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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mit Überraschungseffekt

Die Kolonie
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In der kleinen Stadt Deadhart in Alaska wird ein Junge mit zerfetzter Kehle aufgefunden. Der Fall erinnert an eine Tat vor 25 Jahren. Detektive Barbara Atkins wird zur Unterstützung von Sheriff Jensen ...

In der kleinen Stadt Deadhart in Alaska wird ein Junge mit zerfetzter Kehle aufgefunden. Der Fall erinnert an eine Tat vor 25 Jahren. Detektive Barbara Atkins wird zur Unterstützung von Sheriff Jensen Tucker hinzugezogen. Für die Einwohner Deadharts ist der Schuldige schnell gefunden - sie glauben, ein Mitglied der Vampirkolonie, die in einer Bergbausiedlung tief in den Bergen lebt, ist der Täter. Barbara gerät unter Druck, die gesamte Kolonie töten zu lassen, doch die Beweise sind für sie nicht stichhaltig und sie findet heraus, daß die Einwohner lügen. Barbara und Tucker müssen sich beeilen und die Frage klären, ob sie es mit einem Mörder oder Monster zu tun haben.

C. J. Tudor überrascht mit ihrem neuesten Buch "Die Kolonie" auf der ganzen Linie. Was wie ein üblicher Thriller beginnt, wird zu einem wahren Gruselroman in bester Stephen-King-Manier. Plötzlich trifft man auf Vampire, die fernab des bisherigen Bildes als ausgegrenzte Kolonie in einer abgelegenen Bergbausiedlung leben. Hier werden Vampire zu Opfern der Gesellschaft, müssen um ihre Existenz und ihr Leben fürchten und benötigen staatlichen Schutz. Dafür ist hier Barbara Atkins da, die absolut sympathisch beschrieben wird. Keine Superheldin, sondern eine normale Frau, die über sich selbst lachen kann und weiß, was sie will. Aber nicht nur sie wird hier sehr gut beschrieben, auch die restlichen Charaktere erwachen hier zu leben. Jeder einzelne mit Ecken und Kanten, keiner ist austauschbar. Die Handlung ist durchweg spannend und das Ende deutet darauf hin, daß es mit Barbara Atkins eine neue Serienheldin gibt. Ich fände das richtig gut!

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannend

Freier Fall
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Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere ...

Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere der Businessclass zuständig, versucht nicht an ihre kaputte Ehe und die Schwierigkeiten mit Adoptivtochter Sophia zu denken. Als ihr jemand einen Zettel in die Hand drückt, bricht ihre Welt zusammen. Flug 79 soll mit ihrer Hilfe Sydney nie erreichen - dann wird sie überleben, andernfalls stirbt sie. Sie hat noch 20 Stunden Zeit, um sich zu entscheiden...

Mit "Freier Fall" reiht sich Clare Mackintosh ein in die Reihe der Thriller rund um Flugzeugkatastrophen. Ich war zunächst skeptisch, ob es sich hier nicht einfach um das Aufwärmen eines immer wiederkehrenden Themas handelt. Ich wurde positiv überrascht. Auch wenn die Handlung sehr surreal und an den Haaren herbeigezogen wirkt, ist das Buch extrem spannend. Die Autorin vermittelt mit ihrem sehr guten Schreibstil die Ängste und Verzweiflung der Passagiere so, daß es zum greifen nah ist. Durch häufige Perspektivwechsel erlebt man die Gedanken von Mina und einigen Passagieren hautnah und bekommt eine Verbindung zu ihnen. Man versteht sie gut und sie bleiben nicht fremd. Man entwickelt Sympathien zu einigen Charakteren und merkt schnell, auf wen man gut verzichten könnte. Jedoch darf man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen, denn man erlebt hierbei die ein oder andere Überraschung. Clare Macintosh arbeitet hier mit vielen Handlungssträngen, die sie jedoch nie aus dem Blick verliert und zu einem schlüssigen, zusammenhängenden Ende führt. Ich empfehle "Freier Fall" allen, die nicht gerade unter Flugangst leiden - denn diejenigen könnten mit dem Buch Probleme haben!

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Enorm spannend

Alter Zorn
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Hamburg 1949. Ein neuer Fall geht der Polizistin Ida Rabe ganz besonders nahe. Ein toter Junge wird in Övelgönne am Ufer der Elbe gefunden. Ida ist sich sicher, daß es sich bei dem Kind um den Jungen handelt, ...

Hamburg 1949. Ein neuer Fall geht der Polizistin Ida Rabe ganz besonders nahe. Ein toter Junge wird in Övelgönne am Ufer der Elbe gefunden. Ida ist sich sicher, daß es sich bei dem Kind um den Jungen handelt, den sie und ihre Kollegin Heide vor Monaten halb verhungert gefunden haben. Damals brachten sie ihn in ein Kinderheim. Bei der Obduktion der Leiche entdecken die Ärzte Spuren von Misshandlungen. Ida setzt alles daran, um mehr über das Leben des Jungen herauszufinden. Eine Spur führt sie zu einem Wunderheiler. Der lebt mit seinem Gefolge auf der Elbinsel Waltershof. Um mehr über diese abgeschottete Gruppe zu erfahren, läßt Ida sich als Anhängerin des "Meisters" einschmuggeln. Sie begibt sich durch ihre Nachforschungen in große Gefahr und merkt viel zu spät, daß sie verraten wurde.

Der Krimi "Alter Zorn" ist der dritte Fall um die Polizistin Ida Rabe. Die Autorin Lea Stein führt ihre Leser darin nach Hamburg in das Jahr 1949. So kurz nach dem Ende des Krieges erscheint das Leben dort fremd und unwirklich. Die Not der Menschen wird in der Handlung drastisch beschrieben. Vor diesem Hintergrund kann man deren Verrohung etwas besser verstehen. Doch was in dieser Geschichte mit zum Teil wahren Begebenheiten erzählt wird, ließen mir die Haare zu Berge stehen. Das Schlimmste aber war, daß die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Diese Tatsachen werden in dem Krimi zu einer enorm spannenden Geschichte verarbeitet. Man fiebert dem Ende entgegen und es fällt sehr schwer, das Buch an die Seite zu legen. Zumal auch im Leben der den Lesern dieser Serie schon vertrauten Personen nicht immer alles glatt geht. Dieser dritte Teil ist einfach toll!

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Spannung pur

Alstergrab
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Ein Wissenschaftskongress in Hamburg wird von verstörenden Verbrechen überschattet. Forscher werden gefoltert und ermordet, weitere werden entführt. Dr. Elias Hopp, Janne Bakken und der LKA-Profiler Zillinski ...

Ein Wissenschaftskongress in Hamburg wird von verstörenden Verbrechen überschattet. Forscher werden gefoltert und ermordet, weitere werden entführt. Dr. Elias Hopp, Janne Bakken und der LKA-Profiler Zillinski tauchen bei ihren Ermittlungen tief in die Welt eines Zukunftsszenarios ein. Und sie müssen sich beeilen - es geht nicht nur um das Leben der Geiseln!

Mit "Alstergrab" hat Leo Hansen den dritten Band seiner Krimiserie aus Hamburg geschrieben. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dieses Buch auch gut ohne Vorkentnisse lesen. Leo Hansen flicht immer wieder wichtige Details zu seinen Hauptcharakteren in die Handlung ein, so daß man sie als Neuleser sehr gut kennenlernt und ihre Eigenheiten versteht. Allerdings wäre es sehr schade, wenn man die ersten zwei Bände nicht lesen würde. Nebenbei bereitet "Alstergrab" so viel Lesespaß, daß man automatisch alle Bücher lesen wollen wird. Dieses Buch fesselt von der ersten Seite an und läßt den Leser nicht mehr los. Leo Hansen hält die Spannung kontinuierlich hoch und bietet zum Schluß noch einmal einen richtigen Kracher, der alle Fragen auflöst und stimmig ist. Seine drei bekannten Charaktere Elias, Janne und Zille sind hier wieder mit dabei und zeigen, wie perfekt sie aufeinander eingespielt sind. Neue Charaktere fügen sich erst nach und nach ein und die anfänglichen Querelen haben durchaus unterhaltungswert. Aber auch sie schaffen es, sich in die Gemeinschaft zu integrieren. Was mir wieder sehr gut gefallen hat, ist das hanseatische Flair. Hamburg wird hier toll beschrieben und der Funke fliegt über - man fühlt sich, als wenn man selbst in der Hansestadt wäre!

Mir hat dieser Krimi wieder richtig gut gefallen und kann ihn jedem empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Menschlich und voller Feingefühl erzählt

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Die Pastorin Anna von Betteray hat mit ihrer Gemeinde in der Kleinstadt Veen am Niederrhein alle Hände voll zu tun. Auch ihre Familie hält sie immer auf Trab. Vor allem ihre Mutter Mechthild ist oft nicht ...

Die Pastorin Anna von Betteray hat mit ihrer Gemeinde in der Kleinstadt Veen am Niederrhein alle Hände voll zu tun. Auch ihre Familie hält sie immer auf Trab. Vor allem ihre Mutter Mechthild ist oft nicht einfach, denn sie will Anna unbedingt verkuppeln - am besten mit einem Mann von Adel. Die lebenslustige Großtante Ottilie lebt in einer Seniorenresidenz und hat gerade zum fünften Mal geheiratet. Annas Schwester Maria hat zwar nach dem Willen der Mutter einen alten Grafen geheiratet, der hat aber krumme Geschäfte gemacht und sitzt hinter Gittern. Seitdem hat Maria Suchtprobleme und hat ihren Sohn Sascha bei Anna in Obhut gegeben. Da kommt es in der Gemeinde zu einem Unglücksfall. Die geistig behinderte Raffaela wurde bewusstlos aufgefunden und liegt im Koma. Niemand weiß genaues, aber die Gerüchte sind schnell gestreut. Es kommen alte Vorurteile auf, die schon lange vergessen geglaubt waren. Jetzt ist Annas Hilfe gefragt - als Pastorin, aber auch als Freundin.

Der Roman "Vielleicht hat das Leben besseres vor" hat mich sehr bewegt. Anne Gesthuysen schreibt ihre Geschichte immer so voller Herzenswärme, da taucht man richtig in die Handlung mit ein. Man versteht sofort die Schuldgefühle von Raffaelas Mutter. Obwohl man genau erkennt, daß sie Fehler macht, kann man nicht sagen, ob man es besser gemacht hätte. Doch so problembeladen die Handlung auch ist, die Geschichten um die Gemeindemitglieder sind oft zum Lachen, manchmal auch zum Kopfschütteln über so viel Intoleranz. Anne Gesthuysen beschreibt das Leben so, wie es nun einmal ist. Die Höhen und Tiefen in der Familie der Pastorin werden von ihr sehr einfühlsam erzählt. Man bekommt das Gefühl, daß diese Familie solche Krisen braucht, um ihren Zusammenhalt wiederzufinden. Nur dann erkennen sie, daß sie einander brauchen. Dieser Roman ist mit feiner Feder geschrieben und liest sich absolut wohltuend.

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