Was ist hier nur passiert?
PromisedDer Name Kiera Cass und das Cover des Buches lassen vor allem nach der erfolgreichen und beliebten Selection-Reihe auf Großes hoffen. Jedoch wurde diese Vorfreude schon relativ zu Beginn des Buches gedämpft. ...
Der Name Kiera Cass und das Cover des Buches lassen vor allem nach der erfolgreichen und beliebten Selection-Reihe auf Großes hoffen. Jedoch wurde diese Vorfreude schon relativ zu Beginn des Buches gedämpft. Die Leser werden ohne Rücksicht auf Verluste in die Handlung hineingeworfen. An sich kann solch ein abrupter Anfang auch spannend und mitreißend sein, jedoch sollten dann in den nächsten Seiten grobe Rahmendaten (z.B. den Ort und die Zeit der Handlung oder eine beiläufige Einführung der Figuren) geklärt werden. Dies fehlte in „Promised“ jedoch gänzlich.
Auch hat der Schreibstil der Autorin (bzw. die deutsche Übersetzung) nichts mehr mit dem aus der Selection-Reihe oder gar All-Age Literatur Im Allgemeinen zu tun, wie es bei vielen Jugendromanen der Fall ist. Die Sprache ist einfältig und dadurch meiner Meinung nach langweilig und eher für sehr junge Leser geeignet.
Am fraglichsten finde ich jedoch die Wertevermittlung in dem Buch. Die Darstellung von männlichen und weiblichen Rollenerwartungen ist sehr veraltet. Ja, das Buch spielt in einer Zeit, wo es noch Königinnen und Könige gab. Eine solche Rollenzuschreibung (z.B. „Die Frau Tut alles, um dem Mann zu gefallen“ oder „Der Mann probiert sich an jeder Frau aus und das wird einfach so akzeptiert und für gut befunden“) mag also für das Zeitalter passend erscheinen nur sollte man sich die Frage stellen, was hat das für Auswirkungen auf die jungen Leser, für die das Buch augenscheinlich gedacht ist?