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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2021

Man kann immer neu beginnen

Die Mitte ist ein guter Anfang
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20 Jahre lebt Eva nun schon ohne Trauschein mit Arne zusammen. Nun plötzlich macht er ihr, sehr zur Freude der gemeinsamen Tochter, einen Heiratsantrag. Doch Eva ist skeptisch. Mit fast 50 noch heiraten? ...

20 Jahre lebt Eva nun schon ohne Trauschein mit Arne zusammen. Nun plötzlich macht er ihr, sehr zur Freude der gemeinsamen Tochter, einen Heiratsantrag. Doch Eva ist skeptisch. Mit fast 50 noch heiraten? Wo sich um sie herum alle Paare trennen? Außerdem hatte Arne mal eine Affäre. Eva beginnt über sich selbst nachzudenken und fragt sich, ob die Mitte des Lebens ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang ist.

"Die Mitte ist ein guter Anfang" von Franka Bloom ist ein kurzweiliger Sommerroman, der aber auch zum Nachdenken anregt. Franka Bloom schafft hier Charaktere, wie man sie auch im realen Leben antrifft. Gerade Eva mit ihren Gedanken und Sorgen wirkt sehr authentisch. Sie hinterfragt ihr Leben - und man kann ihre Gedankengänge gut nachvollziehen und hat Verständnis für ihre Sorgen. So würden wohl viele an ihrer Stelle reagieren. Doch trotz all dieser Probleme die hier gewälzt werden liest sich das Buch wie ein fröhlicher Roman. Franka Bloom thematisiert hier ein Thema, das viele irgendwann bewegt. Ab wann ist man zu alt für einen Neuanfang - ist man überhaupt jemals zu alt dafür? Das Resumee dieses Buches lautet klar: Nein! Man muß immer den Weg gehen, der einen glücklich macht. Dies vermittelt sie in diesem herzlichen Roman durch einen locker-leichten Schreibstil, der das Buch kurzweilig macht.

Dieser Roman ist die perfekte Sommerlektüre!

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Veröffentlicht am 03.06.2021

Absolut gelungen

Bewährungsprobe. Lorenz Lovis ermittelt
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Lorenz Lovis, frischgebackener Bauer und Privatdetektiv, hat den Auftrag herauszufinden, wer die Pferde auf dem Perwanger Hof vergiftet hat. Als ausgerechnet in seinem Weinberg eine tote Reiterin gefunden ...

Lorenz Lovis, frischgebackener Bauer und Privatdetektiv, hat den Auftrag herauszufinden, wer die Pferde auf dem Perwanger Hof vergiftet hat. Als ausgerechnet in seinem Weinberg eine tote Reiterin gefunden wird, fällt der Verdacht auf seinen Knecht Paul. Doch Lorenz glaubt an dessen Unschuld und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

"Bewährungsprobe" ist der zweite Fall für Lorenz Lovis. Heidi Troi schafft es aber perfekt, auch Neulinge wie mich gut an die Charaktere heranzuführen. Alles, was man zum Verständnis wissen muß, wird hier ganz unaufdringlich vermittelt. Ich hatte keinerlei Verständnisprobleme. Die Charaktere sind durchweg gut dargestellt, jeder hat seine Eigenarten und somit wirken sie authentisch und sind nicht zu verwechseln oder gar austauschbar. Hier gehört jeder genau an seinen Platz. Ein besonderes Highlight ist natürlich Lorenz, der mit seiner manchmal tollpatschigen Art öfter mal ein Fettnäpfchen mitnimmt. Sogar das Huhn Alma hat hier einen unverwechselbaren Charakter bekommen. Heidi Troi trumpft nicht nur durch ihre gut ausgearbeiteten Charaktere auf, auch ihr Schreibstil ist einfach herrlich locker, leicht lesbar und immer wieder voller Humor. Perfekt gelingt es ihr eine Spannung aufzubauen, die bis zum Ende hält und den Leser mitnimmt auf einen Weg voller Rätsel und Überlegungen. Immer wieder entdeckt man neue Hinweise und Verdächtige, man wird hier richtig in die Ermittlungen einbezogen. Nebenbei macht dieser Krimi neugierig auf die Region Brixen. Hier wird, wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, die Landschaft so dargestellt, daß man ein genaues Bild vor Augen hat und diese Landschaft förmlich kennenlernt.

