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Veröffentlicht am 24.04.2025

Wieder sehr gelungen

Sylter Verrat
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Die Landarztwitwe Witta Claaßen ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Da die Polizei ihr nicht helfen kann, ermittelt Kari Blom undercover. Die Spur führt sie zu einem lokalen Theater-Festival. ...

Die Landarztwitwe Witta Claaßen ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Da die Polizei ihr nicht helfen kann, ermittelt Kari Blom undercover. Die Spur führt sie zu einem lokalen Theater-Festival. Doch der Hauptverdächtige wird ermordet. Kari schleust sich in das Festival ein und stellt fest, daß Witta nicht das erste Opfer ist und auch nicht das letzte bleiben soll.

"Sylter Verrat" ist der neueste Sylt-Krimi von Ben Kryst Tomasson. Er beweist hier wieder, daß ein Krimi komplett ohne Blutvergießen auskommen und trotzdem spannend sein kann. Dieser Krimi ist eher ruhig, auch wenn es die ein oder andere Szene gibt, bei der man atemlos weiter liest. Der Autor punktet auch hier wieder mit seinem Wortwitz, der sich gerade auf die Häkel-Mafia bezieht. Die vier Damen sind einfach absolut sympathisch und eigentlich meine Lieblingscharaktere der Serie. Der Autor entwickelt seine Charaktere von Band zu Band weiter, was gerade bei Kari Konsequenzen hat. Ihre Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf ist deutlich spürbar und man würde ihr gern gute Ratschläge geben. Ben Kryst Tomasson spart wieder nicht mit wunderbarer Regionalität. Sylt wird hier so herrlich bildhaft beschrieben, daß man gefühlt selbst vor Ort ist. Bei all dieser Herrlichkeit findet man sich in einem Fall wieder, der einen sehr aktuellen Hintergrund hat und nachdenklich macht.

Mir hat dieser Fall für Kari und die Häkel-Mafia wieder sehr gut gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Spannend und humorvoll

Das Schweigen der Kegelrobben
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Die ehemalige Jugendgruppe von Kommissarin Stappenbek will sich nach 27 Jahren zu einem Wiedersehenswochenende auf Amrum treffen. Gleich am ersten Tag gibt es eine Leiche. Der "schöne Alex" hängt kopfüber ...

Die ehemalige Jugendgruppe von Kommissarin Stappenbek will sich nach 27 Jahren zu einem Wiedersehenswochenende auf Amrum treffen. Gleich am ersten Tag gibt es eine Leiche. Der "schöne Alex" hängt kopfüber in der Toilette des Jugendheims. Für Thies Detlefsen handelt es sich eindeutig um Mord. Es stellt sich die Frage, ob Nicole Stappenbek mehr weiß, als sie zugibt.

"Das Schweigen der Kegelrobben" ist nun schon der 13. Fall aus der Feder von Krischan Koch. Und diese Serie verliert ihren Reiz einfach nicht. Der Autor schafft es noch immer seinen Krimi spannend und humorvoll zu gestalten. Von Beginn an ist man mittendrin in der Handlung. Er legt falsche Fährten, führt den Leser in die Irre, so daß man stets animiert wird, weiter zu lesen. Seine Charaktere sind mir mittlerweile zu guten Bekannten geworden, deren Leben ich sehr gern verfolge. Aber auch die neuen Charaktere dieses Bandes sind sehr gut beschrieben und sie werden lebendig. Gespickt ist dieses Buch mit dem unnachahmlichen feinen Humor von Krischan Koch, der gut dosiert und niemals albern ist. Auch seine Beschreibung der Region ist wieder absolut bildhaft. Hier ist man am Meer, hört die Wellen und Möwen und riecht die salzige Luft. Und um das Nordseefeeling zu unterstreichen, kann man mit den Rezepten am Ende des Buches auch kulinarisch an die Nordsee reisen! Mir hat das Buch jedenfalls wieder sehr viel Spaß bereitet!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Emmenegger und Eva werden immer besser

Merano criminale
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In Meran werden in kürzester Zeit zwei Frauenleichen gefunden. Ispettore Emmenegger und Eva Marthaler entdecken bei ihren Ermittlungen eine Spur, die in ein angesagtes Meraner Restaurant führt - und damit ...

In Meran werden in kürzester Zeit zwei Frauenleichen gefunden. Ispettore Emmenegger und Eva Marthaler entdecken bei ihren Ermittlungen eine Spur, die in ein angesagtes Meraner Restaurant führt - und damit zu Emmeneggers bestem Freund. Schauspielschüler Paul will die Ermittlungen unterstützen und gibt sich als Koch aus, um in der Meraner Gastronomie an Informationen zu kommen. Die Morde hängen mit einem 20 Jahre alten Kriminalfall zusammen und Emmenegger und Eva müssen sich mit ihren Ermittlungen beeilen....

Das war wieder ein Genuss! Elisabeth Florin hat mit "Merano Criminale" bewiesen, daß eine ohnehin schon sehr gute Serie immer noch eine Steigerung erfahren kann. Für mich ist dieser dritte Band glatt noch einen Tick besser als die bisherigen, obwohl ich eigentlich dachte, daß dies gar nicht möglich ist. Emmenegger und Eva sind einfach sehr sympathische Ermittler, die sowohl beruflich, als auch privat, perfekt zusammenpassen. Hoffentlich muß Eva aufgrund des Privaten keinen anderen Weg einschlagen, denn das fände ich sehr schade. Freund Paul sorgt mit seiner liebenswert-chaotischen Art für einige Lacher, denn ein Koch, der gar nicht kochen kann, ist schon echt witzig. Und auch Emmenegger sorgt hier für heitere Szenen, z. B beim teuren Essen im Edelrestaurant. Ich konnte mich so gut in ihn hineinversetzen... Der Fall selbst ist wieder extrem spannend und man hat eine Menge Spuren zu verfolgen, die sich erst zum Ende hin auflösen und zu einem überraschenden Ende führen. Schön ist es, wie die Autorin Meran und die Region beschreibt. Hier bekommt man wirklich Sehnsucht danach, diese Landschaft mit eigenen Augen zu sehen.

Dieser Krimi hat mich bestens unterhalten und ich empfehle ihn sehr gern weiter!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Es hätte so spannend sein können

Vorsehung
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Auf einem Linienflug nach Sydney geschieht ungewöhnliches. Eine alte Dame steht von ihrem Platz auf, geht durch die Reihen und sagt jedem Passagier sein Todesalter und die Todesart voraus. Die Passagiere ...

Auf einem Linienflug nach Sydney geschieht ungewöhnliches. Eine alte Dame steht von ihrem Platz auf, geht durch die Reihen und sagt jedem Passagier sein Todesalter und die Todesart voraus. Die Passagiere stehen vor der Frage, ob sie ihr glauben und wenn ja, ob sie ihr Schicksal beeinflussen können. Ihr Leben verändert sich....

Von dem Buch "Vorsehung" von Liane Moriarty hatte ich mir sehr viel Spannung versprochen - jedoch wurde ich leider enttäuscht. Das Thema hätte durchaus spannend sein können, doch leider konnte die Autorin dies nicht vermitteln. Ihr Schreibstil wurde auf Dauer ermüdend, gerade die Kapitel der Todesdame waren langatmig. Ebenso wurden hier zu viele Charaktere eingebaut, die Sprünge zwischen ihnen wurden unübersichtlich und der rote Faden ging schnell verloren. Die Konsequenz daraus war, daß die Charaktere blaß blieben und keinerlei Bezug zu ihnen entstand. Einzig die Frage, ob man sein Schicksal beeinflussen kann und wie man selbst in dieser Situation reagiert hätte, regte zum nachdenken an.

Mich hat dieses Buch leider sehr enttäuscht, was sehr schade ist. Aus der Idee hätte so viel gemacht werden können!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Ein ruhiger englischer Krimi

Der Tote in der Crown Row
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Der Temple-Bezirk liegt zwar mitten in London, ist aber eine ganz eigene Welt. Dort leben und arbeiten Richter und Anwälte fast wie in einem eigenen Staat. Die Eingangstore werden streng kontrolliert und ...

Der Temple-Bezirk liegt zwar mitten in London, ist aber eine ganz eigene Welt. Dort leben und arbeiten Richter und Anwälte fast wie in einem eigenen Staat. Die Eingangstore werden streng kontrolliert und selbst die Polizei hat kein Zugangsrecht. Diese Idylle wird im Jahr 1901 durch einen Mord erschüttert. Der oberste Richter Lord Dunning wurde tot aufgefunden. Er lag vor der Tür des Kronanwaltes Sir Gabriel Ward, der ihn da auch gefunden hat. Da die Polizei im Temple-Bezirk nicht offiziell ermitteln darf, wird der Finder der Leiche vom Schatzmeister Sir William Waring beauftragt, den Mörder zu überführen. Der unerfahrene Constable Maurice Wright ist seine einzige Unterstützung. Obwohl er eigentlich einen schwierigen Fall vor Gericht ausfechten muß, beginnt Sir Gabriel mit dem für ihn typischen Ehrgeiz mit den Ermittlungen. Dabei stößt er auf ungeahnte Vorfälle, die ihm klar machen, daß der Mörder aus dem ehrwürdigen Temple-Bezirk kommen muß.

"Der Tote in der Crown Row" ist ein typischer englischer Krimi. Die Autorin Sally Smith erzählt in einer sehr ruhigen Art die Geschichte aus dem Jahr 1901. Daß es eine derart abgeschottete Welt auch im heutigen London noch gibt, war mir neu. Die Personen agieren etwas steif - eben typisch englisch. Dadurch wird die Geschichte manchmal zäh, aber irgendwie auch erheiternd. Die Hierarchien, die in der Handlung eine große Rolle spielen, sind sehr kompliziert und für einen Nicht-Engländer schwer zu durchschauen. Ansonsten bietet der Roman aber durchaus Spannung, denn der Fall ist ziemlich undurchsichtig. Wie so oft in englischen Krimis braucht der Ermittler für die Lösung keinerlei Gewalt, sondern nur seinen Verstand. Deshalb liest sich dieser Roman auch so entspannt bis zum Ende.

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