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Veröffentlicht am 17.09.2025

Auch Teil 3 überzeugt

Lorbeerglanz
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Kommissarin Marie Mercier freut sich schon darauf, ihren Verwandten aus Köln die Schönheit ihrer neuen Heimat Saint-Andre-du-Perigord zu zeigen. Großtante Leonie will für den Besuch kochen, was die regionale ...

Kommissarin Marie Mercier freut sich schon darauf, ihren Verwandten aus Köln die Schönheit ihrer neuen Heimat Saint-Andre-du-Perigord zu zeigen. Großtante Leonie will für den Besuch kochen, was die regionale Küche zu bieten hat. Doch es kommt anders als geplant. Marie wird zu einem Mordfall gerufen, der die Gegend in Aufruhr versetzt. Der Besitzer eines Nobelrestaurants wird tot am Ufer der Vezere gefunden. Er war Sammler von Artefakten aus der Steinzeit und ausgerechnet mit so einem Steindolch wurde der beliebte Sternekoch umgebracht. Marie ermittelt zunächst im Umfeld des Toten, konzentriert sich aber bald auf die Szene der Sammler alter Steinkunst. Dabei fallen ihr viele Ungereimtheiten auf und der Tote hat auf einmal gar nicht mehr so eine weiße Weste wie alle glauben.

Der dritte Perigord-Krimi von Julie Dubois trägt den Titel "Lorbeerglanz". Er ist, wie seine beiden Vorgänger, eine interessante Mischung aus Krimi und Dorfgeschichte. Das Privatleben der Ermittler verläuft diesmal auch ganz turbulent, so daß die Handlung nie langweilig wird. Die Hauptsache ist aber der zu lösende Mordfall, der sehr ungewöhnlich ist. Wer hier mitraten will, um den Mörder zu überführen, wird lange auf die falsche Fährte gelockt. Auch diesmal wieder wird die Lösung des Falls für viele zu einer Tragödie. Das macht die Krimis von Julie Dubois so besonders. Sie beschreiben das menschliche Leid hinter den Fällen, das sonst oft vergessen wird. Doch was wäre ein Krimi aus dem Perigord, ohne die köstlichen Speisen aus der Region. Man hat ihren Duft fast in der Nase. Dieser Krimi ist das pure Lesevergnügen, außer man ist hungrig!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Eine eindrucksvolle Reise durch Norwegen

Das Polarlichtcafé
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Als Jule mit ihrem Vater Andreas das Haus ihrer verstorbenen Großmutter ausräumt, findet sie in einem Versteck alte Aufzeichnungen ihres schon lange verstorbenen Großvaters über eine Norwegenreise, die ...

Als Jule mit ihrem Vater Andreas das Haus ihrer verstorbenen Großmutter ausräumt, findet sie in einem Versteck alte Aufzeichnungen ihres schon lange verstorbenen Großvaters über eine Norwegenreise, die er als junger Mann gemacht hat. Es geht daraus hervor, daß ihr Opa Rainer 1961 für einen DDR- Verlag als Reisejournalist tätig war und mit einer Sondererlaubnis ins Ausland reisen durfte. Er hat damals mit einem Postschiff die Küste Norwegens bereist. Um zu verstehen, warum ihr Großvater die Reise geheim gehalten hat, begibt sich Jule auf Spurensuche. Sie macht genau die gleiche Reise. Kurz bevor sie entmutigt nach Hause fahren will, wird sie im hohen Norden am Polarkreis auf ein kleines Café aufmerksam. Das wird von Inga und ihrer Tochter Kirsti geführt. Was sie Jule von einem jungen Deutschen erzählen, der vor langer Zeit dort war, wirft ein ganz neues Licht auf das Leben ihres Großvaters.

Christine Kabus ist eine ausgewiesene Spezialistin für Norwegenromane. Ihr neuer Roman "Das Polarlichtcafé" fügt sich daran an. Sie beschreibt darin die Landschaft Norwegens und die imposanten Gebäude der Hauptstadt mit großer Begeisterung. Da entsteht natürlich immer die Gefahr, daß diese Beschreibungen etwas zu langatmig ausufern. Diesen Eindruck hatte ich bei der Geschichte leider auch. Doch diesmal beschäftigt Christine Kabus sich auch mit dem DDR- Regime und mit den Menschen, die darunter zu leiden hatten. Ich finde es wichtig, daß die Erinnerung daran wach gehalten wird. Mit welchen Mitteln die Regierung die Menschen unter Druck gesetzt hat, wird im Roman drastisch beschrieben. Man spürt, wie hilflos sie waren und kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob man wirklich mutiger gehandelt hätte. Dieser Roman erzählt eine Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit - ist deshalb aber nicht weniger interessant.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Wieder sehr gelungen

Bodenfrost
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Polizeihauptmeister Kreuthner ist dazu verdonnert, den jährlichen Kindernachmittag der Miesbacher Polizei auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes zu leiten. Ein Thema: Schlägereien. Dazu sind zwei ...

Polizeihauptmeister Kreuthner ist dazu verdonnert, den jährlichen Kindernachmittag der Miesbacher Polizei auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes zu leiten. Ein Thema: Schlägereien. Dazu sind zwei Schaufensterpuppen als Täter ausstaffiert. Jedoch findet ein Kind ein drittes Opfer der vermeintlichen Schlägerei, ein echtes Mordopfer! Das Opfer hat auf dem Bauch eine Zeichnung, mit der einige Jahre zuvor ein Serienkiller mit Spitznamen "Der Harpunist" seine Opfer markiert hat. Kreuthner muß nun klären, ob der Harpunier zurückgekehrt ist!

"Bodenfrost" ist nun bereits der 12. Fall für Polizeihauptmeister Kreuthner. Und die Serie wird einfach nicht langweilig! Andreas Föhr nimmt seine Leserschaft auch hier wieder auf geschickte Art mit, um einen spannenden Fall zu lösen. Dabei kommt auch hier der Humor wieder nicht zu kurz. Dafür sorgt schon der Opa, den ich absolut nicht vermissen möchte! Hier kann man sich stellenweise ein Lächeln nicht verkneifen. Die Balance zwischen Spannung und Humor hat der Autor wieder hervorragend getroffen. Seine Beschreibungen sind sehr bildhaft, seine Charaktere werden ebenso lebendig wie die Landschaft. Authentisch wird alles durch die Dialoge, die gern einmal in bayerischer Mundart geschrieben - und trotzdem leicht zu verstehen sind. Es macht immer wieder neu Spaß, mit Kreuthner zu ermitteln und an seinem Privatleben teilzunehmen. Wenn man eine Charaktere über so viele Jahre begleitet, gehört sie schon fast zum Leben dazu und man hat das Gefühl, hier einem guten Bekannten zu begegnen. Ich mag diese Serie unheimlich gern und freue mich schon jetzt auf Band 13!

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Toller Start

Lügen sind Rudeltiere
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Die PR-Beraterin Romy Sternek hat einen Schicksalsschlag erlebt. Um darüber hinwegzukommen besucht sie regelmäßig heimlich fremde Beerdigungen auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Als das Mordopfer Lukas ...

Die PR-Beraterin Romy Sternek hat einen Schicksalsschlag erlebt. Um darüber hinwegzukommen besucht sie regelmäßig heimlich fremde Beerdigungen auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Als das Mordopfer Lukas Delbrück beigesetzt wird, wird Romy Zeugin eines Angriffs. Der ermittelnde Kommissar beachtet ihre Beobachtung jedoch nicht. Romy beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in tödliche Gefahr.

