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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2025

Irrwitziger Spaß für Jung und Alt

Muffin und Tört! 1: Bei den Wikingern
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Muffin und Tört ist eher ein klassisches Buch für Leseanfänger. Es gibt keine Übungen wie in einem Schulbuch, stattdessen wird versucht Kinder durch die Geschichte selbst zum Lesen zu animieren.

Das Abenteuer ...

Muffin und Tört ist eher ein klassisches Buch für Leseanfänger. Es gibt keine Übungen wie in einem Schulbuch, stattdessen wird versucht Kinder durch die Geschichte selbst zum Lesen zu animieren.

Das Abenteuer des ungleichen Duos Muffin, einer eigentlich eher vorsichtigen Katze, und Tört, ihrem verzauberten Begleiter, steckt voller Überraschungen. Natürlich wird es hie und da ein wenig gruselig, aber nicht zu sehr. Der Spaß kommt auch nicht zu kurz.

Die Geschichte folgt einem klassischen Muster und ist auch für kleine Kinder nachvollziehbar.

Das Buch ist voller lustiger Zeichnungen und wurde sicher auch von Comics inspiriert. Wobei es leichter zu lesen als ein Comic ist, da es kaum Sprechblasen gibt. Es gibt sogar ein interaktives Element im Buch und nach der Geschichte noch einen kreativen Bonus-Teil.

Das Buch strotzt vor lustigen Einfällen und ist ein Spaß für Jung und Alt. Sogar unser Zweijähriger war begeistert von den Zeichnungen und vor allem von Tört, den er liebevoll als „Hase“ titulierte.

Hervorzuheben ist auch noch die Liebe zum Detail, sei es nun der Troll-Opa oder der Zauberer namens Tatterich. Man spürt, das wirklich Herzblut in die Geschichte und die Zeichnungen geflossen ist.

Mich erinnert das Buch nicht zuletzt aufgrund der Aufmachung selbst an die Bücher meiner Kindheit. Die Abenteuer spielen mit klassischen Themen wie Wikingern und im nächsten Buch dann auch Ritter. Aber auch normales Papier und Schwarz-Weiß Zeichnungen. Das Buch wurde in Deutschland gedruckt und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Seiten sind angenehm dick.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Krieg ist Leid

Ginsterburg
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Es gibt Bücher die liest man in einem Rutsch. Bei anderen hingegen lässt man sich sehr viel Zeit, weil man nicht möchte dass sie jemals enden. Ginsterburg fällt für mich in die zweite Kategorie.

Vorweg: ...

Es gibt Bücher die liest man in einem Rutsch. Bei anderen hingegen lässt man sich sehr viel Zeit, weil man nicht möchte dass sie jemals enden. Ginsterburg fällt für mich in die zweite Kategorie.

Vorweg: Für mich persönlich ein Highlight, der beste Roman den ich seit langem lesen durfte. Das ist natürlich rein subjektiv, aber mir persönlich gefällt die Sprache von Arno Frank sehr. Frank schreibt in eher kurzen, knappen Sätzen. Trifft einen sachlichen Tonfall und erzählt manchmal beinahe schon beifällig über das schreckliche Schicksal seiner Protagonisten.

Anhand der Bewohner des fiktiven Städtchens Ginsterburg wird vom Krieg und dessen Folgen erzählt. Wir folgen ihrem Schicksal durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Als Leser spürt man wie der Krieg langsam immer realer wird, immer näher kommt. Sowohl ins Bewusstsein, in den Alltag als auch in die Stadt tritt.

Die Figuren sind nicht neu, der Emporkömmling, die die politisch eigentlich anders stehen, die die bedroht werden, die Jugend die mitgerissen wird. Und es menschelt. Dadurch wachsen die Figuren einem sehr ans Herz. Man hofft, dass der eine oder andere von den Leiden des Krieges verschont bleibt.

Ginsterburg hat bei mir lange nachgewirkt. Noch immer denke an an Lolo, Theo, Uta, Bruno, Zola und all die anderen.

Einen Kritikpunkt muss ich auch noch anbringen. Das Cover. Es wurde mithilfe von KI generiert und das sieht man. Es sieht teilweise sehr verwaschen aus, als wäre es ein Fehldruck.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Unerwartet

Only Margo
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Only Margo ist ein vielschichtiges Buch und hat mich länger beschäftigt. Das Cover wirkt fast ein wenig zu freundlich für die Geschichte, gefällt mir aber gut.

Die Figurenzeichnungen sind grandios, die ...

Only Margo ist ein vielschichtiges Buch und hat mich länger beschäftigt. Das Cover wirkt fast ein wenig zu freundlich für die Geschichte, gefällt mir aber gut.

Die Figurenzeichnungen sind grandios, die Beziehungsdynamiken werden realistisch dargestellt. Es wird nichts beschönigt, ungeplante Teenagerschwangerschaften sind schwierig, hat man keine Unterstützung ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit sich da durchzukämpfen.

Auch der gesellschaftliche Umgang mit dem immer noch tabuisierten Thema Sex wird beleuchtet. Thorpe thematisiert die Scheinheiligkeit und Doppelmoral gezeigt, vor allem was den Umgang mit Frauen betrifft. Und auch das Geld Macht bedeutet wird mehrfach angeschnitten. Die Geschichte wäre vermutlich ganz anders ausgegangen, hätte Margo nicht Geld für einen guten Anwalt gehabt.

Ein weiteres Highlight: Die Figuren wachsen zwar und entwickeln sich weiter, bleiben aber auch immer sie selbst. Mit all ihren Fehlern. Das ist natürlich manchmal mühsam und oft auch enttäuschend. Die Geschichte wirkt dadurch aber authentischer.

Der Schreibstil ist manchmal etwas gekünstelt, vor allem da die Rufi Thorpe es anscheinend liebt auf der Metaebene herumzuspielen. Die Erzählperspektive wechselt von der ersten zur dritten Person und wieder zurück. Und ständig wird über Perspektive, Erzähler usw. geredet, den Margo hat ja Literatur studiert.

Auch das Ende lässt mich ein wenig ratlos zurück. Ist das jetzt Empowerment oder einfach nur mehr der pure kranke Kapitalismus?

Aber: Ich fand das Buch teilweise auch extrem ekelig. Wiederum kann man sagen: Das Buch beschönigt nichts. Und so einfach wie es im Internet oft suggeriert wird ist es nicht mit Only-Fans Geld zu machen. Man braucht teilweise einen recht guten Magen, wenn über blutige Wrestling-Kämpfe, erniedrigende Videos und tödliche Gladiatorenkämpfe erzählt wird.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Alles was Sie immer schon über Geschmack wissen wollten

Flavorama
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Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind ...

Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind Cookies mit Milch gleich doppelt so lecker? Was bedeutet es einen feinen Gaumen zu haben und kann man das auch erlernen?

All das und noch so viel mehr beantwortet Flavorama. Und falls sie sich nun fragen: „Wozu brauche ich das?“ hat das Buch auch eine Antwort parat: Zum Kochen.

Dr. Arielle Johnson ist promovierte Chemikern und spezialisiert auf Geschmackswissenschaften. Zudem hat sie für einem der besten Restaurants der Welt Norma, zum Thema Geschmack geforscht.

Ihre kulinarischen Erfahrung fließen auch ins Buch ein. Natürlich handelt es sich nicht um ein Kochbuch im klassischen Sinne, die Rezepte dienen mehr zur Übung um mit verschiedenen Zutaten sowie Kochtechniken besser vertraut zu werden.

Ich fand es toll mich einzulesen und ein paar Rezepte durchzuprobieren. Meine Art zu Kochen und einzukaufen hat sich dank des neu erworbenen Wissens verändert.

Der Schreibstil ist recht locker, manchmal ein wenig langatmig. Das Buch macht sich gut im Bücherregal, das Cover und die Farbgestaltung fallen auf. Es ist aber schon ein richtiger Wälzer und man braucht Zeit und Muse dafür. Aber es zahlt sich aus.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Augenöffner

Break the Cycle
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Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich ...

Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich auf das JETZT und nach vorne schauen muss.

Heute weiß ich, dass meine damalige Therapeutin gut daran täte, das Buch von Dr. Mariel Buque zu lesen.

Unsere Kindheit und Ahnen haben sehr wohl Einfluss auf das Jetzt. Und zwar stärker als uns vielleicht lieb ist. Das Buch erklärt und zeigt wie das funktioniert. Ich fand mich und meine Verwandten im Buch wieder.

„Break the cycle“ basiert auf dem therapeutischen Ansatz von Dr. Buque und ist daher keine einfache Lektüre. Es ist zudem sehr übungslastig. Ohne die Übungen macht es meiner Meinung nach keinen Sinn das Buch durchzuarbeiten. Das kenne ich auch aus meiner Therapie. Leider sind die Übungen nicht immer gut beschrieben. Es fehlen Bilder um darzustellen was man tun soll.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Kindheit kann die Augen öffnen, aber auch schmerzhaft sein. Daher findet man am Anfang des Buches den Hinweis, dass man sich wenn nötig, professionelle Hilfe holen soll. Ich denke, dass das Buch vor allem begleitend zu einer Therapie sehr hilfreich sein kann. Natürlich bei dem richtigen Therapeuten der sich mit komplexen generationsübergreifenden Mustern auskennt. Vielleicht gibt das Buch den einen oder anderen auch den Anstoß eine Therapie zu starten.

Als Leser muss man aber auch akzeptieren, dass die Auseinandersetzung Arbeit bedeutet und dauert. Einfach nur das Buch lesen und gut ist, spielt sich nicht. Das Buch kann einem nur Anregungen geben und einem helfen Dinge in einem neuen Licht zu sehen. z.B. hab ich erst gestern zufällig ein Kleidungsstück gefunden, dass ich als Kind in der Schule genäht habe. Ich musste gleich wieder an ein abwertendes Kommentar meiner Werklehrerin denken. Durch das Wissen das ich aus „Break the cycle“ mitnehmen konnte, sah ich das plötzlich in einem neuen Licht. Ich hab immer gedacht: „Warum sagt sie so etwas unterschwellig gemeines zu mir?“ Nun aber verstehe ich, dass es ihr wohl unbewusst raus gerutscht ist. Es war ein Satz, den sie als Kind auch immer wieder gehört hat. Dadurch ist plötzlich ein besseres Verständnis und vielleicht auch Heilung, möglich. Ich konnte mit dieser Situation abschließen.

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