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Veröffentlicht am 14.05.2025

Toller Start

Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn
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Marlene lebt im Jahr 1910 in Karlskrona. Sie ist die Witwe des Kapitäns Bjarne Walsted, der beim Untergang der Solveig mit der Besatzung ums Leben kam. Der Schiffseigner Sten Boregard hat danach dafür ...

Marlene lebt im Jahr 1910 in Karlskrona. Sie ist die Witwe des Kapitäns Bjarne Walsted, der beim Untergang der Solveig mit der Besatzung ums Leben kam. Der Schiffseigner Sten Boregard hat danach dafür gesorgt, daß alle Leute dem Kapitän dafür die Schuld gaben. Deshalb wird Marlene auch heute noch von den anderen Seemannsfrauen verachtet. Tapfer versucht sie, ihr Leben allein zu meistern. Liv Boregard, die Ehefrau des Reeders, führt ein einsames Leben. Ihr Mann gibt ihr die Schuld daran, daß die Ehe kinderlos ist. Er wird deshalb zunehmend gewalttätiger. Als Liv und Marlene sich zufällig begegnen, beginnt eine scheue Freundschaft zwischen den Frauen. Dann erbt Liv ein kleines Haus in den Wäldern ihrer Heimat. Heimlich will sie es mit Marlene zu einem Zufluchtsort für in Not geratene Frauen ausbauen. Doch in einer Welt, in der Männer das Sagen haben, ist das ein gefährlicher Plan.

Corina Bomanns neuer Zweiteiler "Die Frauen vom Rosenhag" startet mit dem Titel "Traum vom Neubeginn". Das Buch hat mich sehr beeindruckt, denn es läßt drei Charaktere jeweils aus ihrer Sicht ihre Geschichten erzählen. Das ist für die Autorin außergewöhnlich und man muß sich erst einmal daran gewöhnen. Doch dann wird man von der Handlung in den Bann gezogen. Das Leben der beiden Frauen ist sehr unterschiedlich und doch sind beide nicht glücklich. Der dritte Charakter bringt Spannung in die Handlung. So ist die Geschichte fast auch ein Krimi. Corina Bomann erzählt dies alles in einer für sie typischen frischen Art, so daß das Lesen richtig Spaß macht. Das Buch macht jetzt schon neugierig auf den zweiten Teil, den ich mit Spannung erwarte.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Allerbeste Unterhaltung

Machen wir's uns erst mal nett
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Auf dem Campingplatz Waldsee in Brandenburg ist die Welt noch in Ordnung. Doch diese Idylle wird jäh gestört, als ein Investor das Grundstück kaufen will, um dort Terrassenhäuser für die High Society zu ...

Auf dem Campingplatz Waldsee in Brandenburg ist die Welt noch in Ordnung. Doch diese Idylle wird jäh gestört, als ein Investor das Grundstück kaufen will, um dort Terrassenhäuser für die High Society zu bauen. Er soll sich bereits inkognito auf dem Campingplatz befinden. Die Gemeinschaft der Dauercamper und Kim vom Imbiss wollen ihn enttarnen und ihre Idylle retten!

Mit "Machen wir's uns erstmal nett" von Bibo Loebnau kann man herrlich entspannen und bekommt richtig Urlaubsfeeling. Hier wird man Teil der Campergemeinschaft und fühlt sich zwischen den sympathischen Dauercampern richtig wohl. Kim mochte ich ganz besonders. Sie ist engagiert, lebt für das Erbe ihrer Mutter und unterstützt ihren Vater, der Platzwart auf Waldsee ist. Bei den restlichen Platzbewohnern hat man sofort die Charaktere identifiziert, die man nicht mag. Hier hat man auch klar den Vorteil, daß man als Leser den Investor kennt. Das Campingleben wird hier sehr lebendig dargestellt. Man erlebt angenehmes genauso wie unangenehmes. Die Autorin läßt immer wieder eine Prise Humor aufkommen, so daß man herrlich lachen kann. Aber auch ein wenig Liebe ist hier im Spiel. Dieser wunderbare Roman bietet wirklich alles. Spannung, ob der Campingplatz erhalten wird (obwohl man das Ende erahnen kann), Humor, Romantik und Urlaubsflair. Mir hat er super gefallen und ich empfehle ihn gern weiter!

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Zwei tapferen Frauen kämpfen um ihr Glück

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Stuttgart 1901: Trotz aller Warnungen glaubt das Dienstmädchen Lissi den Liebesschwüren des Sohnes ihres Dienstherren. Als sie schwanger wird, verliert sie ihre Stellung und wird aus dem Haus gewiesen. ...

Stuttgart 1901: Trotz aller Warnungen glaubt das Dienstmädchen Lissi den Liebesschwüren des Sohnes ihres Dienstherren. Als sie schwanger wird, verliert sie ihre Stellung und wird aus dem Haus gewiesen. Lissi beschließt, in Amerika ein neues Leben zu beginnen. In ihrem wenigen Gepäck hat sie ein altes Rezeptbuch ihrer Großmutter. Zur gleichen Zeit in der Nähe von Hannover: Julia von Varrell ist nicht glücklich in ihrer erzwungenen Ehe. Die ständigen Bevormundungen ihres Ehemannes und ihrer Schwiegermutter erträgt sie nicht mehr. Mit einem Trick gelingt ihr die Flucht und sie fährt mit dem gleichen Auswandererschiff wie Lissi nach Amerika. Die beiden Frauen werden Freundinnen und bleiben auch in der neuen Heimat zusammen. Im deutschen Viertel von New York finden sie eine Anstellung in einer Bäckerei und Lissis Brezel werden bald berühmt. Als Julia und Lissi glauben, ihr Glück gefunden zu haben, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.

Die Auswanderersaga "Little Germany" besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil trägt den Titel "Der Duft der neuen Welt". Die Autorin Maria Nikolai hat eine bewegende Geschichte von zwei tapferen Frauen erfunden und wahre Begebenheiten darin eingeflochten. Das ist ihr sehr gut gelungen. Die Handlung steckt voller Leben - ein stetiges auf und ab der Gefühle. Man erlebt beim Lesen alles hautnah mit. Die Personen werden durch die lebhafte Beschreibung direkt zum Leben erweckt und man bekommt ein Bild von ihnen. Maria Nikolai läßt die Leser am Alltag der Auswanderer teilhaben. Sie beschönigt nichts, denn nicht alle schaffen es, in der neuen Welt Fuß zu fassen. So wird das Buch eine reale Beschreibung und keine Verherrlichung des Auswandererlebens. Der zweite Teil dürfte ebenso gut werden. Dafür bürgt schon der Name Maria Nikolai!

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Perfekter Krimi

Jagd unter Palmen
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Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer gefährlichen Schussverletzung in Frühpension versetzen lassen. Nun zieht sie in das Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria. Bereits am Flughafen ...

Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer gefährlichen Schussverletzung in Frühpension versetzen lassen. Nun zieht sie in das Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria. Bereits am Flughafen verhindert sie einen Diebstahl und trifft auf Inspector Jefe Garcia. Doch sie werden noch mehr miteinander zu tun bekommen, denn Sofia wird Zeuge, wie zwei Männer eine Leiche vergraben wollen. Garcia, der mit einem spektakulären Raubüberfall beschäftigt ist, glaubt ihr zunächst nicht. Sofia mischt sich trotz Widerstand in die Ermittlungen ein - und Garcia steht vor der Frage, ob beide Fälle zusammenhängen.

