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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2021

Wahnsinnig spannend!

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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Markus betreibt mit seiner Frau Bettina ein Sharing-Unternehmen für Autos und Wohnungen. Ihr Lebensmotto ist, daß man nicht alles selbst besitzen muß, sondern teilen soll. Eines Abends kommt Bettina nicht ...

Markus betreibt mit seiner Frau Bettina ein Sharing-Unternehmen für Autos und Wohnungen. Ihr Lebensmotto ist, daß man nicht alles selbst besitzen muß, sondern teilen soll. Eines Abends kommt Bettina nicht aus dem Fitness-Studio zurück. Markus erhält einen Link ins Darknet und erfährt, daß Bettina dort öffentlich mißhandelt wird, will er sie lebend wiedersehen, darf er niemanden einweihen. Dies ist der Beginn eines perfiden Spieles...

Arno Strobel hat es wieder geschafft. "Sharing - Willst du wirklich alles teilen" hat mich dermaßen begeistert, daß ich das Buch richtig verschlungen habe. Er hat die Charaktere so geschaffen, daß man eigentlich denkt, sie zu kennen. Doch im Laufe der Handlung wird der erste Eindruck immer fragwürdiger und man zweifelt an jedem. Hinterher habe ich hier niemandem mehr getraut - noch nicht einmal Markus. Jeder scheint hier ein Geheimnis zu haben und ein falsches Spiel zu spielen. Die Handlung ist extrem spannend. Die Erlebnisse von Markus und das Geschehen im ihn herum sind einfach gelungen. Man bekommt es mit einer rasanten Fahrt von einem Ziel zum nächsten zu tun und fühlt seine Verzweiflung und die aufkommenden Zweifel an sich selbst überdeutlich. Die eingestreuten Kapitel, die die Erlebnisse der Opfer schildern, erzeugen Gänsehaut. Hier fließen Angst und Verzweiflung aus jedem Satz und es wird wirklich psychologisch gut gearbeitet! Arno Strobel schreibt auch hier wieder - wie von ihm gewohnt - sehr leicht und unterhaltsam. Er fesselt schon durch seinen gekonnten Stil, der es gar nicht nötig hat mit Effekthascherei zu arbeiten.

Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen - es bereitet spannende Lesestunden!

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Veröffentlicht am 28.09.2021

Macht neugierig auf mehr!

Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen
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Juno Browne verdient ihr Geld als Hundesitterin und Reinigungskraft. Von daher ist sie schon einiges gewohnt, doch als sie eines Morgens ihren guten Bekannten Nick in seinem Antiquitätengeschäft erschlagen ...

Juno Browne verdient ihr Geld als Hundesitterin und Reinigungskraft. Von daher ist sie schon einiges gewohnt, doch als sie eines Morgens ihren guten Bekannten Nick in seinem Antiquitätengeschäft erschlagen vorfindet, ist es bei ihr vorbei mit Spaß. Nick war zwar in unsaubere Geschäfte verwickelt, doch wer sollte ihn bloß deshalb ermorden? Juno will den Fall selbst lösen, muß sich jedoch nicht nur vor der Antiquitäten-Mafia in Acht nehmen, sondern auch vor Nicks Kindern. Denn denen gefällt es gar nicht, daß Juno den Antiquitätenladen geerbt hat.

"Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen" ist der Auftakt einer Serie von Stephanie Austin. Die Autorin baut die Geschichte geschickt auf. Zunächst erfährt man wichtige Dinge aus Junos Vergangenheit und wird mit den Personen bekannt gemacht. Auf diese Art fühlt man sich direkt in der Mitte der Charaktere aufgenommen und entwickelt Sympathien und Antipathien. Juno ist natürlich als Hauptcharakter absolut sympathisch und authentisch. Mit ihr fühlt man sich verbunden und fühlt mit ihr. Der Fall selbst ist spannend, jedoch nicht rasant, sondern eher ruhig. Hier hat man einerseits typisch britischen Humor, andererseits dann wieder wilde Verfolgungen - mit anderen Worten: Es ist sehr abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut. Stephanie Austin schreibt wunderbar locker. Das kleine Dorf und seine Bewohner werden durch ihre Worte lebendig und werden zu einem Umfeld, in dem man sich wohl fühlt. Man sieht dieses typisch englische Dorf direkt vor sich.
Ich würde diesen Krimi jedem empfehlen, der wie ich ein Fan der ruhigeren Krimis ist.

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Besser als sein Vorgänger!

Liebestöter
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Marina Pfister eröffnet in der Rosenheimer Altstadt eine Coaching-Agentur für selbstbewusste und erfolgreiche Frauen. Klar, daß sie sich damit nicht nur Freunde macht. Als sie ermordet in ihrem Geschäft ...

Marina Pfister eröffnet in der Rosenheimer Altstadt eine Coaching-Agentur für selbstbewusste und erfolgreiche Frauen. Klar, daß sie sich damit nicht nur Freunde macht. Als sie ermordet in ihrem Geschäft aufgefunden wird, kommt heraus, daß sie noch ganz andere Dinge unter der Ladentheke verkauft hat. Vitus Pangratz, Kommissar im Ruhestand, und seine Tochter Jo ermitteln in ihrem zweiten Fall!

Alma Bayer läßt in "Liebestöter" ihre zwei unverwechselbaren Ermittler Vitus Pangratz und seine Tochter Jo zum zweiten Mal in Rosenheim ermitteln. Hier liegt tatsächlich ein bayerischer Krimi vor, der seinem Namen alle Ehre macht. Man findet sich wieder in Dingen, die typisch sind für Bayern - von Bier bis Lederhose ist hier jede Tradition vertreten und wird durchaus auch mit einem Augenzwinkern betrachtet. Natürlich fehlt auch der passende Dialekt nicht, der jedoch den Lesefluss nicht stört und sich durch den Textzusammenhang von selbst erklärt. Genau so gehört sich das für einen Regionalkrimi! Die Handlung ist von Beginn an spannend und ich kam gar nicht mehr von dem Buch los. Da waren die kurzen Kapitel sehr hilfreich, denn ich konnte immer wieder mal zwischendurch doch noch ein paar Seiten lesen, auch wenn eigentlich gar nicht viel Zeit dazu war. Denn eines schafft Alma Bayer perfekt: Den Leser durch viele Verdächtige zu fesseln. Es gibt fast niemanden, der ohne Motiv ist. Und dies bleibt auch bis zum fulminanten Schluß so. Ihre Charaktere hat Alma Bayer alle sehr individuell gezeichnet. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten, wirken dadurch glaubhaft und zeigen das authentische Bild einer bayerischen Dorfbevölkerung. Man erfährt viel über das Privatleben eines jeden, angefangen bei politischem Klüngel bis hin zu den Liebschaften. Man hat das Gefühl, hier kennt jeder jeden intensiver auf einer intimen Ebene...

Wer einen urtypischen bayerischen Krimi sucht, der flott geschrieben ist und einfach gut unterhält, ist bei "Liebestöter" von Alma Bayer genau richtig!

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Hat mich begeistert

Ein hundsgemeiner Mord
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Die Plöner Tierärztin Tina Deerten staunt nicht schlecht, als sie bei der Untersuchung eines Greyhoundes entdeckt, daß der Hund angeschossen wurde. Der Hund gehört zur Zucht auf dem nahe gelegenen Gut ...

Die Plöner Tierärztin Tina Deerten staunt nicht schlecht, als sie bei der Untersuchung eines Greyhoundes entdeckt, daß der Hund angeschossen wurde. Der Hund gehört zur Zucht auf dem nahe gelegenen Gut Finkenstein, wo kurz vorher der Hundetrainer tot aufgefunden wurde. Bisher wurde Selbstmord vermutet. Doch Tina kommt bei ihren Recherchen, wer auf den Hund geschossen hat, auf die Spur von illegalen Wettgeschäften und Wettbetrug...

