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Veröffentlicht am 18.01.2024

Anders als gewohnt

Death - Das Kabinett des Dr. Leng
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Constance Green, das Mündel von Special Agent Pendergast, sieht immer aus wie Mitte 20, doch in Wahrheit ist sie 140 Jahre alt und altert durch ein Experiment nicht. Nun reist sie durch die Zeit, findet ...

Constance Green, das Mündel von Special Agent Pendergast, sieht immer aus wie Mitte 20, doch in Wahrheit ist sie 140 Jahre alt und altert durch ein Experiment nicht. Nun reist sie durch die Zeit, findet sich im Jahr 1880 wieder, dem Jahr, in dem ein Vorfahre Pendergasts ihre Geschwister ermordete. Sie versucht nun mit allen Mitteln, ihre Geschwister zu retten. In der Gegenwart sieht sich Pendergast nun der Aufgabe gegenüber, Constance vor ihrer Vergangenheit zu schützen.

Douglas Preston und Lincoln Child sind Garanten für gute Unterhaltung. So auch wieder mit dem nun 21. Fall für Agent Pendergast "Death - Das Kabinett des Dr. Leng". Hier ist Pendergast jedoch leider eher eine Randfigur, das Hauptaugenmerk liegt auf Constance Green und ihre Erlebnisse in der Vergangenheit. Hier taucht man tief in diese Zeit ein und verfolgt das Geschehen auf dieser Zeitebene sehr gespannt. Das Autorenduo hat hier wieder Charaktere lebendig werden lassen, die man gefühlt schon immer kennt. Die Kapitel sind in angenehmer Länge gehalten und kommen nicht endlos daher, so daß man gut immer mal zwischendurch zum Buch greifen kann. Die beiden Zeitebenen sind beide gleich spannend, wenn auch die Vergangenheit hier interessantere Einblicke bietet. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, daß es sich hier eher weniger um einen Thriller handelt. Zeitreisen sind ja eher Science Fiction. Es fehlt mir hier etwas an den sonst typischen blutigen und mysteriösen Szenen. Wenn man sich allerdings an diese Tatsache gewöhnt hat (und das gelingt schnell), hat man ein sehr spannendes Buch in Händen. So spannend, daß man es eigentlich unverzeihlich findet, daß dieses Buch nicht abgeschlossen ist, sondern man auf eine Fortsetzung warten muß.

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Veröffentlicht am 17.01.2024

Einfach wunderschön

Der Verrat von Oyster Shore
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Die junge Schriftstellerin Lowenna fährt nach dem Ende ihrer Beziehung nach Cornwall, um zur Ruhe zu kommen. Sie hat dort viele Sommer ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter verbracht. Jetzt hat Lowenna das ...

Die junge Schriftstellerin Lowenna fährt nach dem Ende ihrer Beziehung nach Cornwall, um zur Ruhe zu kommen. Sie hat dort viele Sommer ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter verbracht. Jetzt hat Lowenna das alte Bootshaus von Oyster Shore gemietet. Sie trifft dort auf den Australier Noah, der den Wunsch seiner Verstorbenen Mutter erfüllen und in Cornwall seine Familiengeschichte erforschen will. Lowenna findet Gefallen daran, auch ihre Familie bis in die Jahre um 1904 zu verfolgen und arbeitet mit Noah zusammen. Sie kommen einer tragischen Geschichte auf die Spur: Eine Liebe, die es in dieser Zeit gar nicht hätte geben dürfen und die durch Krieg und Verrat ein bitteres Ende findet. Lowennas und Noahs Nachforschungen bringen ein verblüffendes Ergebnis ans Licht, daß ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Selten hat mich eine Geschichte so tief berührt wie "Der Verrat von Oyster Shore". Die Empfindungen, die beim Lesen auf einen einstürmen, kann man kaum mit Worten beschreiben. Empörung, Wut, Mitleid und Schadenfreude sind nur einige von ihnen. Der Autorin Ruth Saberton ist es schon ein paarmal ausgezeichnet gelungen, geheimnisumwobene Geschichten zu schreiben. Diesmal hat sie sich aber selbst übertroffen. Sie gibt ihren Lesern das Gefühl, die Geschichte hautnah mitzuerleben und alle Personen gut zu kennen. Es fällt schwer, die Charaktere in gut und böse einzuteilen, denn alle haben einen Hintergrund, der sie geprägt hat. Die Erzählweise von Ruth Saberton hat mir sehr gut gefallen. Sie wechselt mühelos von heiteren Kinderspielen zu romantischen Liebesschwüren bis hin zu den Grauen des Krieges und paßt ihre Sprache den Situationen immer ganz genau an. Ich bin von diesem Buch total begeistert!

