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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2024

Alles was Sie immer schon über Geschmack wissen wollten

Flavorama
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Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind ...

Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind Cookies mit Milch gleich doppelt so lecker? Was bedeutet es einen feinen Gaumen zu haben und kann man das auch erlernen?

All das und noch so viel mehr beantwortet Flavorama. Und falls sie sich nun fragen: „Wozu brauche ich das?“ hat das Buch auch eine Antwort parat: Zum Kochen.

Dr. Arielle Johnson ist promovierte Chemikern und spezialisiert auf Geschmackswissenschaften. Zudem hat sie für einem der besten Restaurants der Welt Norma, zum Thema Geschmack geforscht.

Ihre kulinarischen Erfahrung fließen auch ins Buch ein. Natürlich handelt es sich nicht um ein Kochbuch im klassischen Sinne, die Rezepte dienen mehr zur Übung um mit verschiedenen Zutaten sowie Kochtechniken besser vertraut zu werden.

Ich fand es toll mich einzulesen und ein paar Rezepte durchzuprobieren. Meine Art zu Kochen und einzukaufen hat sich dank des neu erworbenen Wissens verändert.

Der Schreibstil ist recht locker, manchmal ein wenig langatmig. Das Buch macht sich gut im Bücherregal, das Cover und die Farbgestaltung fallen auf. Es ist aber schon ein richtiger Wälzer und man braucht Zeit und Muse dafür. Aber es zahlt sich aus.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Augenöffner

Break the Cycle
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Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich ...

Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich auf das JETZT und nach vorne schauen muss.

Heute weiß ich, dass meine damalige Therapeutin gut daran täte, das Buch von Dr. Mariel Buque zu lesen.

Unsere Kindheit und Ahnen haben sehr wohl Einfluss auf das Jetzt. Und zwar stärker als uns vielleicht lieb ist. Das Buch erklärt und zeigt wie das funktioniert. Ich fand mich und meine Verwandten im Buch wieder.

„Break the cycle“ basiert auf dem therapeutischen Ansatz von Dr. Buque und ist daher keine einfache Lektüre. Es ist zudem sehr übungslastig. Ohne die Übungen macht es meiner Meinung nach keinen Sinn das Buch durchzuarbeiten. Das kenne ich auch aus meiner Therapie. Leider sind die Übungen nicht immer gut beschrieben. Es fehlen Bilder um darzustellen was man tun soll.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Kindheit kann die Augen öffnen, aber auch schmerzhaft sein. Daher findet man am Anfang des Buches den Hinweis, dass man sich wenn nötig, professionelle Hilfe holen soll. Ich denke, dass das Buch vor allem begleitend zu einer Therapie sehr hilfreich sein kann. Natürlich bei dem richtigen Therapeuten der sich mit komplexen generationsübergreifenden Mustern auskennt. Vielleicht gibt das Buch den einen oder anderen auch den Anstoß eine Therapie zu starten.

Als Leser muss man aber auch akzeptieren, dass die Auseinandersetzung Arbeit bedeutet und dauert. Einfach nur das Buch lesen und gut ist, spielt sich nicht. Das Buch kann einem nur Anregungen geben und einem helfen Dinge in einem neuen Licht zu sehen. z.B. hab ich erst gestern zufällig ein Kleidungsstück gefunden, dass ich als Kind in der Schule genäht habe. Ich musste gleich wieder an ein abwertendes Kommentar meiner Werklehrerin denken. Durch das Wissen das ich aus „Break the cycle“ mitnehmen konnte, sah ich das plötzlich in einem neuen Licht. Ich hab immer gedacht: „Warum sagt sie so etwas unterschwellig gemeines zu mir?“ Nun aber verstehe ich, dass es ihr wohl unbewusst raus gerutscht ist. Es war ein Satz, den sie als Kind auch immer wieder gehört hat. Dadurch ist plötzlich ein besseres Verständnis und vielleicht auch Heilung, möglich. Ich konnte mit dieser Situation abschließen.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Faszinierende Einblicke in die Welt des Schachs

Schach-Euphorie
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Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße ...

Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße Figuren über ein 8x8 Felder großes Brett zu schieben? Glückwunsch, dann haben Sie das richtige Buch für sich gefunden.

