Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2025

Ich hatte mehr erwartet

Eine von uns
0

Gina und ihr Mann Matt haben ihr Haus durch einen Brand verloren. Nun sind sie mit ihren zwei kleinen Kindern in das Haus ihrer Freundin Annie aus Kindertagen gezogen, die gerade auf einer längeren Reise ...

Gina und ihr Mann Matt haben ihr Haus durch einen Brand verloren. Nun sind sie mit ihren zwei kleinen Kindern in das Haus ihrer Freundin Annie aus Kindertagen gezogen, die gerade auf einer längeren Reise ist. Kurz nach ihrem Einzug klingelt es an der Haustür und Gina steht Mary gegenüber, Annies Haushälterin. Gina glaubt ihr, denn auf Rückfrage lobt Annie Mary in den höchsten Tönen. Schnell beschleicht Gina das Gefühl, daß Mary etwas zu verbergen hat.

Samantha Hayes konnte mich mit "Eine von uns" leider nicht komplett überzeugen. Die Handlung ist einfach zu vorhersehbar. Bereits von Beginn an hatte ich eine Ahnung, wer sich wirklich hinter der Haushälterin verbirgt. Dadurch kam leider keine wirkliche Spannung auf. Einzig zum Schluß hat die Autorin zwei Wendungen eingebaut, die nicht vorhersehbar waren, jedoch wie plötzlich aus dem Hut gezaubert erscheinen und irgendwie nicht stimmig wirken. Ihre Charaktere hat Samantha Hayes alle sehr undurchschaubar gestaltet. Nur Mary konnte man direkt einordnen. Alle anderen bleiben blaß und gerade Gina handelt sehr unglaubwürdig und blauäugig. Aber auch alle anderen Charaktere handeln zum Schluß sehr unglaubwürdig, ihr Handeln ist einfach nicht nachvollziehbar. Nebenbei wurde mir das Thema Kleinkinder, der Umgang mit ihnen und ihre Launen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Dies hat das Buch für mich künstlich in die Länge gezogen und war schlichtweg uninteressant. Die Autorin verfügt jedoch über einen ausgesprochen guten Schreibstil, der sich leicht lesen läßt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2025

Zwischendurch etwas langatmig

Himmelerdenblau
0

Vor 20 Jahren verschwand die kleine Julie spurlos aus ihrem Elternhaus. Ein mysteriöser Brief mit einer verschwindend geringen Lösegeldforderung gibt genau wie das Verschwinden bis heute Rätsel auf. Einzig ...

Vor 20 Jahren verschwand die kleine Julie spurlos aus ihrem Elternhaus. Ein mysteriöser Brief mit einer verschwindend geringen Lösegeldforderung gibt genau wie das Verschwinden bis heute Rätsel auf. Einzig Vater Theo glaubt noch an das Überleben seiner Tochter. Als sich die bekannte True-Crime-Podcasterin Liv mit dem Fall beschäftigt und Theo um ein Interview bittet, will er mit ihr gemeinsam die Wahrheit herausfinden. Die Zeit drängt, denn Theos Demenz schreitet immer weiter voran und seine Erinnerungen verblassen.

Mit "Himmelerdenblau" hat Romy Hausmann einen sehr eindringlichen Thriller geschaffen. Sie beschreibt eindrucksvoll, wie das Verschwinden einer Tochter eine ganze Familie zerstören kann und noch Jahre später Spuren hinterlässt. Sie jongliert hier mit den verschiedensten Charakteren. Da ist Sophia, die jüngere Tochter, die gerade mit ihrem Mann eine eigene Familie gründen will, die Podcaster Liv und Phil, Julies Ex-Freund Daniel, der von Beginn an sehr geheimnisvoll beschrieben wird und nicht zuletzt Theo, der verzweifelte, demenzkranke Vater und sein Freund und Arzt Claus. Bis auf Theo habe ich hier die ganze Zeit niemandem über den Weg getraut, jeder hat hier seine Geheimnisse und versucht sie zu bewahren. Dies hat die Spannung unheimlich hoch gehalten. Leider wurde diese Spannung oft von Wiederholungen unterbrochen. So wurden Passagen über Theos Gedanken einfach mehrfach in den Text kopiert. Spätestens nach der dritten Wiederholung kann man diese Abschnitte auswendig und empfindet sie als störend. Ebenso langweilig war der seitenweise Abdruck einer Podcastfolge, die fast nichts mit dem Fall Julie zu tun hatte. Diese Stellen habe ich dann hinterher einfach übersprungen. Diese Seiten hätte die Autorin sich sparen können. Ansonsten ist das Buch aber spannend und lohnend, der Schreibstil ist lebendig und einfühlsam. Bis auf die genannten zwei Punkte hat mich das Buch wirklich begeistert und gut unterhalten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2025

Wieder sehr gelungen

Das Zwergpudel-Zerwürfnis
0

Der ehemalige Journalist und nun Bestatter Alexander Toth muß sich um das Begräbnis von Schlagersängerin Conny Red, die tot in ihrer Sauna aufgefunden wurde, kümmern. Bei den Vorbereitungen schöpft Toth ...

Der ehemalige Journalist und nun Bestatter Alexander Toth muß sich um das Begräbnis von Schlagersängerin Conny Red, die tot in ihrer Sauna aufgefunden wurde, kümmern. Bei den Vorbereitungen schöpft Toth Verdacht. War es gar ein Mord? Und was hat es mit dem Stalker auf sich, der hinter Conny her war? Toth legt sich ins Zeug, denn schließlich will er den Eltern seiner Kollegin Marie-Theres imponieren.

"Das Zwergpudel-Zerwürfnis" ist der dritte Fall für Bestatter Alexander Toth aus der Feder von Patrick Budgen. Man kann bei dieser Serie jeden Band ohne Vorkenntnisse lesen, denn die Fälle sind in sich abgeschlossen und der Autor vermittelt alles Wissenswerte aus vorigen Bänden so, daß man gar nicht das Gefühl hat, hier neu zu sein. Man fühlt sich sofort wohl in der Handlung und gemeinsam mit Alexander Toth und Marie-Theres hat man viel Spaß beim gemeinsamen ermitteln. Die beiden sind absolut sympathisch und mit ihren Eigenarten einfach liebenswert. Sie wirken real und wie aus dem Leben gegriffen. Ich habe sie fest in mein Herz geschlossen. Auch dieser Krimi spielt wieder auf dem Wiener Zentralfriedhof. Mir gefällt dieser Handlungsort unheimlich gut, denn man lernt einiges über seine Geschicte, die Besonderheiten und seine Sehenswürdigkeiten. Patrick Budgen schreibt sehr humorvoll, ohne dabei albern zu werden oder die Spannung aus den Augen zu verlieren. Diese hält er konstant auf einem Level, kommt dabei ohne Action und Blutvergießen aus. Mir gefällt die eher ruhige Art sehr gut. Ich hoffe, daß Alexander und Marie-Theres gemeinsam noch viele Fälle lösen dürfen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

Wer englische Krimis liebt, ist hier richtig

Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet
0

Lady Agnes Blackwood lebt ruhig in Rosewood Manor. Das Herrenhaus ist seit Generationen im Besitz ihrer Familie. Doch jetzt sind die Unkosten erdrückend und Lady Agnes in finanziellen Schwierigkeiten. ...

Lady Agnes Blackwood lebt ruhig in Rosewood Manor. Das Herrenhaus ist seit Generationen im Besitz ihrer Familie. Doch jetzt sind die Unkosten erdrückend und Lady Agnes in finanziellen Schwierigkeiten. Zu allem Übel wird auch noch ihr Gärtner in einem Rosenbeet tot aufgefunden - mit einer Rosenschere in der Brust. Kommissar Edward Sterling wird mit der Aufklärung des Mordes beauftragt, doch er scheint Lady Agnes damit überfordert zu sein. Zudem sagt sein etwas schlampiger Kleidungsstil der eleganten Lady gar nicht zu. Deshalb beschließt sie, selbst zu ermitteln. Mit ihrem Butler Henderson und ihrer Erfahrung aus etwa zweihundert gelesenen Krimis kann da nichts mehr schief gehen!

Der neue Roman von Helen Herbst hat den langen Titel "Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet". Dabei ist die Handlung durchaus nicht langatmig! Das Gegenteil ist der Fall, denn die Hauptpersonen sind sympathisch und haben alle irgendwelche Eigenschaften, die sie einzigartig machen. Die Geschichte bringt die Gemütlichkeit des englischen Landlebens so richtig zur Geltung - genau, wie die Leser es sich vorstellen. Das Leben dreht sich um die perfekte Rosenzucht und um den prächtigsten Garten. Sogar ein Mord kann die Menschen nicht aus der Ruhe bringen. Der Krimi hat mir so gut gefallen, daß er gerne noch Fortsetzungen erhalten könnte. Ich könnte mir gut vorstellen, daß es für Lady Agnes noch mehr Morde aufzuklären gibt. Ich wäre sofort dabei!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Turbulent und haarscharf kombiniert

Mord an Backbord
0

Freya Lockwood hat den Antiquitätenhandel ihres toten Freundes Arthur Crockleford übernommen. Zusammen mit ihrer Tante Carole hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, gestohlene Antiquitäten aufzuspüren und ...

Freya Lockwood hat den Antiquitätenhandel ihres toten Freundes Arthur Crockleford übernommen. Zusammen mit ihrer Tante Carole hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, gestohlene Antiquitäten aufzuspüren und die Diebe zur Rechenschaft zu ziehen. Ihr erster Fall führt sie in ein Museum, wo ein Gemälde gestohlen wurde. Die Spur des Bildes führt die beiden Frauen auf ein Kreuzfahrtschiff. Als sie dort an Bord gehen, erkennt Freya sofort, daß die dort ausgestellten Antiquitäten auf der Liste der gestohlenen Kunstschätze stehen, die Arthur ihr hinterlassen hat. Sie ahnt, daß der legendäre "Sammler", ein internationaler Kunstdieb, dahintersteckt. Doch der ist schon lange auf Freya aufmerksam geworden. Jetzt braucht sie einen guten Plan, um ihn zur Strecke zu bringen.

C. L. Miller nimmt ihre Leser in ihrem Krimi "Mord an Backbord" mit in die geheimnisvolle Welt des Antiquitätenhandels. Wie es sich für einen Krimi gehört, speziell in die illegalen Geschäfte einiger Händler. Der Krimi beginnt zunächst beschaulich im Stil eines guten englischen Krimis, aber dann nimmt die Handlung rasant Fahrt auf. Es ist nichts mehr zu spüren von einer gemütlichen Geschichte, stattdessen stolpern die Akteure in rasender Geschwindigkeit von einer brenzligen Situation in die nächste. Man muß beim Lesen fein aufpassen, sonst kommt man nicht mehr mit. Es wird zunehmend schwieriger, die Guten von den Bösen zu unterscheiden. Man merkt sofort, daß die Autorin genau weiß, worüber sie schreibt. Ihre Beschreibungen der Kunstwerke sind sehr detailgetreu. Dieser turbulente Krimi hat mich voll und ganz überzeugt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere