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Veröffentlicht am 04.01.2021

Die goldenen Zwanziger

Gut Greifenau - Silberstreif
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„Gut Greifenau – Silberstreif“ ist der fünfte Band der beeindruckenden Familiensaga von Hanna Caspian.
Die Handlung beginnt im Herbst 1923 und schließt fast nahtlos an das dramatische Ende des vierten ...

„Gut Greifenau – Silberstreif“ ist der fünfte Band der beeindruckenden Familiensaga von Hanna Caspian.
Die Handlung beginnt im Herbst 1923 und schließt fast nahtlos an das dramatische Ende des vierten Bandes an. Katharina kehrt zurück nach Berlin und sie scheint endlich Glück zu haben, dass sie doch noch ihr Medizinstudium beginnen kann. Konstantin kämpft weiterhin um das Bestehen von Gut Greifenau, welches immer am Rand des finanziellen Abgrunds schwebt. Privat läuft es besser, denn Rebecca bringt ihr zweites gemeinsames Kind zur Welt. Auch die Bediensteten haben so ihre Probleme und vor allem Wiebke bereut ihre früheren Entscheidungen zutiefst.

Die Saga geht spannend weiter und man ist schon nach wenigen Seiten wieder auf Gut Greifenau angekommen. Die Handlung erstreckt sich auf ungefähr fünf Jahre und nicht für alle Charaktere sind die Zwanziger eine goldene Zeit.
Die Inflation setzt vielen zu, aber ausgerechnet für Konstantin und das Familiengut soll sie sich noch als positiv erweisen. Jedes der vier Geschwister von Auwitz-Aarhayn hat einen völlig anderen Lebensweg eingeschlagen und die Autorin versteht es gekonnt, die unterschiedlichen Schicksale fesselnd und berührend zu erzählen. Aber auch auf die Bediensteten und die bürgerlichen Figuren wird viel Wert gelegt. Albert, Wiebke, Bertha und Co. haben ebenfalls mit ernsten Krisen zu kämpfen. Die alten Standesunterschiede weichen immer mehr auf und eine neue Zeit des Umbruchs liegt in der Luft.
Hanna Caspian hat wieder hervorragend recherchiert und viele historische Ereignisse geschickt in die Schicksale ihrer Charaktere eingeflochten. Es werden viele der damaligen Probleme angesprochen und die Handlung wirkt immer authentisch und nicht irgendwie verklärt. Genau das macht diese Reihe so besonders, da man bei allen schönen, aber auch tragischen Momenten ganz nah dabei ist.

Mein Fazit:
So macht Geschichte Spaß und trifft mitten ins Herz. Die Fortsetzung bleibt auf dem hohen Niveau der Vorgänger und ich fiebere jetzt schon dem Finale entgegen! Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2020

Krimi mit Überraschungen

Wer auf dich wartet
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„Wer auf dich wartet“ von Gytha Lodge ist der zweite Fall für Detective Chief Inspector Jonah Sheens.
Aiden sitzt vor seinem Computer und wartet auf die Skype-Session mit seiner Freundin Zoe. Doch statt ...

„Wer auf dich wartet“ von Gytha Lodge ist der zweite Fall für Detective Chief Inspector Jonah Sheens.
Aiden sitzt vor seinem Computer und wartet auf die Skype-Session mit seiner Freundin Zoe. Doch statt Zoe sieht er plötzlich einen unbekannten Mann, der Zoes Wohnung betritt und sie offenbar im Bad überrascht. Die folgenden Szenen lassen keinen Zweifel daran, dass der Unbekannte Zoe etwas angetan hat. Hilflos ruft Aiden die Polizei und als DCI Sheens und sein Team Stunden später die Wohnung betreten, finden sie Zoes Leiche. Die junge Künstlerin war allseits beliebt und hatte offenbar keine Feinde, aber das ist nur der äußere Schein.

