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Veröffentlicht am 24.06.2021

Wie immer: Einfach toll!

Utkiekermord auf Spiekeroog. Ostfrieslandkrimi
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Die Wittmunder Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens bekommen es mit einem Mord auf Spiekeroog zu tun. An der Aussichtsplattform Utkieker wird die Leiche von Bente gefunden. Diese war zuvor mit Thor ...

Die Wittmunder Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens bekommen es mit einem Mord auf Spiekeroog zu tun. An der Aussichtsplattform Utkieker wird die Leiche von Bente gefunden. Diese war zuvor mit Thor und einigen Freunden aus dem Boßelverein von Harlesiel aus zu einer Wattwanderung nach Spiekeroog aufgebrochen. Dort haben sich Bente und Thor zu einem Schäferstündchen am Utkieker abgesondert. Thor wurde bewusstlos, fand Bente danach erwürgt neben sich auf. Er glaubt, der Mörder zu sein, doch Drohnenaufnahmen geben andere Hinweise, die Nina und Bert vor Rätsel stellen.

Rolf Uliczka läßt sein beliebtes Ermittlerteam um Bert Linnig und Nina Jürgens nun im Fall "Utkiekermord auf Spiekeroog" ermitteln. Auch dieser Fall ist in sich abgeschlossen und kann einzeln gelesen werden. Die Kommissare entwickeln sich zwar weiter, aber der Leser bekommt alles wissenswerte fast nebenbei vermittelt, so daß keine Fragen offen bleiben und alles verständlich ist. Die Kommissare und ihr Team sind allesamt durchweg sympathisch und glaubhaft dargestellt. Sie wirken wie gute Freunde, man kennt sie, sofern man die Serie schon länger verfolgt, in allen Facetten. Für mich ist es immer wieder eine Freude, mit ihnen in Ostfriesland zu ermitteln. Diesmal lernt man Spiekeroog kennen. Auch diese Insel wird von Rolf Uliczka wunderbar beschrieben. Die Insel beginnt förmlich vor Augen zu leben, man sieht die Dünen und die Möwen, die hier eine Rolle spielen, genau vor sich und kann sich das Möwengetümmel sehr gut vorstellen. Der Fall ist so undurchsichtig, daß man ständig neue Spuren verfolgt, die Verdächtigen wechseln und wie bei Rolf Uliczka üblich, erlebt man am Ende eine ganz große Überraschung. Genau dafür liebe ich seine Krimis. Man denkt, eigentlich wäre alles klar, doch dann ändert sich die Marschroute und man beginnt von vorn. Für mich ist auch bei diesem 13. Fall wieder einmal alles perfekt gelaufen und ich freue mich auf viele weitere spannende Fälle im schönen Ostfriesland!

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Absolut humorvoll

Der Wald ruft
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Der Berliner Zoo braucht Geld. Kurzerhand werden die Erdmännchen an ein Gartencenter in Oslo verkauft. Doch Rufus und Ray verhelfen ihrem Clan im letzten Moment zur Flucht. Sie besitzen nichts, als sie ...

Der Berliner Zoo braucht Geld. Kurzerhand werden die Erdmännchen an ein Gartencenter in Oslo verkauft. Doch Rufus und Ray verhelfen ihrem Clan im letzten Moment zur Flucht. Sie besitzen nichts, als sie nach langer Irrfahrt im Wald ankommen. Hier erwarten den Clan neue Abenteuer, denn sie sind nicht bei allen Waldbewohnern willkommen.

Das Autorenduo Moritz Matthies hat mit "Der Wald ruft" ein sechstes Buch um die niedlichen Erdmännchen aus dem Berliner Zoo geschrieben. Leider fehlt diesmal der menschliche Freund Phil, dafür ist der gesamte Erdmännchen-Clan auf der Flucht zusammen. Afrikanische Erdmännchen im deutschen Wald - das bringt so manchen Waldbewohner aus der Fassung. Hier kann man Parallelen zur menschlichen Welt ziehen, man kann sich aber auch einfach gut unterhalten lassen. Ich habe mich für die letztere Variante entschieden und hatte ein Buch, das mich sehr zum Lachen gebracht hat. Man muß nicht immer und überall irgendetwas hinein interpretieren. Die Erdmännchen sind natürlich auch hier wieder absolute Sympathieträger und einfach zuckersüß, während die sächselnden Wildschweine urkomisch waren. Die Ideen mancher Erdmännchen erzeugen hier viele humorvolle Szenen. Aber auch die Zusammentreffen mit den Waldbewohnern sind absolut humorvoll. Hier waren die Autoren wirklich sehr kreativ. Ihr Schreibstil ist unverändert locker und leicht lesbar, voller Witz und guter Ideen. Man kann sich direkt als Zuschauer des Waldgeschehens sehen, so schön wird alles beschrieben. Man könnte auch sagen, man wird zum Erdmännchen.

Ich hoffe sehr, daß Rufus, Ray und ihr Clan noch viele Bücher füllen werden. Egal ob Krimi oder Roman. Die Bande ist mir nämlich ans Herz gewachsen.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Geheimnisvolle Welt: Die Wiese

Die Wiese
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Jan Haft ist Biologe und vielfach ausgezeichneter Natur- und Tierfilmer. Nachdem mich sein Buch "Heimat Natur" begeistert hat, mußte ich einfach sein vorheriges Werk "Die Wiese" lesen - und ich bin wieder ...

Jan Haft ist Biologe und vielfach ausgezeichneter Natur- und Tierfilmer. Nachdem mich sein Buch "Heimat Natur" begeistert hat, mußte ich einfach sein vorheriges Werk "Die Wiese" lesen - und ich bin wieder begeistert. Jan Haft beleuchtet hier die unterschiedlichen Wiesentypen, man erfährt von ihren Beschaffenheiten, ihren Entstehungsgeschichten und ihren pflanzlichen und tierischen Bewohnern. Es wird hier sehr deutlich, wie sehr das System "Wiese" ineinander greift, fast so, als wäre es ein Zahnrad. Sowohl die Insekten, als auch die Pflanzen, sind aufeinander angewiesen, eine Art kann nicht ohne die andere existieren. Dies beschreibt Jan Haft so anschaulich, daß jeder verstehen wird, was es bedeutet, wenn der Mensch durch Mähen und Düngen dieses System manipuliert. Aber der Autor zeigt auch auf, was man zur Erhaltung dieses Ökosystemes tun kann. Dabei beschreibt er, was er selbst für die Wiesen macht und was getan werden muß, um diese zu erhalten. In diesem Buch lernt man unheimlich viel. Man begegnet Pflanzen und Tieren, die bisher unbekannt waren und bekommt einen Eindruck davon, wie diese leben. Dies ist durchaus faszinierend! Einigen Arten begegnet man dann im wunderschönen Bildteil in der Mitte des Buches. Diese Fotos sind so farbenfroh, daß man direkt Lust verspürt, sich solch eine Wiese zu suchen und einfach nur zu beobachten. Jedes dieser Bilder verfügt über einen informativen Text, so daß sie auflockern und trotzdem Wissen vermitteln. Überhaupt vermittelt Jan Haft sein Wissen auf sehr lockere Art. Er schreibt verständlich, so daß er wirklich jeden begeistern kann - egal ob man Biologe oder Naturfreund ist, oder aber das Buch einfach aus Neugierde zur Hand genommen wird. Und genau so muß es bei solch einem sensiblen und wichtigen Thema sein. Ein Buch nur für Fachleute hilft der Natur wenig - der Schlüssel zum Verständnis liegt genau darin, daß jeder etwas für sich mitnehmen kann. Diese Umsetzung gelingt Jan Haft hier perfekt!

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Hat mich überrascht

Blütengrab
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Mecklenburg, 1993. In einem abgelegenen Waldstück wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Die Leiche wurde auf einem Bett aus weißen Blüten aufgebahrt. Kommissarin Ulrike Bandow und ihr neuer Kollege ...

Mecklenburg, 1993. In einem abgelegenen Waldstück wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Die Leiche wurde auf einem Bett aus weißen Blüten aufgebahrt. Kommissarin Ulrike Bandow und ihr neuer Kollege aus Kiel ermitteln nun erstmalig gemeinsam und entdecken Spuren, die in vergangene Zeiten weisen. Durch ihre Recherchen geraten sie in große Gefahr.

Ada Fink versetzt den Leser mit "Blütengrab" in die Zeit nach der Wende. Sie läßt hier ein Duo ermitteln, welches unterschiedlicher nicht sein könnte. Die ostdeutsche Ulrike, die lieber allein ermitteln würde, bekommt ausgerechnet den westdeutschen Ingo Larssen an ihre Seite. Dies gibt dem Buch einen besonderen Reiz, denn hier treffen zwei Welten aufeinander, die sich im Laufe der Handlung erst aneinander gewöhnen müssen. Ada Fink ist es sehr gut gelungen, dies zu vermitteln. Man spürt das gegenseitige "Beschnuppern" hautnah. Der Fall an sich ist wirklich spannend und fesselt, auch wenn der Spannungsbogen in der Mitte leicht abflacht. Dies hält aber nicht lange an. Die Autorin hat hier wirklich alles logisch aufgebaut, so daß man der Handlung gut folgen kann. Mir gefiel besonders die Einflechtung von Wissen über Rituale und Bräuche der alten Germanen und ihrer Götter. Hier wurde gut recherchiert!

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Veröffentlicht am 20.06.2021

Über die Erfüllung eines Lebenstraumes

Die Patronin. Eine Frau greift nach den Sternen
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Edda kommt vom Land in die Stadt Zürich. Sie hat einen großen Traum. Eines Tages will sie ein eigenes Restaurant besitzen - das beste Restaurant der ganzen Stadt. Doch jetzt arbeitet sie erst einmal als ...

Edda kommt vom Land in die Stadt Zürich. Sie hat einen großen Traum. Eines Tages will sie ein eigenes Restaurant besitzen - das beste Restaurant der ganzen Stadt. Doch jetzt arbeitet sie erst einmal als Serviermädchen. Mit ihrem Verlobten Beat spart sie jedoch eisern darauf. Als Edda schwanger ist, stirbt Beat plötzlich und Edda ist nun ganz auf sich allein gestellt. Ihr Traum droht zu platzen. Doch sie gibt nicht auf, im Gegenteil. Jeder Rückschlag spornt sie an noch härter zu arbeiten. Als sie Otto trifft, bietet ihr dieser alles, was sie sich je erträumt hat. Doch Eddas Weg zum eigenen Restaurant ist noch lang. Ist Edda jetzt am Ziel? Oder hält das Schicksal noch Überraschungen für sie bereit?

"Die Patronin " von Agnes Morgenthaler ist ein Buch über die Träume einer jungen Frau und wie sie hartnäckig daran arbeitet, daß diese Träume in Erfüllung gehen. Es basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Hulda Zumsteg, die in Zürich das berühmte Restaurant "Kronenhalle" geführt hat. Irgendwie konnte ich in der Geschichte mit Edda nicht warm werden. Immer wieder wird erwähnt, daß Edda stolz ist: Stolz auf ihr Restaurant, stolz auf ihr neues Kleid, stolz auf ihren guten Ruf. Das ist für mich ein bißchen viel Stolz und klingt eher nach übermäßig ehrgeizig. Dazu paßt auch, daß sie dem Restaurant alles unterordnet, sogar ihre große Liebe. Das erweckt bei mir den Anschein, daß Edda hier etwas sehr glorifiziert wird. Ansonsten ist dieses Buch flott zu lesen, weil es in einer wunderbar unkomplizierten Art geschrieben wurde. Es war interessant zu lesen, daß die neutrale Schweiz gar nicht so neutral war. So etwas erfährt man sonst nicht so einfach. Da hat die Autorin insgesamt wunderbare Recherchearbeit geleistet! Agnes Morgenthaler hat ein Buch über die Erfüllung eines Lebenstraumes geschrieben, das man sich ja nicht in allen Belangen zum Vorbild nehmen muß. Ein Ansporn kann es trotzdem sein.

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