Für mich ist dieses Buch nicht nur äußerlich wunderbar und außergewöhnlich gestaltet - es ist auch inhaltlich einfach richtig gut!

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Veröffentlicht am 02.06.2021

Pillen können töten

Die letzte Pille bringt den Tod
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Das sonst eher ruhige Burglbach im Allgäu ist in Aufruhr: Apotheker Ludwig ist tot! W9olfi Schimmel glaubt an einen natürlichen Tod - im Gegensatz zu seiner Mutter Walli. Die beginnt dann halt ihre eigenen ...

Das sonst eher ruhige Burglbach im Allgäu ist in Aufruhr: Apotheker Ludwig ist tot! W9olfi Schimmel glaubt an einen natürlichen Tod - im Gegensatz zu seiner Mutter Walli. Die beginnt dann halt ihre eigenen Ermittlungen. Zusammen mit ihrer Freundin Friedl stößt sie auf eine sehr gefährliche Spur.

Der Allgäu-Krimi "Die letzte Pille bringt den Tod" von Romina Angeli macht richtig Spaß. Er ist gespickt mit sehr viel Humor, für den die Charaktere Walli, Friedl und Wolfi perfekt sorgen. Walli ist schon allein eine Klasse für sich. Ihre ausgefallene Art sich zu kleiden paßt so gar nicht nach Burglbach und schon diese Vorstellung sorgt für Heiterkeit. Durch ihren Mut tappt sie in manche brenzlige Situation - doch auch diese wirken hier eher witzig. Ihre Freundin Friedl sorgt mit ihrem Dialekt für Regionalität. Dieser Dialekt ist einfach herrlich, auch wenn man manche Sätze wirklich zweimal lesen muß. Richtig gut ist Wolfi, der mit seinem Musikgeschmack in den 80er Jahren hängen geblieben ist und es mit seiner Miss-Marple-Mutter nicht leicht hat. Gemeinsam katapultieren sie sich in einige Fettnäpfchen. Wie zu erwarten ist das Buch leicht und flüssig zu lesen und bereitet viel Spaß. Aber: Bei all dem Humor verfügt die Handlung auch über Spannung und die Lösung des Falles beinhaltet ein sehr ernstes Thema. Mehr kann hier nicht verraten werden..

Absolute Leseempfehlung für Freunde humorvoller Regionalkrimis!

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Veröffentlicht am 30.05.2021

Eine einzige Enttäuschung

Die Urlauber
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Die 71jährige Charlotte Perkins nimmt nach dem Tod ihrer besten Freundin an einem Schreibwettbewerb teil und gewinnt eine Kreuzfahrt für sich und ihre ganze Familie. Das ist eine gute Gelegenheit für Charlotte ...

Die 71jährige Charlotte Perkins nimmt nach dem Tod ihrer besten Freundin an einem Schreibwettbewerb teil und gewinnt eine Kreuzfahrt für sich und ihre ganze Familie. Das ist eine gute Gelegenheit für Charlotte ihre drei erwachsenen Kinder Lee, Regan und Cord wieder zusammenzubringen. Jeder von ihnen schleppt ungelöste Probleme mit sich, will aber den anderen seine heile Welt vorgaukeln. Das gelingt nicht besonders gut und bald brechen Konflikte aus, die nicht so einfach zu lösen sind.

