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Veröffentlicht am 26.11.2025

Toller schwarzer Humor

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner in Glücksburg an der Ostsee. Eines Tages erhält er Post aus dem Jenseits - sein alter Freund Patrick ist tot, Mads soll die Rede halten, hatte jedoch seit Jahren keinen Kontakt ...

Mads Madsen ist Trauerredner in Glücksburg an der Ostsee. Eines Tages erhält er Post aus dem Jenseits - sein alter Freund Patrick ist tot, Mads soll die Rede halten, hatte jedoch seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Patrick und beginnt, dessen Vergangenheit zu erforschen. Dabei stellt sich heraus, daß Patrick alles andere als nett war. Mads kommt Geheimnissen und Lügen auf die Spur, bringt damit sich, seine Familie und Freunde in Gefahr.

"Über die Toten nur gutes" ist ein Krimi voller schwarzem Humor. Andreas Izquierdo erzählt die Geschichte aus Sicht von Trauerredner Mads Madsen. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in dessen Gefühlswelt und versteht seine Handlungsweisen besser. Seine Charaktere hat der Autor allesamt sympathisch, aber mit speziellen Eigenarten beschrieben. Sie wirken durchweg etwas skurril, aber man mag sie sofort - bis auf Patrick, hinter dessen wahres Gesicht man hier erst nach und nach sieht. Andreas Izquierdo ist Meister des schwarzen Humors. Dies beweist er auch hier wieder. Man muß allerdings auch manchmal zwischen den Zeilen lesen, um seine Art richtig zu verstehen. Dann kann man hier sehr oft herzhaft lachen. Dieses Buch bereitet einfach richtig viel Spaß und unterhält perfekt. Mir hat es sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Sehr authentisch

Tatort Hafen - Die letzte Fähre nach Dockland
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Melanie Cullmann nimmt auf dem Weg von ihrer Arbeitsstätte, dem Containerterminal, die letzte Fähre nach Dockland. Auf der Fähre fühlt sie sich beobachtet, sogar bedroht. Sie bittet ihren Mann, Fred Cullmann, ...

Melanie Cullmann nimmt auf dem Weg von ihrer Arbeitsstätte, dem Containerterminal, die letzte Fähre nach Dockland. Auf der Fähre fühlt sie sich beobachtet, sogar bedroht. Sie bittet ihren Mann, Fred Cullmann, sie am Anleger abzuholen. Doch Melanie kommt nie dort an. Ihre angespülte Leiche wird von Johann "Schrotti" Hansen gefunden. Jonna Jacobi, Tom Bendixen und Charlotte Severin haben nun einige Fragen zu klären und kommen dabei zusätzlich noch auf die Spur der gefundenen Zollplompen aus einem letzten Fall. Doch was hatte Melanie damit zu tun?


"Tatort Hafen - Die letzte Fähre nach Dockland" ist der dritte Fall für das sympathische Ermittlerteam der Wasserschutzpolizei Hamburg. Man kann diesen Fall allerdings auch als Einzelband lesen. Auch wenn Bezug zur Rahmenhandlung des vorherigen Falles besteht, wird alles so gut vermittelt, daß auch Neueinsteiger hier ohne Probleme alles nachvollziehen können. Angelique und Andreas Kästner brillieren hier wieder mit ihrem berufsbedingten Insiderwissen. Ihre Erfahrungen fließen bei den Handlungsweisen und Hintergrundinfos sehr schön mit ein. Man lernt viel über die Wasserschutzpolizei und die Abläufe im Containerhafen. Dies ist einer der absoluten Pluspunkte dieser Serie und wird auch hier perfekt umgesetzt. Ein weiteres Plus ist die packende Handlung. Hier fiebert man von Beginn an mit, das Buch läßt den Leser nicht mehr los. Man ermittelt mit Jonna, Tom und Charlotte, durchlebt Höhen und Tiefen der Ermittlungen und muß sich durch viele Wendungen immer wieder neu orientieren, um am Ende eine große Überraschung zu erleben. Das Besondere hier iegt darin, daß dem Fall das wahre Unglück der Barkasse "Martina" im Jahr 1984 zugrunde liegt. Zwar sind die Personen abgeändert, aber die Grundzüge sind klar erkennbar. Solche Verwebungen finde ichbimmer wieder toll! Hier werden auch die Privatleben von Tom und Charlotte wieder thematisiert, was jedoch nicht viel Raum einnimmt und für mich als Stammleser sehr interessantzu verfolgenist. Für mich ist diese Serie ein absolutes Highlight und ich kann es kaum erwarten, endlich den nächsten Band lesen können!

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Segeln und Umweltschutz

Die Welt unter meinem Boot
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Boris Herrmann - den Namen hat wohl jeder schon einmal gehört. Er ist nicht nur erfolgreicher Segler, sondern auch engagierter Umweltschützer. Diese beiden Lebensinhalte hat er nun in seinem Buch "Die ...

Boris Herrmann - den Namen hat wohl jeder schon einmal gehört. Er ist nicht nur erfolgreicher Segler, sondern auch engagierter Umweltschützer. Diese beiden Lebensinhalte hat er nun in seinem Buch "Die Welt unter meinem Boot" verbunden. Er beschreibt hier seine Erlebnisse bei der Vendee Globe 2024/25 sehr ehrlich. Man spürt die Unwägbarkeiten des Wetters auf der eigenen Haut. Freut sich mit ihm, wenn er perfekt mit dem Wind segelt und ärgert sich genau wie er, wenn es für ihn nicht paßt und die "Konkurrenz" ihn abhängt. Dabei verschweigt er auch seine persönlichen Probleme nicht. So schreibt er bereits vor dem Start von seinen Rückenschmerzen, die durch seine Angst vor der Einsamkeit an Bord entstehen. Er verschweigt nicht die psychologische Hilfe, die er in Anspruch nahm. Dies macht ihn menschlich und zeigt, daß auch Helden ihre Schwachstellen haben. Und haben dürfen! Ungeschönt beschreibt Boris Herrmann sowohl die schönen Seiten seines Sports mit der Faszination, die durch traumhafte Momente ausgelöst wird, als auch die Gefahren, sei es durch gebrochene Masten oder schräg gelegte Imocas. Diese Erlebnisse werden jedoch immer wieder durch Abschnitte unterbrochen, in denen es um Umweltschutz, Klimawandel und seinen Werdegang geht. Mitten im Regattatext hat dies meinen Lesefluss etwas gestört, so daß ich diese Kapitel gesondert gelesen habe. Denn auch sie sind lehrreich und interessant und dürfen nicht einfach übergangen werden. Ich war entsetzt, wieviel Fisch Trawler innerhalb kürzester Zeit aus dem Ozean fischen und welche Auswirkungen dies auf die nahegelegenen Küsten hat. Ein weiteres interessantes Kapitel war der Werdegang von Boris Herrmann. Diese Zielstrebigkeit ist bemerkenswert! Begeistert haben mich auch wieder die herrlichen Farbfotos der Regatta, die sowohl die Schönheit, als auch die Rauhheit des Sportes unterstreichen. Dieses Buch hat mich wieder mitgenommen auf eine Reise auf dem Ozean! Hoffentlich wird es auch zum Ocean Race 25 solch ein Buch geben - denn da war ich beim Start dabei!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Kater Socke muß man lieben

Schlüsselreiz
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In Hannover findet wieder die Heimtiermesse statt. Kater Socke macht sich auf den Weg dorthin, um endlich einen seiner Verwandten zu finden. Als er dort den Wachmann Dennis Dragowski tot im Schnee findet, ...

In Hannover findet wieder die Heimtiermesse statt. Kater Socke macht sich auf den Weg dorthin, um endlich einen seiner Verwandten zu finden. Als er dort den Wachmann Dennis Dragowski tot im Schnee findet, ist sein Spürsinn geweckt. Sein Besitzer, Hauptkommissar Peter Flott, ermittelt in dem Fall, aber Socke und seine Freunde ermitteln lieber selbst! Während Sockes Team in Richtung des Verschwindens eines prämierten Rassekaters ermittelt, versteift sich Peter Flott auf das Liebesleben des Wachmannes. Wer wird recht behalten?

"Schlüsselreiz" ist der zweite Fall für Kater Socke und seine Freunde. Wieder bekommt man einen spannenden und zugleich humorvollen Krimi. Heike Wolpert schreibt wunderbar leicht und locker. Die Szenen aus Sicht von Socke, Clooney und Suleika sind einfach genial. Ihre kätzische Sicht auf die Dinge sind einfach herrlich und man kann hier oft gut lachen. Hunde gibt es hier übrigens auch - Riesenschnauzer Jasper nämlich, der es sich mit Suleika verscherzt hat, da er in die Dackeline Angelique verliebt ist. Die tierischen Darsteller sind sehr gut dargestellt und haben Charakter. So, wie es sich für Hauptdarsteller gehört. Sie sind so sympathisch, ich würde jeden von ihnen adoptieren, denn sie haben einen festen Platz in meinem Herzen gefunden. Aber auch die menschlichen Charaktere sind sympathisch gezeichnet. Peter Flott hat das Herz am richtigen Fleck und ist Tierfreund mit Leib und Seele. Chris, seine Frau, ist Tierärztin und arbeitet ehrenamtlich im Tierheim. Beide lieben sie ihren Socke. Der Fall ist richtig spannend von Beginn bis Ende. Es gibt unendlich viele Motive und Verdächtige, ermittelt wird in alle Richtungen - und man ermittelt mit Begeisterung mit. Denn Heike Wolpert schafft es, ihre Leser zu fesseln und zu begeistern! Mich hat sie auf jeden Fall wieder mitgenommen in die Welt von Socke & Co.!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Nicht ganz so gut wie die Vorgänger

Traubenfest
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Kommissarin Marie Mercier freut sich auf das Wochenende. Sie will mit Großtante Leonie das traditionelle Fest "Felibree" besuchen. Doch alles kommt ganz anders. Emma, die 16jährige Tochter der Winzerin ...

Kommissarin Marie Mercier freut sich auf das Wochenende. Sie will mit Großtante Leonie das traditionelle Fest "Felibree" besuchen. Doch alles kommt ganz anders. Emma, die 16jährige Tochter der Winzerin Jeanne Laroussine, verschwindet spurlos vom Festgelände. Die Mutter ist nicht gerade kooperativ und das erschwert die Suche nach Emma. Als auch noch ein zweites Mädchen verschwindet, muß Marie vom Schlimmsten ausgehen. Da wird ein Mann tot aufgefunden, aber Marie kann auf den ersten Blick keinen Zusammenhang mit dem Verschwinden der Mädchen herstellen. Die Kommissarin und ihr Kollege Richard Martin lassen nicht locker bis sie den Fall gelöst haben, auch wenn ihre Familien dieses Wochenende auf sie verzichten müssen.

Der Perigord-Krimi mit dem Titel "Traubenfest" macht wieder Lust auf Urlaub. Julie Dubois läßt alle Bewohner des kleinen Ortes Saint-Andre-du-Perigord wieder auferstehen und sie sind so vertraut wie gute Freunde. Der Charme der Geschichten aus dem Perigord besteht aus der Mischung von Krimispannung und Dorfgeschichten. Auch das Leben der Ermittler geht immer weiter und der Leser erlebt alles hautnah mit. Diesmal ist die Spannung allerdings nicht so hoch, wie man es gewohnt ist. Der Fall dümpelt so vor sich hin. Die Geschichte lebt von der Rahmenhandlung, so daß man den eigentlichen Krimi gar nicht sehr vermißt. Auch das kann interessant sein. "Traubenfest" fällt also absolut unter den Begriff Wohlfühlkrimi.

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