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Veröffentlicht am 27.04.2026

Sehr gut lesbar

Die Erfinderin der Freiheit
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Dresden 1908, wie in ganz Deutschland üblich haben die Frauen wenig Rechte. Sie dürfen nur mit Zustimmung ihres Ehemanns arbeiten, ein Konto besitzen und Entscheidungen treffen. Christine ist ledig und ...

Dresden 1908, wie in ganz Deutschland üblich haben die Frauen wenig Rechte. Sie dürfen nur mit Zustimmung ihres Ehemanns arbeiten, ein Konto besitzen und Entscheidungen treffen. Christine ist ledig und arbeitet als Sporttherapeutin im Sanatorium Lahmann auf dem Weißen Hirsch. Als sie beobachtet, dass Frauen aufgrund der Korsettschnürung oft in Ohnmacht fallen, erfindet sie den ersten Büstenhalter. Sie hat es nicht einfach, diesen bekannt zu machen und davon leben zu können. Ebenso geht es der Kaffeefilter-Erfinderin Melitta. Die Frauen kämpfen sich gemeinsam durch.

Das Buch ist ein historischer, sehr gut lesbarer Wohlfühl-Roman. Über die Erfinderin des BH ist relativ wenig bekannt und so hat die Autorin eine Geschichte rundherum konstruiert, wie es möglich gewesen wäre. Sehr gut eingebaut sind die damaligen Ereignisse in Dresden und auch die Örtlichkeiten. Den Testlesern sind allerdings einige Sachen durchgerutscht. So schreibt sie einmal, dass der Herd heruntergedreht wird. In der damaligen Zeit gab es zwar schon vereinzelt Gas- oder Elektroherde, allerdings dürften sie in einem Haushalt, der gerade so die Miete zusammenbringt, noch nicht existiert haben. Da wurde eher mit Kohle oder Holz geheizt und gekocht. Gleiches gilt für die Bemerkung, dass das Radio angedreht und ein Weihnachtskonzert gesucht wird. Das gab es erst 1923. Und auch hier wird es das in einem eher ärmlichen Haushalt nicht gegeben haben. Ansonsten wird Dresden aber sehr gut dargestellt und ist immer eine Reise wert. Gleichzeitig ist das Buch auch sehr gut lesbar und bekommt von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Hat nicht überzeugt

Meeresdunkel
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Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich ...

Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich auf die Finca über den Klippen am Ende des Ortes. Dumm nur, dass beide das gleiche gebucht haben. Da sie nichts anderes finden, arrangieren sie sich miteinander. Jeder hat irgendwas zu verbergen und die Atmosphäre ist ziemlich spannungsgeladen. Bis es den ersten Toten gibt.

Ein wunderschönes Cover, ein Klappentext, der neugierig macht. Dann allerdings über weite Strecken wird es eher eine Enttäuschung. Alles lässt sich gut und flüssig lesen und anfangs beginnt die Geschichte auch sehr gut. Doch mehr und mehr fehlt jegliche Spannung und als gerade ein wenig davon aufkommt, gibt es einen Schwenk in die Vergangenheit. Und damit das nächste Problem für mich. Das Motiv einer alten Jugendliebe reicht für mich nicht aus für die Verrenkungen, die da gemacht werden, und auch die weiteren Abläufe überzeugen mich irgendwie nicht mehr. Vom Ende will ich dann gar nicht reden. Ich hatte wohl einfach mehr erwartet. So ist der Thriller für mich allenfalls Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Irgendwie ganz nett

Mord in der Pension Möwennest
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Nora war mehr als 30 Jahre Nonne in einem Kloster. Nicht direkt freiwillig, sie hat eine eher tragische Geschichte. Ihre ehemalige Novizin Frieda hat das Kloster verlassen und ihr regelmäßig Briefe geschrieben. ...

Nora war mehr als 30 Jahre Nonne in einem Kloster. Nicht direkt freiwillig, sie hat eine eher tragische Geschichte. Ihre ehemalige Novizin Frieda hat das Kloster verlassen und ihr regelmäßig Briefe geschrieben. Als diese plötzlich ausbleiben und es von Frieda keine Spur mehr gibt, verlässt auch Nora das Kloster und begibt sich auf die Suche und landet undercover in der Pension Möwennest, wo Frieda zuletzt gewohnt hat. Doch die Leute dort sind eigenartig und bald schon folgt ein Toter nach dem nächsten. Die Polizei ermittelt allerdings nur mäßig.

Das Buch ist irgendwie ganz nett. Ich kann es gar nicht so richtig fassen. Es liest sich ziemlich gut, allerdings fehlte mir die ganze Zeit viel Spannung. Alles plätschert ein wenig vor sich hin und die Personen sind fast alle mehr als nur schräg. Relativ zeitig hatte ich auch einen Verdacht, wenn auch aus einem etwas anderen Grund. Ich spreche eine Leseempfehlung aus, allerdings ausschließlich für Leute, die auf Cosy crime stehen. Diese werden das Buch mögen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Nicht nur Botanik

Ein Ort, der bleibt
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Imke fliegt nach Istanbul, um an einem Gutachten über einen alten Botanischen Garten mitzuwirken. Dieser wurde 1933 angelegt, und zwar von einem deutschen Professor, der vor den Nazis geflohen ist. Jetzt ...

Imke fliegt nach Istanbul, um an einem Gutachten über einen alten Botanischen Garten mitzuwirken. Dieser wurde 1933 angelegt, und zwar von einem deutschen Professor, der vor den Nazis geflohen ist. Jetzt soll entschieden werden, ob der Garten und die Gebäude aufgelöst werden.

Das Buch erzählt die interessante Geschichte einer wahren Begebenheit. Der Botanische Garten in Istanbul wurde tatsächlich von dem jüdischen Professor Alfred Heilbronn angelegt. Er ist vor den Nazis zusammen mit seiner Familie geflohen. Auch seine Frau ist Doktor, aber in Istanbul kann sie nur als Hausfrau arbeiten. Trotzdem ist sie unheimlich wichtig für ihren Mann. Das kommt in dem Buch sehr gut rüber. Die Geschichte in der Gegenwart konnte mich nicht so packen, auch weil ich mit Imke nicht wirklich warm geworden bin. Ihre Ängste und Marotten haben mich eher genervt. Die Geschichte in der Vergangenheit war für mich tatsächlich wesentlich interessanter. Auch wie damals in der Türkei die Wissenschaft gefördert wurde und Frauen auf einmal viele Freiheiten bekommen. Das ist gut beschrieben und deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 27.04.2026

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Strandgut
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Luc bekommt es mit einem Mord an einem sehr ungewöhnlichen Ort zu tun. Euronat ist das größte FKK-Camp an der französischen Atlantikküste. Besucht wird es vor allem von Deutschen, inzwischen aber auch ...

Luc bekommt es mit einem Mord an einem sehr ungewöhnlichen Ort zu tun. Euronat ist das größte FKK-Camp an der französischen Atlantikküste. Besucht wird es vor allem von Deutschen, inzwischen aber auch vielen Franzosen und internationalen Gästen. Doch die Bürgermeisterin der Gemeinde will das Camp schließen und stattdessen Luxushotels bauen lassen. Unterstützt wird sie vom Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, den sie von früher kennt. Doch genau dieser wird bald im Camp nackt und tot aufgefunden. Die Ermittlungen ergeben einige Überraschungen.

Mir gefällt die Reihe gut und dieser zehnte Band gehört für mich zu einem der besten. Das liegt zum Teil an dem sehr ungewöhnlichen Ort, an dem das Buch spielt. Aber auch an den interessanten Randbemerkungen: ich wusste nicht, dass man als Ausländer in Frankreich wählen kann. Die Lösung, was die Auflösung des Camps angeht, fand ich schlichtweg genial. Der Fall selber verlief wie alle vorherigen eher ruhig und die Ermittlungen sind nachvollziehbar. Leid tut mir der Kollege von Luc, bin gespannt, wie die Verhandlung ausgehen wird. Alles in allem freue ich mich auf die angekündigte zeitnahe Fortsetzung und kann eine Leseempfehlung aussprechen

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