Sehr gut lesbar
Die Erfinderin der FreiheitDresden 1908, wie in ganz Deutschland üblich haben die Frauen wenig Rechte. Sie dürfen nur mit Zustimmung ihres Ehemanns arbeiten, ein Konto besitzen und Entscheidungen treffen. Christine ist ledig und ...
Dresden 1908, wie in ganz Deutschland üblich haben die Frauen wenig Rechte. Sie dürfen nur mit Zustimmung ihres Ehemanns arbeiten, ein Konto besitzen und Entscheidungen treffen. Christine ist ledig und arbeitet als Sporttherapeutin im Sanatorium Lahmann auf dem Weißen Hirsch. Als sie beobachtet, dass Frauen aufgrund der Korsettschnürung oft in Ohnmacht fallen, erfindet sie den ersten Büstenhalter. Sie hat es nicht einfach, diesen bekannt zu machen und davon leben zu können. Ebenso geht es der Kaffeefilter-Erfinderin Melitta. Die Frauen kämpfen sich gemeinsam durch.
Das Buch ist ein historischer, sehr gut lesbarer Wohlfühl-Roman. Über die Erfinderin des BH ist relativ wenig bekannt und so hat die Autorin eine Geschichte rundherum konstruiert, wie es möglich gewesen wäre. Sehr gut eingebaut sind die damaligen Ereignisse in Dresden und auch die Örtlichkeiten. Den Testlesern sind allerdings einige Sachen durchgerutscht. So schreibt sie einmal, dass der Herd heruntergedreht wird. In der damaligen Zeit gab es zwar schon vereinzelt Gas- oder Elektroherde, allerdings dürften sie in einem Haushalt, der gerade so die Miete zusammenbringt, noch nicht existiert haben. Da wurde eher mit Kohle oder Holz geheizt und gekocht. Gleiches gilt für die Bemerkung, dass das Radio angedreht und ein Weihnachtskonzert gesucht wird. Das gab es erst 1923. Und auch hier wird es das in einem eher ärmlichen Haushalt nicht gegeben haben. Ansonsten wird Dresden aber sehr gut dargestellt und ist immer eine Reise wert. Gleichzeitig ist das Buch auch sehr gut lesbar und bekommt von mir eine Leseempfehlung.