Platzhalter für Profilbild

theblackswan

Lesejury Profi
offline

theblackswan ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit theblackswan über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2026

Halbgar

Halbwach
0

Halbwach von Sophia Como hatte absolut das Potential, eine moderne, feministische Erzählung über junge Frauen zu werden und damit einer Generation aus der Seele zu sprechen. Für mich war die Umsetzung ...

Halbwach von Sophia Como hatte absolut das Potential, eine moderne, feministische Erzählung über junge Frauen zu werden und damit einer Generation aus der Seele zu sprechen. Für mich war die Umsetzung an manchen Stellen aber leider eher halbgar.

Wir begleiten Zoe, die sich von Situationship zu Situationship hangelt und damit ihre Bindungsängste ausdrückt. Wir als Leser:innen sind die ganze Zeit in ihrem Kopf dabei, erleben ihre Zerrissenheit und ihre Struggles mit und würden sie manchmal einfach gerne schütteln. Ich glaube das war schon realistisch portraitiert. Aber: manchmal hat es sich auch angefühlt, als wäre eine Checkliste mit Buzzwords oder Instagram-Weisheiten abgearbeitet worden. Die Dichte hat mich irgendwann einfach gestört, weil es oft auch nichts wirklich neues / innovatives war. Da waren wir manche Ansätze (wie der sehr toxische Boyfriend ihrer besten Freundin) einfach zu Klischee, da hätte ich mir etwas subtileres gewünscht.

Auf der anderen Seite gibt es manche Stellen, die direkt ins Herz treffen. Die so schön geschrieben sind, dass man kurz blinzeln muss weil die rohe Wahrheit schön verpackt vor einem liegt. Vor allem die Therapeutin von Zoe gibt ihr Tipps, die wirklich gut sind.

Im großen und ganzen muss ich allerdings sagen, hat mich die Mainstory oft wenig interessiert, weil Zoe bis zu den letzten 10 Prozent gar keine Entwicklung hingelegt hat. Die Geschichte um ihre Familie fand ich da noch am spannendsten bzw. realistischsten aufgearbeitet.

An sich ein sehr modernes Buch, das bestimmt seine Leserschaft finder, für mich war es allerdings noch nicht ganz gar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2026

Geht unter die Haut

Unshame
0

Mit Unshame hat Louisa Dellert ein Buch geschrieben, das jede Frau* lesen sollte. Denn ich denke wir alle können uns mit den Gefühlen, die sie darin beschreibt identifizieren und vielleicht das ein oder ...

Mit Unshame hat Louisa Dellert ein Buch geschrieben, das jede Frau* lesen sollte. Denn ich denke wir alle können uns mit den Gefühlen, die sie darin beschreibt identifizieren und vielleicht das ein oder andere Denkmuster verlernen. Es geht um weibliche Körper im Patriachat, um internalisiertes Konkurrenzdenken, um die die von der Unsicherheit der Frauen profitieren.

Und dieses Buch geht unter die Haut, in den Kopf und ans Herz aber das meiner Meinung nach ohne dabei den Mut zu nehmen, das es auch anders geht. Klar, die angesprochenen Umdenkprozesse werden dauern aber durch die Struktur aus Erzählung - Analyse - Auseinander bauen - mit neuen Leitlinien wieder zusammensetzen, entsteht finde ich ein Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird.

Dieses Buch ist wichtig. Es ist modern und ehrlich. Es ist aber auch verletzlich und solidarisierend und ich glaube genau das brauchen wir in diesem Kontext.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Romance Ranch

Fever Dream
1

Fever Dream war meine erste Cowboy-Romance, mein erstes Elsie Silver Buch und ganz überzeugen konnte es mich nicht. Am Anfang war ich noch wirklich positiv überrascht, das Setup, warum Emmet bei einer ...

Fever Dream war meine erste Cowboy-Romance, mein erstes Elsie Silver Buch und ganz überzeugen konnte es mich nicht. Am Anfang war ich noch wirklich positiv überrascht, das Setup, warum Emmet bei einer Dating Show mitmacht erschien mit schlüssig, er hat sich anfangs wirklich verhalten wie eine moderne Green-Flag und die Kapitel waren kurz und haben schnell eine Sogwirkung erzeugt. Ab der Mitte ist es allerdings für mich ganz schön abgefallen, vor allem weil das Erzähltempo eine komische Mischung aus zu schnell und zu langsam war - und das will bei fast 500 Seiten schon was heißen.