Das Buch "Die Urlauber" ist für mich eine einzige Enttäuschung. Von Cover und Klappentext her hatte ich eine amüsante Geschichte über eine Familie erwartet, die gemeinsam eine Kreuzfahrt macht. Klar, daß dabei Konflikte vorprogrammiert sind. Das hätte durchaus den Reiz an der Handlung ausmachen können, aber diese Familienmitglieder brauchen keinen Urlaub, sondern einen Psychiater. Amanda Eyre Ward hat aber auch jedes übliche Klischee bis zum äußersten ausgereizt. Das wirkt schon auf peinliche Art einfach lächerlich. Ich hatte stellenweise die Klimbim-Familie vor Augen. Dabei hat die Autorin es auch nicht geschafft, mir die Familie nahe zu bringen. Sie blieben fremd, es kam keinerlei Bezug zu ihnen, geschweige denn Sympathie zu jemandem von ihnen auf.

Leider muß ich hier sagen, daß ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, das mir so wenig gefallen hat.

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Veröffentlicht am 29.05.2021

Passeert nix op de Schietinsel - von wegen!

Wattenmeermord
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Jan Bender war jahrelang Kriminalkommissar in Essen, bis ein einschneidendes Erlebnis ihn dazu veranlasste als Polizist auf Pellworm zu arbeiten. Bei seiner Polizeiarbeit wird er tatkräftig von Tamme Hansen ...

Jan Bender war jahrelang Kriminalkommissar in Essen, bis ein einschneidendes Erlebnis ihn dazu veranlasste als Polizist auf Pellworm zu arbeiten. Bei seiner Polizeiarbeit wird er tatkräftig von Tamme Hansen unterstützt, der sich für einen genialen Ermittler hält. Als genau vor Tammes Haus auf dem Deich eine Leiche gefunden wird, ist Tamme nicht mehr zu bändigen. Und auch seine Frau Laura hilft bei den Ermittlungen wo sie nur kann. Diese Hilfen finden bei den herbeigerufenenen Kriminalkommissaren aus Flensburg keinen Gefallen und bringen Jan in so manche unangenehme Situation...

Mit "Wattenmeermord" haben Katja Lund und Markus Stephan einen rundum gelungenen Regionalkrimi geschrieben. Dieser Krimi macht richtig Spaß! Angefangen bei den absolut sympathischen Charakteren, die allesamt sehr authentisch sind. Jan und Laura waren früher im Kommissariat ein eingespieltes Team - und sind es auch auf Pellworn noch. Man schließt sie sofort ins Herz und erfährt nach und nach die schreckliche Wahrheit für den Wechsel nach Pellworm. Dadurch versteht man die Ängste von Jan viel besser. Mein großer Favorit ist allerdings Tamme. Hier habe ich ein ganz klares Bild einer Person vor Augen und ich kann mir vorstellen, daß der Name Tamme Hansen nicht durch Zufall gewählt wurde. Hier soll man wohl automatisch Tamme Hanken vor sich sehen! An ihm gefällt mir seine Art. Er will bei den Ermittlungen helfen und gibt für seinen Freund Jan alles. Ein Highlight sind seine plattdeutschen Dialoge. Diese geben dem Buch das besondere Etwas, machen alles noch authentischer. Und bringen Humor in die Handlung, wenn Jan nichts versteht. Geschickt spinnt das Autorenduo hier eine alte Piratensage in die Handlung ein, die sehr interessant ist und ebenso wie die wunderschöne Landschaftsbeschreibung für Regionalität sorgt. Die Handlung verfügt über einen guten Spannungsbogen, der flach beginnt und stetig steigt, bis er zum Schluss seinen Höhepunkt erreicht. Wer allerdings wilde Verfolgungsjagden und Blutvergießen sucht, wird hier nicht glücklich. Dieser Krimi lebt durch eine ruhige Spannung, die erst am Ende für etwas höheren Blutdruck sorgt.

Für mich ist dieses Buch einfach perfekt. Es verfügt über alles, was einen sehr guten Regionalkrimi ausmacht und ich hoffe wirklich sehr, daß es noch mehr Fälle für Jan, Laura und Tamme geben wird!

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