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Veröffentlicht am 17.09.2025

Solider, spannender Krimi mit irgendwann vorhersehbarem Ende

Bittere Nacht
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Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kannte, bin ich sehr gut in die Handlung hinein gekommen und die häufigen Verweise und Anspielungen auf den vorigen Fall sind dennoch nachvollziehbar bzw. nicht ...

Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kannte, bin ich sehr gut in die Handlung hinein gekommen und die häufigen Verweise und Anspielungen auf den vorigen Fall sind dennoch nachvollziehbar bzw. nicht entscheidend. Die Ermittler waren mir von Beginn an sehr sympathisch und auch die Erzählweise und das Tempo empfand ich als sehr angenehm mit recht kurzen, prägnanten Kapiteln. Die Spannung nimmt rasch Fahrt auf und ich konnte das Buch zuerst kaum aus der Hand nehmen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Ungefähr nach zwei Dritteln hatte ich jedoch eine starke Vermutung wie alles zusammenhängt und ausgehen wird. Diese hat sich dann fast vollständig bewahrheitet, so dass mir am Ende ein wenig der Überraschungseffekt fehlte. Dennoch fand ich auch den letzten Teil irgendwie noch spannend, weil dort die zwischenmenschlichen Höhen und Tiefen zwischen den beiden Ermittlern Juha und Lux stark im Vordergrund stehen. Am Ende wurde dann sogar noch meine Lust und Neugier auf eine Fortsetzung geweckt.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Guter Ansatz, aber leider zu wenig Tiefgang

Eden
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In seinem neuen Roman „Eden“ greift Jan Costin Wagner brandaktuelle Themen auf. Neben dem Terroranschlag eines Islamisten bei einem Popkonzert, der einer Familie die 12-jährige Tochter entreißt, werden ...

In seinem neuen Roman „Eden“ greift Jan Costin Wagner brandaktuelle Themen auf. Neben dem Terroranschlag eines Islamisten bei einem Popkonzert, der einer Familie die 12-jährige Tochter entreißt, werden auch die Spaltung der Gesellschaft in Folge der Corona-Pandemie, das damit verbundene Erstarken der AfD, Fake News in sozialen Medien sowie die problematische dauerhafte Integration junger Muslime in unsere Gesellschaft angeschnitten. Zentrales Thema ist jedoch der Umgang der Familie mit Trauer und Verlust.
Die Handlung wird in kurzen prägnanten Sätzen aus Sicht der verschiedenen Protagonisten – allerdings in der dritten Person – geschildert. Dabei gelingt es dem Autor allerdings nur phasenweise die Emotionen auf den Leser zu übertragen. Oft wirken Erzählung und Dialoge etwas hölzern und oberflächlich. Hier hat mir leider der Tiefgang gefehlt und ich habe mich nur an wenigen Stellen wirklich in die Charaktere hinein versetzen können.
Ebenso werden die oben genannten gesellschaftlichen Themen nur kurz an der Oberfläche angekratzt und zu einfach und schnell abgehandelt.
Am Ende war ich insgesamt enttäuscht, weil es kein richtiges Ende gab, sondern die Handlung einfach aufhört, weil der durchaus gute Ansatz des Buches nahezu wirkungslos verpufft und weil ich von Jan Costin Wagner, den ich zu meinen Lieblingsautoren zähle und sehr schätze, weitaus mehr erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Ausdrucksstarker Coming of Age-Roman mit autobiografischen Zügen

Sputnik
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Obwohl Christian Berkel darauf hinweist, dass es sich bei „Sputnik“ um einen fiktiven Roman handelt, sind die Parallelen zu seinem eigenen Leben und somit die autobiografischen Züge unverkennbar. Es bleibt ...

Obwohl Christian Berkel darauf hinweist, dass es sich bei „Sputnik“ um einen fiktiven Roman handelt, sind die Parallelen zu seinem eigenen Leben und somit die autobiografischen Züge unverkennbar. Es bleibt nur die Frage nach dem Mischungsverhältnis zwischen Fiktion und Autobiografie offen.
In einer gefühlvollen Coming of Age Geschichte mit Tiefgang schildert der Autor das Leben des jungen Sputnik – und zwar bereits ab der Zeugung (!) - bis über die (Früh-)Pubertät hinaus zum jungen Mann. Immer wieder werden dabei seine innerliche Zerrissenheit und sein Gefühlschaos deutlich. Da sind einerseits die Traumata der Eltern aus dem Krieg (die jüdische Mutter verlor Teile ihrer Familie im Konzentrationslager und war selbst lange auf der Flucht). Andererseits das eigene Hin- und Hertaumeln zwischen unerfüllter Liebe, dem Traum von der Schauspielerei, dem oft nicht leichten Schulalltag und dem unbeschwerten und teils ausschweifenden Leben als Austauschschüler in Frankreich. Christian Berkel gelingt es als Autor ebenso gut wie in seinen Rollen als Schauspieler die Leser mitten hinein tauchen zu lassen in die jeweiligen Szenen, die er sehr passend und ausdrucksstark schildert.
Mir hat es sehr gefallen den jungen Sputnik bei seiner rasanten Entwicklung zu begleiten. Am Ende beschäftigt mich jedoch immer noch die Frage wieviel Christian Berkel denn tatsächlich in Sputnik steckt.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Zeitweise sehr spannend, aber insgesamt nur Mittelmaß

Die unversöhnliche Vergangenheit
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Es war das erste Buch der Reihe um den Privatermittler Nik Pohl, das ich gelesen habe. Von Beginn an fand ich den Roman sehr spannend und die Spannung steigerte sich im Laufe der Kapitel noch deutlich. ...

Es war das erste Buch der Reihe um den Privatermittler Nik Pohl, das ich gelesen habe. Von Beginn an fand ich den Roman sehr spannend und die Spannung steigerte sich im Laufe der Kapitel noch deutlich. Allerdings blieb alles zu lange sehr vage, ohne irgendwelche konkreten Ansatzpunkte der Ermittler und ohne irgendwelche Hinweise, die den Leser auf eine Spur führen könnten. Erst gegen Ende wird so ungefähr klar, worum es geht, wobei die Auflösung nicht nur überhastet wirkt, sondern in einigen Punkten ziemlich unlogisch ist und sogar hanebüchen erscheint. Daher ist das Buch insgesamt nur Mittelmaß und ich werde wohl auch keinen weiteren Band aus dieser Reihe mehr lesen.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Nichts ist wie es scheint – ein echter Dicker

Ein ungezähmtes Tier
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Joel Dicker versteht es wie kein anderer Autor seine Leser immer wieder mit nicht vorhersehbaren Wendungen zu überraschen. Dies gelingt ihm auch in seinem neuesten Werk „Ein ungezähmtes Tier“ spielend, ...

Joel Dicker versteht es wie kein anderer Autor seine Leser immer wieder mit nicht vorhersehbaren Wendungen zu überraschen. Dies gelingt ihm auch in seinem neuesten Werk „Ein ungezähmtes Tier“ spielend, das wie gewohnt mehrere Zeitebenen miteinander verschachtelt und so von Anfang an Spannung aufbaut, die sich mehr und mehr steigert. Im Laufe der Handlung kommen auch hinter den zunächst eher spießig wirkenden Fassaden einiger Protagonisten die dunklen Seiten zum Vorschein und es bleibt sehr lange unklar, wer eigentlich das titelgebende ungezähmt Tier ist.
Von Beginn an ist klar, dass es am Ende einen Überfall auf einen Juwelier geben wird und es kann immer wieder neu spekuliert werden, wer diesen aus welchem Grund ausführen wird und welche Rolle die Personen dabei spielen werden. Raffiniert wird der Verdacht des Lesers mal auf die eine mal auf die andere Person gelenkt und am Ende kommt es doch ganz anders, obwohl ich irgendwann doch auf die richtige Fährte gekommen bin.
Wie erwartet ein spannendes Buch ganz im Stile der anderen Dicker-Romane, wobei es in meinen Augen nicht ganz an die Marcus Goldman Trilogie herankommt. Dennoch ein absolut fesselnder Roman und eine klare Empfehlung.

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