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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2017

Strandkorbspaß

Meer Liebe auf Sylt
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Henrietta, eine Karrierefrau durch und durch, und Ulla, knallharte Veganerin und Esoterikerin, machen sich auf nach Sylt zum Geburtstag ihrer Enkelin Emma. Doch am nächsten Morgen ist Alexandra, Emmas ...

Henrietta, eine Karrierefrau durch und durch, und Ulla, knallharte Veganerin und Esoterikerin, machen sich auf nach Sylt zum Geburtstag ihrer Enkelin Emma. Doch am nächsten Morgen ist Alexandra, Emmas Mutter, verschwunden. Sie reist nach Amerika, denn sie hat den Verdacht, daß ihr Mann sie betrügt. Nun sind Henrietta und Ulla gefordert, von einem Moment auf den anderen auf Emma aufzupassen. Und das ist mit den unterschiedlichen Lebenseinstellungen gar nicht so einfach...

"Meer Liebe auf Sylt" ist ein wirklich sehr witziges Buch. Man kann gar nicht anders, als über die beiden Frauen herzhaft zu lachen. Besonders Ulla sorgt für einen Lacher nach dem anderen. Sie hat eine Lebenseinstellung, bei der man sich fragt, wie sie überhaupt überleben kann. Die daraus resultierenden Situationen sind einfach nur urkomisch. Ebenso erfrischend wie die Charaktere ist der lockere Schreibstil der Autorin. Er paßt sehr gut zu diesem leichten Buch. Auch die Entwicklung von Henrietta und Ulla und ihr Zusammenfinden ist sehr gelungen. Nur leider blieb dann dabei doch etwas der Humor auf der Strecke und das Liebesleben, vor allem Henriettas, nahm überhand. Das hat dann doch etwas gestört und paßte für mich nicht wirklich zum Buch. Schön fand ich allerdings die Beschreibung Sylts. Die Landschaft und vor allem das Gehabe der Schickimicki-Leute dort.

Veröffentlicht am 08.05.2017

Perfekte Spannung

Das letzte Bild der Sara de Vos
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Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung wird das seit Generationen im Besitz der Familie de Groot befindliche Gemälde "Am Saum des Waldes" gestohlen. Es wird gegen eine perfekte Kopie ausgetauscht. Ein ...

Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung wird das seit Generationen im Besitz der Familie de Groot befindliche Gemälde "Am Saum des Waldes" gestohlen. Es wird gegen eine perfekte Kopie ausgetauscht. Ein Detektiv wird beauftragt, das letzte Gemälde der Malerin Sara de Vos zu finden. Bei seiner Suche nach dem Bild entdeckt der Detektiv die Kunststudentin Ellie Shipley, die für den Kunsthändler Gabriel Gemälde restauriert - und auch das gesuchte Bild gefälscht hat.

Dieser Roman ist beeindruckend. Es wird eine spannende Handlung mit Kunstwissen vermischt, bleibt trotzdem verständlich und unterhaltsam. Durch den besonders bildhaften Schreibstil wird das Geschehen lebendig. Besonders hervorheben möchte ich hier einmal das unheimliche Fachwissen, welches in diesem Buch nebenbei vermittelt wird. Man lernt die Kunst näher kennen und das ohne erhobenen Zeigefinger, sondern einfach so während des Lesens. Auch die unterschiedlichen Epochen in denen das Buch spielt, sind einfach toll dargestellt. Man wechselt immer wieder und hat jedesmal einen Abschluß, der einen zum weiterlesen zwingt. Das ist in diesem Buch wirklich perfekt gelungen.

Veröffentlicht am 04.05.2017

Gewöhnungsbedürftig

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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Das Leben der Freundinnen Stephanie und Emily ist so unterschiedlich wie es nur geht. Emily, PR-Chefin eines Modedesigners, verheiratet, viele Freunde. Stephanie, Witwe, einsam. Die einzige Gemeinsamkeit ...

Das Leben der Freundinnen Stephanie und Emily ist so unterschiedlich wie es nur geht. Emily, PR-Chefin eines Modedesigners, verheiratet, viele Freunde. Stephanie, Witwe, einsam. Die einzige Gemeinsamkeit die sie haben sind ihre Söhne im gleichen Alter. Als Stephanie eines Tages die Söhne von der Schule abgeholt hat, holt Emily ihren Sohn nicht bei Stephanie ab. Sie ist spurlos verschwunden. Und bleibt dies auch, bis eine Wasserleiche gefunden wurde, die laut DNA Emily ist. Stephanie übernimmt Emilys Platz in ihrer Familie...

