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Veröffentlicht am 21.05.2024

Pageturner vom Feinsten

Absturz
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Von der Autorin habe ich bereits "Flug 416" gelesen. Der Thriller hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn etwas zu "amerikanisch" fand mit den typischen Heldenfiguren, die wir aus diversen Actionfilmen ...

Von der Autorin habe ich bereits "Flug 416" gelesen. Der Thriller hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn etwas zu "amerikanisch" fand mit den typischen Heldenfiguren, die wir aus diversen Actionfilmen kennen. Auch bei "Absturz" muss ich dies wieder "bemängeln", jedoch hat mich auch ihr zweiter Thriller wieder richtig gefesselt.

T.J. Newman greift abermals das Thema einer Flugzeugkatastrophe auf. Nur sechs Minuten nach dem Start in Honolulu stürzt Flug 1421 ins Meer. Unter den Überlebenden befinden sich auch Will und seine Tochter Shannon. Während sich bereits einige Passagiere über die Notrutsche aus dem Wrack retten konnten, sind Will, Shannon und noch einige andere Menschen im Flugzeug, als dieses plötzlich zu sinken beginnt. Es gibt kein Entkommen und es bleiben nur mehr wenige Stunden Sauerstoff. Der Countdown läuft.....

Wir erleben Kapitel aus der Sicht der eingeschlossenen Passagiere und aus der Sicht der Rettungkräfte. Es werden zu Beginn jede Menge Figuren vorgestellt. Im Mittelpunkt steht jedoch Will Kent. Parallel dazu gibt es einen weiteren Handlungsstrang um Chris, der Mutter von Shannon und Noch-Ehefrau von Will. Sie ist Industrietaucherin und wird zum Unglücksort gerufen. Natürlich setzt sie alles daran, ihre Tochter zu retten. Ihr Plan, den sie der Rettungsmannschaft darlegt, scheitert zunächst an der Sturheit von Navy und Küstenwache....
Als Leser wechseln wir zwischen den beiden Handlungssträngen und erleben die Emotionen im Flugzeug, sowie von den Rettungsmannschaften hautnah mit.
In kleinen Rückblenden erfahren wir zusätzlich mehr aus dem Leben der Familie Kent.

Die Autorin spielt gekonnt mit unseren Albträumen, wenn es ums Fliegen geht. Sie war jahrelang Flugbegleiterin und kennt sich mit diesem Thema sehr gut aus....auch mit den Ängsten der meisten Passagiere. Meisterhaft fängt sie die Emotionen und die Umstände während des Absturzes ein.
Der Spannungsbogen bleibt von Beginn an hoch und T.J. Newman hat wieder einen absoluten Pageturner geschrieben. Ich habe den Thriller an zwei Abenden inhaliert. Aufgebaut ist er ähnlich, wie ihr Debüt. Die Umstände sind jedoch anders als bei "Flug 416".

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und knackig - passend für einen Thriller. Die technischen Details werden verständlich dargestellt. Die Charaktere sind allerdings ein wenig eindimensional und stereotypisch.
Meine Kritikpunkte, die ich schon bei ihren Debütthriller hatte, gibt es auch diesmal, obwohl ich "Absturz" doch um einiges besser fand. Es war mir wiederum zu amerikanisch (heldenhaft) und manchmal etwas überzogen. Als Katastrophenfilm kann ich mir die Geschichte allerdings sehr gut vorstellen und anscheinend sind die Filmrechte bereits vergeben.

Spannung auf hohem Niveau kann die Autorin - ob es ihr auch bei anderen Themen gelingt?


Fazit:
Ein wahrer Pageturner, den ich in kurzer Zeit gelesen habe. Actionreich und spannend - jedoch wieder sehr "amerikanisch" und etwas überzogen. Trotzdem fand ich "Absturz" gelungen und empfehle es allen weiter, die einen nervenaufreibendn Katastrophen-Thriller lesen möchten!

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Veröffentlicht am 19.05.2024

Ein gelungener Auftakt

Die Brandung – Moorengel
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Die Hitze flirrt in der Luft. Es ist Hochsommer im deutsch-dänischen Grenzgebiet um Flensburg.
Fria Svensson kommt nicht nur aus einer Familie von Gesetzeshütern, sondern war vor ihrem Archäologiestudium ...

Die Hitze flirrt in der Luft. Es ist Hochsommer im deutsch-dänischen Grenzgebiet um Flensburg.
Fria Svensson kommt nicht nur aus einer Familie von Gesetzeshütern, sondern war vor ihrem Archäologiestudium selbst Polizistin. Mittlerweile ist sie Leiterin des dänischen Museums für Archäologie in Ørerup. Eines Tages erhält sie anonyme Post. In einer Dose befindet sich der Knochen eines menschlichen Fingers mit dem Hinweis, dass er im nahegelegenen Thorsberger Moor gefunden wurde. Der Finger ist jedoch kein archäologischer Fund, sondern neueren Datums. Der anonyme Absender des Poststückes wird durch die Polizei schnell ermittelt und die Suche nach dem Körper, zudem der Finger gehört, begonnen. Es dauert nicht lange und man wird fündig - jedoch anders, als erwartet. Auf dem Grund des Moores werden sechs Leichen entdeckt, die vom Täter/den Tätern unter Wasser angepflockt wurden. Außerdem sind auf zwei, nur teilweise skelettierten Toten, rätselhafte Einritzungen, die weitere Rätsel aufgeben. Der ehemalige Besitzer des Fingers wird jedoch nicht gefunden.
Unter der Leitung von Hauptkommissar Ohlsen Ohlsen (was für ein Name!) wird eine SOKO aus dänischen und deutschen Ermittlern zusammengestellt. Fria lässt die Auffindung der Leichen ebenfalls keine Ruhe und erkundigt sich immer wieder nach den Fortschritten. Dabei erhält Ohlsen von ihr, abseits des offiziellen Dienstweges, Unterstützung. Bald kommt jedoch die Sorge um die seit Tagen verschwundene siebenjährige Tilda für Ohlsens Team hinzu, die niemand zu vermissen scheint....

Dies ist der Auftakt einer neuen Reihe um ein ungewöhnliches deutsch-dänisches Ermittlerteam: Hauptkommissar Ohlsen Ohlsen und Archäologin und ehemalige Polizistin Fria Svensson.
Ohlsen ist Hauptkommissar der Kripo Flensburg und Leiter der Außenstelle Norgaard. Fria liebt zwar ihren neuen Beruf, kann jedoch das Ermitteln nicht lassen. Als Beraterin wird sie zunehmend von der deutschen und dänischen Polizei eingesetzt und geschätzt.
Der Fall rund um die Moorleichen bringt jedoch alle bald zum Verzweifeln. Es wird einfach kein gemeinsamer Nenner bei den Toten gefunden.
Schlimmer gestaltet sich allerdings die Suche nach dem vermissten Mädchen Tilda, bei der jede Minute zählt. Auch aus ihrer Sicht werden einzelne kurze Kapitel eingefügt. Diese Abschnitte gehen richtig an die Nieren und haben mich tief berührt.

Die Kapitel sind kurz gehalten und selbst innerhalb der Kapitel wechseln oftmals die Figuren. Da der Krimi auch relativ komplex ist und wir doch einige Figuren haben - angefangen von den sechs Leichen, über die Kollegen der SOKO und des Museums, Frias WG-Mitbewohnern und auch ihrer Familie usw. - sollte man den Krimi zügig und auch nicht parallel lesen.
Der Krimi hat auch jede Menge Lokalkolorit und hat mir dieses Gebiet an der Ostsee etwas näher gebracht, welches so gar nichts mit unseren Alpen zu tun hat ;)
Zusätzlich versteht es Karen Kliewe meisterhaft falsche Spuren zu legen. Es gibt jede Menge Verdächtige und es sind zwei Fälle aufzuklären - eine schwierige Angelegenheit für die SOKO Bog Body.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer neuen und interessanten Krimireihe im deutsch-dänischen Grenzgebiet, die sehr komplex ist und mit viel Lokalkolorit punktet.

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Sommerlicher und erfrischender Jugendroman

Emmas Herzdilemma
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Von Stefanie Gerstenberge habe ich schon einige Jugendromane gelesen - viele davon hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Martha Martin geschrieben. "Emmas Herzdilemma" kommt aus der alleinigen Feder der ...

Von Stefanie Gerstenberge habe ich schon einige Jugendromane gelesen - viele davon hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Martha Martin geschrieben. "Emmas Herzdilemma" kommt aus der alleinigen Feder der Autorin.

Besonders spannend am Roman fand ich die beiden Verläufe, die die Geschichte einnimmt. Der gemeinsame Ausgangspunkt zweigt nämlich ab einer bestimmten Stelle in verschiedene Richtungen ab und wir erhalten zwei parallel laufende Handlungsalternativen. Beide Handlungsstränge sind toll gekenntzeichnet. Es gibt verschiedene Schriftarten und zu Beginn wissen wir durch eine Grafik des Collosseums oder des Kölner Doms, wo wir uns gerade befinden.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Emma erzählt. Sie ist ein typischer Teenager, die sich vor ihren Pflichten drückt und selten Verantwortung überbnimmt. Das wird ihr jedoch zum Verhängnis, als sie mit Ringo, dem betagten Hund ihres Großvaters in den Park geht, um ihren heimlichen Schwarm Oscar zu sehen. Statt auf Ringo aufzupassen, sind ihre Augen nur bei Oscar. Ringo nutzt die Gelegenheit und haut ab - und wird von einem Auto angefahren. Daraufhin muss Emma die Tierarztkosten selbst zahlen und der gemeinsame Urlaub mit den Eltern in Frankreich wird gestrichen. Stattdessen soll sie in der kleine Pension ihrer Tante Dette in Rom sechs Wochen Mädchen für alles spielen und das Geld für den Tierrarzt verdienen. Emma hat null Bock darauf, vorallem wo Oscar den Sommer über in Köln bleibt.

Und hier teilt sich nun die Geschichte:
- Bei der Rom-Variante fliegt Emma in die italienische Hauptstadt, wird endlich selbstständiger und lernt Verantwortung zu übernehmen. Dabei läuft ihr immer wieder ein süßer Junge mit dunklen Locken über den Weg. Sie lernt italienisch und verliebt sich nicht nur in das quirlige Rom.
- Bei der Köln-Variante bleibt Emma in Köln. Etwas wiederwillig hilft sie ihren Opa in seiner Wohnung. Dabei lernen sich die Beiden richtig gut kennen und lernt einiges über Poesie. Emma macht sich Gedanken über einige Dinge, die zum Erwachsen werden dazugehören, macht ihren Roller-Führerschein und wird ebenfalls sehr viel selbständiger. Nur Oscar schwirrt ihr noch immer im Kopf herum....

Es macht Spaß die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu lesen und zu sehen, wie Emma sich in Köln und in Rom verhält. Die Unterschiede zwischen den beiden Städten nutzt die Autorin geschickt, um die Entwicklung von Emma in verschiedenen Situationen zu beleuchten.

Stefanie Gerstenberger hat die oftmals impulsive Art von Emma sehr gut getroffen. Auch diese "Ich-Bezogenheit", die Teenager in diesem Alter an sich haben, spiegelt sich perfekt wieder. Emmas Seelenleben wird ebenfalls gut beschrieben. Sie macht eine glaubhafte Entwicklung durch, während sie sich mit den Entscheidungen und Konsequenzen ihres Handelns auseinandersetzt.

Das Buch fällt mit dem quitschgelben Cover sofort ins Auge und versprüht Fröhlichkeit. Der frech fröhliche Schreibstil passt perfekt zur jugendlichen Zielgruppe und macht auch Erwachsenen Spaß. Obwohl einige ernste Themen aufgegriffen werden, sprüht die Geschichte oftmals voller Humor. Während es in Köln meistens regnet und die Stimmung in diesen Leseabschnitten düsterer ist, wirkt der Abschnitt in Rom fröhlicher. Die Beschreibungen der italienischen Hauptstadt sind sehr bildhaft und den typischen Lebensstil der Einheimischen spürt man durch die Zeilen. Dramatische Ereignisse findet man aber in beiden Handlungssträngen.

Neben der jugendlichen Leichtigkeit werden aber auch Themen wie Scheidung, s*xuelle Übergriffigkeit, Diebstahl, Lügen, Untreue und Tod behandelt. Gerstenberger verwebt diese doch schweren Themen gut in die Geschichte rund ums Erwachsen werden. Sie geben dem Roman auch Tiefgang neben der jugendlichen Leichtigkeit.
Stefanie Gerstenberger hat es perfekt geschafft, die beiden Handlungsstränge am Ende so zusammenzuführen, dass sie ein logisches und passendes Bild ergeben und dem Leser trotzdem noch Spielraum für seine eigenen Gedanken lässt.

Fazit:
Ein erfrischender Jugendroman mit zwei möglichen Varianten, der unterhält. Perfekt für Mädchen ab 13 Jahren und junggebliebene Erwachsene, die nach einem tollen Sommerroman suchen.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Die Leipziger Bestie

Evas Rache
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Paul Stainer begleite ich bereits seit dem ersten Band "Der rote Judas", der mich richtig begeistert hat. Nun sind wir beim vierten und letzten Band der Reihe angelangt.

Leipzig 1922. In Paul Stainers ...

Paul Stainer begleite ich bereits seit dem ersten Band "Der rote Judas", der mich richtig begeistert hat. Nun sind wir beim vierten und letzten Band der Reihe angelangt.

Leipzig 1922. In Paul Stainers vierten Fall hat er es mit einem Serienmörder zu tun, der es auf junge blonde Frauen abgesehen hat und diese bestialisch ermordert. Dabei hat Stainer und sein Team sowieso alle Hände voll zu tun, denn es steht die Technische Messe bevor. Aus aller Herren Länder reisen die Aussteller nach Leipzig, was natürlich auch die Fahndung nach der "Leipziger Bestie" sehr erschwert.

In München lebt Eva-Maria Dorn, deren Ehemann Armin Dorn, an einer Erfindung arbeitet, die er unbedingt patentieren und bei der Messe in Leipzig vorstellen möchte. Seine Frau möchte ihn gerne begleiten, doch Dorn hat andere Pläne. Eva-Maria plant daraufhin mit dem Assistenten ihres Mannes nachzureisen. Kurze Zeit später ist sie verschwunden....

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir einen jungen Mann kennen, der aus der russischen Gefangenschaft heimkehrt und der erfahren muss, dass er seine Eltern und sein daraus resultierendes Erbe verloren hat.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Dessen Überschriften beziehen sich auf Eva-Maria Dorn, die in der Geschichte eine gewaltige Wandlung durchmacht. Vom naiven "Dornröschen", wie sie ihr Mann nennt, wird Eva-Maria zur selbstbewussten und starken Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt.
Generell sind die Figuren sehr vielschichtig und lebendig dargestellt, egal ob "Gut oder Böse" - wobei es Ziebula gelingt, diese schwarz-weiße Einordnung (fast) vollkommen zu vermeiden.
Natürlich habe ich mich auch über das Wiedersehen mit altbekannten Charakteren aus den vorangegangenen Folgen gefreut, vorallem auf Rosa und Siggi.

Obwohl die wahren Verbrecher ziemlich früh bekannt sind, gelingt es Thomas Ziebula die Spannung immer aufrecht zu erhalten. Die kurzen Abschnitte und schnell wechselnden Handlungsstränge erfordern Aufmerksamkeit, denn die Geschichte ist komplex. Die Spannungskurve steigt kontinuierlich an und als Leser fühlt man sich mitten im Geschehen.
Man rätselt lange, wie die drei Handlungsstränge überhaupt zusammen gehören. Jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt passiert dies oder jenes, baut der Autor eine Wendung ein, mit der ich nicht gerechnet hatte.
Wie sich die drei Handlungsstränge schlussendlich ergänzen, ist lange nicht ersichtlich, aber genial gelöst.

Historisch ist dieser Krimi wieder absolut hervoragend recherchiert und umgesetzt. Die politischen und gesellschaftlichen Tendenzen zu dieser Zeit werden vom Autor gekonnt eingesetzt. Auch in der Wächterburg beginnen sich die radikaleren Ansichten immer mehr durchzusetzen. Der Aufstieg der nationalsozialistischen Partei lässt Stainers ungeliebten Kollegen Heinze, einer der ersten Anhänger der NSDAP, weiter nach oben kommen. Die Luft für den Sozialisten Stainer wird im Wächterturm immer dünner...

Es ist dem Autor wieder ganz ausgezeichnet gelungen, den Zeitgeist der 1920er Jahre einzufangen und den Alltag seiner Figuren authentisch darzustellen. Er verbindet persönliche, historische und politische Entwicklungen zu einem tollen Gesamtkonzept.

Schade, dass es sich bei "Evas Rache" um den letzten Band dieser wundervollen Krimireihe handelt. Thomas Ziebula hat das Ende versöhnlich gestaltet, damit man zwar mit einem weinenden Auge, aber zufrieden die letzte Seite zuklappt.

Fazit:
Eine der wenigen historischen Krimireihen, die ich absolut empfehlen kann! Wer Alex Beers August Emmerich Reihe in Wien der Zwanziger Jahre liebt, sollte zum Leipziger "Pendant" greifen. Von mir gibt es wieder eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.05.2024

Überraschung auf Korfu

Im Sommer treffen wir uns wieder
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Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße ...

Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße Cover zuerst nicht mit der Autorin in Verbindung gebracht.

In ihrem neuen Roman stellt Sarah Morgan wiederum eine schwierige Mutter-Tochter Beziehung in den Mittelpunkt. Catherine Swift ist eine erfolgreiche Liebesroman-Autorin, die die Bestsellerlisten seit Jahren anführt. Während sie über die große Liebe schreibt, schaut ihr Privatleben ganz anders aus. Mittlerweile steht sie kurz vor ihrer vierten Hochzeit. Ihre beiden Töchter Adeline und Cassie, die in Großbritannien leben, flattert die Hochzeitseinladung nach Griechenland überraschend ins Haus. Zusätzlich hält Catherine den Namen ihres zukünftigen Mannes geheim und will ihn erst zuhause auf Korfu lüften, wenn ihre beiden Töchter eintreffen.

Adeline, ihrer ältere Tochter, ist ihr großes Sorgenkind. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen ist angespannt. Adeline hat die Trennung ihrer Eltern nie wirklich überwunden, vorallem aber leidet sie seit ihrer Kindheit daran, dass sie auf Wunsch ihrer Mutter bei ihrem Vater aufwachsen musste. Adeline hat zwar eine sehr gute Beziehung zu ihrem Vater, aber dass sie ihre Mutter einfach abgeschoben hat, hat sie bis heute nicht verkraftet. Als ausgebildete Psychologin erkennt sie zwar ihr Problem, hat aber seitdem keinerlei Gefühle mehr zugelassen. Sie glaubt nicht an die Liebe und lebt ein sehr selbstkontrolliertes Leben. Ihr widerstrebt es sehr, die Reise nach Korfu anzutreten und eine weitere Hochzeit zu feiern...

Cassie ist das komplette Gegenteil von Adeline. Sie ist gefühlsbetont, offen und eine kleine Romantikerin. Sie hat das Herz auf der Zunge und ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Cassie verbringt ihre Sommer jedes Jahr auf Korfu. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hat, träumt sie davon, ebenfalls Schriftstellerin zu werden. Noch verheimlicht sie, dass sie bereits ein Manuskript eingereicht hat....

Als Adeline und Cassie auf Korfu eintreffen, erwartet sie eine Überraschung, die jedoch nicht so ausfällt, wie ihre Mutter es sich vorgestellt hat und das Aufeinandertreffen eskaliert...

Sarah Morgan erzählt abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren. Es ist klar, dass in der Vergangenheit so einiges passiert sein muss, was das Verhältnis zueinander belastet. Deshalb ist die Atmosphäre zu Beginn zwischen den drei Frauen ziemlich angespannt. Man fühlt und fiebert mit Catherine, Adeline und Cassie mit, die sich eigentlich alle drei nichts anderes wünschen, als ein harmonisches Familienglück.

Der mitreißende und bildhafte Schreibstil hat mich durch die Geschichte "getrieben" und ich wollte unbedingt wissen, was in der Vergangenheit passiert ist. Sarah Morgan hält dabei auch einige Überraschungen parat.

Die Charaktere sind lebendig und wieder sehr liebevoll gezeichnet. Man erlebt drei sehr unterschiedliche Frauen einer Familie, die sich nach außen tough geben, aber sehr unsicher sind. Ich mochte sie alle drei auf ihre eigene Art und Weise.
Ganz besonders geliebt habe ich das Setting Korfu. Ich habe die griechische Insel selbst vor Jahren besucht und die wunderschönen Beschreibungen der Landschaft hat mir Fernweh beschert. Viel zu lange war ich nicht mehr in Griechenland...


Fazit:
Sarah Morgan hat mit ihrem neuen Roman "Im Sommer treffen wir uns wieder" eine emotionale Geschichte über Familiengeheimnisse, Neuanfänge, verlorenes Vertrauen und neue Chancen geschrieben, den ich gerne weiterempfehle.

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