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Veröffentlicht am 10.02.2019

Mein Gang durch die Hölle

Mein Gang durch die Hölle
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Der Klappentext lässt auf ein Internatsleben am Abgrund schließen, dem Koby ausgesetzt ist.

Leider konnte mich das Buch keineswegs überzeugen oder fesseln.
Der Protagonist wird zu Beginn der Lektüre vorgestellt, ...

Der Klappentext lässt auf ein Internatsleben am Abgrund schließen, dem Koby ausgesetzt ist.

Leider konnte mich das Buch keineswegs überzeugen oder fesseln.
Der Protagonist wird zu Beginn der Lektüre vorgestellt, noch bekommt der Leser Informationen über sein soziales Umfeld, seine Persönlichkeit und seine Wünsche - ich habe praktisch nichts über Koby erfahren. Außer, dass er in seiner Zeit im Internat auf vielschichtige Art und Weise misshandelt wird und sich erst sehr spät dazu entscheidet, sein Schweigen zu brechen.
Die Figur bekommt für mich keinerlei Tiefe, was zum einen an mangelnden bzw. oberflächlichen Beschreibungen seines Inneren und seines Charakters liegt. Zum anderen hemmt der Schreibstil eher beim Lesen, als dass er mich bewegt, mitgenommen oder gefesselt hat.
Renée Wum berichtet über die Missbrauchsgeschichte eines Jugendlichnen - und zwar in Berichtform. Es werden die (oft oberflächlichen und ungenauen) Beschreibungen aneinandergereiht, mit vorwurfsvollem Unterton, sodass insgesamt mein Eindruck von einer Anklage, Vorwurf und Schuldzuweisung geschieht.
Mir fehlte ein Fokus in der Erzählung, da der Leser weder in Kobys Gedanken- und Gefühlswelt, noch in die der Täter, der Eltern oder der Lehrer mitgenommen wurde. Ich kann weder eine Intention, noch einen roten Faden noch einen Mehrwert erkennen.
Abgesehen davon, dass der Schreibstil eintönig und stockend ist, und ich Kobys Geschichte daher nicht flüssig, gut strukturiert und mit harmonischer Erzählung erleben konnte, werden viele Dinge wiederholt, dabei jedoch nicht präzisiert, und andere Angaben gemacht als zuvor, was irritierend und unglaubwürdig ist.

Außerdem hatte ich beim Lesen den Eindruck, wie bereits angedeutet, dass die Autorin zu sehr in Kobys Geschichte verwickelt und daher (emotional) befangen ist. Ihr fehlt meines Erachtens der Abstand, mit dem man Kobys Internatserlebnisse betrachten müsste, um die Geschichte (literarisch) gut umsetzen zu können.
Und auch wenn auf dem Cover "Nach einer wahren Geschichte" steht, muss es sich beim Inhalt nicht um einen Tatsachenbericht handeln. Auch ein Missbrauchsfall kann in Romanform, mit Fokus auf den Protagonisten, dargestellt werden und den Leser so vielleicht eher berühren als durch einen nüchternen Bericht, der anklagend wirkt und dem Leser keinerlei Fragen beantwortet, sondern mit mehreren als zu Beginn der Lektüre zurücklässt.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Das Mittwochszimmer

Das Mittwochszimmer
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Dagmar Seifert hat hier eine tolle Geschichte erzählt, die von Connys Leben und dem ihrer Freundin Nelli berichtet. Der Schreibstil ist leicht und zart formuliert, was mich in eine ganz besondere Atmosphäre ...

Dagmar Seifert hat hier eine tolle Geschichte erzählt, die von Connys Leben und dem ihrer Freundin Nelli berichtet. Der Schreibstil ist leicht und zart formuliert, was mich in eine ganz besondere Atmosphäre versetzt hat.
Conny hat als Protagonistin eine sehr starke Persönlichkeit verliehen bekommen und der Leser wird in jeder Lebensphase mit ihrem Inneren vertraut gemacht. Aber auch die anderen Figuren werden sehr stark geschildert, sodass jede eine Rolle einnehmen und auch als Nebenfigur stark auftreten konnte.
Durch das Spiel mit der Sprache, beispielsweise mit dem Hamburger Dialekt, wird die soziale Zugehörigkeit der einzelnen Figuren unterstrichen, was die Charaktere noch authentischer macht.

Die gesamte Handlung, die die Geschichte erzählt, ist so vielschichtig, dass es sich bei "Das Mittwochszimmer" um viel mehr als nur einen Liebesroman handelt.
Ich wurde für eine Zeit lang ein Teil von Connys Leben und wurde von dem Buch bestens unterhalten!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Meditation für Anfänger und Fortschritte

Meditation
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Das Übungsbuch "Meditation" bietet einen Überblick über sehr viele verschiedene Meditationsübungen und erklärt in Infokästchen die Hintergründe hierzu. Sehr schön finde ich, dass die einzelnen Übungen ...

