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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2026

Richtig spannend

Wer am Ende übrig bleibt
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Anne trifft nach Jahren ihre ehemaligen Mitbewohner aus Studienzeiten wieder. Um dem kürzlich verstorbenen Ruben die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einem Segeltörn über die Ostsee auf. Doch die ...

Anne trifft nach Jahren ihre ehemaligen Mitbewohner aus Studienzeiten wieder. Um dem kürzlich verstorbenen Ruben die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einem Segeltörn über die Ostsee auf. Doch die Stimmung an Bord kippt. Machtkämpfe, verdrängte Gefühle und Rivalitäten kehren zurück und nicht alle überleben den Segeltörn. Auch die Überlebenden haben den Albtraum noch nicht überstanden....

"Wer am Ende übrig bleibt" von Mark Flemming ist ein ausgesprochen gelungener Psychothriller. Erzählt aus der Sicht von Anne und immer wieder eingeschobenen Protokollen einer Gerichtsverhandlung, wird die Spannung hier sehr gelungen gepusht. Da man permanent gespannt ist, wie jeder einzelne Abschnitt weitergeführt wird, liest man gebannt weiter. Der Autor hat ein gutes Gespür für seine Charaktere. Er hat sie gekonnt zusammengestellt und ihnen durch sehr bildhafte Beschreibungen Leben eingehaucht. Ihre Differenzen und ihr Innerstes werden greifbar und man spürt die Differenzen hautnah. Geschickt verwebt Mark Flemming Vergangenheit und Gegenwart und man bekommt Einblick in die Geschehnisse rund um die Charaktere, womit man nach und nach das heutige Szenario verstehen lernt. Dieses Buch punktet aber auch durch den tollen Schreibstil des Autors. Locker und flüssig schreibt er klar über das Geschehen. Man liest dieses Buch einfach richtig gern und ich bin schon auf weitere Bücher von Mark Flemming gespannt.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Sehr empfehlenswert

In den Scherben das Licht
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Hamburg 1946: Gert ist allein im zerbombten Hamburg. Er findet Zuflucht im Keller des Wohnhauses von Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin. Auch Gisela irrt alleine durch die Stadt. Auf der ...

Hamburg 1946: Gert ist allein im zerbombten Hamburg. Er findet Zuflucht im Keller des Wohnhauses von Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin. Auch Gisela irrt alleine durch die Stadt. Auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht steigt sie ausgerechnet in Gerts Keller ein. Die beiden Kinder verbindet die Not. Friede erlaubt auch Gisela bei ihr zu bleiben. Zusammen überstehen sie die harte Nachkriegszeit. Aus Freundschaft zwischen Gert und Gisela wird im Laufe der Jahre Liebe. Sie haben Pläne für die Zukunft, doch zuerst wollen sie nach ihren verschollenen Angehörigen forschen. Auch Friede hat mit ihrer Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. So kommt es, daß aus der Notgemeinschaft eine Familie wird.

In ihrem Roman "In den Scherben das Licht" erzählt Carmen Korn von den Nachkriegsjahren 1946 bis 1955 in Hamburg. Sie beschreibt sehr feinsinnig, wie unterschiedlich die Menschen die Vergangenheit bewältigen und wie sie mit der Schuld umgehen, weggesehen zu haben. Da der Roman einen längeren Zeitraum beinhaltet, können die Leser die Hauptpersonen Gert und Gisela von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten. Wobei man sagen muß, daß das Kriegsgeschehen die Kindheit der beiden jäh und viel zu früh beendet hat. Umso rührender ist es, wie die jungen Leute mit Hilfe anderer ihr Leben in den Griff bekommen. Carmen Korn beschreibt in der Geschichte eigentlich den banalen Alltag der Menschen in dieser Zeit. Sie schafft es aber, das so spannend zu erzählen, daß man jeden Krimi vergessen kann. Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Sockes dritter Fall

Katertrunk
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Die Stadtbezirksrätin von Hannover, Eva Liepold, liegt einen Tag nach ihrer Wahl tot auf ihrem Sofa. Liepold hatte viele Feinde und Kommissar Peter Flott somit viele Verdächtige. Da Liepolds Katze unauffindbar ...

Die Stadtbezirksrätin von Hannover, Eva Liepold, liegt einen Tag nach ihrer Wahl tot auf ihrem Sofa. Liepold hatte viele Feinde und Kommissar Peter Flott somit viele Verdächtige. Da Liepolds Katze unauffindbar ist, muß Kater Socke Peter unterstützen. Schließlich war sie Sockes große Liebe. Doch da verschwindet auch Socke spurlos!

"Katertrunk" ist der dritte Fall für Socke und seine Freunde. Und auch hier war ich wieder sofort mitten im Geschehen und fühlte mich rundum wohl. Schließlich trifft man hier auf alte Bekannte, die schon zu Freunden geworden sind. Diesmal hat Peter Flott auch private Probleme, so daß man richtig mit ihm leidet. Aber hauptsächlich geht es um Socke und seine Freunde, die auch hier wieder ihre Schnäuzchen tief in einen Kriminalfall stecken. Zusammen sind sie einfach unschlagbar, ihre Dialoge lassen das Herz höher schlagen und zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Auch wenn es manchmal sehr humorvoll zugeht, wird es nicht albern, sondern es bleibt alles in einem guten Verhältnis. Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Denn neben den Ermittlungen heißt es plötzlich auch noch, den verschwundenen Socke zu finden! Da liest man dann noch atrmloser und legt das Buch erst recht nicht mehr zur Seite! Ich hatte wieder spannende und sehr unterhaltsame Lesestunden mit Socke und Co.!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Gelungener Auftakt

Hass ist meine Liebe
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Mitten in einem Wuppertaler Luxusviertel wird die Psychologin Tessa Winkler kopfüber in einem Brunnen gefunden. Offensichtlich wurde sie ertränkt. Für die Kommissare Mia Sommer und Björn Lassner steht ...

Mitten in einem Wuppertaler Luxusviertel wird die Psychologin Tessa Winkler kopfüber in einem Brunnen gefunden. Offensichtlich wurde sie ertränkt. Für die Kommissare Mia Sommer und Björn Lassner steht zunächst der Ex-Mann unter Verdacht. Als jedoch eine zweite Frauenleiche mit mysteriösen Botschaften am Tatort gefunden wird, ermitteln die beiden in der Vergangenheit der Frauen und entdecken Ähnlichkeiten.

Mit "Hass ist meine Liebe“ hat Andreas Schmidt einen absolut gelungen Serienauftakt geschrieben. Die Charaktere Mia Sommer und Björn Lassner waren mir sofort sehr sympathisch. Im Laufe der Handlung lernt man sie Stück für Stück immer näher kennen und erhält Einblicke in ihr Privatleben. Dies nimmt jedoch nicht allzu viel Platz ein, so daß der Kriminalfall nicht darunter leidet und die Spannung, die hier sehr hoch angesiedelt ist, nicht leidet. Hier gibt es nämlich auch noch einen zweiten Handlungsstrang, bei dem man das Leiden einer Frau in einem Verlies verfolgt und ihre Ängste deutlich spürt. Man ahnt zwar, daß beide Handlungsstränge zusammen gehören, jedoch bis zur Auflösung des "warum" ist es ein langer und spannender Weg. Andreas Schmidt beschreibt hier alles sehr bildhaft, so daß man sich alles perfekt vorstellen kann. Er nimmt den Leser mit in die Handlung, verliert sich nicht in Belanglosigkeiten und schreibt sehr locker. Man kann hier gut folgen und verliert nie den Zusammenhang. Mich hat dieses Buch perfekt unterhalten und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Fälle aus seiner Krimischmiede!

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Das Unwetter
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Dorte hat die goldene Hochzeit ihrer Eltern perfekt durchgeplant. Gemeinsam mit Zwillingsbruder Karl, Schwester Anette und deren Ehemann Jan Inge soll das Wochenende über in einem abgelegenen Berghotel ...

Dorte hat die goldene Hochzeit ihrer Eltern perfekt durchgeplant. Gemeinsam mit Zwillingsbruder Karl, Schwester Anette und deren Ehemann Jan Inge soll das Wochenende über in einem abgelegenen Berghotel gefeiert werden. Kaum sind alle dort, zieht ein Unwetter auf und eine Mure reißt die einzige Zufahrtsstraße weg. Zwei Jäger können sich gerade noch ins Hotel retten. Diese haben jedoch etwas zu verbergen. Als Familienhund Laban plötzlich schwer erkrankt, eskaliert die Situation.

"Das Unwetter" von Brit Bildøen war für mich leider eine einzige große Enttäuschung. Von Spannung war hier leider überhaupt keine Spur. Alles wird schlicht dahinerzählt, die Handlung plätschert vor sich hin. Die aufkommenden Konflikte habe ich bis zu den letzten 5 Seiten vergeblich gesucht. Dazu fand ich es einfach abartig, weit über die Hälfte des Buches genau beschrieben zu bekommen, wie Familienhund Laban aufgrund einer Vergiftung im Todeskampf liegt. Dies war mir zu heftig und ging mir zu sehr ans Herz. Die Charaktere waren mir durchweg unsympathisch. Allen voran Dorte, die zunächst nur im Sinn hat, daß die Feier genau nach ihrem Plan abläuft und schon sauer ist, wenn ihre Sitzordnung nicht eingehalten wird. Daneben hat nur ihr Gefühl für den verheirateten Hotelbesitzer Ole noch Platz und sie verfolgt ihr Ziel "romantische Nacht mit Ole" vehement. Einzig für Anette konnte ich am Ende Verständnis aufbringen und ihre Handlung nachvollziehen. Der Schluß hat mich dann auch ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Die Rettung der Hotelgäste hätte so auch schon eher durchgeführt werden können - dann hätte auch Laban gerettet werden können. Für mich war dieser Thriller eine große Enttäuschung. Hundefreunde sollten eh die Finger von diesem Buch lassen.

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