Dies ist mein erstes Buch der Autorin, aber auch ohne den ersten Band der Reihe zu kennen, wird man schnell mit dem Ermittlerteam warm. Zwar erhält auch das Privatleben der einzelnen Mitglieder einigen Raum, aber es ist nicht zu kompliziert, so dass man problemlos jederzeit einsteigen kann.
Der Mordfall an Zoe ist spannend aufgebaut und die anfängliche Hilflosigkeit von Aiden ist fesselt gleich zu Beginn. Es wird jedoch schnell klar, dass nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Irgendwie haben alle Figuren ihre dunklen Geheimnisse und durch viele falsche Fährten und jede Menge Verdächtige kann man fleißig mitraten, wer der Mörder sein könnte. Die Charaktere sind alle ziemlich facettenreich und undurchschaubar, was die Spannung durchaus steigert.
Um auch Zoe und vielleicht die Hintergründe der Tat besser kennenzulernen, gibt es immer wieder Rückblicke auf die Zeit vor dem Mord. Aber auch das verhindert nicht die kleinen Längen, die sich stellenweise in die Handlung eingeschlichen haben.
Gegen Ende nimmt der Krimi plötzlich richtig Fahrt auf und zieht die Spannungsschraube noch einmal kräftig an. Damit hatte ich ehrlicherweise gar nicht mehr gerechnet und war fast überrumpelt. Aber allein das ist ein großes Plus wert.

Mein Fazit:
Ich mag vor allem die sympathischen Ermittler in diesem soliden und insgesamt spannenden Krimi. Von mir gibt es sehr gern eine Leseempfehlung und gute 4 von 5 Sternen mit Tendenz nach oben!

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Verlieben verboten

Wer lieben kann, ist klar im Vorteil
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„Wer lieben kann, ist klar im Vorteil“ von Susan Mallery ist eine unterhaltsame Lovestory über zwei Beziehungsphobiker.
Happily Inc. ist eine romantische kleine Stadt, in der Heiraten ganz groß geschrieben ...

„Wer lieben kann, ist klar im Vorteil“ von Susan Mallery ist eine unterhaltsame Lovestory über zwei Beziehungsphobiker.
Happily Inc. ist eine romantische kleine Stadt, in der Heiraten ganz groß geschrieben wird. Hochzeitsplanerin Renee geht voll in ihrem Job auf und tut alles, damit die von ihr betreuten Hochzeitspaare den schönsten Tag in ihrem Leben erleben dürfen. Für sich selbst hat sie mit der Liebe komplett abgeschlossen, was aber nicht heißt, dass eine heiße Affäre mit dem Schriftsteller Jasper ausgeschlossen wäre. Jasper will genauso wenig eine feste Beziehung und so könnte es eigentlich perfekt sein, wenn sich nicht plötzlich andere Gefühle einschleichen würden.

Susan Mallery ist ein Garant für süße und unterhaltsame Lovestorys und auch in diesem Buch bleibt sie ihrem bewährten Konzept treu. Dies ist bereits der fünfte Band um die hochzeitsverrückte Kleinstadt und diesmal stehen Renee und Jasper im Mittelpunkt. Beide haben aus unterschiedlichen Gründen der Liebe abgeschworen. Vorkenntnisse sind definitiv von Vorteil, obwohl man das Buch sicher auch unabhängig von den anderen lesen kann.
Renee ist von dem zurückhaltenden Jasper fasziniert und dass er keine feste Beziehung möchte, kommt ihr sehr entgegen. Bei einem Spieleabend in der Bar funkt es ganz gewaltig und beide haben viel Spaß. Aber außerhalb des Schlafzimmers dauert es eine ganze Weile bis Renee und Jasper miteinander klar kommen. Noch schwieriger wird die Situation als auch noch Renees Mutter auf der Bildfläche erscheint, die Renee aus ganz bestimmten Gründen bisher aus Happily Inc. ferngehalten hat.
Die Charaktere sind allesamt sympathisch und liebenswert und der locker leichte Schreibstil liest sich sehr gut. Die amüsante Lovestory ist vielleicht nicht besonders tiefgründig, dafür hat man aber Spaß und unterhaltsame Lesestunden. Die tierischen Nebendarsteller sorgen für Abwechslung und weitere herzige Momente.

Mein Fazit:
Mir persönlich hat die humorvolle und süße Lovestory sehr gut gefallen und daher gebe ich gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Schwierige Rückkehr

Zurück in Virgin River
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„Zurück in Virgin River“ schließt mit seiner Handlung nahtlos an den Vorgängerteil an und hält erneut einen dramatischen Schicksalsschlag bereit.
Jack erhält eine furchtbare Nachricht. Sein Ziehsohn Rick ...

„Zurück in Virgin River“ schließt mit seiner Handlung nahtlos an den Vorgängerteil an und hält erneut einen dramatischen Schicksalsschlag bereit.
Jack erhält eine furchtbare Nachricht. Sein Ziehsohn Rick wurde bei seinem ersten Auslandseinsatz schwer verletzt und fast getötet. Sofort fliegt er nach Deutschland in das Militärkrankenhaus, wo Rick inzwischen operiert wurde. Ricks Verlobte, die achtzehnjährige Liz, begleitet ihn dabei. Doch Rick ist nicht nur von den äußeren Verletzungen gezeichnet. Verbittert stößt er Liz und alle, die sich um ihn sorgen, von sich und zieht sich komplett zurück. Aber seine Lieben geben nicht auf und tun alles, damit er wieder ins Leben zurückfindet.

Man sollte die Vorgängerbände von Robyn Carr gelesen haben, da die Geschichten der unterschiedlichen Protagonisten immer fortlaufend weitererzählt werden. Neben Rick und Liz stehen in diesem Buch auch die zukünftigen Zwillingseltern Abby und Cameron, das reifere Pärchen Walt und Muriel und die bisher nur sporadisch auftauchenden Dan und Cheryl im Mittelpunkt.
Für mich als Außenstehende wirkt die dramatische Geschichte von Rick doch sehr authentisch und ich kann seine Emotionen und die Entwicklung, die er durchmacht, gut nachvollziehen. Mit Liz hat er eine starke Partnerin, die sich von ihm nicht unterkriegen lässt. Immerhin haben die beiden in den letzten Jahren bereits schlimmes erlebt.
Bei Abby und Cameron gibt es ein ziemliches Gefühlschaos und auch die Lovestory von Walt und Muriel zieht sich nun schon über einige Bücher hinweg. Eine spannende Figur ist Dan, dessen geheimnisvolle Identität endlich gelüftet wird.
Der Schreibstil liest sich wie gewohnt flüssig. Trotz aller Tragik in den individuellen Schicksalen gibt es für alle Figuren ein versöhnliches Ende, was ein Markenzeichen dieser Wohlfühlreihe ist. Mir persönlich ist das manchmal zu perfekt und harmonisch, aber das ist Geschmackssache.

Mein Fazit:
Es bleibt aufregend in Virgin River und die Einwohnerzahl wächst stetig. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.12.2020

Dramatische Suche

Zeit der Pfirsichblüte
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„Zeit der Pfirsichblüte“ von Anja Saskia Beyer ist mehr eine Art Vergangenheitsbewältigung für die Protagonistin Anna als eine vordergründige Lovestory.
Anna ist Anfang 40 und steckt in einer festgefahren ...

„Zeit der Pfirsichblüte“ von Anja Saskia Beyer ist mehr eine Art Vergangenheitsbewältigung für die Protagonistin Anna als eine vordergründige Lovestory.
Anna ist Anfang 40 und steckt in einer festgefahren Beziehung. Sie stellt sich die Frage, ob sie so weitermachen will wie bisher oder ihre zweite Lebenshälfte anders gestalten möchte. Ein Mädelsurlaub mit ihrer besten Freundin Carina kommt da wie gerufen. Es soll nach Barcelona gehen, wo Anna vor zwanzig Jahren für ein Jahr studiert hat. Mit Barcelona verbindet sie eine schmerzhafte Vergangenheit, die plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheint. Gemeinsam mit einem alten Freund begibt sie sich auf eine Spurensuche, die ihr Leben für immer verändern könnte.

Der Hintergrund der Geschichte ist mehr als tragisch und an tatsächliche Ereignisse angelehnt, die teilweise unvorstellbar und damals wirklich passiert sind. Man möchte sich gar nicht vorstellen, welchen Albtraum Anna durchlebt hat und kann ihre fieberhafte Hoffnung auf eine Aufklärung absolut nachvollziehen. Zur Seite steht ihr dabei ihr alter Freund Pablo, der damals zu ihrer Vierer-Clique gehörte und bereits da eine Schwäche für Anna hatte. Jetzt, 20 Jahre später, sieht Anna ihn mit anderen Augen und erkennt Dinge, für die sie früher in ihrer Verliebtheit völlig blind war.
Der bildhafte und detailreiche Schreibstil sorgt dafür, dass man beim Lesen durch Annas Augen sehen kann und „ihr“ Barcelona hautnah miterlebt. Sie erlebt nicht nur eine Midlife-Crisis, sondern muss viel tiefgreifendere Probleme verarbeiten. Anna steht an einem Wendepunkt, der von der Autorin sensibel und gefühlvoll beschrieben wird.

Mein Fazit:
In diesem Buch stehen die Entwicklung der Protagonistin und ihre persönliche Geschichte im Mittelpunkt der Handlung. Trotzdem bleiben die romantischen Gefühle und das Urlaubsfeeling nicht auf der Strecke. Die gelungene Mischung bekommt von mir gern eine Leseempfehlung!

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