Zu verworren
Locked inDas ist mein drittes Buch des österreichischen Thriller-Autors und ich muss leider sagen, dass mich "Locked In" bisher am aller wenigsten überzeugen konnte. Dabei finde ich das Thema und die Idee wirklich ...
Das ist mein drittes Buch des österreichischen Thriller-Autors und ich muss leider sagen, dass mich "Locked In" bisher am aller wenigsten überzeugen konnte. Dabei finde ich das Thema und die Idee wirklich toll.
In Heidelberg und Umgebung verschwinden innerhalb kurzer Zeit Menschen. Diese Entführungen halten Kommissar Paul Maertens und sein Team auf Trab, denn er kann zwischen all den Entführungsopfern einfach keine Gemeinsamkeiten finden. Als er bei einem Einsatz auf den vermeintlichen Entführer schießt, fällt dieser daraufhin ins Koma. Somit schwindet die Möglichkeit ein noch nicht aufgefundenes Entführungsopfer zu finden. Maertens erhofft sich durch den berühmten Dr. Theo Linde, einer Koryphäe auf seinem Gebiet, Unterstützung. Dieser hat einen Apparat erfunden, mit dem er mit Komapatienten kommunizieren kann. Kann Maertens noch rechtzeitig eingreifen und das letzte Opfer dank dieser Maschine finden?
Die Idee, in einem Thriller mit Hilfe eines neurologischen Verfahrens in den Kopf des Täters zu sehen, fand ich sehr spannend und innovativ.
Nach einem wirklich guten Start, der neugierig macht, wird der Thriller leider immer verworrener. Ich habe kein Problem mit vielen verschiedenen Erzählperspektiven, aber hier wurden sie oftmals viel zu abrupt gewechselt. Außerdem fehlte es mir an einer durchgehenden Spannung und Tiefe. Zusätzlich verwirrt der Autor den Leser mit zu vielen und zu raschen Wendungen. Ab der Mitte wurde es mir einfach zu viel, denn Faber stellt alles bis dahin gelesene auf den Kopf und das Tempo zieht nochmals an.
Die Geschichte verlor irgendwie ihren Fokus und das eigentliche Thema, im eigenen Körper eingesperrt zu sein ("Locked in") trat zunehmend in den Hintergrund. Die vielen Wendungen machten es schwierig der Handlung konzentriert zu folgen.
Insgesamt waren es mir einfach zu viele konstruierte und wirre Szenen, zu viele Ungereimtheiten und Zufälle. Auch der Epilog war mir einfach zu viel des Guten.
Der Schreibstil von Henri Faber hebt sich von anderen Autoren ab. Er schreibt sehr knackig, die kurzen und knappen Kapitel und die schnell wechselnden Perspektiven muss man mögen. Ich hatte bei seinen Vorgängern damit keine Probleme und im Großen und Ganzen auch nicht bei "Locked in"...es war mir hier nur einfach alles sprunghaft und zu unglaubwürdig. Schade!
Fazit:
Im Großen und Ganzen hat mich dieser Thriller von Henri Faber leider ab der Hälfte nicht mehr abholen können und hat meinen Geschmack nicht getroffen.