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Veröffentlicht am 02.08.2023

Überzeugt

Kommissarin Moll und die Tote aus der Speicherstadt
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In der ehrwürdigen Hamburger Bank "Severin und Partner" wird die Mathematikerin Claire Muller bewußtlos aufgefunden Die Diagnose einer Überdosis Insulin wirft Fragen auf, denn niemand weiß von einer Diabeteserkrankung. ...

In der ehrwürdigen Hamburger Bank "Severin und Partner" wird die Mathematikerin Claire Muller bewußtlos aufgefunden Die Diagnose einer Überdosis Insulin wirft Fragen auf, denn niemand weiß von einer Diabeteserkrankung. Die Kommissare Frederica Moll und Christian Lauterbach ermitteln, daß eine Gruppe Mathematiker, unter ihnen Claire Muller, an einer Version Bitcoins arbeitet, die eine Bedrohung für Spekulanten darstellt und für das organisiere Verbrechen interessant ist...

"Kommissarin Moll und die Tote aus der Speicherstadt" ist der zweite, mit Abstand von 5 Monaten an Band 1 anschließende, Fall für Frederica Moll und Christian Lauterbach. Isabel Bernsmann beschreibt zwar alle wesentlichen Fakten, die zum Verständnis der Probleme zwischen Frederica und Christian wichtig sind, jedoch würde ich empfehlen, die Bücher tatsächlich nacheinander zu lesen. Eigentlich hat man hier direkt drei Handlungsstränge. Es geht um die Probleme zwischen Frederica und Christian, basierend auf den Vorkommnissen vor 5 Monaten, um den Selbstmord von Fredericas Vater und den aktuellen Fall. Alles zusammen bildet eine sehr spannende Handlung und man verfolgt sie gebannt. Bitcoins waren für mich Fremdland, mit dem ich mich noch nie beschäftigt habe. Deswegen hatte ich hier zunächst etwas Verständnisschwierigkeiten, die sich aber dank der verständlichen Beschreibungen schnell in Luft auflösten. Überhaupt wird hier alles sehr anschaulich auf leichte Art beschrieben. Man findet sich mitten in Hamburg wieder und genießt die Schönheit dieser Stadt. Die Charaktere entwickeln sich hier natürlich mit all ihren Eigenarten weiter. Gerade Frederica gewinnt immer mehr an Sympathie. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist auch hier wieder Thema und sorgt auf ganz bestimmte Art für gute Unterhaltung. Mir hat dieser zweite Fall wieder sehr gut gefallen und bin schon auf Band 3 gespannt!

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Eine tolle Entdeckung

Ein niederträchtiger Mord. Mutter Oberin Aquinas ermittelt
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Irland 1923: Nach heftigen Regenfällen tritt der Fluss Lee in Cork über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Am frühen Morgen findet die Oberin des Klosters eine tote Frau vor den Toren des Gebäudes. Mutter ...

Irland 1923: Nach heftigen Regenfällen tritt der Fluss Lee in Cork über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Am frühen Morgen findet die Oberin des Klosters eine tote Frau vor den Toren des Gebäudes. Mutter Aquinas ruft sofort Sergeant Patrick Cashman. Der war ihr Schüler auf der Klosterschule. Sergeant Cashman untersucht die Tote sehr genau und stellt fest, daß sie ein elegantes Ballkleid trägt. An ihrem Hals erkennt er Würgemale. Bald stellt sich heraus, daß es sich um die Tochter eines reichen Teehändlers handeln muß, die am Abend einen Ball besucht hat. Doch warum steckt im Saum ihres Kleides eine Fahrkarte für die Fähre nach Liverpool? Als der Arzt Dr. Sher feststellt, daß die Frau ertrunken ist, kommt kurz Verwirrung auf. Doch Mutter Aquinas, Sergeant Cashman und der Doktor geben nicht auf und lösen den Fall mit Mut und Verstand.

Mit "Ein niederträchtiger Mord" ist Cora Harrison ein absoluter Volltreffer gelungen! Ich bin total begeistert von der spannenden Geschichte und von den Charakteren, die dieser Geschichte so viel Leben geben. Dazu kommt noch die interessante Hintergrundgeschichte über den irischen Freiheitskampf. Das alles wird von Cora Harrison so klar und lebhaft geschildert, daß das Lesen richtig Spaß macht. Besonders die Nonnen werden von ihr ehrlich beschrieben. Auch sie haben weltliche Probleme und Fehler, die sie so sympathisch machen.

Leider habe ich bisher nur dieses eine Buch über die Oberin Aquinas gefunden. Es wäre toll, wenn dies der Auftakt zu einer neuen Serie wäre!

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Auch dieser Fall überzeugt

Nordlicht - Tod in den Fluten
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Die junge Bankerin Saskia Niekamp geht während eines Kundenevents auf einer Segelyacht bei einem Wendemanöver über Bord. Die Flensburger Förde ist rauh, ihre Leiche wird wenige Tage später an der dänischen ...

Die junge Bankerin Saskia Niekamp geht während eines Kundenevents auf einer Segelyacht bei einem Wendemanöver über Bord. Die Flensburger Förde ist rauh, ihre Leiche wird wenige Tage später an der dänischen Küste angespült. Der vermeintliche Unfall entpuppt sich schnell als Mord. Die deutsch-dänischen Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg sehen sich bei ihren Ermittlungen mit Herrschaften der Vorstandsetagen und deren reichen Kunden konfrontiert. Sie entdecken Verbindungen zu einem alten, ungelösten Fall und kommen dadurch der Lösung des Falles immer näher..

"Tod in den Fluten" ist der neueste Teil der "Nordlicht-Serie" von Anette Hinrichs. Diese Serie verliert noch immer nichts von ihrem Charme. Vibeke und Rasmus sind mir mittlerweile sehr vertraut und ich freue mich immer, wenn ich wieder an ihrem Leben teilhaben kann. Natürlich spielt auch hier das Privatleben eine Rolle, jedoch dominiert es nicht die Handlung und findet eher nebenbei statt. Für die Handlung finde ich es jedoch wichtig, daß die Charaktere durch Einblicke ins Private ein Gesicht bekommen. Man fühlt sich ihnen dadurch viel verbundener. Anette Hinrichs ist hier ihrem Stil wieder treu geblieben. Sie schafft es, Spannung zu verbreiten, die geschickt aufrecht gehalten wird und gut unterhält. Gerade die Ermittlungen in den "oberen Etagen" und bei den gut situierten Kunden sorgen hier für das gewisse Etwas. Gleichzeitig siedelt sie die Handlung in der schönen Flensburger Förde an, die den Leser hier so manches Mal tief durchatmen läßt. Bei den Beschreibungen der Landschaft gerät man schon fast ins Träumen und spürt die herrliche nordische Atmosphäre hautnah.

Ein neuer Band dieser herrlichen Serie ist jedes Jahr ein Highlight- so auch diesmal!

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Friesisch herb

Leichenblass im Fass
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Die Friesenbrauerin Gesine Felber ist überglücklich, denn sie hat mit ihrem "Tüdelbräu" den norddeutschen Brauereiwettbewerb gewonnen! Von nun an ist es jedoch vorbei mit der Ruhe in Sünnum, denn die Touristen ...

Die Friesenbrauerin Gesine Felber ist überglücklich, denn sie hat mit ihrem "Tüdelbräu" den norddeutschen Brauereiwettbewerb gewonnen! Von nun an ist es jedoch vorbei mit der Ruhe in Sünnum, denn die Touristen fallen in Scharen in das Dorf ein, um ihr Bier zu trinken. Doch dann wird im Bierfass eine Leiche gefunden, ausgerechnet Gesine wird zur Verdächtigen und ist plötzlich spurlos verschwunden. Tochter Wiebke und die Dorfbewohner machen sich auf die Suche nach ihr und dem wahren Mörder.

Joost Jensen setzt seine Serie um die sympathischen Bewohner Sünnums mit "Leichenblass im Fass" gelungen fort. Wie bereits im ersten Teil der Serie wird man hier mit einem sehr locker-leichten Schreibstil belohnt, bei dem man einfach ganz viel Spaß hat. Man stolpert immer wieder über typisch friesisch-herben Humor, bei dem kein Auge trocken bleibt. Dies und die bildhafte Beschreibung der Region lassen das Buch zu einem wunderbaren Regionalkrimi werden, dem es nicht an Lokalkolorit mangelt. Die Bewohner von Sünnum tun hier ebenfalls ihr bestes für die Authentizität, denn jeder hier hat so seine kleine Macke und Eigenheit. Sie verkörpern den Friesen so, wie man ihn sich vorstellt. Die Handlung ist spannend, auch wenn sie komplett ohne Blutvergießen und wilde Schießereien auskommt. Hier kann man miträtseln und verfolgt so manch falsche Fährte. Auch wenn dies der zweite Teil der Serie ist, kann man mit ihm prima beginnen. Joost Jensen vermittelt die wichtigsten Details sehr geschickt zwischendurch, so daß nie das Gefühl aufkommen wird, etwas verpasst zu haben.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Ein berührender Abschluss

Wunderzeit
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Der Betrieb im Krankenhaus Waldfriede geht nach dem zweiten Weltkrieg unter großen Schwierigkeiten weiter. Als der Westteil Berlins von den Sowjets abgeriegelt wird, muß auch das Personal des Waldfriede ...

Der Betrieb im Krankenhaus Waldfriede geht nach dem zweiten Weltkrieg unter großen Schwierigkeiten weiter. Als der Westteil Berlins von den Sowjets abgeriegelt wird, muß auch das Personal des Waldfriede auf die Rosinenbomber hoffen, um zu überleben. Unter ihnen ist auch die Schwesternschülerin Christina. Als sie mit einem Flüchtlingstreck im Krankenhaus an kam, hat sich Schwester Hanna um das elternlose Mädchen gekümmert. Jetzt möchte Christina Hebamme werden. Doch zuerst muß sie die Erlebnisse ihrer Flucht verarbeiten. Als Christina den Flugzeugmechaniker Peter kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Die zwei jungen Leute planen eine gemeinsame Zukunft. Doch Peter hat einen großen Traum. Als Christina davon erfährt, stockt ihr der Atem, denn dafür muß Peter sich in große Gefahr begeben. Doch nicht nur um Peter muß Christina sich große Sorgen machen!

Mit dem Buch "Wunderzeit - Die Schwestern vom Waldfriede" muß man sich nun leider von dieser packenden Saga verabschieden. Auch diesmal hat Corina Bomann wieder das Gefühl für diese turbulente Zeit ganz lebensnah vermittelt. Zu den schon vertrauten Personen aus dem Krankenhaus geht es diesmal auch um ein Flüchtlingsmädchen. Aus ihrer Sicht erlebt man die unmenschlichen Erlebnisse auf ihrer Flucht aus dem Osten. Das geht sehr unter die Haut. Auch mit den Menschen, die man schon in allen anderen Teilen der Saga begleitet hat, kann man in dieser letzten Geschichte mitleiden. Es ist ein eigenartiges Gefühl, daß diese Personen plötzlich alt geworden sind und ihr Platz durch jüngere eingenommen wird. Ich finde Geschichten von Menschen, die wirklich gelebt haben, immer besonders berührend. Es ist doch schön, daß ein Mensch solche Spuren hinterlassen kann und daß es dann Autoren wie Corina Bomann gibt, die ihren Lesern davon erzählen.

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