Profilbild von tinstamp

tinstamp

Lesejury Star
offline

tinstamp ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tinstamp über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2024

Nihts für schwache Nerven

Krähentage
0

Auf "Krähentage" bin ich nicht nur bei Lovelybooks, sondern auch an anderen Social Media Kanälen nicht vorbei gekommen. Nachdem ich zuerst etwas skeptisch war, habe ich mir den Thriller dann doch von meiner ...

Auf "Krähentage" bin ich nicht nur bei Lovelybooks, sondern auch an anderen Social Media Kanälen nicht vorbei gekommen. Nachdem ich zuerst etwas skeptisch war, habe ich mir den Thriller dann doch von meiner Bücherei geholt.

Es ist der erste Teil einer Reihe rund um Jakob Krogh und Mila Weiss, die zur neuen Einheit "Gruppe 4" gehören, die im Fall von Serientätern ermitteln.
Gleich bei ihrem ersten Fall, der sich mit Überfällen auf Frauen in ihrer eigenen Wohnung beschäftigt, stoßen sie auf einen weiteren Todesfall. Eine alte Frau, die neben dem letzten Überfallsopfer wohnt, wird tot aufgefunden. Sie scheint einige Tage in ihrer Wohnung gelegen zu haben, wurde aber nach dem Todeszeitpunkt von Zeugen gesehen. Wie ist das möglich? Kurze Zeit später findet man einen toten Studenten, der ebenfalls nach seinem Tode an der Uni gesehen wurde. In beiden Fällen waren agressive Krähen am Tatort. Nicht nur diese Tatsache, sondern auch die vermeintlichen Sichtungen der Opfer, stellt die Ermittler vor Rätsel.

Was für eine interessante Thematik! Wie kann es sein, dass bereits getötete Menschen von Zeugen lebendig gesehen werden? Und was hat es mit den Krähen auf sich?

Benjamin Cors legt mit seinem ersten Fall ein wahrlich spannendes und düsteres Thrillerdebüt hin. Die Einblicke in die Morde sind brutal, denn der Autor beschreibt diese sehr bildhaft. Für Leser mit schwachen Nerven ist "Krähentage" daher weniger zu empfehlen, denn vorallem die Übergriffe der Krähen auf die Todesopfer wird sehr plastisch beschrieben.

Als Leser lernen wir den Täter bereits früh kennen. Trotzdem bleibt die Spannung auf sehr hohem Niveau bestehen. Gegenüber den Ermittlern ist man also im Vorteil, auch wenn man nichts über die Hintergründe und die Motive des Täters erfährt. Man tappt lange Zeit im Dunkeln. Einige Überraschungsmomente und Wendungen halten den Leser in Atem. Die Krähen schaffen zusätzlich eine düstere und bedrohliche Atmosphäre.
Einen Aspekt des Falles (die Sichtung der Toten) konnte ich mir nur sehr schwer vorstellen. Benjamin Cors erklärt es zwar richtig gut und theoretisch ist es auf jeden Fall machbar, aber praktisch stelle ich mir das sehr schwer vor. Leider kann ich dazu nicht mehr sagen, sonst würde ich spoilern.

Auch bei den Figuren greift der Autor auf sehr unterschiedliche Charaktere zurück. Vorallem Mila Weiss, die über ihr Privatleben kaum etwas preisgibt und Altballast von ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in Wien mitgeschleppt hat, ist ein komischer Kauz und sehr zurückhaltend. Der Rest der neu gegründeten Gruppe 4 bleibt allerdingss sehr blass. Man bekommt über jeden Charakter ein paar Häppchen hingeschmissen, aber das ist viel zu wenig, um sich ein Bild von Jakobs und Milas Kolleg:innen zu machen. Sie bleiben zu sehr an der Oberfläche.

Das Ende war mir etwas zu dick aufgetragen, jedoch fand ich den Spannungsbogen immer sehr hoch und den Schreibstil fesselnd.
Während das Geheimnis um Mila (noch) nicht gelüftet wird, erfahren wir das von Jakob. Richtig stimmig war es für mich allerdings nicht.

Fazit:
Ein spannender und brutaler Thriller, der für die Folgebände noch ein bisschen Luft nach oben hat, was die Ermittlergruppe betrifft. Schreibstil und Spannungsaufbau waren gelungen, Auflösungen manchmal etwas too much. Nicht für Leser mit schwachen Nerven!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Alles Theater

Falsche Masken
0

Der Krimi startet mit einem rasanten Prolog. Die berühmte Schauspielerin Julia Didier gesteht live im TV, dass sie ihren Ehemann und Manager Erich ermordet hat. Kurz darauf passiert ein tragisches Unglück ...

Der Krimi startet mit einem rasanten Prolog. Die berühmte Schauspielerin Julia Didier gesteht live im TV, dass sie ihren Ehemann und Manager Erich ermordet hat. Kurz darauf passiert ein tragisches Unglück und Julia fällt ins Koma. Was ist dran an ihrem Schuldgeständnis?
Die Polizei beginnt zu ermitteln und legt sich relativ schnell fest. Für sie gilt das Geständnis von Julia Didier, die sie zur Täterin stempeln. In der Zwischenzeit nimmt Julias Vater Kontakt zu Privatdetektiv Edgar Brehm auf. Er bittet ihn herauszufinden, was wirklich passiert ist, denn er ist überzeugt, dass seine Tochter unschuldig ist.

Etwa zur selben Zeit werden Edgar und Toni vom angesehenen Psychologen Alfred Strömer, der besonders in der Wiener High-Society bekannt ist, zu einem Einbruchsdiebstahl gerufen. In seiner Praxis sind wichtige Patientenunterlagen gestohlen worden. Auch Julia Didier und ihr Ehemann Erich waren Patienten von Doktor Strömer, was diesen Einbruch sehr seltsam erscheinen lässt.....

"Falsche Masken" spielt in der Theater- und Filmbranche. Theresa Prammer weiß, wovon sie schreibt, denn sie schauspielerte selbst am Theater und hat somit Insiderwissen. Dadurch erfährt man als Leser vieles aus der Theaterwelt, was mir sehr gut gefallen hat. Chat-Protokolle lockern die Handlung auf und bringen noch mehr Spannung in den Fall. Zusätzlich gibt es noch jede Menge Wendungen und Verdächtige und man rätselt fleißig mit.
Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Die Figuren sind lebendig und man kann sich mit ihnen identifizieren. Jedoch fand ich das Privatleben - besonders von Edgar - etwas zu sehr im Vordergrund. Der Kriminalfall kam mir deshalb fast zu etwas kurz.
Zum Mitraten und spekulieren bietet sich "Falsche Masken" aber perfekt an. Ich habe bis zum Ende nicht den oder die Täter identifizieren können.

Fazit:
Ein spannender Krimi im Theater-Milieu, der mich miträtseln und spekulieren hat lassen. Nur das Privatleben des Ermittlers war mir etwas zu sehr im Vordergrund und hat den eigentlichen Kriminalfall zu sehr in den Hintergrund gedrängt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2024

Erstmals Frauen bei der Olympiade

Gegen den Wind des Widerstands
0

In "Gegen den Wind des Widerstandes" nimmt sich Beate Maly wieder einer starken Frau an, die sich gegen alle Konventionen durchsetzt, als zu dieser Zeit Sport für Frauen verpönt war.

Helen wächst am Genfer ...

In "Gegen den Wind des Widerstandes" nimmt sich Beate Maly wieder einer starken Frau an, die sich gegen alle Konventionen durchsetzt, als zu dieser Zeit Sport für Frauen verpönt war.

Helen wächst am Genfer See auf, wo sie als Heranwachsende Baronin Julie von Rothschild kennenlernt. Diese ist eine exentrische und selbstständige Frau, die sich für die Schifffahrt interessiert. Auch Helen hat das "Segelfieber" gepackt und lernt früh zu segeln. Dabei ist sie ihren beiden Brüdern um Nasenlängen voraus. Als sie bei einer Soirrée Hermann de Pourton kennenlernt, ist er der erste Mann, der ihre Segelleidenschaft teilt und diese auch akzeptiert - im Gegensatz zur Gesellschaft und allen anderen Männern außerhalb ihrer Familie. Die beiden heiraten und Helen geht mit Hermann nach Cannes. Die Stadt ist zu dieser Zeit gegenüber Nizza ein verschlafenes Nest und doch bekommt Helen neben der vielen Neider auch Unterstützung. Sie segelt mit Hermann erstmals auf dem Meer. Dabei bemerkt sie, wie hinderlich ihre Kleider und die vielen Unterröcke sind, die sie als Frau tragen muss. Als sie erstmals dadurch in Lebensgefahr gerät, greift sie zu drastischen Mitteln.....
Als Helen unbedingt bei der Olympiade starten möchte, stellt sich Hermann gegen sie und Helen ist am Boden zerstört.

Beate Maly greift in "Gegen den Wind des Widerstands" auf das Leben der ersten weiblichen olympischen Teilnehmerin und Olympiasiegerin zurück. Neben den historischen Fakten der realen Figur von Hélène de Pourtalès, an die der Roman angelehnt ist, webt sie ihre fiktive Geschichte mit ein, die sich sehr an ihr Vorbild hält.
Helen ist eine willenstarke und ehrgeizige junge Frau, die es jedoch mit großem Widerstand zu tun bekommt, bis sie und ihre Mitstreiterinnen als erste Frauen bei der Olympiade in Paris 1900 teilnehmen dürfen. Schlussendlich sind nur wenige Sportarten zugelassen worden: Golf, Krocket, Tennis und Segeln. Die damalige Olympiade war jedoch eine Randveranstaltung im Rahmen der Weltausstellung und hieß "Internationaler Wettbewerb für Leibesübungen und Sport" und fand kaum Beachtung.

Besonders gut gelingt Maly die Leidenschaft und auch das Können von Helen darzustellen. Dabei ist sie ihrer Zeit weit voraus - nicht nur was den Sport betrifft. Der Widerstand der Gesellschaft rund um die Jahrhundertwende um 1900, die natürlich männlich geprägt ist, lässt einem beim Lesen oftmals die Zornesröte ins Gesicht steigen oder den Kopf schütteln. Die Argumente der Männer lesen sich aus heutiger Sicht einfach nur absurd oder einfach dumm. Die sozialen Normen und die Kämpfe der wenigen Frauen, die sich auflehnen oder einfach ihrer Liebe zum Sport nachgehen wollen, werden in diesem Roman sehr authentisch dargestellt.

Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst und lässt sich flüssig lesen. Man erhält auch Einblicke in die Organisation des internationalen Wettbewerbs für Leibesübungen und Sport. Heute kann man darüber schmunzeln und kann kaum glauben, wie unwichtig die Olympiade damals war. Für die Frauen war es aber ein wichtiger Vorstoß endlich an diesem Sportereignis teilnehmen zu dürfen.

Fazit:
Mit diesem Roman über die erste weibliche Olympiasiegerin in Segeln habe ich wieder jede Menge Neues gelernt und erfahren. Beate Maly hat die fiktive Geschichte mit den historischen Begebenheiten großartig verwoben und daraus einen sehr interessanten Roman geschrieben, der mich überzeugt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2024

Perfekte Lektüre für die Adventzeit

Das Winterhotel
0

Was Sarah Morgan ganz besonders gut kann, ist die winterliche und weihnachtliche Stimmung wunderbar einzufangen. Man wünscht sich beim Lesen direkt an den Ort, den die Figuren der Geschichte gerade besuchen.
In ...

Was Sarah Morgan ganz besonders gut kann, ist die winterliche und weihnachtliche Stimmung wunderbar einzufangen. Man wünscht sich beim Lesen direkt an den Ort, den die Figuren der Geschichte gerade besuchen.
In ihrem neuen Roman begeben sich die drei Freundinnen Erica, Claudia und Anna auf ihren jährlichen Buchclub-Urlaub. Jedes Jahr genießen sie für eine Woche eine kleine Auszeit, in der sie über ein gemeinsam gelesenen Buch sprechen. Dabei werden auch ihre Lebensgeschichten auf den neuesten Stand gebracht, denn die drei Frauen leben weiter entfernt voneinander und könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch die jahrelange Freundschaft und die Liebe zu Bücher verbindet die Freundinnen auf ganz besondere Weise.

Erica ist die alleinstehende Karrierefrau, die in der Welt herumreist und keine privaten Verpflichtungen eingehen will. Sie möchte ungebunden und frei sein. Ihre alleinerziehende Mutter hat ihr von klein auf eingetrichtert, wie wichtig es ist, als Frau auf den eigenen Beinen zu stehen.
Claudia ist eine begnadete Köchin, hat aber gerade ihren Job verloren und auch ihre langjährige Beziehung ging nach 10 Jahren in die Brüche. Ihr Leben steht auf dem Kopf und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Anna ist glücklich verheiratet und Mutter von Zwillingen, die gerade beginnen ihren eigenen Weg zu gehen. Dies macht ihr sehr zu schaffen, denn ihr Lebensinhalt sind ihre Kinder.
Alle drei stehen kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag und fühlen sich an einem Scheideweg....

Obwohl Erica Weihnachten hasst, hat sie für diese ganz besondere Woche mit Claudia und Anna im Maple Sugar Inn die Zimmer gebucht. Dort lässt Hattie Coleman, die Besitzerin des Hotels, alle Träume eines cozy Weihnachtshotels wahr werden. Die junge Witwe steht jedoch vor einem Burn Out, denn es liegt fast die ganze Last des Hotels auf ihren Schultern, nachdem ihr Küchenchef und auch die Hausdame gekündigt haben - und das nur wenige Wochen vor Weihnachten und einem ausgebuchten Hotel....
Wie bei Sarah Morgan üblich, wird aus den verschiedenen Perspektiven ihrer Protagonistinnen erzählt. Diese werden sehr genau eingeführt und so dauert es auch eine Weile bis sie zum eigentlichen Ziel ins Weihnachtshotel aufbrechen. Dort erwartet die Frauen eine Überraschung.

Sarah Morgan bindet ihre tiefgründigen Themen gekonnt in die wohlige Weihnachtsatmosphäre ein. Die Figuren sind lebendig, facettenreich und reifen an ihren Entscheidungen. Die Dialoge sind tiefgründig, aber auch humorvoll und sarkastisch.
Einige Handlungsverläufe sind vorhersehbar, was mich bei dieser Art von Romanen nicht stört, wenn die Autorin einige weitere Überrschungen noch dazu einbringt. Als Weihnachts-Wohlfühlroman erwartet man ja als Leser auch das eine oder andere Happy-End.

Mir hat der diesjährige Weihnachtsroman "Das Winterhotel" noch besser gefallen, als "Weihnachten kann kommen" vom letzten Jahr.

Fazit:
Wieder ein ganz bezaubernder und stimmungsvoller Winter-/Weihnachtsroman der Autorin, der mir dieses Jahr ganz besonders gut gefallen hat. Sarah Morgan versteht es perfekt, die vorweihnachtliche Stimmung einzufangen, ohne dabei kitschig zu werden. Man kuschelt sich gemütlich in den Lesesessel und genießt jede Zeile! Wer noch nach einen Weihnachtsroman sucht, dem kann ich "Das Winterhotel" auf jeden Fall weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Vanillekipferl und Mord im historischen Wien

Mord im Stadtpalais
0

Beate Maly scheint zur Zeit eine meiner meistgelesensten Autorinnen zu sein. Von ihr erscheint aber auch wirklich laufend etwas...auch unter ihrem Pseudonym Laura Baldini oder in verschiedenen Verlagen.
Beim ...

Beate Maly scheint zur Zeit eine meiner meistgelesensten Autorinnen zu sein. Von ihr erscheint aber auch wirklich laufend etwas...auch unter ihrem Pseudonym Laura Baldini oder in verschiedenen Verlagen.
Beim Emons Verlag erscheint dieses Jahr auch ein Weihnachtskrimi, der in Wien um 1910 spielt. Der muss auf jeden Fall gelesen werden!

In der Adventzeit geht es bei Tabakfabrikant Hermann Steinhäusl trubelig zu. Er hält alljährlich an der Tradition seiner verstorbenen Frau fest und lässt bereits in den ersten Adventtagen die ganze Familie zusammenkommen, die auch in seinem Stadtpalais übernachtet. Auch seine zweite Frau Katharina hat dem nichts entgegen zu setzen, dass die stille Vorweihnachtszeit gemeinsam genossen wird. Doch so still wird sie dann doch nicht, denn als Köchin Mila das Dessert serviert, rutscht sie auf Glasmurmeln aus und wird kurze Zeit später des Mordes an Hermann Steinhäusel beschuldigt, der währendessen tot am Tisch zusammenbrach. Alle sind in heller Aufruhr und vorallem Mila kann nicht glauben, dass man ihr nachsagt, sie hätte den Hausherren vergiftet. Dabei ist sie doch froh in einem guten Haushalt untergekommen zu sein und weiß, dass er keinen Zucker zu sich nehmen darf. Nicht umsonst hat sie für ihn und seine Frau Katharina keine Powidltascherl, sondern Marillentascherl ohne Zucker serviert.

Kommissar Felix Zack wird gerufen und beginnt zu ermitteln. Wurde der Hausherr vergiftet oder war es wirklich nur zu viel des Zuckers, den Steinhäusl zu sich genommen hat? Und warum hat der anwesende Arzt sofort den Totenschein unterschrieben ohne den Toten genau zu untersuchen? Und hatte die Familie zuvor nicht einen Streit wegen der Übergabe der Tabakfabrik? Felix Zack hat bald mehr als genug Verdächtige, die alle im Palais verweilen. Der Mörder muss also im Haus gewesen sein....
Köchin Mila hat jedoch sofort sein Herz (oder seinen Magen) erobert, denn der Kommissar ist ein Schleckermaul und versucht so oft wie möglich im Stadtpalais zu ermitteln. Auf ihn warten Vanillekipferl oder frischer Apfelstrudel, Lebkuchen und böhmische Dalken.....ein Paradies!

Ich konnte die Vanillekipferl riechen und war mit Mila und Felix Zack in der Küche beschäftigt, während Sebastian, der persönliche Diener des verstorbenen Hausherren den Chef raushängen lässt und Köchin und Mägde herumscheucht.
Beate Maly schreibt so bildhaft, dass man das Gefühl hat mitten drinnen im Geschehen zu sein. Die Kapitel sind kurz gehalten, der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst. Der Autorin gelingt es wieder hervorragend die Atmosphäre der Donaumonarchie einzufangen. Die Oberschicht, die sich dem Standesdünkel hingibt und die Kaiserzeit hochlobt, während die Dienerschaft schuftet und oftmals nicht einmal einen freien Nachmittag hat. Aber auch im Kommissariat von Felix Zack wird geschmeichelt oder getreten....
Der Fall erweist sich als hartnäckig und obwohl es sich um eine bekannte Personenzahl an Verdächtigen handelt, muss Felix Zack den oder die Täter auch überführen, was alles andere als einfach ist....

Fazit:
Mir hat dieser historische Krimi, der in der Vorweihnachtszeit spielt, wieder großartig gefallen. Auch ohne Blut vergießen und mit viel Wiener Schmäh und Weihnachtsgebäck, gelang es Beate Maly mich wieder zu fesseln und mich in die ehemalige k. und k. Zeit zu versetzen. Wer noch einen charmanten und spannenden Cosy Krimi für die Adventzeit sucht, sollte hier zugreifen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere