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Veröffentlicht am 06.02.2019

Toller Debütroman

Die Klosterbraut
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Dieser historische Roman, der im 13. Jahrhundert spielt, ist ein richtiger Pageturner. Gerne empfehle ich ihn auch Lesern, die erst in das historische Genre hineinschnuppern möchten.
Bereits auf den ersten ...

Dieser historische Roman, der im 13. Jahrhundert spielt, ist ein richtiger Pageturner. Gerne empfehle ich ihn auch Lesern, die erst in das historische Genre hineinschnuppern möchten.
Bereits auf den ersten Seiten nimmt das Schicksal seinen Lauf. Franka von Marienfeld nutzt die letzten Tage in Freiheit, bevor sie ins Kloster eintritt. Ihre Zukunft wurde bereits vor Jahren beschlossen. Ihre bildhübsche Schwester Melinda hingegen steht kurz vor der Hochzeit mit Wulfram von Röllberg. Auf ihrem geliebten Pferd reitet Franka noch einmal durch den Wald, als sie auf ein Wildschwein trifft. Ein ungeübter Schuss mit Pfeil und Bogen und Franka befindet sich in Lebensgefahr. Da kommt ihr ein Ritter zu Hilfe. Es ist Wulfram, Melindas Bräutigam, der von der Wildheit Frankas und ihren grünen Katzenaugen sofort gefangen ist. Auf der Burg angekommen, muss er erkennen, dass das Mädchen aus dem Wald die Schwester seiner zukünftigen Braut ist. Wulfram bittet Melindas und Frankas Eltern um die Hand der jüngeren Tochter, doch die Zukunft der beiden Frauen ist bereits beschlossen. Franka ist an das Gelübde des Klosters gebunden und Wulf an das Eheversprechen seiner Eltern.
Auf den kommenden 400 Seiten fiebert man einer Lösung entgegen. Ob es für die Beiden wohl noch eine geben wird? Das müsst ihr allerdings selbst lesen.....

"Die Klosterbraut" erzählt nicht nur von Frankas Leben im Kloster, sondern der Leser folgt Wulf, nach seiner Hochzeit mit Melinda, ins Morgenland. Sein Traum mit Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen und Ludwig von Thüringen auf Kreuzzug zu gehen, erfüllt sich schneller als gedacht. Zuvor muss er noch einige Ritterturniere bestreiten, um an ein gegeignets Pferd zu kommen, während Franka einigen ungewöhnlichen Todesfällen im Kloster auf den Grund geht.
Spannung und unerwartete Wendungen sind besonders ab dem zweiten Teil der Geschichte Programm. Hier entsteht eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Durch die Todesfälle im Kloster kommt auch noch Krimifeeling auf. Ich konnte das Buch schwer aus der Hand legen. Für die Liebesgeschichte hat die Autorin das perfekte Maß gefunden, um nicht kitschig zu werden. Einige historische Begebenheiten hätte ich mir noch ein bisschen ausführlicher gewünscht, aber in der gemeinsamen Leserunde war ich wohl die Einzige. Das Leben hinter den Klostermauern hat die Autorin fesselnd und bildhaft beschrieben, sei es im Herbarium (Kräuterküche) oder im Skriptorium (Schreibstube). Doch Missgunst und Neid machen auch vor den Nonnen nicht halt....

Charaktere:
Franka ist ein unheimlich starker Charakter, obwohl sie von ihren Eltern und ihrer Schwester immer herabgesetzt und schlecht behandelt wurde. Sie ist ein Freigeist. Sie liebt die Natur, ist ehrlich, lebhaft, wissbegierig und kann sich nur schwer unterordnen. Das macht für sie das Klosterleben nicht unbedingt einfach. Ihr vorlautes Mundwerk war mir manchmal, für die Zeit in der der Roman spielt, fast zu modern. Dass Franka ein völlig anderer Charakter als ihre Schwester Melinda ist, zeigt sich schon sehr früh im Roman.
Melinda war für mich eine wunderschöne Hülle....sonst nichts. Ihr wurde ihr Leben lang eingetrichtert, wie bildhübsch sie sei....und dies wohl auch genüge. Deswegen kann sie sich auch nicht vorstellen, dass ein Mann nicht sie, sondern Franka bevorzugen könnte. Neben der bewunderung ihrer eigenen Schönheit gehört ihre Liebe dem Minnesang und der Dichtkunst. In Wulframs Gefährten Anselm hat sie einen Gleichgesinnten gefunden.
Wulfram konnte man anfangs nicht richtig einordnen, doch mit der Zeit war schnell klar, dass er Ehrgefühl besitzt. Er hat sein Herz auf den rechten Fleck hat.
Alle Figuren sind bis in die kleinsten Nebencharaktere sehr lebendig dargestellt und gut ausgearbeitet.
Auch das authentische Setting konnte mich überzeugen.

Schreibstil:
Manuela Schörghofer hat einen wunderbaren flüssigen und bildhaften Schreibstil. Ihre große Stärke liegt jedoch in der Darstellung ihrer Figuren, die sie zum Leben erweckt. Sowohl Frankas, als auch Wulfs Gedanken und Gefühlswelt wurden sehr lebendig dargestellt. Die Dialoge zwischen den Beiden brachten mich sehr oft zum Schmunzeln.
Der Roman ist in drei Teile geteilt: Teil 1 spielt von Mai - September 1226, Teil 2 von Februar 1227 - ins Frühjahr 1229 und Teil 3 ab dem Frühjahr 1231 - Mai1232.
Am Beginn des Romans steht ein Personenregister (inklusive historischer Figuren), Städte- und Flussnamen (damals und heute), sowie ein Glossar.

Fazit:
Ein hervorraagendes Debüt, das ich besonders Einsteiger ins historische Genre empfehlen kann. Mit kleinen Krimi- bzw. Spannungselementen und einer Prise Liebe lässt sich dieser historische Roman aus dem 13. Jahrhundert wunderbar lesen. Für mich ist die Autorin eine tolle Neuentdeckung in diesem Genre.

Veröffentlicht am 05.02.2019

Drei Frauen wachsen über sich selbst hinaus

Ein Haus für einen Sommer
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Schon vor etwas längerer Zeit habe ich diesen Roman gelesen, aber noch nicht rezensiert. Das möchte ich heute nachholen.
Die drei sehr unterschiedlichen Frauen Maddie, Avery und Nikki, haben eines gemeinsam: ...

Schon vor etwas längerer Zeit habe ich diesen Roman gelesen, aber noch nicht rezensiert. Das möchte ich heute nachholen.
Die drei sehr unterschiedlichen Frauen Maddie, Avery und Nikki, haben eines gemeinsam: alle drei wurden von einem Anlagebetrüger um ihre Ersparnisse gebracht. Der Mann hat mit dem Geld seiner Kunden spektuliert und ist nun spurlos verschwunden. Als eine Art Ausgleich wird ihnen eine Villa in Florida angeboten, die jedoch renovierungsbedürftig ist. Den drei Frauen gehört jeweils ein Drittel der Villa, dessen tolle Lage direkt am Strand das einzige Positive ist. Denn im jetzigen Zustand ist die Villa nicht zu verkaufen und die Renovierungsarbeiten sind unbezahlbar. Keine der drei Frauen darf das Haus ohne Einverständnis der beiden Anderen verkaufen...was nun?
Maddie, Avery und Nikki beschließen trotzdem zu renovieren....auf eigene Faust. Dieses Unternehmen ist natürlich alles andere als kinderleicht. Die drei Frauen teilen sich ein Schlafzimnmer und ein Bad und versuchen so viel wie möglich selbst zu machen und die Villa danach gewinnbringend zu verkaufen. Ein Bekannter von Nicole übernimmt die Bauleitung und die Finanzierung. Neben den körperlichen Grenzen gehen die drei Frauen auch an ihre psychischen. Jedoch wachsen alle drei an ihrer Aufgabe und manch einer wird endlich die Augen geöffnet...

Die einzelnen Figuren sind sehr lebendig dargestellt und ich hatte alle bildlich vor Augen. Maddies Lage ist dabei besonders prekär, denn ihr Mann Steve hat erst vor kurzem seinen Job verloren. Maddie war bis jetzt Hausfrau und hat sich um Kinder und Haushalt gekümmert. Nachdem beide nun aus dem Haus sind, freut sie sich auf etwas mehr "Ich-Zeit". Doch ihr Mann ist einem Anlagebetrüger auf dem Leim gegangen und mit dem Jobverlust entfällt auch die finanzielle Unterstützung. Als wäre es nicht schon schlimm genug, wird auch noch Tochter Kyra von einem Hollywoodschauspieler schwanger und Sohn Andrew hat aufgrund seiner schlechten schulischen Leistungen das Stipendium verloren.

Avery ist Architektin, jedoch spielt ihr gutaussehender (Noch-) Ehemann Trent in einer Heimwerkerserie die Hauptrolle und sie das blonde Dummchen. Als ihre Rolle komplett gestrichen wird, steht auch Avery vor dem Nichts. Mit dem Drittel der Villa hofft sie wieder zu Geld zu kommen.

Nicole ist eine erfolgreiche Partnervermittlerin, doch durch den Verlust ihres Ersparten kann sie die Löhne ihrer Angestellten und die Miete nicht mehr bezahlen und muss die Partnervermittlung schließen. Auch sie hofft auf den Verkauf der Villa am Strand.

"Ein Haus für einen Sommer" ist der Auftakt der "Florida Beach Reihe", die im englischen Original bereits sechs Bände umfasst. Ins Deutsche wurden bis jetzt die ersten beiden Bücher übersetzt. Ob ich die Fortsetzung noch lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht.
Ich habe immer wieder etwas Schwierigkeiten mit diesen typischen amerikanischen Frauenromanen. Die Charaktere sind oftmals ziemlich oberflächlich und spielen fast ausschließlich in der Upper Class. In diesem Roman stehen wiederum drei verwöhnte Protagonistinnen im Mittelpunkt. Durch die Spekulationen des Anlageberaters stecken alle in finanziellen Schwierigkeiten und ihre Zukunft steht in den Sternen. Diese wird mit Hilfe eines feschen Mannes, der eine Art Vorauszahlung leistet und ihnen beim Umbau hilft, schnell gelöst. Das hätte ich auch gerne.....leider lebe ich weder in der Welt der Upper Class, noch in einem Roman ;) Die Aussage, dass den drei weiblichen Protagonisten nur ein Mann helfen kann, auch wenn diese sehr fleißig renovieren, stößt mir etwas sauer auf. Ebenso sind wie in vielen Romanen dieser Art einige Handlungen sehr vorhersehbar. Wendy Wax konnte mich aber auch mit einigen unerwartetenden Wendungen überraschen und Nicole verbirgt außerdem noch ein Geheimnis, das den Zusammenhalt der Frauen auf eine ziemliche Probe stellt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist locker und flüssig und der Roman lässt sich sehr gut lesen. Auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Romans weiter und bald verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die so einige Höhen und Tiefen zu bestehen scheint.


Fazit:
Ein leichter und etwas vorherhsehbarer Roman um drei Frauen, die über sich selbst hinauswachsen. Tolles Setting, aber doch etwas klischeehaft und amerikanisch. Für nette Stunden zwischendurch, aber auch nicht mehr.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Keine Ermüdungserscheinungen beim Gasperlmaier

Letzter Stollen
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Im neuen Ausseer Krimi rund um unseren etwas kauzigen Postenkommandanten Franz Gasperlmaier starten wir mit seiner eigenen Geburtstagsfeier: seinem Fünfzigsten. Sohn Christoph ist mit seiner kanadischen ...

Im neuen Ausseer Krimi rund um unseren etwas kauzigen Postenkommandanten Franz Gasperlmaier starten wir mit seiner eigenen Geburtstagsfeier: seinem Fünfzigsten. Sohn Christoph ist mit seiner kanadischen Freundin Richelle gekommen und Tochter Katharina hat für einige Tage ihr Auslandssemester in Straßburg unterbrochen. So richtig wohl fühlt sich der Franz jedoch nicht, denn im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht er nicht wirklich gerne. Da kommt ihm ein Anruf aus dem Schaubergwerk Salzwelten gar nicht so ungelegen. Nach der letzten Führung fehlt einer der Schutzanzüge, die bei der Führung durch das Bergwerk angezogen werden müssen. Doch noch wird keine Person vermisst. Als Gaspermaier mit der Unterstützung von Frau Doktor Kohlross am nächsten Tag wieder ins Bergwerk kommt, findet er allerdings den blutverschmierten Anzug im eigenen Polizeiauto! Bald darauf wird ein deutscher Pensionsgast vermisst....

Auch im siebenten Fall hat sich in Aussee nicht viel geändert. Hunger darf man keinen verspüren, wenn man sich einem der Bücher der Krimireihe widmet. Während seiner Ermittlungen kehren Franz Gedanken immer wieder zu seinem knurrenden Magen und der nächsten Pause...am besten in einem Gasthof oder einer Almhütte mit zünftigen Essen und einem Schnapserl als Abschluss. Prost! Der Appetit vergeht ihm aber auch bald wieder, als der erste Tote auftaucht. Gasperlmaier und Manuela haben bald eine Fährte aufgenommen, die zum Kunsthandel führt. Was ist dran an den Erzählungen seiner Mutter, dass die Nazis im Stollen Kunstwerke versteckt hatten? Doch kaum schaut es nach einer Auflösung des Falles auf, wird ein weiterer Toter gefunden, der so gar nicht ins Schema passt....
Ein Held ist der Franz eher nicht, aber diesmal steht er nicht nur zu seinem Fünfziger im Mittelpunkt, sondern bald auch in der Presse. Wie es dazu kommt, müsst ihr selber lesen...

Herbert Dutzler führt den Leser diesmal ganz schön an der Nase herum. Etwa zur Hälfte des Krimis wähnt man sich schon der Lösung nahe, doch dann gibt es eine plötzliche Wendung, die alles zuvor Geschehene ad absurdum führt. Herbert Dutzler hat sich dabei einem mir noch total unbekannten Thema gewidmet, was dem Krimi eine komplett andere Richtung gibt. Allerdings muss ich sagen, dass mir die andere Lösung besser gefallen hätte bzw. für mich realistischer wirkt. Die Spannung kam dadurch nicht zu kurz, jedoch fand ich die Auflösung ein bisschen konstruiert....aber schlüssig.

Die Charaktere sind wieder äußerst authentisch und alle bereits bekannten Figuren entwicklen sich mehr oder weniger weiter. Vorallem über das Privatleben von Frau Doktor Kohlross gibt es neue Erkenntnisse und auch der pensionierte Postenkommandant Friedrich Kahlß hat wieder seine Finger im Spiel. Gerne hätte ich noch mehr über Richelle gelesen, die etwas frischen Wind in die Familie der Gaspermaiers bringt. Auch den Schauplatz des Regionalkrimis, das Schaubergwerk Salzwelten, fand ich wirklich interessant beschrieben und absolut gelungen.
Der Autor spart diesmal auch nicht mit Kritik an der Presse. Sensationsgier und das Ausschlachten von Fremdenfeindlichkeit sind ebenso Themen, wie Verschwörungstheorien oder von den Nazis während des Zweiten Weltkrieges geraubte Kunstwerke.

Schreibstil:
Auch im siebenten Teil der Reihe gibt es keine Ermüdungserscheinungen beim Autor - im Gegenteil! Herbert Dutzler schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit. Man muss sich einfach beim Franz und seinem Team wohlfühlen. Der gewohnte Schmäh, köstliche Dialoge und die bildhafte Beschreibung der Region sind auch diesmal wieder gelungen. Man muss den Gasperlmaier einfach mögen, auch wenn er manchmal doch etwas langsam ist...in allen Bereichen ;)

Fazit:
Ein weiterer abwechslungsreicher Regionalkrimi aus der Feder von Herbert Dutzler, der mit viel Lokalkolorit und interessanten Themen punkten kann. Wer bereits Gasperlmaier Fan ist, wird auch diesen Teil lieben. Ermüdungserscheinungen gibt es auf jeden Fall keine - im Gegenteil! Mit überraschenden Wendungen und einem interessanten Schauplatz unterhält auch der siebente Teil der Reihe wieder großartig!

Veröffentlicht am 31.01.2019

Rasanter Start in die neue Reihe

Die Sünden aus der Vergangenheit
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Die im Francke Verlag erschienene Alaskan Courage Reihe von Dani Pettrey hat mich sehr gut unterhalten. Sie ist eine Mixtur aus Krimi, christlichen Roman und Abenteuerroman und lässt sich schwer in ein ...

Die im Francke Verlag erschienene Alaskan Courage Reihe von Dani Pettrey hat mich sehr gut unterhalten. Sie ist eine Mixtur aus Krimi, christlichen Roman und Abenteuerroman und lässt sich schwer in ein Genre pressen. Die landschaftlichen Beschreibungen von Alaska und die spannende Handlung hat mich damals überzeugt. Deswegen war ich schon sehr auf ihre neue Serie gespannt.

Mit ihrem ersten Band "Die Sünden aus der Vergangenheit" lässt uns die Autorin nicht lange warten und katapultiert den Leser bereits im Prolog mitten ins Geschehen.
Parkranger Griffin McCray überrascht zwei Grabräuber bei den historischen Schlachtfeldern von Gattysburg. Dabei wird eine Leiche gefunden, die erst relativ kurz unter der Erde liegt. Die forensische Anthropologin Dr. Finley Scott wird um Hilfe gebeten. Doch der Täter setzt alles daran die Identifizierung der Toten zu verhindern, die allen Anschein nach von einem professionellen Scharfschützen hingerichtet wurde. Das ruft Declan Gray vom FBI und auch Parker Mitchell, Freunde von Griffin, auf den Plan. Ihre gemeinsame Vergangenheit ist allerdings durch zwei schwere Verluste gekenntzeichnet und hat die Männerfreundschaft schwer beeinträchtigt. Gemeinsam versuchen die drei Männer und Finley die Identität der Toten herauszufinden und den Täter zu finden.

Zu Beginn tat ich mir bei der Zuordnung der vielen Namen etwas schwer. Oftmals hatte ich das Gefühl keinen ersten Band in meinen Händen zu halten, da die Autorin sehr oft Geschehnisse aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten erwähnte. Das ist zwar nichts Ungewöhnliches und im gewissen Rahmen okay, auch wenn es ein Nachfolgeband wäre. Ich hatte jedoch manchmal das Gefühl etwas versäumt zu haben, obwohl es keinen Vorband gibt. Einige Erlebnisse aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten Griffin und Finley wurden noch in diesem Band aufgeklärt, viele aber nicht. Hier hoffe ich auf die Folgeteile dieser neuen Reihe.

Wie schon bei ihrer Alaskan Courage Reihe spielt auch hier der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Figuren eine große Rolle. Waren es in den anderen Büchern vorallem die Familienmitglieder, sind es hier die Freunde, die trotz der großen Verluste zusammenhalten und füreinander da sind. Alle treten bedingungslos für den anderen ein.
Die Charaktere sind sehr authentisch und lebensnah gezeichnet. Alle haben eine etwas schwierige Vergangenheit hinter sich und sind aufrichtige Menschen. Griffin hat seinen ehemaligen Beruf hinter sich gelassen und hat seitdem einen richtigen Schutzwall um sich gebaut. Er lässt niemand an sich ran. Finley ist eine toughe Frau, die eine traumatische Erfahrung hinter sich hat. Declan und Parker haben das Herz auf den rechten Fleck. Zwischen Griffin und Parker gibt es jedoch eine Sache aus der Vergangenheit, die noch nicht bereinigt ist. Mit Avery und Kate kommen noch zwei weitere weibliche Charaktere hinzu, die hier noch eine Nebenrolle spielen, aber wahrscheinlich in den kommenden Büchern mehr in den Vordergrund treten.

Obwohl Dani Pettreys Bücher im christlichen Francke Verlag erscheinen, spielt der Glaube zwar immer wieder eine Rolle, steht aber nicht im Vordergrund. Er wird vorallem durch Gebete und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten ausgedrückt, sowie deren Zuversicht, dass alles gut werden wird. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Griffin und Finley fand ich wieder perfekt und lockert die Krimihandlung etwas auf - wird aber nicht zu kitschig oder überlagernd. Nach und nach setzen sich alle Puzzleteile zusammen und ergeben zum Ende eine interessante Auflösung, auf die ich nie gekommen wäre. Der Titel ist auf jeden Fall Programm.
Den Spannungslevel fand ich diesmal höher, denn der Krimi ist wirklich temporeich. Dafür waren es mir aber zu wenige Seiten und manchmal zu wenige Informationen.

Schreibstil:
Der gewohnt flüssige und sehr temporeiche Schreibstil lässt einem das Buch schwer aus der Hand legen. Durch die wiederholten Perspektivwechsel lernt der Leser auch die anderen Charaktere besser kennen, die wahrscheinlich in den kommenden Büchern der Reihe abwechselnd die Hauptprotagonuisten sein werden. Doch auch ein Blick hinter die Stirn des Täters lässt uns die Autorin blicken...
Viele überraschende Wendungen und falsche Fährten steigern die Spannung und lassen den Leser lange im Dunkeln tappen. Bildreiche Landschaftsbeschreibungen, wie die in Alaska spielende Vorreihe, habe ich in diesem Reihenauftakt leider vermisst.
Die Kapitel sind eher kurz gehalten.


Fazit:
Wieder ein sehr temporeicher Krimi voller Spannung, bei dem ich jedoch des öfteren das Gefühl hatte, dass mir einige Informationen fehlten. Ein paar mehr Seiten hätten dem Auftakt der neuen Reihe gut getan, ebenso wie eine nicht ganz so schnelle Einführung in die Charaktere.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Nichts Neues

Traum des Lebens
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Als Fan der Clifton Reihe musste ich natürlich auch den neuesten Roman des Erfolgsautors lesen.
Wir befinden uns 1968 in Leningrad. Alexander Karpenkos Leben ändert sich schlagartig, nachdem der KGB seinen ...

Als Fan der Clifton Reihe musste ich natürlich auch den neuesten Roman des Erfolgsautors lesen.
Wir befinden uns 1968 in Leningrad. Alexander Karpenkos Leben ändert sich schlagartig, nachdem der KGB seinen Vaters ermordet hat. Der Vorzeigeschüler wird nicht zum College zugelassen und soll als einfacher Hafenarbeiter sein weiteres Leben fristen. Seine Mutter Elena wird von ihren Vorgesetzten schikaniert und so entschließen sich die Beiden aus Russland zu fliehen. Onkel Kolja hilft ihnen bei der Flucht. Mutter und Sohn sollen sich in einer Holzkiste als blinde Passagiere auf einem Schiff verstecken. Zwei Schiffe stehen zur Auswahl: eines fährt nach Großbritannien, das andere nach Amerika. Ein Münzwurf soll entscheiden...

Hier hat sich der Autor einen ganz besonderen Twist ausgedacht. Die Idee seinen Hauptprotagonisten nach der Flucht vom KGB wahlweise nach Großbritanninen oder in die USA zu schicken, fand ich grandios. Um Verwechslungen zu vermeiden heißt Alexander in Großbritannien von nun an Sascha und in den USA Alex. Abwechselnd lesen wir über den weiteren Werdegang von Sascha/Alex und seiner Mutter Elena. Beide Erzählungen lesen sich wirklich spannend. Wie bereits in der Clifton Saga kommt es manchmal zu Überschneidungen, die jedoch nicht stören, sonden einen noch besseren Einblick in das Leben von Alexander und Elena geben.

Trotzdem hatte ich ab diesen Zeitpunkt des Öfteren das Gefühl eines Déjá-vus. Nicht weil Sascha und Alexander natürlich ähnliche Erlebnisse hatten, sondern viele Ereignisse erinnerten mich einfach zuviel an die Clifton-Saga. Wie gewohnt ist der Protagonist wieder ein kleines Wunderkind, ist entweder politisch interessiert oder arbeitet in einer Bank. Die bereits kapitellangen Ergüsse der englischen Politik waren mir hier nun doch zu viel und ich konnte sie nur mehr querlesen. Selbst im Traum hörte ich oft noch "Hört, hört" und das Klopfen der Abgeordneten. Alexanders Mutter Elena erinnert ebenfalls an Harrys Mutter Maisie, die eine sehr starke Frau ist und alles für ihr Kind opfern würde. Viele ähnliche Themen werden in diesem Buch angesprochen und Alexanders Leben in 30 Jahren rekapituliert....ein Zeitraffer, der auf etwas mehr als 700 Seiten
Die Charaktere sind wieder sehr schwarz-weiß gehalten und eindimensional.
Gefallen haben mir die kleinen "Einstreuungen" aus der Clifton-Saga. Es wird zum Beispiel die Barrington Linie erwähnt oder einer von Harrys Krimis.
Was mich allerdings wirklich umgehauen hat, war der letzte Satz im Buch! Grandios Mister Archer!

Ich werde weiterhin Jeffrey Archer lesen, aber versuchen eine Lektüre zu finden, die von keinem hochbegabten Jungen erzählt, der quasi "vom Tellerwäscher zum Präsidenten....ups...Millionär" aufsteigt und liebäugle mit seinem älteren Werk "Das letzte Plädoyer", das noch nicht neu aufgelegt wurde.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist gewohnt mitreißend und lässt sich richtig gut lesen. Archer versteht einfach zu schreiben und seine persönlichen Lieblingsthemen in seinen Romanen einzubinden. Nicht umsonst ist er seit Jahrzehnten ein erfolgreicher Autor.

Fazit:
Wer die Clifton-Saga nicht kennt, hat sicher tolle Lesestunden mit "Traum des Lebens", denn Archer weiß mit seinem mitreißenden Schreibstil zu fesseln. Diejenigen, die wie ich bereits die Clifton-Chronicles verschlungen haben, werden hier allerdings nur einen etwas müden Abklatsch und nicht wirklich Neues finden.