Dieses Buch hat mich perfekt unterhalten. Cathrin Geissler hat in ihren Krimi "Ein hundsgemeiner Mord" alles hinein gepackt, was ich mir wünsche. Angefangen bei einer spannenden Handlung, die mich von Beginn an mitnahm. Die Frage, wer und warum auf Greyhound Daisy geschossen hat und in welche Machenschaften die von Finkensteins involviert sind, bringen enorme Spannung in das Buch. Tina und ihre außergewöhnliche Tierarzthelferin Sanne sind mir von Beginn an äußerst sympathisch gewesen. Ihre engagierte Art beeindruckt. Beide bringen mit ihrem Talent, fast jedes Fettnäpfchen mitzunehmen, eine ausgewogene Prise Humor ins Buch. Trotz der Gefahr, in der sie sich oft befinden, hat man trotzdem eine Lachträne im Auge. Mein heimlicher Held war natürlich Swatt, Tinas Mischlingsrüde mit der Optik eines Riesenschnauzers. Über ihn kann man richtig schmunzeln und muß zum Schluß sogar um ihn bangen. Die Detailgenauigkeit bei den Örtlichkeiten hat das Buch für mich perfekt abgerundet. Da ich Plön und Umgebung bis in den kleinsten Winkel kenne, hatte ich stets eine genaue Vorstellung davon, wo sich die einzelnen Personen gerade aufhielten. Ich war mit Tina am See unterwegs, sah die kleine Twiete vor mir, durch die sie von dort zum Marktplatz ging. Sogar die einzelnen Geschäfte befinden sich in der Realität genau dort, wo sie im Buch sind. Ich kannte jedes Restaurant wieder und fühlte mich direkt in die Region versetzt und hatte tatsächlich Urlaubsfeeling.
Cathrin Geissler hat mich so begeistert - ich freue mich schon ganz gewaltig auf den zweiten Fall für Tina, Sanne und Swatt!

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Sein bisher schlechtestes Buch

Eine ganz dumme Idee
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Einen Tag vor Silvester findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Alle wollen einen Neuanfang starten, doch dieser beginnt durch eine dumme Idee eines Bankräubers völlig ...

Einen Tag vor Silvester findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Alle wollen einen Neuanfang starten, doch dieser beginnt durch eine dumme Idee eines Bankräubers völlig anders, als sie es sich vorgestellt haben - denn sie werden von ihm als Geiseln genommen.

"Eine ganz dumme Idee" von Fredrik Backman hat mich leider enttäuscht. Das Buch verspricht einen Krimi, der humorvoll und skurril ist. Leider ist dies nicht der Fall. Vielmehr geht es um psychische Probleme und Selbstmord, die Handlung rankt sich um eine nahe gelegene Brücke. Die Charaktere bleiben leider farblos, ich bekam keinen Bezug zu ihnen und konnte mich einfach in niemanden hinein versetzen. Man bleibt außen vor und nimmt nicht an ihrem Leben teil. Was ebenfalls stört sind die ständigen Zeitsprünge. Man muß höllisch aufpassen in welcher Zeit man sich gerade befindet. Dies stört den Lesefluß und schnell verliert man den roten Faden. Im Gegensatz zu seinen bisherigen (erstklassigen!) Büchern konnte mich Fredrik Backman hier auch nicht durch seinen Schreibstil überzeugen. Dieser wirkt hier eher ermüdend und macht die Handlung langatmig. Als Pluspunkt des Buches kann man den Schluß nennen. Hier fügen sich die bis dahin völlig zusammenhanglosen Handlungsstränge mit einigen Überraschungen doch noch zusammen.
Leider ist dies das bisher schwächste Buch des Autors und steht in keinerlei Verhältnis zu seinen bisherigen Büchern, die ich alle sehr gern gelesen habe!

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