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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2020

Ein Buch zum träumen

Die Tote in der Sommerfrische
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Im Sommer 1912 trifft sich die vornehme Gesellschaft zur Sommerfrische auf Norderney. Das Seebad ist in dieser Zeit schwer angesagt. Die alleinreisende Viktoria Berg sorgt da für einiges Stirnrunzeln. ...

Im Sommer 1912 trifft sich die vornehme Gesellschaft zur Sommerfrische auf Norderney. Das Seebad ist in dieser Zeit schwer angesagt. Die alleinreisende Viktoria Berg sorgt da für einiges Stirnrunzeln. Als Viktoria mit dem Journalisten Christian Hinrichs am Strand die Leiche einer jungen Frau findet, ist sie fest davon überzeugt, daß hier ein Verbrechen geschehen ist. Sie kennt das Mädchen schon aus ihren Kindertagen und kann nicht glauben, daß ihre Freundin Selbstmord begangen hat. Zusammen mit Christian stellt sie Nachforschungen an und gerät dabei in die obersten Kreise. Sie merken schnell, daß auch hier nicht immer alles Gold ist, was glänzt.

Die Geschichte "Die Tote in der Sommerfrische" von Elsa Dix führt den Leser in das Jahr 1912. Eine Zeit, die vor starren Moralvorstellungen und Männerherrschaft nur so strotzt. Manche Aussagen über die Frauen sorgen beim Lesen für Kopfschütteln. Trotzdem wird über dieses Thema oft mit einem kleinen Augenzwinkern berichtet. Das nimmt der Sache die Schärfe und sorgt für Wohlfühlcharakter. Der Standesdünkel der "besseren Gesellschaft" nimmt oft schon kuriose Formen an und so machen sie sich oft das Leben gegenseitig schwer. Fast könnte man schon Mitleid haben. Man lernt hier aber, daß es auch damals schon Freigeister gab, die sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden wollten. Ohne diese Leute hätte sich wohl bis heute nichts geändert. Das Buch paßt wunderbar in die kommende Sommerzeit. Beim Lesen fühlt man sich direkt in den Urlaub auf Norderney versetzt. So wunderschön ist hier alles beschrieben!

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Gute Unterhaltung

Osterglockenträume
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Nella und Karen sind Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nella ist das schwarze Schaf der Familie, verliebt sich ständig in den falschen Mann und auch beruflich läuft es nicht gerade ...

Nella und Karen sind Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nella ist das schwarze Schaf der Familie, verliebt sich ständig in den falschen Mann und auch beruflich läuft es nicht gerade gut. Karen führt eine Musterehe, hat zwei Kinder und lebt in einer Villa im vornehmen Blankenese. Beide leben in ständigem Clinch miteinander. Als Opa Otto die komplette Familie zu Ostern zu sich nach Friedrichskoog beordert, ist Nella überhaupt nicht begeistert. Doch sie trifft dort auf ihren Jugendfreund Hauke, der ihr Gefühlsleben ordentlich durcheinander wirbelt. Als Opa Otto auch noch ein Familiengeheimnis lüftet, gerät das Leben der ganzen Familie aus den Fugen.

Clara Jensen entführt in ihrem Buch "Osterglockenträume" in eine wunderschöne romantische Welt. Das Buch ist genau richtig, um den Alltag zu vergessen. Man erlebt Friedrichskoog zu Ostern, erlebt den Brauch des Osterfeuers und geht am Strand spazieren. Clara Jensen beschreibt dies alles so bildhaft, daß man wirklich mit dabei ist. Ihre Charaktere sind durchweg liebenswert und verfügen alle über ein paar chaotische Eigenheiten. Nella als schwarzes Schaf der Familie ist einfach toll. Sie tritt wirklich in jedes Fettnäpfchen und ist dadurch einfach liebenswert. Nichte Katharina schleicht sich mit ihrer Tierliebe ohnehin in jedes Herz. Opa Otto ist ein Unikat, er belebt die Geschichte ungemein. Die Handlung ist jedoch nicht nur romantisch. Die Vorzeigegeehe von Karen ist von Problemen überschattet, für deren Lösung es Nella bedarf. Und das Familiengeheimnis zeigt auf, daß manche Dinge egal sind - solange man zusammenhält.

Dieses Buch bietet sehr viel. Von Humor über Problematik ist alles dabei. Ich kann es sehr empfehlen!

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Spannender Krimi mit Gruselfaktor

Eisiger Nebel
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Im Husumer Hafenbecken wird eine entstellte Leiche aufgefunden. Theo Krumme und seine junge Kollegin Pat nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt sie zu einem abgelegenen Dorf auf Eiderstedt. Die Bewohner ...

Im Husumer Hafenbecken wird eine entstellte Leiche aufgefunden. Theo Krumme und seine junge Kollegin Pat nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt sie zu einem abgelegenen Dorf auf Eiderstedt. Die Bewohner bewahren offenbar ein Geheimnis und halten fest zusammen. Doch dies ist nicht die einzige Sorge, die Krumme plagt. Seine Exfrau kommt zu Besuch und der Hund einer Freundin ist verschwunden. Dieser sieht einem Wolf sehr ähnlich und läuft Gefahr, für den zur Zeit herumstreifenden, zum Abschuß freigegebenen Wolf gehalten zu werden...