Ich konnte die widersprüchlichen Gefühle von Emmet und Julia zueinander nicht wirklich nachvollziehen, es wirkte für mich nicht konsistent. Genauso Emmets Verhalten: Mal war er wie gesagt eine totale Green Flag, dann wieder ein Matcho, das hat für mich alles nicht wirklich zusammengepasst und es so schwer gemacht, mich wirklich auf die Geschichte einzulassen. Die Chemie zwischen den beiden Protas ging für mich deshalb auch etwas flöten, weil ich nicht verstehen konnte, wie sie wirklich zueinander stehen sollen. Außerdem hatte ich vor allem am Anfang das Gefühl, dass Elsie Silver ihren Leser:innen nicht zutraut, der Geschichte zu folgen. Manche zentralen Beweggründe wurden so oft wiederholt, dass ich es schon sehr auffällig fand, wie sehr man hier versucht, einen Punkt zu zementieren.

Mein größtes Problem war allerdings, dass ich das Gefühl hatte wir versinken mit jeder Seite tiefer in den gängigen Klischees und Tropes des Genres. Die Sätze wurden immer abgedroschener, der Spice war eher vulgär statt sexy und die Konflikte am Ende einfach zu platt und schnell gelöst. Vor allem beim Spice hatte ich oft das Gefühl, er ist nur um des spices willen da und nicht, weil er zur Geschichte beiträgt.

An sich hatte ich mir dem Buch stellenweise eine sehr gute Zeit, am Ende hat es mich doch etwas enttäuscht aber ich denke für heißen Eskapismus ist das Buch auf jeden Fall die richtige Wahl.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Zuckrig

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
0

Nachdem mich letztes Jahr das Pumpkin Spice Café so unterhalten hat, wollte ich jetzt mit der Dreams Harbour Serie weitermachen. (Kleine Note am Rande: das hier ist trotz des Covers kein Herbstbuch, es ...

Nachdem mich letztes Jahr das Pumpkin Spice Café so unterhalten hat, wollte ich jetzt mit der Dreams Harbour Serie weitermachen. (Kleine Note am Rande: das hier ist trotz des Covers kein Herbstbuch, es spielt im Sommer). Und ich weiß nicht ob es mir beim letzten Buch einfach nicht so sehr aufgefallen ist aber diese Bücher sind objektiv betrachtet wirklich nicht gut.

Am meisten hat mich gestört, wie schnell die Autorin sich auf Körperlichkeiten und Spice verlassen hat, um dir geschichte zwischen den beiden Protagonisten aufzubauen. Dadurch viel es mir bis fast zum Ende extrem schwer, die Beziehung wirklich zu shipen. Auch der Konflikt ist etwas dämlich und vorhersehbar, die Misscommunication war nicht Mal super gut ausgebaut. Die Charaktere selbst sind auch eher oberflächlich ausgearbeitet und Abziehbilder diverser Klischees (Obwohl ich gut finde wie hier Consent normalisiert wurde, das fand ich wirklich gut). Außerdem fand ich schade, dass wir nicht mehr von Hazels Leben als Buchladen Besitzerin gesehen haben, das hätte mich wirklich interessiert. An sich wird hier eher Tell statt Show betrieben.

Jetzt habe ich das Buch viel gehated, es aber trotzdem durchgezogen weil ich es am Ende an manchen Stellen doch ganz süß fand. Wer eine leichte Hallmark-esque Romancr zum entspannen sucht, wird hier sicher fündig und kann viel Spaß mit dem Buch und der ganzen Reihe haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Chips Buch

Kiss me in Winter. Eine sugar coated Romance
0

Ich finde die ganze Dream Harbour Reihe ist das perfekte Beispiel für ein Potato Chip Buch. Es ist nicht besonders gut für dich, es nährt nicht wirklich aber ab und zu muss man sich das mal gönnen. Wird ...

Ich finde die ganze Dream Harbour Reihe ist das perfekte Beispiel für ein Potato Chip Buch. Es ist nicht besonders gut für dich, es nährt nicht wirklich aber ab und zu muss man sich das mal gönnen. Wird mir das Buch im Gedächtnis bleiben? Bestimmt nicht. War es besonders gut? Auch nicht. Aber für zwischendrin war es mal ein ganz nettes hallmark-esque Abenteuer.

Anfangs habe ich kurz gebraucht, um reinzukommen. Das lag vor allem daran, dass ich es nur halb logisch fand, warum der FMC grumpy ist. IHr Charakter war leider etwas schlecht aufgebaut und widersprüchlich und das hat mich gestört. Hier werden sehr klassische Tropes bedient, die nach der Hälfte ohne wirklichen Aufbau fallengelassen werden. Wenn man darüber hinwegsehen kann, hat man bestimmt eine einigermaßen gute Zeit damit.

Der Schreibstil ist ok, nichts weltbewegendes, nichts was im Kopf bleibt. Teilweise ist der Smut sogar relativ gut geschrieben, an anderen Stellen ist er leider nur cringe.

Gut für alle, die mal kurz in eine Zuckerwattenwelt abtauchen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere