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Veröffentlicht am 09.02.2025

Leseempfehlung

Die Schwestern von Krakau
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Die Romane der Autorin lese ich immer wieder gerne, wobei ich ihren neuesten als den bisher besten empfinde.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Als Édiths Vater Simon im Jahre 2017 in Paris verstirbt, ...

Die Romane der Autorin lese ich immer wieder gerne, wobei ich ihren neuesten als den bisher besten empfinde.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Als Édiths Vater Simon im Jahre 2017 in Paris verstirbt, findet sie wenig später in seinem Zimmer alte Zeitungsausschnitte und Fotos. Darauf erkennt sie ihren Vater als Kind. Unter dem Foto sind die Namen Helene Wagner mit Sohn Simon und Samuel Altmann angegeben. Édiths Vater hieß jedoch Simon Mercier. Es scheint, als hätte er Nachforschungen betrieben und konnte die Suche nach seinen Wurzeln jedoch nicht mehr abschließen. Édith findet Hinweise auf die Apothekerfamilie Wagner im Raum Stuttgart. Sie kontaktiert die Wagners und erfährt, dass Helene Wagner und ihr kleiner Sohn Simon während des Krieges in Paris verstorben sind. Doch das kann nicht sein, denn aus Simon Wagner-Altmann wurde Simon Mercier. Wie ist das möglich? Und was passierte mit seiner Mutter?

Tatjana lässt der Anruf aus Paris keine Ruhe. Sie trifft sich mit Édith und beide erkennen, dass sie kaum etwas über ihre Wurzeln wissen. Zudem gibt es viel zu viele Ungereimtheiten. Helenes Schwester Lilo, Tatjanas Großmutter, ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus Krakau nach Stuttgart geflohen. Erzählt hat sie jedoch kaum etwas von ihrer Vergangenheit. Tatjana bricht nach Krakau auf, findet Spuren von Lilos Vergangenheit und steht vor einer Apotheke mitten im Krakauer Ghetto, wo ihre Großmutter als Volksdeutsche ihr Praktikum zur Apothekerin absolvierte. Mit Adam, einem Historiker, der den Nachlass des Apothekers Tadeusz Pankiewicz verwaltet, findet sie immer mehr über ihre Großmutter und ihre wahre Geschichte heraus.

In Rückblenden erfahren wir, wie die polnische Bevölkerung und die jüdische Gemeinschaft während der Besetzung durch die Nationalsozialisten leben und was sie erleiden müssen. Lilo, die zur Volksdeutschen Minderheit gehört, kommt aus einer konservativen deutschen Familie. Sie sieht jedoch an ihrem Arbeitsplatz, wie die Menschen immer mehr unter der Besatzung leiden. Ihre rebellische Schwester Helene hat das streng katholische Elternhaus verlassen und ist nach Paris geflüchtet, wo sie ihr Glück sucht. Die pflichtbewusste Lilo ist hingegen geblieben, steht aber völlig im Schatten ihrer Schwester. Doch auch sie beginnt sich gegen ihre herrische Mutter und den an Demenz erkrankten Vater aufzulehnen. Die 27-jährige beschließt gegen den Willen ihrer Eltern ihre Ausbildung in der Adler Apotheke im Ghetto fortzusetzen. Sie liebt ihre Arbeit und auch ein bisschen ihren Chef, Tadeusz Pankiewicz. Dieser spielt in seiner Apotheke eine ganz besondere Rolle und Lilo muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen will....

Der Vergangenheitsstrang hat mich gefesselt und sehr berührt. Ich habe schon sehr viele Bücher und auch Biografien über diese Zeit gelesen, doch über den jüdischen Widerstand wurde bisher eher wenig geschrieben. Bettina Storks hat in ihrem Roman eine der wichtigsten Figuren dieses Widerstandes miteingebaut: Gusta Dawidson-Draenger.
Wir erleben Aktionen gegen die Juden und polnische Intellektuelle hautnah mit, begeben uns in den jüdischen Untergrund und sind Zeugen ihrer Versuche zu überleben. Bewundert habe ich aber vor allem den stillen Apotheker Tadeusz Pankiewicz, der Anlaufstelle für den jüdischen Widerstand war.
Bettina Storks hat historische und fiktive Personen und Begebenheiten gekonnt zusammengeführt. Die historischen Rückblicke stützen sich dabei auf das Tagebuch von Gusta Dawidson-Draengler, welches sie in Gefangenschaft geschrieben und danach versteckt hat, sowie den Memoiren von Tadeusz Pankiewicz.

Der Schreibstil von Bettina Storks hat mich sofort wieder gefangen genommen. Schon ihr letzter Roman "Die Kinder von Beauvallon" war ein Highlight. Der Schauplatz Krakau war so bildhaft dargestellt, dass ich alles wie in einen Film vor Augen hatte. Auch die Charaktere sind alle sehr lebendig und sympathisch gezeichnet. Nur mit Adam wurde ich nicht richtig warm, den ich als ziemlich hochnäsig und egoistisch empfunden habe. Auch Édith kam mir im Vergleich zu Tatjana im Roman etwas zu kurz.
Obwohl mich der Gegenwartsstrang nicht ganz so fesseln konnte, wie die Rückblicke in die Vergangenheit, erkennt man, wie die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration die folgenden Generationen in ihren Handeln und den weiteren Lebensweg beeinflusst. Ein großartiger Roman #gegendasvergessen und in der heutigen Zeit umso wichtiger!

Fazit:
Ein bewegender Roman über den jüdischen Widerstand, die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration und eine Geschichte, die auch später noch nachwirkt. Eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Der Wunsch nach Freiheit

Fernwehland
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Mit den Romanen von Kati Naumann kann man nichts falsch machen. Die Autorin lässt uns tief in die Geschichte der DDR eintauchen und erzählt in all ihren Büchern über diese Zeit, als Deutschland geteilt ...

Mit den Romanen von Kati Naumann kann man nichts falsch machen. Die Autorin lässt uns tief in die Geschichte der DDR eintauchen und erzählt in all ihren Büchern über diese Zeit, als Deutschland geteilt war. Dabei verwendet sie nicht alltägliche Themen, die spannend erzählt werden.
In ihrem neuen Roman widmet sie sich der Schifffahrt und ganz besonders dem Kreuzfahrtschiff "Völkerfreundschaft":
Als Binnenlandkind, auch wenn ich die Donau fast vor der Haustüre habe, interessieren mich Schiffe eher weniger. Kati Naumanns Romane sind allerdings - egal zu welchen Thema - immer äußerst lesenswert. Sie bringt in "Fernwehland" diese Besonderheit der "Völkerfreundschaft", die insgesamt unter zwölf verschiedenen Namen gefahren ist, auch mir sehr nahe. Neben dem ersten Kreuzfahrtschiff der DDR, welches in internationale Gewässer fahren durfte, erfahren wir auch mehr über die sächsische Binnenschifffahrt vor der Wende. Und wer nun denkt, dies sei langweilig, liegt total falsch!

Die Schifffahrt ist der rote Faden rund um die Lebensgeschichten von Frida, Dora, Erwin, Henri und Simone. Die heimliche Hauptfigur ist jedoch die "Völkerfreundschaft", die damals in Warnemünde an der Ostsee ihren Heimathafen hatte. Zuvor hieß das Schiff "Stockholm", wo es auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges getauft wurde. Mit dabei ein kleines Mädchen, nämlich Frida. Auch sie verbindet eine ganz besondere Geschichte und bittersüße Erinnerungen mit dem Schiff. So oft wie möglich fährt sie damit auf Reisen ....
Als "Astoria" hatte die "Völkerfreundschaft" ihre letzten Ausfahrten und Henri hat jahrelang gespart, dass er noch einmal mit "seinem Schiff" auf Reisen gehen kann. Nach dem Tod seines Vaters konnte er sich mit seinem Erbe diesen langersehnten Wunsch erfüllen. Gemeinsam mit Simone geht er auf die Reise, bei der sie Frida und später auch die junge Elli kennenlernen.
Die Seefahrt liegt Henri im Blut, denn auch sein Vater Erwin und seine Mutter Dora waren auf der "Diesbar", einem Binnenschiff auf der Elbe, unterwegs. Doch Reisen und neue Länder kennenlernen waren in der damaligen DDR nicht vorgesehen.
Als Leserin spürt man die Liebe zur See aus jeder Zeile, die diese Familie prägt. Aber nur Henri erreicht sein Ziel in internationalen Gewässern fahren zu dürfen. Er wird Matrose und lernt Simone kennen, deren Herz ebenfalls für das Meer und die Seefahrt schlägt - bis eines Tages etwas Schlimmes passiert.
Mit diesem Ereignis in der Vergangenheit versucht Henri seitdem zurecht zu kommen, während Simone hofft, dass er sich nun auf der langersehnten Reise - 40 Jahre später - endlich damit aussöhnt.

Geschickt hat Kati Naumann die einzelnen Lebensgeschichten und auch die verschiedenen Zeitstränge zusammengeführt. Mit viel Liebe zum Detail und toller Recherchearbeit erzählt die Autorin von vier verschiedenen Menschen, die sich auf der "Astoria" treffen und dessen Leben auf eigenwillige Art zusammenführen.
Ich hätte nie gedacht, dass mich dieser Roman so begeistern und fesseln kann. Kati Naumann erzählt mitreißend und emotional. Vor allem Doras Lebensgeschichte hat mich mitgenommen und berührt. Alle Charaktere sind lebendig und großartig gezeichnet. Ich hatte die Figuren vor Augen und habe mit ihnen gehofft, gebangt und mitgefühlt. Auch die Atmosphäre auf dem Schiff und die verschiedenen Länder, die besucht wurden, sind wunderbar bildhaft dargestellt.
Das Leben in der DDR wird in vielen Facetten beschrieben. Dabei gibt es keinen erhobenen Zeigefinger der Autorin, sondern gute und schlechte Erinnerungen.

Fazit:
Deutsch-deutsche Geschichte, wie sie nur Kati Naumann erzählen kann. Atmosphärisch wunderbar und großartig recherchiert. Eine Geschichte, die ich in kurzer Zeit inhaliert habe und gerne noch ewig weitergelesen hätte.... Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Das war nix

Die Schatten von Prag
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Normaler Weise breche ich Rezensionsexemplare nicht ab, aber hier war es mir einfach nicht möglich weiterzulesen. Bis Seite 131 habe ich mich durchgequält, aber dann war es genug!
Ich lese ja super gerne ...

Normaler Weise breche ich Rezensionsexemplare nicht ab, aber hier war es mir einfach nicht möglich weiterzulesen. Bis Seite 131 habe ich mich durchgequält, aber dann war es genug!
Ich lese ja super gerne historische Krimis und dieser spielt auch noch in Prag....einer meiner Lieblingsstädte. Leider hat mich aber die Story so überhaupt nicht gepackt, denn es passierte einfach NICHTS!
Es werden zwar Menschen der Reihe nach ermordet, aber irgendwie ermittelt keiner. Reporter Egon Erwin Kisch ist zwar immer bereits als Erster an der Unglücksstelle, aber das wars auch schon wieder. Es wird viel mehr über seinen Job als Journalist erzählt, als über irgendwelche Ermittlungen oder Schnüffeleien, was die Morde betrifft.
Unsere zweite Protagonistin ist Lenka Weißenbach, die von Berlin nach Prag zurückkehrt um für ihre kranke Mutter zu sorgen. Komischer Weise ist sie aber trotzdem laufend irgendwo unterwegs und bekommt sogar einen Job in der Redaktion, wo Kisch arbeitet. Außer ihrer Liebe zu Berlin und einer Freundin, die sie in der Stadt zurücklassen musste, erfahren wir bis dahin kaum mehr über Lenka.

Mehr kann ich weder zum Inhalt, noch zu den Figuren sagen, die mir fremd blieben. Obwohl ich fast bis zur Hälfte des Buches gelesen habe, kann ich nichts weiteres über den Inhalt erzählen, weil einfach nichts passiert ist!

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Pädagogin der Zukunft

Die Pädagogin der glücklichen Kinder
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Ein weiterer Roman von Beate Maly, die unter ihrem Pseudonym Laura Baldini über Themen rund um mobile Frühförderung schreibt und bereits biografische Romane über Maria Montessori oder Hans Asperger geschrieben ...

Ein weiterer Roman von Beate Maly, die unter ihrem Pseudonym Laura Baldini über Themen rund um mobile Frühförderung schreibt und bereits biografische Romane über Maria Montessori oder Hans Asperger geschrieben hat. "Die Pädagogin der glücklichen Kinder" gehört zur Reihe bedeutender Frauen, die die Welt verändern, die im Piper Verlag erscheint.

Als ungarische Jüdin darf Emmi Reich 1920 in ihrem Heimatland nicht studieren, weshalb sie zu ihrer Tante Poldi nach Wien zieht und sich an der ansässigen medizinischen Fakultät einschreibt. Dort lernt sie György Pikler kennen, einen ungarischen Lehrer, der sich für den Kommunismus engagiert. Die beiden gehen eine Fernbeziehung ein, während Emmi in Wien studiert und György in Triest und Budapest unterrichtet.
In Wien erlebt sie viele moderne Ansätze der Kindermedizin, die sie begeistern. Vor allem Clemens von Pirquet und Hans Salzer inspirieren sie zu Kind gerechteren Behandlungen und Verhaltensweisen. Nach erfolgreich absolviertem Studium kehrt das mittlerweile verheiratete Ehepaar in ihre Heimat Ungarn zurück. Die Regierung von Miklós Horthy legt Emmi und ihrem Mann jedoch weiterhin Steine in den Weg, György wird wegen seinen politischen Ansichten angefeindet und Emmi wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihrer revolutionären Ideen und Behandlungen von Kindern. Sie betreut Familien auch zuhause und lässt die Mütter die einzelnen Entwicklungen ihrer Kinder protokollieren. Außerdem hält sie Vorträge über Pflege und Erziehung.

Laura Baldini widmet sich in ihrem neuen Roman der jungen Emmi Pikler, ihrer Jugendzeit und ihrem Wirken während des Zweiten Weltkrieges in Ungarn. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Wiener Freundin Eva und ihrer Nachbarin Henriette. Besonders gefallen haben mir die Auszüge aus ihrem Studium in Wien und den diversen Praktika in unterschiedlichen Krankenhäusern und Kinderkliniken. Die Mixtur aus Medizin, Pädagogik und Psychologie ist spannend erzählt und zeichnet ein Bild von einer sympathischen und engagierten Ärztin und Pädagogin, die ihrer Zeit voraus war. Sie widmet sich vor allem der Entwicklung der Kinder und möchte gleichzeitig auch deren Gesundheit fördern. Es ist spannend zu lesen, welche Ideen oder Einsichten Emmi Pikler hatte, die wir heute als selbstverständlich ansehen. Kaum jemand weiß, dass sie diejenige war, die sich darüber Gedanken machte und ihre Ideen schlussendlich übernommen wurden.

Laura Baldini versteht es ihre eigenen Kenntnisse als Pädagogin einfließen zu lassen. Auch die bildhaften Beschreibungen von Wien und der bereits sehr modernen medizinischen Fakultät, wie auch der politischen Lage in Österreich und Ungarn sind gelungen und wurden hervorragend recherchiert.

Fazit:
Beate Maly aka Laura Baldini erzählt in ihrem biografischen Roman eindrucksvoll von einer Frau, die die Kindererziehung nachhaltig geprägt hat. Fakten und Fiktion wurden von ihr wunderbar verwoben und zeigen das Bild einer beeindruckenden Frau.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Beeindruckender erster Teil einer Dilogie

Der Unendlichkeit so nah
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Dieser wundervolle Roman von Theresa Kern aka Rena Fischer hat mich ausnahmsweise zuerst mehr vom Cover, als vom Klappentext angesprochen. Normaler Weise bin ich kein Cover Käufer und vor allem muss der ...

Dieser wundervolle Roman von Theresa Kern aka Rena Fischer hat mich ausnahmsweise zuerst mehr vom Cover, als vom Klappentext angesprochen. Normaler Weise bin ich kein Cover Käufer und vor allem muss der Inhalt passen. Etwas abgeschreckt haben mich jedoch die beiden Berufe der Protagonisten: Astronautin und Wissenschaftler. Nicht unbedingt Themen, die mich sehr interessieren. Trotzdem ließ mich die Geschichte nicht los und ich bin sehr dankbar, dass ich das Buch über Lovelybooks lesen durfte!
Dieser erste Teil einer Dilogie ist nämlich ein ganz toller Roman, der mich sofort gefangen genommen hat und wo ich den zweiten Teil kaum erwarten kann - vor allem, weil Teil 1 mit einem wirklich miesen Cliffhanger geendet hat!

Emmas großer Traum ist es Astronautin zu werden. Sie ist bereits mitten im Auswahlverfahren der ESA, als ihr Freund Michael, der beruflich seit kurzem in den Staaten arbeitet, sie vor die Wahl stellt: Entweder ihr Berufswunsch oder er. Emma ist total vor den Kopf gestoßen. Aufgewühlt besucht sie das Denkmal für die Besetzung des Space Shuttles "Challenger" auf dem Arlington Friedhof. Dort trifft sie auf die Amerikanerin Becky, die vor Jahrzehnten ebenfalls am ESA Auswahlprogramm teilnahm und einen Teil der Crew des explodierten Space Shuttle kannte. Becky und Emma kommen ins Gespräch und Becky lädt Emma überraschend zu sich nach Hause ein. Diese nimmt diese Einladung gerne an und verbringt ihren Resturlaub auf Hawaii, wo sich Emma nicht nur in die wunderschöne Insel, sondern auch in Beckys Sohn Elias verguckt. Er versteht ihre Liebe zum Weltraum und hat selbst eine zerbrochene Beziehung hinter sich.

Im Vergangenheitsstrang sind wir im rumänischen Temeswar, welches 1904 noch zur Habsburger Monarchie gehörte. Dort leben Marie und Susanna, die seit ihrer Kindheit allerbeste Freundinnen sind. Doch die zunehmende Judenfeindlichkeit und die Liebe zum selben Mann entzweit die beiden jungen Frauen. Der Erste Weltkrieg tut sein übriges und Marie und Susanna verlieren nicht nur ihre Freundschaft, sondern sehr viel mehr...

Die Geschichte wird mitreißend und sehr lebendig erzählt. Theresa Kern versteht es den Beruf der Astronautin oder der Weg dorthin auch für Laien wie mich, verständlich und interessant zu erklären. Außerdem kann ich mich noch daran erinnern, als ich damals mit Entsetzen im TV die Explosion der Challenger mitverfolgt habe.
Auch die Rolle der Frau in der heutigen Zeit, verglichen mit Marie und Susanne, die vor ungefähr hundert Jahren kaum eigenständige Entscheidungen treffen konnten, wird gegenüber gestellt - auch wenn wir auch heute noch immer um viele Dinge kämpfen müssen!

Ich habe sowohl mit Emma, als auch mit Marie und Susanna mitgefiebert. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt und doch erschließen sich mit der Zeit Dinge, die darauf hinweisen, dass Gegenwart und Vergangenheit irgendwann zusammenlaufen werden.

Die Autorin hat einen berührenden Roman mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen geschaffen. Der Plot ist ideenreich und erzählt eine etwas andere Geschichte, als man glaubt vor sich zu haben. Die Figuren sind lebendig, facettenreich und im Vergangenheitsstrang nicht immer liebenswert. Sie haben Ecken und Kanten und wurden sehr gut ausgearbeitet. Die Handlung in der Vergangenheit wurde großartig recherchiert und ich klebte nur so an den Seiten.

Fazit:
Ein toller Roman, der mich sehr positiv überrascht hat und der von mir 5 Sterne bekommt, obwohl mich der sehr miese Cliffhanger zum Schluss richtig aus der Fassung gebracht hat. Emotional, atmosphärisch und spannend erzählt! Ich kann Band zwei, der im August erscheinen wird, kaum erwarten. Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung!

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