Ein Ort, der seinen Schatten nicht verliert
Worum geht’s?
Wout hat Camp Donkerbloem gekauft und Tayfun dort als Verwalter eingesetzt. Für den ehemaligen Boxer wird der Ort mit seiner grausamen Vergangenheit zu einem unerwarteten Ruhepol. Ein Platz ...
Worum geht’s?
Wout hat Camp Donkerbloem gekauft und Tayfun dort als Verwalter eingesetzt. Für den ehemaligen Boxer wird der Ort mit seiner grausamen Vergangenheit zu einem unerwarteten Ruhepol. Ein Platz zum Durchatmen, zum Ankommen. Doch diese fragile Idylle zerbricht, als Frieda Stahnke ins Visier eines Killers gerät und bei Tayfun Schutz sucht. Und plötzlich ist Donkerbloem wieder das, was es nie ganz aufgehört hat zu sein: ein Ort, aus dem die Dunkelheit nie weicht.
Meine Meinung:
Nach dem ersten Teil der Donkerbloem-Trilogie habe ich sehnsüchtig auf „Das Camp“ gewartet. Und Linus Geschke macht keine Gefangenen: Er knüpft direkt an das Ende von Band eins an, zieht mich ohne Vorwarnung zurück in diese Geschichte und ich bin sofort wieder drin. In den Leben von Wout, Tayfun, Kathinka und Frieda. Unterschiedlich gezeichnet und doch durch so vieles verbunden.
Wer Band eins kennt, weiß, mit wem wir es hier zu tun haben. In diesem Teil tauchen wir noch tiefer in Kathinkas Vergangenheit ein, in ihre rastlose Suche nach ihrer Schwester Julia. Frieda erlaubt sich endlich, Gefühle zuzulassen. Wout ist… Wout. Genau das macht ihn so unberechenbar. Und dann ist da wieder Kathinkas IT-Kumpel, hochspannend aber auch irgendwie mysteriös, jemand, den man unbedingt auf seiner Seite haben möchte. Und Tayfun – oh Tayfun. Eine Figur, die man nicht nur liest, sondern fühlt.
Aus wechselnden Perspektiven zieht Geschke uns erneut hinab in die Unterwelt. Intrigen, Infiltration, Korruption. Vertuschung, Machtspiele, moralische Abgründe. Die Spannung liegt von der ersten Seite an wie Strom in der Luft, kribbelt unter der Haut und lässt einen nicht los. Hinzu kommt diese bedrückende, düstere Atmosphäre, die Camp Donkerbloem immer noch umgibt. Für Tayfun ist es ein Zuhause geworden, aber der Ort in den Ardennen wird seine Vergangenheit nicht los. Und dann diese scheinbar losen Erzählstränge, die sich langsam, unaufhaltsam aufeinander zubewegen. Geschke führt sie mit beeindruckender Präzision zusammen und lässt sie in einem Showdown explodieren, der mir erst das Herz bricht und mir dann keine Sekunde Luft zum Innehalten lässt. Und dieses Ende. Das Ende ganz am Ende. Wout, wie ein Phönix aus der Asche. Genau so liebe ich das. Genau so muss Spannung sein. Genau so muss ein Thriller sein. Band drei kann kommen. Ich bin bereit!!!
Fazit:
„Das Camp“ von Linus Geschke ist ein Thriller, der keine Pausen kennt und keine Gnade zeigt. Die Figuren sind tief und erschreckend nahbar, die Atmosphäre schwer und allgegenwärtig. Geschke spielt virtuos mit Perspektiven, Spannungsbögen und auch mit unseren Emotionen. Camp Donkerbloem wird erneut zum dunklen Mittelpunkt einer Geschichte, die unter die Haut geht und dort bleibt. Nach diesem zweiten Band ist klar: Diese Trilogie ist nichts für schwache Nerven. Und genau deshalb muss ich wissen, wie alles endet.
5 spannende Sterne von mir.