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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Humorvoll und spannend

Das Bierkomplott
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Die junge Staatsanwältin Evi Pflaum wird an ihrem ersten Arbeitstag in ihrer alten Heimat am Rande des Steigerwaldes direkt mit einem Mordfall konfrontiert. An der Leiche werden Malzspuren gefunden, die ...

Die junge Staatsanwältin Evi Pflaum wird an ihrem ersten Arbeitstag in ihrer alten Heimat am Rande des Steigerwaldes direkt mit einem Mordfall konfrontiert. An der Leiche werden Malzspuren gefunden, die direkt in die ortsansässigen Brauereien und Mälzereien führen. Evi legt sich nicht nur mit ihrem neuen Chef an und betrinkt sich mit ihrer besten Freundin, nein, sie verliebt sich auch noch in die grünen Augen des Gerichtsmediziners Dr. Niklas Rosenbeet. Jedoch wird sie ganz schnell mit der nächsten Leiche konfrontiert!

Carina Heer hat mit "Das Bierkomplott" einen gleichzeitig humorvollen und spannenden Krimi geschrieben. Evi Pflaum ist Staatsanwältin mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Man muß sie einfach sofort ins Leserherz schließen. Sie erzählt hier frisch und frei von ihrem Leben, man erfährt viel aus ihrem Beruf mit all den juristischen Feinheiten und wird mitgenommen in die fränkischen Traditionen. Hier wird das Dorfleben lebendig und man findet sich wieder auf Dorf- und Schlachtfesten und sitzt mit der Familie gemeinsam am Tisch vor traditionellen Gerichten. Carina Heer beschreibt dies alles auf leichte und lockere Art, vermittelt die Dorfatmosphäre so, daß man sich heimisch fühlt und auch mal darüber lachen kann. Wer einen urigen, humorvollen und trotzdem spannenden Regionalkrimi sucht, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Alptraum Stau

Der Stau
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Die Kommissarin Belinda Kidd steht kurz vor ihrem Ruhestand, als sie auf dem Weg vom Londoner Flughafen in einen Stau gerät, der durch eine Explosion in einem Tunnel ausgelöst wurde. Belinda entdeckt in ...

Die Kommissarin Belinda Kidd steht kurz vor ihrem Ruhestand, als sie auf dem Weg vom Londoner Flughafen in einen Stau gerät, der durch eine Explosion in einem Tunnel ausgelöst wurde. Belinda entdeckt in einem nahe stehenden Auto eine Leiche. Der Mann wurde mit einer Fahrradspeiche erstochen. Belinda ist klar, daß sich der Mörder zwischen den anderen Autofahrern befinden muß. Jeder ist in Gefahr, denn an eine Weiterfahrt ist in den nächsten Stunden nicht zu denken.

Jo Furniss hat mit "Der Stau - Es gibt kein Entkommen" einen herrlich frischen Thriller geschrieben. Sein Schreibstil ist modern und locker, man liest hier mit Begeisterung. In den recht kurzen Kapiteln wird überwiegend aus Sicht von Belinda erzählt, jedoch kommen auch die anderen Autofahrer zu Wort. So erfährt man ihre Emotionen hautnah und erhält Einblick in ihre Sichtweise und Befürchtungen. Stück für Stück erfährt man Details, von denen man nicht weiß, was wichtig ist und was nicht. Hier wird man nicht nur mit dem Mord konfrontiert, sondern auch mit den ganz normalen Problemen im Stau - man bekommt Durst und muß sich das Wasser organisieren, hat aber die aus dem Trinken resultierenden Probleme.... Dies machte das Geschehen im Stau sehr realistisch. Die Ermittlungen Belindas gestalten sich als schwierig, denn aufgrund der Explosion im Tunnel hat sie keinerlei Unterstützung, sondern nur telefonischen Kontakt zu ihren Kollegen. Dies erhöht die Spannung noch ungemein. Mit "Der Stau" erhält man einen sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Thriller. Mich hat er sofort in seinen Bann gezogen!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Sehr gute Fortsetzung

Toskanische Intrigen
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In der Nähe von Volterra soll ein junges Ensemble "Romeo und Julia" aufführen. Dann der große Schock: Der Hauptdarsteller Daria bricht vor der Premiere tot zusammen. Kommissar Scotti steht vor einem Rätsel, ...

In der Nähe von Volterra soll ein junges Ensemble "Romeo und Julia" aufführen. Dann der große Schock: Der Hauptdarsteller Daria bricht vor der Premiere tot zusammen. Kommissar Scotti steht vor einem Rätsel, denn in dem Flakon, aus dem Daria zuvor getrunken hat, befinden sich Reste von Zyankali und auch in Darias Körper wird das Gift nachgewiesen. Es soll nicht bei diesem einen Mord bleiben - selbst Scotti schwebt in großer Gefahr!

Toskanische Intrigen" ist der zweite Fall für Kommissar Scotti. Beide Bände der Serie können jedoch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Antonello Rossi schafft es so zu schreiben, daß man nie das Gefühl hat, etwas Wichtiges nicht zu wissen. Geschickt läßt er vergangenes einfließen, ohne jedoch den ersten Band zu wiederholen. Dies läßt bei Kennern der Serie wiederum keine Langeweile aufkommen. Kommissar Scotti hat hier nichts von seiner liebenswürdigen Art eingebüßt. Er zeigt auch hier wieder, daß man auch ohne Hektik ans Ziel kommt und ist gutem Essen und Wein nicht abgeneigt. Trotzdem macht er seinen Job erfolgreich und verbeißt sich förmlich in den Ermittlungen. Der Autor beschreibt Region und Bewohner sehr bildlich und man hat das Gefühl, Teil des ganzen Gefüges zu werden. Mir gefallen Krimiserien mit regionalem Bezug immer sehr, so auch diese Serie von Antonello Rossi!

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein guter Serieneinstieg

Trüffelgold
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Marie Mercier ist Kommissarin bei der Pariser Polizei. Nach dem Tod ihrer Großmutter hat sie deren Haus in dem kleinen Ort Saint-Andre-du-Perigord geerbt. Dort hat sie in ihrer Kindheit herrliche Ferien ...

Marie Mercier ist Kommissarin bei der Pariser Polizei. Nach dem Tod ihrer Großmutter hat sie deren Haus in dem kleinen Ort Saint-Andre-du-Perigord geerbt. Dort hat sie in ihrer Kindheit herrliche Ferien verbracht. Sie nimmt sich daraufhin für ein Jahr eine Auszeit, um das alte Haus zu renovieren. Marie wird dort herzlich von ihrer Großtante Leonie aufgenommen, die gleich nebenan wohnt. Tante Leonie ist eine großartige Köchin und Marie lernt von ihr die Feinheiten der regionalen Küche. Doch die Ruhe dauert nicht lange an, denn es wird ein Fremder tot aufgefunden. Er war der Liebhaber von Maries Freundin Helene. Kommissar Michel Leblanc übernimmt die Ermittlungen und hat schnell einen Schuldigen gefunden. Marie ist allerdings ganz anderer Meinung und ermittelt ohne Befugnis. Das bringt sie in Gefahr!

Ich mag Krimis aus Ferienregionen im Süden Europas. Wenn sie gut erzählt werden, lernt man Orte kennen, die man zwar noch nie bereist hat, die aber doch schnell vertraut werden. So ist das auch in dieser Krimiserie aus dem Perigord von Julie Dubois. Gleich im ersten Teil "Trüffelgold" fühlt man sich wie zu Hause. Die Handlung dreht sich nicht nur um einen Mordfall, der sehr spannend erzählt wird, sondern auch um die Menschen in dem kleinen Ort. Jede Person wird mit ihren kleinen Eigenarten sehr realistisch beschrieben, bis man glaubt, sie schon lange zu kennen. Und immer hat man dabei diese wunderschöne Landschaft vor Augen. Doch auch diese Idylle gibt eine tolle Kulisse für einen spannenden Krimi ab. Julie Dubois beherrscht diese Balance ganz ausgezeichnet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Eine Garantin für gute Bücher

Der Sommer am Ende der Welt
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Hannas Mutter hat in den 1960er Jahren als Verschickungskind auf der Insel Borkum furchtbares erleiden müssen. Da Hanna eine erfolgreiche Journalistin ist, beschließt sie, mit ihrer Tochter Katie dorthin ...

Hannas Mutter hat in den 1960er Jahren als Verschickungskind auf der Insel Borkum furchtbares erleiden müssen. Da Hanna eine erfolgreiche Journalistin ist, beschließt sie, mit ihrer Tochter Katie dorthin zu fahren, um den Ort des Schreckens aufzusuchen. Sie will darüber einen Artikel schreiben, der den vielen gequälten Kindern eine Stimme geben soll. Das ehemalige Kinderkurheim ist heute ein Luxushotel und Hanna mietet sich dort ein. Schon auf der Überfahrt lernt sie den Inselarzt Ole kennen und verliebt sich in ihn. Ole will Hanna bei ihren Recherchen helfen, doch als Hanna ein altes Tagebuch einer Betreuerin des Kinderheims vor ihrer Tür findet, stellt sich heraus, daß Oles Familie in die Vorfälle tief verstrickt ist. Dadurch gerät Hanna in einen Gewissenskonflikt. Doch dann kommen alte Verbrechen ans Licht und für Hanna gibt es kein Zurück mehr.

Eva Völlers Roman "Der Sommer am Ende der Welt" beschreibt das Thema "Verschickungskinder" auf eine ganz spezielle Art und Weise. Die Geschichte, die das Schicksal dieser Kinder erzählt, ist schon verstörend, aber was Eva Völler sich noch dazu ausgedacht hat, ist geradezu unheimlich. Zusammen ergibt dies einen sehr spannenden und gut durchdachten Roman mit Gänsehautfaktor. Beim Lesen muß man sich immer wieder fragen: "Wozu sind Menschen eigentlich noch fähig?". Das Schlimmste aber ist, daß solche Menschen unbehelligt weiterleben konnten. Eva Völler findet in ihrem Roman immer die richtigen Worte. Sie beschreibt die Szenen unaufgeregt und realistisch. Dabei kommt auch die Scham der Nachkommen zur Sprache. Das Buch ist eine Mischung aus Vergangenheitsbewältigung, Krimi und einer Liebesgeschichte. Also für jeden etwas!

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