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Veröffentlicht am 10.02.2019

Einführend informative Anregung zum Sammeln und Verarbeiten von Wildpflanzen

Superfood Heimische Wildpflanzen
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Wer wurde bisher noch nicht mit Superfoods konfrontiert? Matcha, Goji-Beeren, Acai und Chiasaat gehören mittlerweile in jedermanns Küche, der etwas auf sich und seine Gesundheit gibt. Doch um Phytamine, ...

Wer wurde bisher noch nicht mit Superfoods konfrontiert? Matcha, Goji-Beeren, Acai und Chiasaat gehören mittlerweile in jedermanns Küche, der etwas auf sich und seine Gesundheit gibt. Doch um Phytamine, Vitamine und weitere gesunden Inhaltsstoffe aufzunehmen, muss man keine importierten Samen und Pflanzen kaufen, sondern kann sie jahreszeitenabhängig direkt vor der Haustür finden - in Garten, Wald und Wiese.

Karin Greiner hat sich mit ihrem Sach- und Rezeptbuch "Superfood. Heimische Wildpflanzen" dieser Thematik gewidmet. Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung, was es mit den Superfoods auf sich hat, folgen die Infos und Rezepte. Diese sind nach den vier Jahreszeiten kategorisiert, in denen die Pflanzen, Beeren und Nüsse jeweils zu finden/zu ernten sind.
Die Informationen zur Pflanze sind als Vorstellung gelungen und verschaffen einen kurzen Überblick und Input, mit dem sich arbeiten lässt. Allerdings sind die Fotos und Beschreibungen der Pflanzen, gerade der etwas "unbekannteren", so klein bzw. knapp, dass einige Wildpflanzen nicht gänzlich bestimmt werden können. Daher empfiehlt es sich, weitere Informationen zu ähnlichen Pflanzen einzuholen, die zu Verwechslung führen können, damit am Ende auch die richtigen, gesunden Zutaten auf dem Teller landen.
Das Rezept zur jeweiligen Pflanze folgt auf der nächsten Doppelseite und lässt mit einem liebevoll angerichteten Essensfoto das Wasser im Munde zusammen laufen. Außerdem gibt es sowohl weitere Tipps zur Zubereitung/Abwandlung und Erweiterung bzw. zu veganen, glutenfreien oder laktosefreien Alternativen. So können also auch Unverträglichkeiten berücksichtigt werden.

Karin Greiners Buch gibt einen informativen Überblick, der zum Suchen und Sammeln der Wildpflanzen einlädt und gleich ein Rezept zum Verarbeiten enthält. Diese Art der Präsentation ist in Kombination mit der Jahreszeitkategorisierung sehr gelungen!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Unglaublich gut getroffene Schilderungen

Birk
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Der neunjährige Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in der Nordsee. Der einzige andere Bewohner ist Nachbar Karl. Eines Tages kommt Mikael abends ohne seinen Vater zurück nach Hause. ...

Der neunjährige Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in der Nordsee. Der einzige andere Bewohner ist Nachbar Karl. Eines Tages kommt Mikael abends ohne seinen Vater zurück nach Hause. Seiner Mutter Dora erzählt er, dieser sei weggeschwommen. Tatsächlich ist er unter Umständen, wegen denen sich Mikael schuldig fühlt, ertrunken - seine Leiche bleibt unauffindbar.

Jaap Robben beschreibt, wie sich die beiden Menschen auf ihre eigene Art abschotten. Mikael zieht sich in seine eigene Welt zurück, findet Dinge, mit denen er sich beschäftigen kann und die ihm in gewisser Weise halt geben. Dora kann den Tod ihres Ehemannes nicht verkraften und übt psychische Gewalt gegenüber Mikael aus.
Der Autor versteht es, die Rollenentwicklung, die stattfindet, implizit zu veranschaulichen. Alle Prozesse werden deskriptiv behandelt, die Rückschlüsse zieht der Leser.
Die sechs auf den Unfall folgenden Jahre werden in kurzen Kapiteln erzählt. Die Entwicklung scheint von Beginn an negativ, was durch Robbens Schreibstil untermalt wird. Er nutzt viele Metaphern, Vergleiche und parallele Ebenen, die das Geschehen auf verschiedene Weisen verständlich und nachvollziehbar machen. Auf Mitleid oder Trauer wird nicht gepocht. Der Roman erscheint als Schilderung der Entwicklungen zweier Persönlichkeiten, die unabhängig voneinander sein wollen, gleichzeitig jedoch in einem starken Abhängigkeitsverhältnis stehen, was von den äußeren Umständen unterstützt wird. Beide sind auf der Suche nach Liebe, Halt und Zuversicht, und können nicht auf Anhieb finden, was sie brauchen.
Jaap Robben hat hier einen Roman geschrieben, der nicht beschönigt und so unter die Haut geht.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Selbstjustiz rasant geschildert

Der Rache süßer Atem
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Maria ist mit ihrem Leben unzufrieden. Sie ist fast vierzig und Tom, der Mann an ihrer Seite, meldet sich unregelmäßig, weist sie schließlich auf feige Art ab. Sein Verhalten erklärt er ihr gegenüber mit ...

Maria ist mit ihrem Leben unzufrieden. Sie ist fast vierzig und Tom, der Mann an ihrer Seite, meldet sich unregelmäßig, weist sie schließlich auf feige Art ab. Sein Verhalten erklärt er ihr gegenüber mit Bindungsängsten, ist jedoch verlobt und erwartet mit der anderen Frau ein Kind. Maria ist zutiefst verletzt. Und wütend. Wütend auf Tom und auf die sechs anderen Männer, die sie davor mies behandelt und gedemüdigt haben. Sie beschließt, nun Rache zu nehmen und die Männer zu töten.

Christine Eichel hat sich für ihren Roman eine spannende Handlung ausgesucht. Eine Frau, die sich von Männern gedemütigt fühlt und Mord als Vergeltung wählt. Da das Buch den Fokus auf Marias Sicht legt, ihre Erfahrungen und Erinnerungen berichtet werden, kann der Leser mit ihr sympathisieren. Er erfährt mit jeder Erinnerung, die Maria an den jeweiligen Mann hat, wie sehr sie verletzt wurde und wie sehr sie sich einen festen Partner, eine Familie und ein glückliches Leben wünscht. Stattdessen wird sie benutzt, soll sich für die Männer verbiegen, ihre Wünsche aufgeben und wird dann fallen gelassen.
Bereits zu Beginn ist fraglich, ob Maria es schafft, ihre Rachepläne durchzuführen, bevor die Polizei auf sie aufmerksam wird. Natürlich spielt das auch eine Rolle, doch der Fokus liegt auf dem Hass, den sie auf die Männer verspürt, und wie sie an den einzelnen Morden wächst, sich selbst verändert und ihr Bewusstsein geschärft wird. Christine Eichel hat all diese Aspekte sehr ausdrücklich und glaubwürdig umgesetzt und mit ihrer Geschichte einen rasanten und spannenden Roman geschaffen.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Knoblauch geht immer!

Knoblauch
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Jenny Linford führt uns mit dem Kochbuch in die Welt des Knoblauchs und startet mit einer informativen Einführung über die jeweiligen Arten, ihre Zubereitungsart und die Geschmacksvielfalt von Knoblauch.

Das ...

Jenny Linford führt uns mit dem Kochbuch in die Welt des Knoblauchs und startet mit einer informativen Einführung über die jeweiligen Arten, ihre Zubereitungsart und die Geschmacksvielfalt von Knoblauch.

Das Kochbuch ist hochwertig gestaltet, sehr übersichtlich und die Rezepte sind dem Knoblauch nach in Kategorien unterteilt, was einen guten Überblick ermöglicht. Die Erklärungen sind simpel, lassen sich super leicht nebenbei oder zwischendurch lesen und offenbaren viele Fakten über die Knolle.

Mir gefällt vor allem die Vielseitigkeit der Rezepte. So stammen sie aus diversen Küchen der Welt, beispielsweise aus der indischen oder türkischen.
Einziges Manko für mich: Der Großteil der Rezepte sind fleischhaltig. Für Vegetarier kommen daher nicht alle Rezepte, sondern nur einige in Frage. Die sind dann jedoch sehr leicht nachzukochen und köstlich!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Schonungslos ehrliche Dorfstimmen zur irischen Finanzkrise

Die Gesichter der Wahrheit
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Donal Ryan erzählt von der Finanzkrise in Irland. Ort des Geschehens ist ein Dorf, dessen Baufirma durch falsch kalkulierte Immobilienkäufe pleite geht. Der korrupte Chef Pokey Burke hat sich abgesetzt ...

Donal Ryan erzählt von der Finanzkrise in Irland. Ort des Geschehens ist ein Dorf, dessen Baufirma durch falsch kalkulierte Immobilienkäufe pleite geht. Der korrupte Chef Pokey Burke hat sich abgesetzt - ohne ausgezahlte Löhne und ohne Alterssicherung für seine Angestellten. Doch nicht nur Pokeys ehemaligen Angestellten sind betroffen: alle Dorfbewohner leiden auf verschiedene Weise unter der Krise.
In "Gesichter der Wahrheit" erzählen 21 Menschen, wie sie zur Krise stehen und welchen Hürden sie ausgesetzt sind. Darunter befindet sich der ehemalige Vorarbeiter Bobby, der einst gut bezahlt wurde und nun ohne Job seine schöne Frau und seinen Sohn versorgen muss, ein Zuwanderer, die örtliche Prostituierte, die ganz allein lebt, und Bobbys Vater, der nur noch aus Boshaftigkeit lebt.

Der Autor gibt jedem Bewohner im jeweiligen Kapitel eine Stimme, lässt sie sagen, was sie auf der Zunge haben, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die einen pöbeln, die anderen hassen, wieder andere weinen. Es wird deutlich, dass der dörfliche Unmut durch die Krise steigt - jeder ist auf sein Leben und seinen Vorteil bedacht. Hass gegenüber anderen wird geschürt, es wird gelästert und geprügelt. Es kommt zu einer gemunkelten Affäre, einer Kindesentführung und zu Mord.

Der Leser kann sich kurz dem Leben der einzelnen Menschen annähren, ihre Geschichte hören, ihre Wut, ihren Hass oder ihre Trauer spüren und im Laufe der Kapitel spüren, wie zerrüttet die Dorfgemeinschaft ist und wie getroffen das Dorf ist - durch Pokey Burke, der nun der meist gehasste Mann der Gegend ist.

Donal Ryans Schreibstil ist klar, umgangsprachlich, bildhaft und lässt den Leser auf den Wellen der Emotionen und Schimpfereien treiben.