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Veröffentlicht am 02.09.2025

Tolle Einflechtung historisch belegter Personen

Die Burg der Könige
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1524. Die Königsburg Trifels verfällt zusehends. Die Tochter des Burgvogten Philip von Erfenstein, Agnes, wächst in totaler Freiheit und ohne mütterliche Erziehung auf. Ihre Weggefährten sind Mathis, der ...

1524. Die Königsburg Trifels verfällt zusehends. Die Tochter des Burgvogten Philip von Erfenstein, Agnes, wächst in totaler Freiheit und ohne mütterliche Erziehung auf. Ihre Weggefährten sind Mathis, der Sohn des Schmieds, Tristan, ein Mönch sowie ihr Falke Parcival.
Der Kurfürst verlangt trotz der Armut der Bauern seine Abgabe, die er jedes Jahr erhöht. Burgvogt Philipp kämpft zusammen mit Graf Friedrich von Löwenstein - Scharfeneck sowie Mathis als Geschützmeister gegen Raubritter Hans von Wortingen, da dieser Wegezölle kassiert, raubt und mordet. Doch bei diesem Zug gegen den Raubritter stirbt Philipp plötzlich. Agnes muß ihm zuvor noch versprechen, Friedrich gegen ihren Willen zu heiraten. Da sie immer wieder Träume hat, in denen sie auf der Flucht ist, beschließt sie, ins Kloster Eußertal zu reisen, um etwas über sich selbst heraus zu finden.
Im Kloster Eußertal trifft sie auf Mathis, der mit einer Gruppe Bauern gegen die Herrschaft der oberen Herren ankämpft. Sie reisen zusammen nach St. Goar, um endlich mehr über Agnes Vergangenheit zu erfahren. Eine abenteuerliche Reise beginnt...

"Die Burg der Könige" ist ein toller historischer Roman, der dazu noch wunderschön aufgemacht ist. Schon das Cover ist ein Hingucker. Dann schlägt man das Buch auf und findet eine wunderschön gestaltete Karte und ein sehr hilfreiches Personenregister vor. Am Ende des Buches dann als Highlight noch die Chronik des Bauernkrieges. Weiterhin zu erwähnen ist die schöne rotgehaltene Verzierung der Seitenzahlen.
Liest man den Roman, hat man eine sehr spannende Geschichte mit historischem Hintergrund, in der auch Personen ihren Platz finden, die tatsächlich gelebt haben. Toll recherchiert!
Die Charaktere sind sehr greifbar beschrieben, man lernt die unterschiedlichen Eigenschaften schätzen und lieben. Man meint, man wäre mitten unter ihnen. In diesem Buch ist alles vereint: Krieg, Liebe, Abenteuer und tolle Rittergeschichten, Phantasie verwoben mit wahren, historisch belegten, Begebenheiten.
Trotz des gewaltigen Umfanges des Buches wird es an keiner Stelle langatmig, im Gegenteil. Es ist so spannend, daß man die vielen Seiten nur so durchfliegt.
Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Toller Segelbericht

Digger Hamburg
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Stephan Boden, erfolgreicher Filmer in der Werbebranche, der u. a. den Kosmetikspot mit Jogi Löw gefilmt hat, merkt, daß er körperlich und seelisch am Ende ist. Selbst sein großes Hobby Segeln macht ihm ...

Stephan Boden, erfolgreicher Filmer in der Werbebranche, der u. a. den Kosmetikspot mit Jogi Löw gefilmt hat, merkt, daß er körperlich und seelisch am Ende ist. Selbst sein großes Hobby Segeln macht ihm keinen Spaß mehr. Sein Burnout geht soweit, daß er sich sogar von seiner Beziehung lossagt, das Segeln aufgibt und bei einem Freund einzieht. Doch eines Tages geht es ihm besser, er kauft sich ein knapp 6 m langes Segelboot und segelt zusammen mit seiner Freundin Kathleen und Hund Polly 3 Monate über die Ostsee.
In seinem Buch "Digger Hamburg" berichtet er nun von all den Gefahren und Unbillen, denen sie zusammen getrotzt haben. Er läßt nichts aus, weder die zeitweise Hochnäsigkeit der Großsegelbootbesitzer, noch die Komplikationen denen sie ausgesetzt sind. Sie entspannen auf ihrem Törn so sehr, daß die Ankunft in Hamburg, dem Ende der Reise, fast zum Kulturschock für sie wird.
Das Buch ist wahnsinnig toll. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker und durch sein anderes "Anfassgefühl" etwas besonderes. Angereichert ist der Text, der in authentischer Schreibmaschinenschrift gehalten ist, durch Blog- und Facebookeinträge. Dazu kommen wundervolle Fotos. Stephan Boden hat einen wundervollen Schreibstil, bei dem seine Gefühle gut zur Geltung kommen. Manchmal bedient er sich der deftigen Seglersprache, andere Textstellen sind einfach zum Lachen, so humorvoll schreibt er.
Ein Buch, daß trotz einfließender Segelausdrücke auch für Nicht-Segler gut verständlich und lesbar ist!
Hier stimmt einfach alles - halt ein Buch aus dem Delius Klasing Verlag - da liegt man immer richtig.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Ruhig aber dennoch spannend

Das Haus am Strand
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Die Tennager Sophie und Matilda verbringen die Sommerferien des Jahres 1997 mit ihren Familien an der Küste von Dorset. Es sollen traumhafte Ferien werden, doch dann kommt Matilda tragisch ums Leben. 20 ...

Die Tennager Sophie und Matilda verbringen die Sommerferien des Jahres 1997 mit ihren Familien an der Küste von Dorset. Es sollen traumhafte Ferien werden, doch dann kommt Matilda tragisch ums Leben. 20 Jahre später kehrt Sophie nach Dorset zurück. Sie will das Strandhaus ihrer Eltern verkaufen. Matildas Tod hat sie nie losgelassen und sie sucht in der eingeschworenen Strand-Community nach der Wahrheit, was damals wirklich geschah.

"Das Haus am Strand" von Leah Pitt hat mich bestens unterhalten. Die Autorin erzählt die Geschichte von Sophie auf zwei Zeitebenen. Zum einen erlebt man die Sommerferien des Jahres 1997, zum anderen die Gegenwart, in der sie mehr über den Tod Matildas erfahren möchte. Dabei bekommt man ein perfektes Gespür für die Geschehnisse und die Charaktere. Gerade Sophie hat eine Menge aufzuarbeiten und es macht Spaß, sie dabei zu begleiten und ihre Entwicklung vom Teenager zur erwachsenen Frau zu verfolgen. Die Autorin schafft es, hier ebenso durch die Beschreibungen der Küstenlandschaft eine tolle Kulisse zu schaffen und man spürt die Atmosphäre hautnah. Die Anzahl der Verdächtigen ist überschaubar, trotzdem ist es spannend mitzurätseln. Auch wenn dieserThriller eher ruhig daherkommt, mangelt es nicht an Spannung und man wird an die Handlung gefesselt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Streckenweise langatmig

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, ...

Julia wird kurz vor ihrer Hochzeit von ihrer besten Freundin Nicki zu einer Wanderung auf dem Kungsleden-Wanderweg in Schweden eingeladen. Dort geschieht das Unvorstellbare: Nicki verschwindet spurlos, Julia bleibt allein in der Natur zurück und ist den Unbillen der Natur ausgesetzt. Sie macht sich auf die Suche nach Nicki, gerät dabei in schlimmste Gefahren.

"Der Weg - Jeder Schritt könnte dein letzter sein" von Rebecca Russ verspricht vom Klappentext her viel hohe Spannung, erfüllt dies jedoch nicht. Die Handlung hat ein paar Höhepunkte, plätschert jedoch überwiegend vor sich hin. Dazu kommen absolut unglaubwürdige Szenen und mit Julia eine Charaktere, der ich einfach nicht nahe kam. Ihre Handlungsweisen waren für mich streckenweise nicht nachvollziehbar. Bei Nicki habe ich mich gefragt, ob ein Gespräch unter vier Augen nicht auch gereicht hätte, stattdessen schleppt sie Julia in die Wildnis, zu einer Zeit, zu der sie jeder vor der Wanderung gewarnt hat. Mir waren es in dieser Story einfach ein paar Ungereimtheiten zu viel. Spannend jedoch waren die kursiv gehaltenen Abschnitte aus der Vergangenheit, bei denen spät klar wird, zu wem sie gehören. Hier kommt wirklich etwas Spannung auf und man hat mit der Charaktere Mitleid. Die Idee zur Handlung war jedoch sehr gut. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen und war leicht lesbar. Insgesamt ist "Der Weg" ein Buch, das zwar unterhält, von dem man jedoch nicht allzu viel Spannung erwarten sollte.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Wundervoll

Das Geschenk des Meeres
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Schottland, Winter 1900. An der Küste des Fischerdorfes Skerry wird ein Junge angespült. Das unheimliche an ihm ist, daß er dem Sohn von Dorothy, der Jahre zuvor im Meer verschwand, gleicht. Dorothy nimmt ...

Schottland, Winter 1900. An der Küste des Fischerdorfes Skerry wird ein Junge angespült. Das unheimliche an ihm ist, daß er dem Sohn von Dorothy, der Jahre zuvor im Meer verschwand, gleicht. Dorothy nimmt ihn bei sich auf, doch die Dorfgemeinschaft ist beunruhigt. Was geschah wirklich mit Dorothys Sohn? Und welche Rolle spielte Joseph, der in Dorothy verliebt war, jedoch nie mit ihr zusammen kam?

Julia R. Kelly hat mit "Das Geschenk des Meeres" ein absolut überzeugendes Debüt abgeliefert! Sie erzählt in zwei verschiedenen Zeitsträngen eine Geschichte, die fesselt und atmosphärischdicht ist. Schon allein der Handlungsort sorgt für den nötigen Rahmen, um hieraus etwas ganz besonderes zu machen. Die Autorin schafft es gekonnt, dem Leser die Rauhheit der Küste nahe zu bringen. Die Bewohner sind ein Abbild dieser Landschaft. Sie haben schon alles erlebt, von Glück über Unglück, Zusammenhalt und Verrat - und dies hat sie gezeichnet. Dadurch wirken sie lebendig und ehrlich, denn sie leben gerade heraus. Die Autorin setzt diese Geschichte Stück für Stück zu einem komplexen Ganzen zusammen, das Geheimnis wird jedoch sehr lange bewahrt. So kann man hier sehr gut mitraten. Dieser Roman ist durchaus spannend, auch wenn er eher ruhig daherkommt. Gerade dies macht dieses Buch zu einem ganz besonderen Buch!

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