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Veröffentlicht am 27.08.2023

Ein Mörder wird schachmatt gesetzt

Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod
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Im Jahr 1925 bricht in Baden-Baden das Schachfieber aus. Plötzlich sind alle Leute selbsternannte Schachexperten, denn im Kurhaus findet das internationale Schachturnier statt. Auch Alma und ihre Freundin ...

Im Jahr 1925 bricht in Baden-Baden das Schachfieber aus. Plötzlich sind alle Leute selbsternannte Schachexperten, denn im Kurhaus findet das internationale Schachturnier statt. Auch Alma und ihre Freundin Emmi bleiben davon nicht verschont. Doch schnell wird das königliche Spiel für Alma zur Nebensache, denn die Cousine einer Kollegin wird tot in einer Wäschetrommel der Waschanstalt aufgefunden. Die Polizei glaubt an einen Unfall oder an Selbstmord und stellt die Ermittlungen ein. Alma ist aber fest davon überzeugt, daß der Tod der jungen Gertrude etwas mit den Geschehnissen an dem dubiosen Tanzlokal Libelle zu tun hat. Das Mädchen muß dort etwas gesehen haben, das nicht für ihre Augen bestimmt war. Alma schlägt alle Warnungen ihres Freundes Kommissar Ludwig Schiller in den Wind und nimmt beherzt Ermittlungen auf.

Der neue Fall für das "Fräulein vom Amt" mit dem Titel "Spiel auf Leben und Tod" ist auch diesmal wieder ein Fest für die Fans von Alma Täuber und ihren Freunden. Charlotte Blum nimmt das internationale Schachturnier in Baden-Baden im Jahr 1925 als Kulisse für Ihren Krimi. So erfährt der Leser einiges aus dieser Zeit und kann sich bestens darin wiederfinden. Die lebenslustige Art der Hauptpersonen geben dem Roman eine ganz besondere Stimmung. Am liebsten möchte man mit ihnen feiern und lachen. Trotzdem schafft Charlotte Blum es immer, einen Bogen zwischen den heiteren Dialogen und der Spannung eines Krimis zu spannen. Beides kommt nicht zu kurz. Dazu beschreiben die Autorinnen den Zwiespalt der Frauen damals sehr gefühlvoll. Entweder sie entscheiden sich für ihren Beruf oder sie gehen eine Ehe ein. Beides ist nicht möglich! Das ist aus heutiger Sicht kaum zu glauben.
Alles zusammen ergibt ein sehr gutes Buch, das mir großen Spaß beim Lesen bereitet hat.

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Veröffentlicht am 24.08.2023

Der beste Teil der Reihe

Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity
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Hauptkommissarin Frederica Moll, sowie ihre Kollegen Christian Lauterbach und Tanja Buchholz müssen eine Cold Case Unit aufbauen. Bisher waren sie sehr erfolglos, doch dann müssen sie den Fall einer unbekannten ...

Hauptkommissarin Frederica Moll, sowie ihre Kollegen Christian Lauterbach und Tanja Buchholz müssen eine Cold Case Unit aufbauen. Bisher waren sie sehr erfolglos, doch dann müssen sie den Fall einer unbekannten weiblichen Leiche, die vor sieben Jahren in einer Baugrube in der Hamburger HafenCity gefunden wurde, lösen. Damals wurde die Frau von niemandem vermisst, doch mit ungewöhnlichen Methoden kann die Identität der Frau geklärt werden - und ein schockierendes Geheimnis kommt ans Licht!

"Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity" ist der dritte Teil der Serie von Isabel Bernsmann. Da mir die ersten Fälle bereits zu 100 % gefallen haben, dachte ich nicht, daß eine Steigerung noch möglich ist. Doch - sie ist möglich! Denn dieser dritte Teil ist für mich noch besser! Die Handlung ist von Beginn bis Ende durchgehend spannend. Man verfolgt gebannt die Ermittlungen, merkt deutlich, daß Frederica hier von ganz oben Steine in den Weg gelegt werden und hofft, daß sie sich durchsetzen kann. Immer wieder gibt es Einschübe, die aus der Sicht einer entführten Frau geschrieben sind. Hier weiß man nicht, ob es sich um Szenen aus der Vergangenheit der Leiche handelt, oder ob man es hier mit einem Opfer der Gegenwart zu tun hat. Dies macht die Sache natürlich noch spannender! Ein besonderer Reiz liegt auch in den Querelen des Ermittlungsteams untereinander. Christian hat mit dem Fehler von Frederica noch immer nicht ganz abgeschlossen und als auch noch Fredericas Ex Matthias in die Unit versetzt wird, wird es noch problematischer. Einzig Alfred, Tanjas Dogge, läßt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. An den Krimis von Isabel Bernsmann gefällt mir besonders gut, daß man hier ganz nebenbei Hamburg erkundet. Ich mag diese Stadt sehr und liebe es, durch dieses Buch die verschiedenen Stadtteile zu erleben und dabei noch einiges Wissenswerte zur Geschichte einzelner Bauwerke und Handlungsorte zu erfahren. Das gehört für mich einfach zu einem Krimi mit Regionalität dazu!

Mir hat die Serie bisher sehr viel Freude bereitet, so daß ich sie gern empfehle und hoffe, daß es bis Band 4 nicht mehr allzu lange dauert!

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Veröffentlicht am 17.08.2023

Gelungener Auftakt

Möwen, Strand und Küstentod - Die verschollene Meerjungfrau
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Die Berlinerin Ulla Sonnenberg fährt zur Kur nach Usedom. Ihrem verwöhnten Ehemann Chris gefällt dies gar nicht - muß er doch seine Socken jetzt selber suchen. Im Kurhotel angekommen muß sie sich ihr Zimmer ...

Die Berlinerin Ulla Sonnenberg fährt zur Kur nach Usedom. Ihrem verwöhnten Ehemann Chris gefällt dies gar nicht - muß er doch seine Socken jetzt selber suchen. Im Kurhotel angekommen muß sie sich ihr Zimmer aufgrund einer Doppelbelegung zunächst mit der jungen Leni teilen, von der Ulla mitbekommt, daß diese privat einige Probleme hat. Als Leni am nächsten Tag spurlos verschwunden ist, macht sich Ulla zusammen mit ihren neuen Usedomer Freunden Klaus und Bernhard auf die Suche nach ihr. Sie erfährt, daß Leni nicht das erste verschwundene Mädchen ist. Ulla gerät unter Streß - und auch Chris gefällt ihre neue Freundschaft zu Klaus und Bernhard gar nicht.

"Möwen, Strand und Küstentod - Die verschollene Meerjungfrau" ist der Auftakt zu einer neuen Serie von Tilda Larsen. Dieser Auftakt ist absolut gelungen! Ulla, Klaus und Bernhard verbreiten richtig viel Spaß! Ulla, die gutsituierte Ehefrau in High Heels, die selbst am Strand nicht auf dieses Schuhwerk verzichten mag und hier einiges lernen muß, sorgt für so manche humorvolle Szene. Klaus und Bernhard, das Usedomer Vater-Sohn-Gespann mit Ecken und Kanten, war mir von Anfang an sympathisch. Und irgendwie mochte ich auch Chris, obwohl er eigentlich der Stinkstiefel von Ehemann sein soll. Er sorgt hier jedenfalls für einige Unruhe und ich hoffe, daß er auch in dem nächsten Buch noch rumstänkern kann. Er würde mir tatsächlich fehlen. Tja, und es gibt noch Bernhardinerdame Gundula - tolpatschig und liebenswert, der eigentliche Star des Buches. Die Handlung bietet durchaus Spannung, auch wenn man hier nicht auf große Action trifft. Trotzdem fesselt die Story, denn das Rätsel um die verschwundenen Frauen zieht den Leser magisch an. Zu undurchsichtig und geheimnisvoll ist das Verschwinden und man hat keinen wirklichen Verdacht, was dahintersteckt. Tilda Larsen nimmt einen mit auf die Insel Usedom, die sie offenbar sehr gut kennt. Denn sie schafft es, die Insel so wunderbar bildhaft zu beschreiben, daß man die Steilküste und den Strand vor Augen sieht, den Sand zwischen den Zehen spürt und die Wellen rauschen hört. Kurz gesagt: Dies Buch ist eine Wohltat und ich empfehle es sehr gern weiter - und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 17.08.2023

Bullerbü für Erwachsene

Knäcketod
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Ina bricht in Deutschland alle Brücken hinter sich ab, um in Schweden mit ihrer Jugendliebe ein neues Leben zu beginnen. Nur mit ihrem Hund Zeus und wenig Gepäck kommt sie auf dem Bauernhof ihres Geliebten ...

Ina bricht in Deutschland alle Brücken hinter sich ab, um in Schweden mit ihrer Jugendliebe ein neues Leben zu beginnen. Nur mit ihrem Hund Zeus und wenig Gepäck kommt sie auf dem Bauernhof ihres Geliebten Viggo an, doch nichts ist so, wie Ina es sich vorgestellt hat: Es empfängt sie eine sympathische Frau, die sich als Viggos Witwe Agneta vorstellt und der Hof ist eine Wohngemeinschaft für ein paar muntere Senioren. Als der erste Schock überwunden ist und Ina alle Bewohner kennengelernt hat, entschließt sie sich, deren Einladung anzunehmen und bis zum Mittsommerfest zu bleiben. Dann geschehen auf dem Hof merkwürdige Dinge und es kommt zu ungeklärten Todesfällen. Für Ina ist das eine klare Sache, daß sie die Fälle aufklären muß, denn schließlich war sie Buchhändlerin und kennt sich deshalb mit Schweden-Krimis bestens aus!

"Knäcketod" ist ein Schweden-Krimi der ganz anderen Art. Endlich ist der Polizist kein gemütskranker Eigenbrödler hart an der Grenze zum Alkoholiker. Björn Berenz hat stattdessen einen wohltuend heiteren Roman geschrieben. Die Menschen sind fröhlich und verstehen es, ihre Feste zu feiern. Diese Stimmung ist irgendwie ansteckend. Dazu kommt noch die wunderschöne Natur und der Sehnsuchtsort ist perfekt. Doch natürlich hat jedes Paradies seine Schlangen, aber die Menschen halten zusammen und stehen alle Schwierigkeiten gemeinsam durch. Als Krimi hat dieses Buch auch eine gewisse Spannung, aber ebenso auch seine komischen Situationen. Diese Mischung macht großen Spaß und ist die ideale Urlaubsunterhaltung. Der Schluß läßt auf eine Fortsetzung hoffen. Ich wäre sofort dabei!

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Veröffentlicht am 14.08.2023

Ein Roman mit Tiefgang

Perlenbach
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Im Jahr 1865 fährt der kleine Jacob mit seinem Vater von Montjoie nach Wollseifen. Jacobs Vater ist Tuchfabrikant und er will in Wollseifen Schafwolle kaufen. Auf dem Bauernhof der Familie Lintermann lernt ...

Im Jahr 1865 fährt der kleine Jacob mit seinem Vater von Montjoie nach Wollseifen. Jacobs Vater ist Tuchfabrikant und er will in Wollseifen Schafwolle kaufen. Auf dem Bauernhof der Familie Lintermann lernt Jacob den Sohn des Bauern kennen. Wilhelm und Jacob freunden sich an und da Jacob in Montjoie keine Freunde hat, holt sein Vater Wilhelm in die Stadt. Für den Bauernjungen ist der Aufenthalt dort wie ein Leben im Paradies. Zusammen mit Luise, der Tochter des Arztes, und Jacob erlebt er eine herrliche Zeit. Die Kinder schwören sich ewige Freundschaft. So vergehen Jahre und Wilhelm darf jeden Winter bei Jacob verbringen. Jeder von ihnen hat Pläne, aber während es für Luise und Jacob einfach ist, ihren Weg zu gehen, muß Wilhelm hart kämpfen, um der Armut zu entfliehen. Als er es geschafft hat, in einem besseren Leben Fuß zu fassen, kommt es zwischen ihm und Jacob zu einem Streit. Wilhelm bleibt keine Wahl, er muß wieder zurück nach Wollseifen und den Hof der Familie übernehmen.

Anna-Maria Caspari liegt die Eifel wohl sehr am Herzen, denn nur so kann man einen dermaßen ergreifenden Roman wie "Perlenbach" schreiben. Sie findet für das harte Leben der Bauern dort Worte, die sehr ans Herz gehen. Es ist heute unvorstellbar, wie Menschen damals leben mußten und trotz harter Arbeit immer arm blieben. Das Schicksal der Bauernfamilie Lintermann war wohl stellvertretend für so viele Familien. Anna-Maria Caspari beschreibt den Zwiespalt des Bauernjungen Wilhelm sehr gefühlvoll. Sein harter Kampf gegen sein vorgezeichnetes Leben in dieser Armut berührt den Leser. Doch auch die Lebenswege der beiden Kinder aus den privilegierten Familien sind nicht einfach und man muß schon beim Lesen manchmal innehalten und schlucken.
Dieses Buch kann man nicht einfach lesen und danach abhaken. Es geht unter die Haut.

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