"Lügen sind Rudeltiere" ist der erste Frankfurtkrimi von Carla Eisfeldt. Dieser Krimi nimmt den Leser von der ersten Seite an für sich ein. Die Spannung hält hier wirklich von Beginn bis Ende. Immer wieder schickt Carla Eisfeldt neue Verdächtige ins Rennen, so daß man seine bisherigen eigenen Ermittlungen ständig neu überdenken muß. Langweilig wird es hier nie. Am Schluß ist man dann dennoch überrascht. Ihre Charaktere hat die Autorin sehr abwechslungsreich gestaltet. Romy mit ihrer Vorliebe für Beerdigungen ist schon etwas schräg. Ihr Karmakonto ist ihr sehr wichtig, was bei mir für einige Lacher sorgte. Mit Margit begegnet man hier den Inbegriff der älteren Nachbarsdame. Hilfsbereit, aber neugierig - ihr entgeht nichts. Ich denke, so eine Nachbarin kennt jeder und dadurch wirkt alles sehr viel realistischer. Die Autorin beschreibt aber nicht nur ihre Charaktere sehr bildlich, sondern auch die Handlungsorte, allen voran den Frankfurter Hauptfriedhof. Man hat fast das Gefühl, selbst dort zu sein und an den Beerdigungen teilzunehmen. Die Geschichte ist aus Sicht verschiedener Charaktere geschrieben, was mir jeden einzelnen mit seinen Ansichten nahe brachte. Ich konnte ihre Handlungs- und Denkweisen dadurch besser verstehen und nachvollziehen. Dieser Krimi hat mich total überzeugt und ich hoffe, daß es noch viele Fälle für Romy Sternek geben wird!

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Der zweite Fall für Marie Mercier

Kalte Blüten
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Im Frühling hat Marie Mercier in Saint-Andre-du-Perigord endgültig ihr zu Hause gefunden. Sie hat die Leitung des Kommissariats in Perigueux übernommen und ist mit Michel glücklich. Mit ihrer Großtante ...

Im Frühling hat Marie Mercier in Saint-Andre-du-Perigord endgültig ihr zu Hause gefunden. Sie hat die Leitung des Kommissariats in Perigueux übernommen und ist mit Michel glücklich. Mit ihrer Großtante Leonie und dem ehemaligen Knecht Georges lebt sie auf dem Hof ihrer Großmutter. Da wird bei den Vorbereitungen für den Neubau einer Ölmühle ein Skelett gefunden. Das Grundstück gehört der Familie Barthes. Die vier Töchter verstehen sich nicht gut. Der einzige Sohn verschwand vor einigen Jahren spurlos. Marie befürchtet, daß der Knochenfund etwas mit seinem verschwinden zu tun hat. Doch die Familie reagiert auf Maries Fragen sehr abweisend. Erst als sie Romain Dubosc, den Geschäftspartner der schweigsamen Familie befragt, werden ihr einige Zusammenhänge klar. Daß der ein bekannter Frauenheld und auch noch der Neffe des Bürgermeisters ist, macht die Ermittlung nicht leichter.

Die Krimiserie von Julie Dubois geht mit dem Titel "Kalte Blüten" in die zweite Runde. Das Umfeld zu dieser Geschichte ist schon so vertraut, daß man meinen könnte, man kommt in einen Ort, wo man schon seit Jahren Ferien macht. Julie Dubois gibt den Menschen in ihrer Serie eine Persönlichkeit, die sie einzigartig macht. Die meisten muß man einfach mögen, und manchmal steckt auch noch eine Überraschung hinter einer Person. Der Mordfall, um den es diesmal geht, steckt voller menschlicher Tragödien. Am Ende bleibt man ratlos zurück, weil man mit dem Mörder fast Mitleid hat. Diese Gefühlslage beschreibt Julie Dubois sehr treffend. Sie gibt der Figur der Kommissarin Marie Mercier sehr viel Menschlichkeit. Auch dieser zweite Teil hat mir sehr gut gefallen.

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