"Eisiger Nebel" ist ein neuer Fall für Krumme und Pat. Wie gewohnt verflechtet Hendrik Berg hier einen spannenden Kriminalfall und eine alte, mysteriöse Sage zu einer Handlung, die Gänsehaut bereitet. Hier spielt er förmlich mit dem Leser. Er siedelt die alte Legende von einem mysteriösen Geschehen rund um Wölfe in der rauhen norddeutschen Landschaft an, die Nebel und Kälte fest in der Hand haben. Man weiß fast nicht, was spannender ist. Der Krimi oder die Mystik? Mir hat beides gleich gut gefallen und ich habe das Buch verschlungen. Hendrik Berg schreibt einfach wunderbar. Auf leichte Art vermittelt er ein Gefühl für Land und Leute. Man steht selbst mitten im Nebel auf einer einsamen Weide und fühlt sich beobachtet. Auch die Charaktere bekommen hier ein Gesicht. Der Serienkenner trifft hier auf alte Bekannte, die sich in der Geschichte entwickeln. Trotzdem kann dieses Buch auch einzeln gelesen werden. Das wichtigste Hintergrundwissen wird hier perfekt vermittelt.

Hendrik Berg fesselt - und bekommt eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.04.2020

Das ostfriesische Dreamteam

Krabbenkuss mit Schuss
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Rosa will mit ihrer Schulklasse einen Ausflug zur nahe gelegenen Alpaka-Farm machen. Als sie mit der Farmbesitzerin vor Ort die Formalitäten klärt, finden sie deren Ehemann tot am Fuße der Treppe. Schnell ...

Rosa will mit ihrer Schulklasse einen Ausflug zur nahe gelegenen Alpaka-Farm machen. Als sie mit der Farmbesitzerin vor Ort die Formalitäten klärt, finden sie deren Ehemann tot am Fuße der Treppe. Schnell gerät die Farmerin unter Verdacht. Doch Rosa hat Zweifel an ihrer Schuld. Als dann auch noch die goldene Teekanne einer Traditions-Teefirma gestohlen wird, haben Rosa, Henner und Rudi wieder alle Hände voll zu tun....

"Krabbenkuss mit Schuss" ist nun bereits der 7. Band der Reihe rund um das Trio Rosa, Henner und Rudi. Ebenso wie seine Vorgänger ist dieser Ostfriesenkrimi absolut lesenswert. Das Autorenduo Christiane Franke und Cornelia Kuhnert übertrifft sich mit jedem Band selbst. Die Charaktere sind mir mittlerweile so ans Herz gewachsen, daß sie zu einem Lesejahr einfach dazugehören. Jeder ist sympathisch und mit seinen ganz persönlichen Eigenarten ausgestattet. Sie entwickeln sich mit jedem Buch weiter. Dies merkt man hier an Rudis Kollegen Schnepel ganz deutlich und das sorgt hier wirklich für eine Überraschung. Diese Serie besticht durch ihre Spannung, die nie actiongeladen, sondern eher gemütlich gestaltet ist und dem ausgewogenen Humor. Hier kommt einfach die ostfriesische Mentalität zur Geltung. Ebenso schön wird hier die Landschaft und Carolinensiel dargestellt. Man fühlt sich an diesen Ort versetzt, sitzt bei Familie Steffens fast mit am Tisch und genießt die Kochkünste von Muddern Steffens. Die Rezepte dazu findet man übrigens wie gewohnt am Ende des Buches und es lohnt immer, diese nachzukochen.

Auch diesen Krimi der Serie kann ich nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Liebeserklärung an eine Buchhandlung

Meine Inselbuchhandlung
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Petra Dittrich beschreibt in ihrem Buch "Meine Inselbuchhandlung" ihren Lebensweg vom Teenager auf Rügen zur selbständigen Buchhändlerin auf ihrer Insel. Man erlebt ihre Kindheit und Jugend hautnah mit ...

Petra Dittrich beschreibt in ihrem Buch "Meine Inselbuchhandlung" ihren Lebensweg vom Teenager auf Rügen zur selbständigen Buchhändlerin auf ihrer Insel. Man erlebt ihre Kindheit und Jugend hautnah mit und erlebt ihre Zwischenstationen als Erwachsene in Hamburg und Berlin irgendwie fassungslos. Bei all ihrer Begeisterung für diese Städte habe ich mich immer gefragt, wann es endlich zurück nach Rügen geht. Zum Glück im Buch recht schnell. Petra Dittrich schreibt sehr zwanglos und man merkt ihr ihre Liebe zu ihrer Buchhandlung und ihrer Insel deutlich an. Sie schwelgt in Erinnerungen und Anekdoten, bringt den Leser mit lustigen Begebenheiten bei Lesungen zum lachen und zieht ihn mit ihrer Begeisterung in den Bann. An manchen Stellen wirkt das Buch zwar wie reine Werbung für diese "besondere Buchhandlung", denn dies wird leider etwas zu oft wiederholt. Das Kapitel "Autorinnen und Autoren loben mich" hätte es jetzt auch nicht gebraucht, das hat etwas gestört. Aber egal, kleine Buchhandlungen haben es heute nicht leicht - da muß alles genutzt werden, um auf sich aufmerksam zu machen. Schöne Bereicherung sind hier die Kapitel über Petras Lieblingsbücher und ihre Lieblingsplätze auf Rügen.

Dieses Buch sollte jeder Rügenurlauber kennen - und die Buchhandlung sollte auf jedem Ausflugstipflyer zu finden sein.

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