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Veröffentlicht am 26.02.2017

Abenteuerlicher Wettlauf quer durch Alaska

Tödliche Frist
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Im letzten Teil der Reihe rund um die McKenna's begleiten wir Reef McKenna und Kirra Jacobs, die als freiwillige Helfer bei einem Schlittenhunderennen teilnehmen. Kirra's Onkel Frank ist einer der erfolgreichsten ...

Im letzten Teil der Reihe rund um die McKenna's begleiten wir Reef McKenna und Kirra Jacobs, die als freiwillige Helfer bei einem Schlittenhunderennen teilnehmen. Kirra's Onkel Frank ist einer der erfolgreichsten Teilnehmer des Iditarod-Rennens, doch diesmal taucht er nach dem ersten Rennabschnitt nicht am zweiten Checkpoint auf. Kirra und Reef starten noch mitten in der Nacht eine Suche nach Frank und entdecken ihn tatsächlich abseits der Route. Er ist ziemlich verstört und erzählt, dass seine Tochter Meg, Kirra's Kusine entführt wurde und er einen Auftrag auf Leben und Tod erhalten hat, den er bis zum Rennende durchführen muss, damit Meg frei kommt. Bevor Kirra und Reef mehr erfahren, kommt es zu einem Schusswechsel und die Beiden werden von einem vermummten Mann auf einem Schneemobil verfolgt. In letzter Sekunde können sich die Beiden in einer Höhle verstecken. Die völlig verstörte Kirra macht sich gemeinsam mit Reef auf die Suche nach Meg, die wirklich verschwunden zu sein scheint. Natürlich unterstützt sie fast der gesamte McKenna Clan, denn das Ultimatum an Frank läuft bald ab und soll das Leben vieler Menschen gefährden. Für Reef, Kirra und die McKennas beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.....

Wie immer bei Dani Pettreys Romanen ist der Leser bereits im Prolog mitten im Geschehen und entkommt der Geschichte nicht mehr ;) Es geht diesmal um Reef, den Jüngsten und dem ehemaligen Sorgenkind der McKennas. Reef liebt die Gefahr, insbesondere bei verschiednenen Extremsportarten. Außer zu seiner Schwester Piper hatte er die letzten Jahre kaum Kontakt zum Rest der Familie. Bis er eines Tages des Mordes verdächtigt wird (Band 2) und zurück zur Familie und zu Gott findet. Seitdem ist er besonnener und umsichtiger geworden. Kirra und Reef kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Nachdem sie nun beide erwachsen sind, sehen sie sich plötzlich mit anderen Augen. Aber auch Kirra hat eine nicht so einfache Vergangenheit, die im Laufe des Romans aufgedeckt wird und die sie daran hindert Vetrauen zu Reef zu fassen.
Mit dem Verschwinden von Meg stoßen die McKennas auf eine Umweltorganisation, bei der sie seit kurzem Mitglied war, aber auch auf eine kriminelle Vergangenheit von Onkle Frank. Welche Spur führt tatsächlich zu den Erpressern? Mit vielen überraschenden Wendungen und neuen Erkenntnissen gelingt es der Autorin den Leser auf viele falsche Fährten zu locken......

Dies ist nun der Abschlussband rund um die McKennas und ich bin etwas traurig, dass ich mich von den liebgewonnen Figuren der Familie verabschieden muss. Im finalen Band beschreibt die Autorin eine atemberaubende Jagd durch Alaska, die an Spannung mit jedem guten Krimi und Thriller mithalten kann.
Wie immer fällt es schwer diese Reihe einem bestimmten Genre zuzuorden. Als christlicher Roman im Francke Verlag erschienen, wird dieser Aspekt durch Gebete und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten ausgedrückt, sowie deren Zuversicht, dass alles gut werden wird, da ihr Schicksal in Gottes Hand liegt.
Wie in allen Bänden haben wir auch eine Liebesgeschichte zwischen einem/einer McKenna und einer anderen Person. Die Haupthandlung macht aber meiner Meinung fast immer der kriminale Touch aus bzw. kann man auch von einem Spannungs- oder Abenteuerroman sprechen. Alle diese Genres treffen auf diese Reihe zu, die mich begeistern konnte. Besonders hervorheben möchte ich auch den tollen Familienzusammenhalt der McKennas. Man spürt die Verbundenheit und das gegenseitige Vertrauen. Jeder von ihnen steht bedingunglos für den anderen ein. Schon nach dem ersten Band "Wilde Wasser" liebte ich diese Familie.

Band 5 konnte mich absolut überzeugen und hat diesmal auch Täter zu bieten, die nicht plötzlich aus der Hand geschüttelt wurden (wie bei Band 2 und 3). Fünf Sterne!

Schreibstil:
Dani Pettrey hat einen sehr fesselnden, rasanten und flüssigen Schreibstil, der mich völlig gefangen nimmt. Wie bei jedem ihrer Romane, konnte ich, kaum angefangen, das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen ist bereits im Prolog hoch und kann sich während der Geschichte noch steigern. Viele überraschende Wendungen und falsche Fährten lassen dem Leser lange im Dunkeln tappen. Den Genremix finde ich absolut gelungen, da ich als Querbeetleserin gerne Abwechslung habe. Auch die tollen Landschaftsbeschreibungen Alaskas sind sehr bildhaft beschrieben und die fröstelnden Temperaturen unter -20°C lassen einem noch mehr in die dicke Decke kuscheln....

Fazit:
Ein spannender Finalband mit einer atemberaubender Jagd quer durch Alaska. "Tödliche Frist" konnte mich absolut überzeugen und ich finde es schade, dass die Reihe um die Familie McKenna hier zu Ende geht.
Man kann das Buch auch einzeln lesen, aber ich würde empfehlen diese Reihe von Beginn an kennenzulernen.

Veröffentlicht am 22.02.2017

Geheimnisse im Schloss

Wo die ungesagten Worte bleiben
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Liest man die Kurzbeschreibung, denkt man wie ich, man hat hier eindeutig eine Familiensaga in der Hand, die aus zwei Zeitebenen besteht. Das ist auch richtig, jedoch übernimmt in "Wo die ungesagten Worte ...

Liest man die Kurzbeschreibung, denkt man wie ich, man hat hier eindeutig eine Familiensaga in der Hand, die aus zwei Zeitebenen besteht. Das ist auch richtig, jedoch übernimmt in "Wo die ungesagten Worte bleiben" der Gegenwartsstrang den Hauptteil des Buches ein.
Berlin 2016.
Sabine Beck arbeitet als erfolgreiche Architektin im Immobilienkontor Wilthman. Ihr Kollege Joachim Reineck und Sabine kämpfen um die Stelle des Junior Managers, wobei Reineck auch gerne zu unfaire Mittel greift. Als ihr Chef, Heinrich Wilthman, sie nach Frankreich schickt, um ein altes Château zu sanieren und dieses zu einem Hotel umzubauen, erhofft sich die ehrgeizige junge Frau endlich ihren Boss von sich überzeugen zu können.
Das Anwesen liegt sehr abgelegen und einsam an einem See im sagenumwobenen Wald von Brocéliande, wo einst der Zauberers Merlin sein Unwesen trieb. Schon bald bemerkt Sabine, dass ihr Chef zurecht von einem etwas schwierigen Projekt gesprochen hat, denn die Einwohner des kleinen Dorfes Paimpont in der Bretagne, von denen sich Sabine Hilfe durch örtliche Firmen versprochen hatte, wollen alle mit dem Château Maélis nichts zu tun haben. Einzig der Jungunternehmer Jacques Brion aus Rennes übernimmt die Arbeiten und der Fremdenführer Sebastien erzählt ihr etwas über die Geschichte des Châteaus, das er als Kind öfters besucht hat. Auch ihr Auftraggeber, Nicolas Geradin, der Besitzer des Schlosses, taut nach einiger Zeit etwas auf und bespricht mit ihr die Einzelheiten des Umbaus. Doch dann finden Sebastien und Sabine einen versteckten Raum mit Akten und einen Koffer mit einem blutdurchtränkten Kleid und alten Filmrollen. Und kurz darauf versucht jemand die Bauarbeiten zu boykottieren....

Château Maélis 1940.
Die zweite Zeitebene, die im Roman nicht den Hauptteil einnimmt, aber eine sehr bewegende Geschichte erzählt, wird auf der Grundlage der gefunden Filmrollen im Koffer und den abgespielten Filmaufnahmen in Rückblenden beschrieben. Wir erfahren von Audrey Perriére, einem jungen Mädchen, das gerne in Paris an der Schule für Filmkunst, studieren möchte. Doch der Zweite Weltkrieg und die Besetzung durch die Deutschen machen ihre Pläne zunichte. Als in Paimpont die deutsche Wehrmacht einmarschiert, beschlagnahmen die Soldaten das Chateau, werfen die gesamte Familie hinaus und übernehmen es als Regionsstützpunkt. Das Leben von Audreys Familie ändert sich abrupt....