Das Buch beginnt in Blogform, woran ich mich erst gewöhnen mußte. Doch ganz schnell geht es sehr spannend weiter. Die Lügengeschichten, die sich immer mehr verdichten, schaffen es, daß der Leser nie sicher sein kann, wo hier die Wahrheit und wo die Lüge liegt. Das macht den Reiz dieses Buches aus, hat allerdings zur Folge, daß man zu keinem Charakter wirklich vertrauen fassen kann. Somit bleibt stets eine gewisse Distanz zu den Charakteren, aber auch die Spannung bleibt erhalten. Ich denke, dies Buch wird sehr zwiespältig gesehen. Man wird es total mögen oder ablehnen. Ein Mittelweg wird schwierig.

Veröffentlicht am 04.05.2017

Wunderschön

Das Brombeerzimmer
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Nina, die völlig unerwartet Witwe wird, verzweifelt. Sie beginnt Marmelade einzukochen. In gewaltigen Mengen, die Gläser stapeln sich. Als sie im Arbeitszimmer ihres Mannes einen Brief von dessen Großtante ...

Nina, die völlig unerwartet Witwe wird, verzweifelt. Sie beginnt Marmelade einzukochen. In gewaltigen Mengen, die Gläser stapeln sich. Als sie im Arbeitszimmer ihres Mannes einen Brief von dessen Großtante findet, wird sich ihr Leben verändern. In diesem Brief bat Julian seine Großtante um ein Rezept für Brombeermarmelade, um es Nina zu schenken. Doch sein Tod kam zu plötzlich. Nora kontaktiert die Großtante und fährt zu ihr in die Boddenlandschaft Polens. Dort lernt sie neue Menschen kennen und überwindet ihre Trauer.

Was als wirklich traurige Geschichte beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte über neu entdeckten Lebensmut. Die Autorin schafft es durch ihren Stil genau diese Stimmung perfekt einzufangen. An manchen Stellen ist die Geschichte ein wenig überladen und turbulent, so daß man nicht den roten Faden verlieren darf. Der Leser erfährt hier auch Dinge aus der Vergangenheit der Familie und diese Geschichten sind schon erstaunlich. Durch diese verschiedenen Szenen wird das Buch aber auch niemals langweilig.

Als Schmankerl beinhaltet das Buch noch wundervolle Brombeerrezepte, die sich wirklich zum nachkochen lohnen!

Veröffentlicht am 04.05.2017

Top

Die unbekannte Schwester
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Carlotta Fiore hat es geschafft. Sie hat einen Job bei der Polizei bekommen. Doch dort wird sie nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Ihre Kolleginnen machen es ihr sehr schwer. Sie spielen bei ...

Carlotta Fiore hat es geschafft. Sie hat einen Job bei der Polizei bekommen. Doch dort wird sie nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Ihre Kolleginnen machen es ihr sehr schwer. Sie spielen bei der Begrüßung eine Aufnahme ab, bei der Carlotta mit ihrer Mutter Maria Fiore, einer Operndiva, zusammen singt. Der Unterschied ist gewaltig. Kurz darauf wird Carlotta zu einem vermeintlichen Selbstmord eines Journalisten gerufen. Am Tatort entdeckt Carlotta einen Notizzettel mit ihrem Namen. Bei ihren Recherchen entdeckt sie, daß der Journalist offensichtlich von ihrem Geheimnis erfahren hat. Denn Carlotta ist nicht Marias leibliche Tochter...

Obwohl ich mit diesem 3. Teil der Serie begonnen habe, hatte ich keinerlei Probleme hinein zu finden. Es funktioniert sehr gut. Die Charaktere werden auf Anhieb gut beschrieben, daß man gar nicht merkt, daß man bisher schon zwei Teile verpaßt hat. Die Vorgeschichte wird nach und nach eingestreut und man denkt sich: Ach so. Aber man dieses Wissen bis dahin gar nicht vermißt. Die Autorin schafft es, die Charaktere so gut vorzustellen, daß man z. B. mit Carlotta mitleidet, wenn sie mal wieder von ihren Kolleginnen gemobbt wird. Ihre Reaktionen darauf sind zum Teil sehr unterhaltsam. Der Spannungsbogen ist von Beginn an da und steigert sich bis zum wirklich fulminanten Schluß kontinuierlich. Auch die drei Hypnosesitzungen helfen, die Spannung hoch zu halten. Denn hier erfährt der Leser Dinge aus Carlottas Vergangenheit, die sie selbst noch nicht kannte. Und sowohl der Leser als auch Carlotta verstehen dann einiges besser. Theresa Prammers Schreibstil ist toll. Einfach flockig weg, ohne gestelzte Sätze, sondern realistisch.

Ich habe mich in diesem Buch richtiggehend festgelesen und bereue es, die Serie nicht schon viel eher entdeckt zu haben!