Das Übungsbuch "Meditation" bietet einen Überblick über sehr viele verschiedene Meditationsübungen und erklärt in Infokästchen die Hintergründe hierzu. Sehr schön finde ich, dass die einzelnen Übungen eine so genaue Anleitung haben, sie ausführlich genug sind, sodass ich alles verstehen konnte und doch nicht zu lang, um mir den Ablauf merken zu können. So konnte ich die einzelnen Übungen (sofort) durchführen, und zwischendrin bei Bedarf immer wieder nachlesen.
Ich bin zwar nicht der Typ, dem eine schriftliche Reflektion sehr viel bringt, aber mir gefällt die Möglichkeit, einzelne Beobachtungen und Fazits nach einer speziellen Übung oder bestimmten Abschnitten abzugeben. So ist die Entwicklung des eigenen Meditationsverhaltens sicherlich sehr gut nachvollziehbar.
Auch das Layout gefällt mir sehr gut, denn es ist schlicht gehalten und drückt zugleich etwas Liebevolles, Anregendes aus. Dieser Eindruck wird sicherlich durch die (auf mich) beruhigend wirkende Schriftart und die gedeckten Farben unterstützt.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die gern mit Meditation beginnen möchten, oder sich von verschiedenen Ansätzen und Übungen inspirieren lassen möchte. Ich bin sicher, dass jeder eine Übung findet, die ihm vollkommen zusagt.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Krummbüchel und die Baustelle des Lebens

Krummbüchel und die Baustelle des Lebens
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Ulrich Lists Gedichte lassen sich sehr gut lesen, da sie in Alltagssprache verfasst sind und die Botschaft so für jedermann zu erkennen ist - solange man die Worte ein bisschen nachhallen lässt. Das Schöne ...

Ulrich Lists Gedichte lassen sich sehr gut lesen, da sie in Alltagssprache verfasst sind und die Botschaft so für jedermann zu erkennen ist - solange man die Worte ein bisschen nachhallen lässt. Das Schöne an Gedichten finde ich, dass es eine offensichtliche Ebene gibt und eine, deren Zugang sich erst ergibt, wenn man näher hinschaut. Genau so ist es bei Krummbüchel auch.
Die Themen sind sehr vielfältig gewählt: aus der Alltag, der Natur, der Liebe, dem Essen und kölsche Gedichte, sodass für jeden Lesergeschmack etwas dabei sein sollte.
Jedes Gedicht enthält einen Wahrheitgehalt, den ich nachvollziehen konnte - bei einigen Gedichten mehr, bei anderen weniger. Ulrich List hat seine Gedichte mit einer Hand voll Humor versetzt, sodass sie die Beobachtungen des Lebens und des Alltags sehr charmant darstellen.
Mit den kölschen Gedichten hatte ich etwas zu kämpfen, aber der Rest hat mir gut gefallen!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Das Leben steht still

Umdrehungen
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Ben wird durch einen Unfall querschnittsgelähmt und muss die Herausforderungen, die der Rollstuhl mit sich bringt, mit seiner noch sehr frischen Partnerin Zita meistern...

Sonja Bethke-Jehle schildert ...

Ben wird durch einen Unfall querschnittsgelähmt und muss die Herausforderungen, die der Rollstuhl mit sich bringt, mit seiner noch sehr frischen Partnerin Zita meistern...

Sonja Bethke-Jehle schildert die neuen Lebensumstände, sowohl die materiellen als auch die emotionalen, die Ben und Zita nun bestreiten müssen sehr ausführlich. Die Bandbreite der zu bestehenden Herausforderungen ist hier groß: das Verhältnis zu Freunden und Familie, Akzeptanz, Wut und die Beziehung, die einige Höhen und Tiefen durchlebt.
In den Schreibstil musste ich mich zunächst einfinden, da er nicht meinen verwendeten Satzmustern entspricht. Nach einigen Seiten war dies kein Problem mehr. Die Geschichte von Ben und Zita ist sehr ausführlich geschrieben, indem die einzelnen Situationen sehr detailliert geschildert werden. An einigen Stellen war es mir zu detailliert, ich hatte das Gefühl, dass sich Äußerungen des Öfteren wiederholen (wörtlich und inhaltlich) und Empfindungen oder Gedanken dem Leser durch wiederholende Elemente näher gebracht werden sollten. Mir persönlich war das zu viel, weil für mein Empfinden diese Erzählweise die Entwicklung der einzelnen Charaktere gehemmt hat.

Insgesamt handelt es sich hier um einen schönen Roman, der berichtet, wie schwierig es ist, von heute auf morgen im Rollstuhl zu landen und seinen gesamten Lebensstil zu verändern. Es wird bewusst gemacht, dass viele Dinge, die selbstverständlich erscheinen, dies auf einmal nicht mehr sind.