"Als wir Schwestern waren" der erste Roman der Autorin, die unter dem Pseudonym Marie Jansen schreibt, konnte mich bereits überzeugen und hat mir sehr gut gefallen. Auch diesmal wurden die beiden Zeitebenen wieder geschickt miteinander verbunden. Den fließenden Übergang zwischen Vergangenheit und Gegenwart bekommen nur wenige Autoren so richtig hin und fast immer gefällt mir die Handlung in der Vergangenheit besser. In "Wo die ungesagten Worte bleiben" werden beide Erzählstränge großartig miteinander vereint und jeder davon konnte mich restlos begeistern und fesseln. Während man in der Gegenwart unbedingt wissen möchte, welches Geheimnis der Koffer verbirgt und wer den Umbau verhindern möchte, erlebt man im Vergangenheitsstrang die völlige Hilflosigkeit der Familie Perriére gegenüber den Besatzern und die Grausamkeiten des Krieges hautnah mit. Marie Jansen versteht es dem Leser aufzuzeigen, was Krieg anrichten kann und wie alle Menschen, egal welcher Staatsangehörigkeit, darunter leiden. Zwischen den Zeilen tritt sie für mehr Völkerverständigung ein und zeigt auf, dass es in jedem Land gute und böse Menschen gibt.

Die Liebesgeschichte steht im Hintergrund und ist eher Randgeschehen, was für mich sehr positiv war. Trotzdem fehlten mir hier etwas die Emotionen bzw. die Glaubwürdigkeit der aufkommende Liebe zwischen den Protagonisten. Dies und einige blassere Nebencharaktere, sowie diverse kleine Rätsel, die nicht ganz aufgelöst wurden, lassen mich statt den 5 Sternen 4 1/2 Sternen vergeben.

Charaktere:
Beide Frauen, Sabine und Audrey, sind starke Charaktere, die nicht so schnell aufgeben und sich schnell an neue Begebenheiten anpassen, ohne ihre Pläne völlig aufzugeben. Besonders Audrey zeigt während der Besatzungszeit als einzige der Familie ihre pragmatischen Eigenschaften, die der Familie helfen zu überleben, während sich ihr Vater dem Alkohol hingibt und ihre Mutter die Tatsachen komplett verdrängt.
Sabine hingegen gibt auch nach weiteren Attacken nicht auf und setzt ihr Projekt fort.
Die Nebencharaktere sind ebenfalls gelungen, wobei ich mir bei manchen von ihnen etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil, der mich durch die Geschichte rasen ließ. Auf der einen Seite beschreibt sie in romantischen und sehr bildhafter Sprache den zauberhaften Wald von Brocéliande und kurz darauf die Gräuel des Krieges und die Machenschaften von Generaloberst Freiherr von Lickenwitz.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind datiert und haben Ortsangaben. Auch das Cover ist wieder ein echter Hingucker.

Fazit:
Eine spannende und sehr bildhaft erzählte Familiensaga, die größtenteils in der Gegenwart erzählt wird. Die beiden Zeitebenen wurden geschickt miteinander verbunden, wobei mir normaler Weise immer der Vergangenheitsstrang besser gefällt. Ausnahmweise konnten mich bei diesem Roman beide Handlungsstränge wirklich überzeugen. Ich freue mich schon auf einen weiteren Roman der Autorin.

Veröffentlicht am 19.02.2017

Nett für zwischendurch

Schlaflos in Manhattan
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Die Bücher von Sarah Morgan sind in der Bloggergemeinde sehr gefragt und immer wieder in aller Munde. Mit "Schlaflos in Manhattan" habe auch ich das erste Mal zu einem Buch der Autorin gegriffen, denn ...

Die Bücher von Sarah Morgan sind in der Bloggergemeinde sehr gefragt und immer wieder in aller Munde. Mit "Schlaflos in Manhattan" habe auch ich das erste Mal zu einem Buch der Autorin gegriffen, denn ich hatte bei Lovelybooks Glück und durfte in der Leserunde mitlesen.
Erwartet habe ich eine nette Liebesgeschichte mit ein paar Turbulenzen und genau das habe ich auch bekommen - nicht mehr und nicht weniger.

Der Einstieg ist mir gut gelungen, denn Sarah Morgan schriebt sehr locker, leicht und flüssig und man fliegt richtig durch die Seiten. Mit Paige, unserer Hauptprotagonistin, lernen wir eine sehr organisierte junge Frau kennen, die ihren Job liebt und nach einer schweren Herz-OP ihr Glück in der Großstadt wagt. Schon immer war ihr Traum abseits von zuhause und ihren Eltern zu leben, die sich wegen ihrer Krankheit immer schrecklich um sie sorgen und für sie Entscheidungen treffen. Im Dschungel der Großstadt hofft sie ein normales Leben führen zu können und endlich auf eigenen Füßen zu stehen.
Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Eva und Frankie, die genauso wie sie aus Puffin Island kommen, leben sie in einer WG und arbeiten in derselben Firma. Die drei jungen Frauen ergänzen sich beruflich und privat perfekt. Als Paige statt der erwarteten Beförderung jedoch gekündigt wird und ihre beiden Freundinnen ebenfalls den Job verlieren, reißt es ihr momentan den Boden unter den Füßen weg. Paige fühlt sich verantwortlich für Eva und Frankie, die ihr sehr nahe stehen. Jake, der beste Freund ihres Bruder Matt, in dem sie schon seit Jahren heimlich verliebt ist, macht ihr einen Vorschlag, den sie nicht ausschlagen kann. Doch zu Beginn läuft es gar nicht so, wie sich die drei Freundinnen das vorgestellt haben und Paige möchte einfach keine Hilfe annehmen - schon gar nicht von Jake, der sie vor Jahren ganz schrecklich enttäuscht hat.

In der ersten Hälfte des Romans werden die drei Freundinnen Paige, Eva und Frankie, sowie Matt und Jake vorgestellt. Man beginnt langsam eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Der Fokus liegt hier noch eindeutig beim Verlust des Jobs und den Willen von Paige ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen. Die Liebesgeschichte nimmt hier noch wenig Raum ein, was sich in der zweiten Hälfte dann rapide ändert. Jake, der sich nicht binden möchte und bei dem keine "Beziehung" länger als zwei Wochen dauert, geht Paige immer mehr aus dem Weg, da er seinen Gefühlen nicht mehr vertrauen kann. Außerdem hat er Matt versprochen, nie etwas mit seiner Schwester anzufangen...

Natürlich ist dieser Liebesroman vorhersehbar und man wäre enttäuscht, käme es zu keinem Happy End. Trotzdem beschlich mich beim Lesen immer wieder kurz das Gefühl der Langeweile. Ich vermisste überraschende Wendungen und ein klein wenig mehr "Pepp" in der Geschichte. Liebesromane wie diesen, habe ich schon einige gelesen und er sticht für mich nicht wirklich aus der breiten Masse heraus. Sicher hat die Autorin jede Menge Fans und auch ihr Schreibstil ist wirklich sehr angenehm zu lesen, aber ich empfinde diesen Roman als nette Geschichte mehr für zwischendurch - nicht mehr und nicht weniger.

Schreibstil:
Sarah Morgen hat einen eingängigen, flüssigen Schreibstil, den man sehr leicht lesen kann. Man fliegt durch die Seiten und kommt zügig voran, auch wenn einige in der Leserunde über die langen Kapitel gejammert haben.
Man liest abwechselnd aus der Perspektive von Paige oder Jake und hat einen guten Einblick in die Gefühlswelt des jeweils anderen.
Über jedem Kapitel steht ein sehr treffsicherer Spruch, der sich auf die kommenden Seiten bezieht.


Fazit:
Ein netter Liebesroman, der unterhält. Für mich ist es allerdings nur eine Geschichte wie viele andere gewesen, die nett zu lesen ist und bei der man kurz die Seele baumeln lassen kann.....leider aber nicht wirklich mehr. Für zwischendurch zum Träumen und für Freunde von Liebesromanen und Sarah Morgan.

Veröffentlicht am 18.02.2017

Spannend und für mich der beste Teil der Reihe

Böser Samstag
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Nachdem diese Reihe von Nicci French einige Höhen und Tiefen hatte, ist der sechste Band wieder absolut gelungen. In "Böser Samstag" dreht sich alles um einen alten Fall. Eigentlich will sich Frieda ja ...

Nachdem diese Reihe von Nicci French einige Höhen und Tiefen hatte, ist der sechste Band wieder absolut gelungen. In "Böser Samstag" dreht sich alles um einen alten Fall. Eigentlich will sich Frieda ja aus der Polizeiarbeit raushalten, aber ein alter Bekannter fordert von ihr einen Gefallen ein. Dabei geht es um einen Mord an der eigenen Familie, den vor 13 Jahren die damals 18jährige Hannah Doherty, begannen haben soll. Als Frieda die Frau in der Psychatrie besucht, ist sie entsetzt über den Zustand der Patientin. Sie wird misshandelt, mit Medikamente ruhig gestellt und wie ein Tier gehalten. Doch die Ärzte der Klinik und die Polizei sind sich einig: Die junge Frau sei psychisch gestört, gewalttätig und sicher die Täterin von damals. Frieda möchte den Fall neu aufrollen, doch die Polizei weigert sich und so handelt Frieda mal wieder auf eigene Faust. Karlsson kann ihr diesmal nicht dabei helfen, denn er liegt mit einem gebrochenem Fuß zuhause. Deshalb stellt er Frieda seine Kollegin Yvette zur Seite, die alles andere als erfreut ist. Frieda betritt bei ihrer Recherche gefährliches Terrain. Auch ihre alten Gegner, Polizeipräsident Crawford und Friedas größter Widersacher, Professor Hal Bradshow, sind nicht erfreut über ihre Schnüffeleien.

Gewohnt ruhig, wie die Bücher des Autorenpaares Nicci Gerard und Sean French sind, bleibt die Spannung im sechsten Band auf einem höheren Level als zuletzt. Die Doherty's erscheinen anfangs nach außen hin wie eine normale Familie, doch hinter der Fassade verbergen alle Familienmitglieder etwas - mit Ausnahme des kleinen Bruders von Hannah.
Der Leser macht sich gemeinsam mit Frieda Klein auf die Suche nach alten Beweismitteln und Unstimmigkeiten. Dabei helfen ihr ihre Nichte Chloe, Josef und auch Chloe's Exfreund Jack, der zurzeit in einer Sinnkrise steckt....

Wie auch schon in den Vorgängerromanen bemerkt, wirkt diese Reihe nicht wie ein Thriller, sondern wie ein klassischer englischer Krimi auf mich. Das stört keineswegs, denn auch die Protagonistin ist eine eher unkonventionelle Hobbydetektivin, die mit ihrem Bauchgefühl meistens richtig liegt. Mir ist Dr. Frieda Klein mittlerweile ans Herz gewachsen. Auch die atmosphärischen Beschreibungen von London finde ich immer wieder großartig. Wenn Frieda nachts durch die Straßen Londons wandert, hat das einen mystischen Touch. Trotzdem folgt der Leser gerne ihren Schritten und lernt die Stadt an der Themse einmal aus anderen Blickwinkeln kennen.
Auch unser alter bekannter Dean Reeve spielt wieder eine Rolle und Nicci French wartet am Ende des Buches mit einem echten Schockmoment auf!

Die Auflösung des Kriminalfalles finde ich nicht hundertprozentig gelungen, deswegen vergebe ich vier Sterne, obwohl "Böser Samstag" diesmal mit viel mehr Spannung aufwarten kann, als die letzten Bücher der Reihe.

Schreibstil:
Das Autorenpaar hat einen sehr ruhigen und detaillierten Schreibstil, mit dem sie eine besondere Atmosphäre in ihren Büchern aufbauen. Sicherlich trägt auch die wunderbare Beschreibung Londons dazu bei, ebenso wie die gut gezeichneten Charaktere, die ich mittlerweile alle liebgewonnen habe.

Fazit:
Der sechste Fall der Reihe wartet mit einer spannenden Geschichte und einem Schockmoment ganz am Ende auf. Für mich neben dem ersten Band das beste Buch der Reihe. Ich freue mich schon auf Band sieben und hoffe auf ein spannendes Finale.

Veröffentlicht am 16.02.2017

Die Hoffnung ging nicht auf

Wer Hoffnung sät
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Vor wenigen Monaten habe ich von Chris Fabry "Junikäfer, flieg" gelesen, das mich wirklich begeistern konnte. Deshalb freute ich mich auf den neuen Roman des Autors. Leider ließ mich "Wer Hoffnung sät" ...

Vor wenigen Monaten habe ich von Chris Fabry "Junikäfer, flieg" gelesen, das mich wirklich begeistern konnte. Deshalb freute ich mich auf den neuen Roman des Autors. Leider ließ mich "Wer Hoffnung sät" ziemlich ratlos und verwirrt zurück.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich - im Vergleich zu den meisten meiner Mitleser - problemlos. Es gab zwar einige Personen, die jeweils aus ihrer Sicht erzählten, aber ich konnte sie sehr schnell einordnen. Einen Bezug konnte ich jedoch nur zu Will aufbauen, der nach zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und in seine Heimatstadt Dogwood zurückkehrt. Dort wird er allerdings alles andere als liebevoll aufgenommen. Im Gegenteil: Es beginnt eine regelrechte Hetzjagd auf den berüchtigten Schwerverbrecher, wie er im Buch genannt wird. Da begannen meine Probleme mit der Geschichte.
Denn dies ist bereits mein zweiter Roman aus amerikanischer Feder, der als Ausgangspunkt einen Autounfall unter Alkoholeinfluss hat, bei dem entweder Insassen oder Fußgänger getötet werden. Ich will das Ganze auf KEINEN Fall verharmlosen, aber was in diesen beiden Romanen an falscher Moral bis hin zur Menschenjagd dargestellt wird, ist in meinen Augen nichts weiter als die Doppelmoral eines Volkes, das zuhause Waffen hortet, kleine Kinder den Umgang damit lernen, die Waffen sogar zur Schule mitnehmen und wo die Todesstrafe noch heute eingesetzt wird! Es macht mich sprachlos!

Aber zurück zum Buch.....natürlich geht es hier um Schuld und Sühne, und um Vergebung durch Gott...nicht unbedingt durch die Menschen. Und es geht um Liebe - um die alles verzeihende Liebe. Karin ist Wills Traumfrau und das einzige Ziel vor Augen, das ihn die zwölf Jahre Gefägnis überstehen hat lassen. Doch seine große Liebe ist mit einem Pastor verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Leben scheint jedoch nicht glücklich zu sein, denn es plagen sie Schlaflosigkeit und Schuldgefühle. Ruthie, eine ältere Frau aus der Nachbarschaft, ist ihr eine gute Freundin, die versucht in die Vergangenheit Karins vorzudringen und ihr Hilfe anzubieten.
Will ist ein sehr symapthischer, gutmütiger und ehrlicher Mann, der sofort meine Sympathie hatte. Er stellt sich seiner Verantwortung und auch der Gemeinde, die ihm nur Hass entgegenbringt.

Der Schreibstil des Autors lässt sich sehr gut lesen. Trotzdem konnte ich in seinem neuen Roman nicht mit den Figuren mitfühlen. Einzig Will und Eddy riefen heftige (zwar unterschiedliche) Emotionen in mir wach. Der Rest der Charaktere blieb verschwommen und blass. Auch die Beziehung zwischen Karin und Will konnte mich nicht überzeugen. Die Rückblenden in die Vergangenheit vermittelten mir eine eher einseitige Verliebtheit. Durch die immer wiederkehrenden Zeittsprünge, oft auch während eines Kapitels, ist die Geschichte manchmal etwas verwirrend. Die Rückblenden in die 1980er Jahre sind jedoch meist stimmig und auch markiert. Gefallen haben mir auch die kleinen Weiseheiten, die der Autor einstreut.
Einige wunderbare Aussprüche habe ich mir notiert, wie diesen hier:

„Im Grunde ist das Leben ein Tanz über eine Wiese voller Kuhfladen. Die meisten Menschen betreten die Wiese gar nicht erst. Sie gehen aussen herum und tun so, als hätten sie sie überquert.“ - Seite 103

Das Ende ist rasant und ich war schon sehr gespannt, wie der Autor die Auflösung präsentieren würde. Mit überraschenden Wendungen konnte er mich wirklich verblüffen. Die Auflösung ist letztendlich okay, aber für mich war sie nicht komplett logisch und das allerletzte Kapitel ließ mich ziemlich verwirrt zurück.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Auch die Lebensweisheiten des Autors, die ab und an eingestreut werden, fand ich passend. Der christliche Aspekt hat diesmal einen größeren Stellenwert, als bei "Junikäfer, flieg".
Leider fand ich die Charaktere mit Ausnahme von Will ziemlich blass. Mir blieben sie fremd. Der Roman wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Es gibt einzelne Kapitel von Will, Karin, Ruthie, Bobby Ray und Danny Boyd, die alle aus ihrer Sicht in der ersten Person erzählt werden.

Fazit:
Der neue Roman des Autors konnte mich leider nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich nicht ganz logisch, das letzte Kapitel ließ mich total verwirrt zurück. Auch die Charaktere - mit Ausnahme von Will - blieben zu blass. Für mich ist "Wer Hoffnung sät" leider eine Enttäuschung.