"Jagd unter Palmen" ist der erste Gran Canaria Krimi von Thilo Scheurer, der mich bereits mit seinen zwei anderen Krimiserien begeistert hat. Auch mit diesem Krimi wurde ich nicht enttäuscht! Mit Sofia Bitter und Garcia hat er ein wunderbar sympathisches Duo erschaffen. Beide waren mir sofort sympathisch und ich fand es interessant zu verfolgen, wie Garcia beginnt, Sofia ernst zu nehmen. Sanchez mit seinem Faible für Sonnenbrillen und übertriebenem Gehabe hat mich so manches Mal zum Lachen gebracht. Ich fand es schön zu verfolgen, wie Sofia langsam auf Gran Canaria heimisch wird. Sie erlebt dabei so manches Missgeschick, gibt aber nicht auf. Schließlich hat sie ja auch noch ihren alten Freund Pedro aus Kindertagen. Die Handlung ist auf zweierlei Handlungssträngen sehr spannend. Zum einen die Ermittlungen auf Gran Canaria, zum anderen verfolgt sie noch immer ein Fall aus Deutschland. Der deutsche Fall läßt hier auf eine Fortsetzung hoffen, über die ich mich sehr freuen würde, denn dies wird am Ende nicht aufgelöst. Dieser Krimi besticht nicht nur durch seine Charaktere und die sehr hohe Spannung, auch die Beschreibungen Gran Canarias mit seinen Bewohnern und Eigenheiten sorgen dafür, daß man sich hier wohlfühlt. Es wirkt alles authentisch und man erlebt das Geschehen hautnah. Der Autor nimmt den Leser auch durch seinen tollen Schreibstil mit auf eine perfekte Reise! Ich kann diesen Krimi nur empfehlen - für mich war er perfekt!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Sehr gelungen, trotz leichter Schwächen

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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In Neapel wird das Fest "San Gennaro" gerade ausgiebig gefeiert, als ein Mann in das Büro von Commissario Gaetano kommt und ihm berichtet, daß in seiner Wohnung immer um die gleiche Uhrzeit ein Fremder ...

In Neapel wird das Fest "San Gennaro" gerade ausgiebig gefeiert, als ein Mann in das Büro von Commissario Gaetano kommt und ihm berichtet, daß in seiner Wohnung immer um die gleiche Uhrzeit ein Fremder ans Telefon geht, wenn er dort anruft. Er fühlt sich bedroht. Gaetano läßt die Wohnung überwachen. Da wird der Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden, enthauptet sitzt er an einem Tisch. Gaetano ermittelt in alle Richtungen, denn sowohl eine Beziehungstat, als auch ein Ritualmord kommen in Frage.

„Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ ist der Auftakt der Krimis um Commissario Gaetano von Fabio Nola. Der Krimi spielt in Neapel und man merkt deutlich, daß der Autor sich hier sehr gut auskennt. Rituale, Bräuche und Lebensgewohnheiten werden hier lebendig und real beschrieben, Neapel selbst erwacht vor Augen zu Leben und man meint, selbst durch die Gassen zu wandeln. Mit seinen Charakteren hat Fabio Nola einen bunten Querschnitt der Gesellschaft geschaffen. Alle haben ihre Eigenheiten - nicht alle fand ich sympathisch. Gaetano zeigt hier das typisch italienische Familienverständnis. Ohne Familie geht nichts und sie spielt eine große Rolle. Manchmal kann man über ihn richtig gut lachen. Seine Sprüche kommen von Herzen und seine Art, Namen zu vertauschen oder zu verwechseln, ist einfach herrlich und machte ihn mir sehr sympathisch. Die Handlung ist spannend und gut durchdacht, jedoch erlebt man hier Höhen und Tiefen. Denn der Spannungsbogen schwankt leider stark. Mal superspannend, ein paar Seiten weiter wirkt die Geschichte künstlich aufgebläht, um dann wieder den Spannungsgipfel zu erreichen. Hier hätte es der Handlung gut getan, an manchen Stellen die Story etwas zu straffen. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt bei diesem ansonsten sehr guten Serienstart!

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