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Sehr interessant

Die lange Reise
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Samantha Cristoforetti verbrachte 200 Tage an Bord der Internationalen Raumstation ISS. In ihrem Buch "Die lange Reise" berichtet sie von ihrem 5jährigen Weg vom Auswahlverfahren bis hin zum Einsatz auf ...

Samantha Cristoforetti verbrachte 200 Tage an Bord der Internationalen Raumstation ISS. In ihrem Buch "Die lange Reise" berichtet sie von ihrem 5jährigen Weg vom Auswahlverfahren bis hin zum Einsatz auf der ISS. Dies ist wahrlich ein langer Weg, denn die Ausbildung umfaßt so unendlich vieles. Die Ausbildung findet sowohl in Seminaren, als auch in russischen Wäldern statt, umfasst Belastungstest in Zentrifugen und Vakuumkammern und Tests in Raumanzügen in Wasserbecken. Hier wird deutlich, wie beschwerlich diese Ausbildung ist und welche Willenskraft man aufbringen muß, um dies alles zu bestehen. Samantha beschreibt ihren Werdegang auf sehr lockere und sympathische Art, gibt Einblicke in ihre Gefühlswelt und läßt den Leser hautnah an ihrem Abenteuer teilhaben. Dabei vergisst sie nicht, an die Menschen zu erinnern, die sonst eher am Rande des Geschehens stehen und doch wichtig für das Gelingen der Mission sind. Die Personen bilden eine Gemeinschaft und ich finde es gut, daß auch sie hier einmal Erwähnung finden. Samantha Cristoforetti vermittelt hier auf ganz leichte Art Fachwissen, ohne den Leser dabei zu verlieren. Ihre Erklärungen sind leicht verständlich und unheimlich interessant! Sie erläutert alltägliche Dinge, die hier auf der Erde kein Problem darstellen, jedoch in Schwerelosigkeit Fragen aufwerfen. Dabei ist sie grundehrlich und berichtet nicht nur von der Schönheit der Raumfahrt, sondern auch davon, was für sie persönlich belastend war. Diese Ehrlichkeit tut gut und macht ihren Bericht absolut glaubhaft. Dieses Buch öffnet die Augen für die Beschwerlichkeiten des Weges und Lebens auf der ISS. Wenn man sie nach dem Genuss dieses Buches als kleinen Punkt am Nachthimmel sieht, wird man noch andächtiger zu ihr hinauf schauen!

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Es wird politisch

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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In einem Feld wird die Leiche der 16jährigen Larissa gefunden. Sie wurde erdrosselt. Durch eine DNA - Analyse gerät ein abgelehnter Asylbewerber, der zu einer Haftstrafe verurteilt, jedoch aufgrund einer ...

In einem Feld wird die Leiche der 16jährigen Larissa gefunden. Sie wurde erdrosselt. Durch eine DNA - Analyse gerät ein abgelehnter Asylbewerber, der zu einer Haftstrafe verurteilt, jedoch aufgrund einer Beschwerde wieder frei gekommen ist, unter Verdacht. Bevor Pia und von Bodenstein mit ihm sprechen können, ist er bereits untergetaucht. Doch es gibt einen weiteren Fall. Auf einer Landstraße wird ein Mann überfahren, dessen Körper mit Bisswunden übersät und dessen Gesicht entstellt ist. Er ist kein Unschuldiger - hatte er bei einen illegalen Autorennen eine schwangere Frau überfahren. Pia und von Bodenstein stoßen bei ihren Ermittlungen auf mehrere Todes- und Vermisstenfälle und auf Parallen zum Fall Larissa. Dabei geraten sie dicht an eine Katastrophe.