Mit einer Leidenschaft die man spürt versucht der niederländische Schachspieler und -journalist Peter Doggers zu ergründen warum ein so uraltes, simples Brettspiel es in Zeiten von Minecraft und co. immer noch schafft die Massen zu begeistern. Schachkenntnisse werden keine Vorausgesetzt.
Schach-Euphorie richtet sich eher an interessierte Laien und Anfänger, jedoch kann vor allem der KI-Teil auch für passionierte Spieler von Interesse sein.

Doggers erzählt unglaublich gut und spannend. Man lernt vieles über die Geschichte und großen Spieler. Aber auch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schach, Kunst, Politik und Wissenschaft werden gezeigt. Streckenweise liest sich das Buch wie ein Krimi. Das muss man erst mal hinkriegen bei so einem Thema.

Besonders gefallen hat mir der Teil der sich mit der Entwicklung der Schachcomputer bis hin zur künstliche Intelligenz befasst. Aber auch der Krimi um Magnus Carlsen und Hans Niemann.

Doggers schneidet in seinem Buch viele Themen nur an. Dank der ausführlichen Literaturliste kann sich, man wurde man vom Schach-Fieber gepackt, sicher noch weiter in die einzelnen Gebiete vertiefen.

Wenn man nun als Schachinteressierter ein einziges Buch über Schach kaufen möchte, ist Schach-Euphorie von Peter Doggers sicherlich keine schlechte Wahl.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Umfangreicher Einstieg

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Am Anfang steht die Großmutter. Am Ende auch. Dazwischen begegnen wir immer wieder. Ihr Lebens- und Leidensweg zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden. Bildet quasi das Fundament des Buches, hält ...

Am Anfang steht die Großmutter. Am Ende auch. Dazwischen begegnen wir immer wieder. Ihr Lebens- und Leidensweg zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden. Bildet quasi das Fundament des Buches, hält es zusammen.

Anhand der Geschichte ihrer Großmutter, aber auch ihrer eigenen, versucht die junge Autorin Eva Biringer zu zeigen, dass Frauen Jahrhunderte- wenn nicht Jahrtausendelang systematisch sowohl aus gesellschaftlicher als auch medizinischer Sicht unterdrückt und mundtot gemacht wurden. Sie argumentiert dass die Gesellschaft weiblichen Schmerz oft nicht ernst nimmt, bagatellisiert, als psychosomatisch abtut.

Dazu hat sie sich umfangreich in wissenschaftliche Studien, medizinische Texte, historische Texte, gesellschaftskritische und feministische Literatur, Kunst und Kultur eingearbeitet. Das Ergebnis ist schockierend und heilsam zugleich. Schockierend weil man manches gar nicht glauben kann. Nicht glauben mag. Es einem unfassbar erscheint. Und heilsam, weil die meisten Frauen wohl tatsächlich schon einmal in einer Situation waren, in der ihre Schmerzen oder ihre Erkrankung nicht ernst genommen wurde. Ich war es. Das Buch half mir dabei das Geschehene neu einzuordnen und dadurch besser reflektieren zu können.

Abgesehen von der Geschichte der Großmutter fehlt dem Buch streckenweise Struktur. Das Buch quillt über vor Themen, Gedankengänge, Studien. Man bekommt Lese-, Hör- und Filmempfehlungen. Beim Lesen musste ich das Buch des Öfteren weglegen um mehr über das gerade gelesene zu Erfahren.

Ich hatte aber auch das Gefühl, als hätte Biringer selbst sich verzettelt und wurde von der Wucht der Informationen erschlagen. Anstelle einer These, einer Einordnung, findet man manchmal sarkastische, teils aber auch nur kindische und fast schon dumme Einschübe der Autorin.
Zudem sind einige wenige Stellen so wirr und unvollständig geschrieben, dass man sich fragt, ob das Buch überhaupt ein Lektorat gesehen hat.

Ich habe das Buch als E-Book gelesen und leider funktioniert es durch die ganzen Fußnoten die im E-Book erst am Ende des Kapitels angezeigt werden nur bedingt. Das viele hin- und herspringen ist umständlich. Praktisch hingegen ist dass man beim E-Book direkt auf die Links im Quellenverzeichnis springen kann, sofern das Reading-Device einen Internet-Browser hat.

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