlaub in einem einsamen Ferienhaus auf Long Island - wo es nur die beiden, die Natur und das prasselnde Kaminfeuer gibt. Was so romantisch klingt, ändert sich abrupt, als die beiden die Geheimnisse der*des anderen erfahren. Dass der Schnee nicht aufhört zu fallen und das Pärchen in dem Ferienhaus gefangen hält, verbessert die Situation nicht.

Bei dem Cover und dem Klappentext wusste ich bereits, dass ich hier ganz auf meinen Thriller-Geschmack kommen werde und Laure van Rensburg hat mich keineswegs enttäuscht. Auch wenn ich mit dem Narrativ im Thriller-Bereich gut vertraut bin und recht schnell ahnte, worauf es hinausläuft, habe ich jede Seite genossen. Sowohl die Persönlichkeiten von Ellie und Steven als auch die verschiedenen Aspekte ihrer Beziehung wurden sehr anschaulich beschrieben. Zu Beginn knisterte die Atmosphäre durch den Sex und die starke Anziehung, später brannte die Luft wegen etwas anderem.

Ich habe das Buch an einem Wochenende gelesen, habe mit beiden mitgefiebert, mochte die Erzählung aus den wechselnden Perspektiven der beiden Figuren sowie die Einschübe aus der Vergangenheit, die im Verlauf zugeordnet werden können.

Ein fantastischer Debütroman von Laure van Rensburg, dem hoffentlich weitere folgen werden!

Veröffentlicht am 07.08.2022

Perfekt für den Strand

Kein Sommer ohne dich
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Poppy Wright liebt das Reisen und hat dies im Rahmen ihrer Kolumne fest in ihren Job integriert. Ihr bester Freund, Alex Nilsen, den sie auf dem College kennegelernt hat, war zehn Sommer lang ihr fester ...

Poppy Wright liebt das Reisen und hat dies im Rahmen ihrer Kolumne fest in ihren Job integriert. Ihr bester Freund, Alex Nilsen, den sie auf dem College kennegelernt hat, war zehn Sommer lang ihr fester Urlaubspartner für ihre Reisen - bis es in Kroationen zu einem Vorfall kam und der Kontakt zwischen den beiden abbrach. Doch Poppy möchte das nicht so stehen lassen, weshalb sie Alex noch einmal um seine Begleitung nach Palm Springs bittet, um noch einmal über alles zu reden, und zu ihrer Überraschung sagt er zu.

Schnell wird klar, wie unterschiedlich Poppy und Alex sind: Sie will die Welt entdecken, ist laut, chaotisch und extrovertiert. Er ist in seiner Heimatstadt geblieben, Lehrer geworden, eher still und pragmatisch. Und doch wird die tiefe Verbundenheit, die Vertrautheit und der Spaß zwischen beiden deutlich. Generell gefiel mir der Schreibstil von Emily Henry sehr gut. Er ist locker, angenehm und unanstrengend. Auch wenn die Ereignisse gerade zu Beginn etwas wirr wirken und ich die Informationen, die ich über beide bekam, zunächst einordnen musste, bekam ich recht schnell einen Überblick.
Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven: aus dem aktuellen Sommer sowie aus vergangenen Sommern, wodurch die Kennenlerngeschichte, die Annäherung und die Freundschaft der beiden deutlich wird.

Worum es bei den Ereignissen auf Kroatien ging, erfahren die Leserinnen recht spät und die Vorgeschichten der vorangehenden Sommer helfen dabei zu verstehen, weshalb diese eine so große Tragweite für die Protagonistinnen haben.
Tatsächlich war mir das Drama am Schluss etwas viel, aber ich verstehe, weshalb "Kein Sommer ohne dich" einen so großen Hype hat und habe das Buch sehr gern gelesen. Passend zum Geschehen lässt es sich sicherlich am besten am Strand oder am Pool lesen!

Veröffentlicht am 02.08.2022

Vorhersehbar, viel Drama, aber angenehmer Schreibstil

A Place to Love
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Nach dem Tod ihres Vaters verlässt June ihren Studienort Portland und kehrt in ihre Heimat Colorado zurück, wo sie sich nun um den Familienbesitz, die Obstfarm, kümmert. In Portland lässt sie auch ihre ...

Nach dem Tod ihres Vaters verlässt June ihren Studienort Portland und kehrt in ihre Heimat Colorado zurück, wo sie sich nun um den Familienbesitz, die Obstfarm, kümmert. In Portland lässt sie auch ihre große Liebe Henry zurück. Dieser steht nun plötzlich vor ihr und möchte die Scheidung. Nicht nur June ist überrascht, auch ihre Mutter und ihre Schwestern können ihren Ohren nicht trauen, weil sie nie etwas von einer Hochzeit gehört haben.
Um die Scheidungsangelegenheiten zu klären, verweilt Henry einige Tage auf der Farm, wohnt den Familien-Abendessen bei, packt bei alltäglichen Aufgaben an und kommt June langsam wieder näher. Beide müssen sich die Frage stellen, ob ihre Liebe noch Bestand hat und sie aufgrund ihrer Familienbesitze wieder eine langfristige Beziehung führen können.

Den Schreibstil, die lockere und unterhaltsame Art von Lilly Lucas mochte ich sehr gern. Gerade zu Beginn wirkte alles recht unbefangen und leichtlebig trotz der Thematik von Krankheit und Tod der Eltern. Doch spätestens als June und Henry sich wieder annähern, hat sich die Atmosphäre für mich verändert. June ist dann total verkrampft, eifersüchtig und kontrollierend. Aus meinen Augen werden hier ganz viele Klischees und Stereotype thematisiert, obwohl June zu Beginn als eigenständige, verantwortungsvolle und resiliente Frau dargestellt wird. Plötzlich klammert sie und macht alles in ihrem Leben und ihrem Alltag abhängig von der Liebe und der Aufmerksamkeit eines Mannes. Auch die Art, wie über Henrys (Ex-)Freundin geschrieben wird, konnte ich nur mit kritischem Blick lesen.
Neben dem liebesdusseligen Verhalten hat mich auch das ewige Hin und Her zwischen Henry und June genervt. Alles war dramatisch und wirkte unüberwindbar - zum Ende hin war dann plötzlich eine Lösung da, für ein Problem, an dem June monatelang nagte und fast vieles aufgegeben hätte.

Dass die Handlung in solchen Romanen vorhersehbar ist und es viel Drama gibt, ist mir klar. Dennoch war mir das hier an vielen Stellen zu viel, gerade in Kombination mit der Reproduktion der sexistischen Zuschreibungen der Figuren. Dennoch mochte ich den Schreibstil der Autorin sehr und würde prinzipiell auch weitere Bücher von ihr lesen - eventuell dann mit einer anderen Erwartungshaltung.

Veröffentlicht am 31.07.2022

Melacholie und niederbayerische Kleinstadt

Das Marterl
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Nach zehn Jahren kehrt der Protagonist zurück in seine Heimatstadt A. in Niederbayern. Dort ist er nicht nur aufgewachsen, sondern hat damals auch seinen Vater bei einem Motorradunfall verloren. Nun kehrt ...

Nach zehn Jahren kehrt der Protagonist zurück in seine Heimatstadt A. in Niederbayern. Dort ist er nicht nur aufgewachsen, sondern hat damals auch seinen Vater bei einem Motorradunfall verloren. Nun kehrt er zurück, um sich an die Zeit damals und vor allem an seinen Vater zu erinnern.

Johannes Laubmeier hat einen poetischen, melancholischen und verdichteten Schreibstil, sodass die Lektüre anspruchsvoll war. Das wird unter anderem von den Zeiten- und Ebenenwechseln untermalt. Während der Protagonist einerseits aus der Gegenwart erzählt, recherchiert und die Traditionen und Folklore seiner niederbayerischen Kleinstadt erlebt, wird andererseits aus der Vergangenheit, in Form von Erinnerungen erzählt. Die wirken, als sollen sie die kindliche Wahrnehmung darstellen, enthalten viel Symbolik und darin wird der Protagonist lediglich als "der Junge" bezeichnet.

Mir fiel es tatsächlich schwer, konzentriert am Ball zu bleiben. Obwohl ich viele Beschreibungen als sehr angenehm und humorvoll empfand, hatten andere Kapitel oftmals Längen, waren irgendwie zäh und schwergängig. Die zahlreichen poetischen Ziatate von Olson haben meinen Lesefluss ebenfalls erschwert - oft fehlte mir da der direkte Zusammenhang bzw. habe ich mich rausgerissen gefühlt.

Ein besonderes Buch, das sehr viel Zeit und Anstrengung brauchte, dennoch die Formen der Erinnerung und Verdrängung bildhaft darstellt.

Veröffentlicht am 31.07.2022

Ermutigend für Betroffene

Echt ist mein Perfekt
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DominoKati macht 2019 ihre Krankheit Lipödem auf ihrem YouTube-Account öffentlich und schildert in "Echt ist mein Perfekt" ihren Kranhkeits- und Heilungsweg.

Das Buch setzt in der Kindheit bzw. frühen ...

DominoKati macht 2019 ihre Krankheit Lipödem auf ihrem YouTube-Account öffentlich und schildert in "Echt ist mein Perfekt" ihren Kranhkeits- und Heilungsweg.

Das Buch setzt in der Kindheit bzw. frühen Jugend ein, thematisiert die "dicken Beine", die Kati während der Pubertät bekommt und wegen der sie sehr unsicher ist, sich sogar schämt. Weiter geht es über ihre Anfänge auf YouTube, begleitet von zahlreichen Diäten, Wegen, ihre Beine zu verstecken, über ihre Zeit in den USA, einem Schub neuer Symptome in Form rascher Zunahme an den Beinen und den Armen bis hin zum Erkennen des Krankheitsbildes, der ärztlichen Beratung, der Operationen und der anschließenden monatelangen Heilung des Körpers.

Ich denke, gerade für Katis Zuschauer*innen ist das Buch nochmal eine tiefere Einsicht in ihren Weg, ihre Gedanken und Gefühle zur Krankheit. Doch auch für Betroffene und Interessierte am Lipödem bietet das Buch sehr viele Informationen, macht auf Symptome aufmerksam und sorgt sicherlich dafür, dass das Lipödem in immer mehr Köpfen als Krankheit wahrgenommen und bewusst wird.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und man hat fast das Gefühl, als würde Kati zu einer Freundin/einem Freund sprechen. Was mir besonders gut gefallen hat sind die Ergänzungen der Ärztin und Schilderungen von Betroffenen, die von ihren eigenen Erfahrungen sprechen.

Ein gutes Buch, das mir mehr Wissen über das Lipödem beschert hat!