Ein ehrlicher Begleiter für Liebe, Lust und Elternsein
Orgasmic ParentsAls ich Orgasmic Parents in die Hand nahm, war mein erster Gedanke: Endlich ein Buch, das ausspricht, was so oft unausgesprochen bleibt. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, einen sehr persönlichen ...
Als ich Orgasmic Parents in die Hand nahm, war mein erster Gedanke: Endlich ein Buch, das ausspricht, was so oft unausgesprochen bleibt. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, einen sehr persönlichen Begleiter vor mir zu haben – keinen klassischen Ratgeber, der mir erklärt, wie ich etwas „richtig“ machen soll, sondern ein Buch, das mich einlädt, meine Beziehung und meine eigenen Bedürfnisse neu wahrzunehmen.
Besonders bewegt hat mich, wie offen und selbstverständlich die Autorinnen über Nähe, Intimität und Veränderung sprechen. Ich habe mich selten in einem Buch so gesehen gefühlt. Ihre Worte haben in mir den Eindruck geweckt, in einem vertrauten Gespräch zu sitzen, in dem alles gesagt werden darf. Gerade als Mutter kenne ich die Phasen, in denen der eigene Körper, die Lust und die Beziehung plötzlich fremd wirken – und genau dort setzt dieses Buch an, ohne Druck zu erzeugen.
Sehr beeindruckt hat mich auch die visuelle Gestaltung. Die Illustrationen sind mutig, natürlich und vielfältig. Sie zeigen Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, ohne Klischees zu bedienen – etwas, das in Ratgebern viel zu selten vorkommt. Dadurch fühlt sich das gesamte Buch unglaublich wertschätzend an.
Die Struktur des Buches hat mir geholfen, meine eigene Reise vom Kinderwunsch über Schwangerschaft bis zum Familienalltag noch einmal anders zu betrachten. Viele Impulse haben bei mir direkt etwas in Bewegung gesetzt, sei es in Form kleiner Denkanstöße oder dadurch, dass sie Gespräche ausgelöst haben, die lange überfällig waren. Einige Vorschläge ließen sich erstaunlich leicht in meinen Alltag integrieren – und manche Erkenntnisse haben mir sofort Druck genommen, den ich mir selbst gemacht hatte.
Wenn ich an die Kapitel über das Leben mit Kindern denke, hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Gerade dieser Abschnitt hat so viel Potenzial, weil dort häufig die größten Unsicherheiten auftreten. Dennoch bleibt das Buch für mich ein wertvoller Begleiter, der nicht mit erhobenem Zeigefinger arbeitet, sondern mit Verständnis, Humor und einer großen Portion Wärme.
Orgasmic Parents ist für mich ein Buch, das Mut macht, hinzuschauen und darüber zu sprechen, was sonst oft verschwiegen wird. Es erinnert daran, dass Liebe und Lust nicht verschwinden, sobald man Eltern wird – sie verändern sich, und genau darin liegt ihre Schönheit. Ich würde dieses Buch jedem Paar ans Herz legen, das sich selbst und seine Verbindung im Trubel des Elternseins wiederfinden möchte.