Mit "Monster" begibt sich Nele Neuhaus in die politische Richtung. Sie thematisiert Fremdenhass, Vorurteile und Selbstjustiz, ohne dabei jedoch die Moralkeule zu schwingen. Dies hebt das Buch aus der Menge der Krimis heraus. Sie hat hier Charaktere erschaffen, die alle ihre Geheimnisse hüten und dadurch dem Buch das gewisse Etwas verleihen. Auch die Ermittler erleben hier wieder ein Zusammenspiel von Beruf und Privatleben. Dies empfinde ich als besonders schön, denn auf diese Weise erlebt man nicht nur das offizielle Gesicht, sondern erhält Einblick in ihr innerstes. Sie bleiben vertraut und man nimmt an ihrem Leben teil. Die Handlung besticht auch in diesem schon 11. Fall durch einen steten Spannungsbogen und Wendungen, die den Leser immer wieder überraschen. Die Taunus-Krimis von Nele Neuhaus sind immer wieder etwas Besonderes. Sie verbindet hier gute Unterhaltung mit wichtigen Themen, erzeugt Spannung und gibt dem Leser das Gefühl, endlich wieder daheim im Team der Ermittler zu sein. Dieser Krimi ist absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 13.01.2024

Sehr überraschend

Das Nachthaus
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Der 14jährige Richard verliert bei einem Wohnunsbrand seine Eltern, wird danach von seinem Onkel Frank und seiner Tante Jenny aufgenommen. Nun lebt er in dem kleinen Dorf Ballantyne. Freunde findet er ...

Der 14jährige Richard verliert bei einem Wohnunsbrand seine Eltern, wird danach von seinem Onkel Frank und seiner Tante Jenny aufgenommen. Nun lebt er in dem kleinen Dorf Ballantyne. Freunde findet er nicht, einzige Ausnahme ist Tom, der durch sein Stottern ebenfalls nur schwer Anschluss findet. Eines Tages spielen sie jemandem einen Telefonstreich - und Tom wird durch den Telefonhörer eingesaugt. Niemand glaubt Richard und als auch Jack spurlos beim Spielen mit ihm verschwindet, wird er in eine Erziehungsanstalt geschickt.

Mit "Das Nachthaus" geht Jo Nesbo einmal einen ganz neuen Weg, fernab seiner Krimiserie. Denn dieser Roman ist allerfeinster Horror im Stile des frühen Stephen King. Der einzige Unterschied besteht darin, daß die Handlung kompakter gehalten ist, so daß man hier von einer gruseligen Szene zur nächsten rast und kaum zum Durchatmen kommt. Mir gefällt dieses Tempo sehr gut. Der Autor umgibt den Leser mit einer Atmosphäre, die Gänsehaut erzeugt und ihn gefangen nimmt. Mit seinem Schreibstil, der äußerst bildhaft ist, erzeugt er im Kopf des Lesers einen Film, der einfach an Spannung kaum zu überbieten ist. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt. Alle Abschnitte sind aus Richards Sicht geschrieben, man begegnet stets den gleichen Charakteren in anderen Rollen. Man fragt sich immer wieder, was nun der Wahrheit entspricht und was sich nur in Richards Phantasie abspielt. Selbst am Ende des Buches war ich mir dieser Sache noch immer nicht wirklich sicher. Hier kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Mich hat Jo Nesbo mit diesem Buch voll überzeugt. Hoffentlich schreibt er noch mehr solcher Bücher im Stile von Stephen King - denn er hat hier bewiesen, daß er auch in diesem Genre ein absoluter Könner ist!

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