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Veröffentlicht am 14.11.2023

genialer Pageturner

The Institution
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Wow, was für ein Pageturner! Für mich war es das erste Buch der Autorin und zugleich ein absolutes Highlight.

Worum geht es? Die Kulisse für die Handlung ist ein Hochsicherheitsgefängnis, abgelegen an ...

Wow, was für ein Pageturner! Für mich war es das erste Buch der Autorin und zugleich ein absolutes Highlight.

Worum geht es? Die Kulisse für die Handlung ist ein Hochsicherheitsgefängnis, abgelegen an einem Stausee inmitten von undurchdringlichen Wäldern und Bergen. Der ideale Ort für ein Gefängnis. Das Gebäude, eine ehemalige Festung, wirkt allein durch seine drei Türme bedrohlich.

In der "Institution" ermittelt die Profilerin Dr. Connie Woolwine undercover in einem bestialischen Mordfall. Einer dort tätigen Krankenschwester wurde das noch ungeborene Kind entnommen, ihr Tod ein Kollateralschaden. Ihre reichen Angehörigen werden erpresst: Geld gegen das Leben des Kindes. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, wird Connie mit ihren Ermittlungen Erfolg haben und das Baby retten können?

Die Story beginnt, als "Dr. Connie" im Gefängnis ankommt und ihre "Kollegen" nacheinander kennenlernt. Nur der Leiter der Klinik ist eingeweiht, außer ihm und dem Mörder weiß niemand, dass Tara Cameron tot ist. Die Station ist in einem der Türme untergebracht, fünf psychopathische Mörder sitzen hier seit Jahren ein ohne Aussicht, jemals etwas anderes zu sehen. Wer von ihnen hat Tara ermordet?
Dr. Connie befragt die Insassen nach und nach, man erfährt deren Geschichten und Verbrechen. Ein jeder könnte der Mörder sein.

Ich konnte miträtseln und fand es wahnsinnig spannend, Connie bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Nach dem ersten Drittel, in dem quasi die Einführung stattfindet, entwickelt sich die Story zu einem fesselnden Pageturner. Es fällt schwer, das Buch auch nur kurz aus den Händen zu legen, die Spannung ist auf absolut hohem Niveau. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, alle in sich stimmig und die Atmosphäre ist greifbar, perfekt eingefangen.

Fazit: Genialer Pageturner vor eine grandiosen Kulisse. Muss man gelesen haben.

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Veröffentlicht am 08.11.2023

eiskalter Krimi

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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"Im Herzen so kalt" von Sandra Åslund spielt im schwedischen, eiskalten Winter. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, die Kälte im Winterwald ist spürbar. Die Stockholmer Ermittler Maya Topelius und ...

"Im Herzen so kalt" von Sandra Åslund spielt im schwedischen, eiskalten Winter. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, die Kälte im Winterwald ist spürbar. Die Stockholmer Ermittler Maya Topelius und Pär Stenqvist werden nach Östersund beordert, wo sie ihren Kollegen bei der Aurklärung eines Mordfalls helfen sollen. Ein nicht unumstrittener Umweltaktivist wurde ermordet. Er ist mit einer Aktivistenorganisation der hiesigen Waldwirtschaft ein Dorn im Auge. Ist unter ihnen der Mörder zu finden? Oder war es doch nur ein unglücklicher Jagdunfall, wie die hiesigen Kollegen vermuten?

Maya Topelius und Pär Stenqvist geben ihr Bestes, doch die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist ruckelig, denn diese sind von der städtischen Unterstützung erst mal nicht begeistert. Die Ermittlungen laufen an, kommen aber nur ganz langsam in Schwung.

Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen, denn die Atmosphäre ist stimmig. Man bekommt einen guten Eindruck von Land und Leuten, die Ermittler sind sympathisch. Ich fand es klasse, dass ein kleines Mädchen eine wichtige Rolle im Fall spielt. Umweltthemen und sexueller Missbrauch sind unter anderem Themen, die die Autorin in ihrer Handlung einbaut.

Fazit: Der Auftakt zur neuen Reihe hat mich überzeugt. Bitte weiter so!


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Veröffentlicht am 08.11.2023

Rätsel

Ingenium
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"Ingenium - Das erste Rätsel" lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Im Mittelpunkt steht der 28-jährige Mike Brink, der nach einem Sportunfall mit einem Schädel-Hirn-Trauma eine besonderes Fähigkeit hat: ...

"Ingenium - Das erste Rätsel" lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Im Mittelpunkt steht der 28-jährige Mike Brink, der nach einem Sportunfall mit einem Schädel-Hirn-Trauma eine besonderes Fähigkeit hat: Er sieht Muster, durchschaut die komplexesten Rätsel fast auf den ersten Blick. Eine Begabung, die ihn in seinem Leben einschränkt und belastet. Er hat sich einigermaßen damit arrangiert, seine Hündin Connie hilft im sehr im täglichen Leben. Als er von der Gefängnispsychologin Dr. Thessaly Moses gebeten wird, ein seltsames Rätsel einer Insassin zu entschlüsseln, gerät sein Leben aus den Fugen.

Hätte ich das Alter von Mike Brink nicht gewusst, hätte ich ihn gut 10 Jahre älter geschätzt, das nur am Rande.

Die Geschichte fängt wirklich fesselnd an, was auch am sensationellen Schreibstil liegt, der mir sehr zusagt. Rätsel, Geheimnisse, ein sympathischer Protagonist, alles Zutaten für einen spannenden Thriller.

Die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Allerdings hat mich die Geschichte nach ca. 2/3 verloren, es wurde zu mystisch, zu religiös, zu viele, teils verwirrende Details. Es wurde für mich zunehmend zäh zu lesen. Bis auf das Ende, das dann wieder an Fahrt und Spannung aufnimmt.

Sehr schade, da die Geschichte an sich ein interessantes Thema behandelt und mich wirklich angesprochen hat. Für meinen Geschmack wurde das Potential nicht ganz ausgeschöpft. Nichts desto trotz würde ich einre Fortsetzung eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 30.10.2023

gelungener Auftakt

Deep Sleep, Band 1 - Codename: White Knight
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Eine Reihe von blutigen Anschlägen, von jugendlichen Attentätern begangen, schockiert die Welt. Was veranlasst die Jugendlichen, solche Taten zu begeht? Was außer einigen eingeweihten niemand weiß: Die ...

Eine Reihe von blutigen Anschlägen, von jugendlichen Attentätern begangen, schockiert die Welt. Was veranlasst die Jugendlichen, solche Taten zu begeht? Was außer einigen eingeweihten niemand weiß: Die Jugendlichen gehören zu einem geheimen Programm, in dem sie zu Killermaschinen gezüchtet wurden. Sie leben bei Pflegefamilien und warten auf den Tag X, am dem sie reaktiviert werden und ihre Mission erfüllen. Das Programm sollte eigentlich nie umgesetzt werden, doch skrupellose Menschen haben sich darüber hinweggesetzt und Deep Sleep ausgeführt. 
Ian Brown ist bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen, führt das Leben eines unbeschwerten Teenagers mit seinen 17 Jahren. Von einem Tag auf den anderen ändert sich alles, denn auch er gehört zu den Sleepern.
Was für ein spannender Thriller. Ich habe nicht erwartet, von der Handlung so gefesselt zu sein. Der Schreibstil ist locker, lässt sich flüssig lesen. Man verfolgt verschiedene Perspektiven, so dass die Handlung abwechslungsreich und fesselnd ist. Sowohl die jugendlichen Protagonisten als auch die Erwachsenen sind gut beschrieben, ich hatte ein gutes Bild vor Augen. Es gibt viel Action, viel Spannung, so dass der Thriller auch erwachsene Leser überzeugen kann. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 30.10.2023

viel Spannung und Gänsehautmomente

Hope's End
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Hope's End, ein altes, baufälliges Herrenhaus, gelegen in Maine, direkt an der Steilküste des Meeres, war 1929 Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Drei Menschen wurden brutal ermordet: Lenoras ...

Hope's End, ein altes, baufälliges Herrenhaus, gelegen in Maine, direkt an der Steilküste des Meeres, war 1929 Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Drei Menschen wurden brutal ermordet: Lenoras Eltern und ihre Schwester. Obwohl Lenora als einzige Überlebende nie angeklagt wurde, ging die Öffentlichkeit davon aus, dass sie die Morde verübt hat.

Fünfzig Jahre später tritt die junge Pflegerin Kit ihre Stelle in Hope's End an, als Pflegerin von Lenora, die seit den damaligen Vorkommnissen an den Rollstuhl gefesselt ist. Lenora kann nur mit Hilfe ihrer Schreibmaschine kommunizieren und gibt der neugierigen Kit nach und nach Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit preis.

Die Mischung aus Thriller und atmosphärischem Gruselroman hat mich total gefesselt. Allein schon die Kulisse des alten Herrenhauses, dessen Terrasse nur mit einem halbhohen Geländer zur Meeresseite gesichert ist, das sich mit den Jahren immer mehr neigt und dessen Böden so schief sind, dass sich Kit wie auf einem Schiff vorkommt, ist grandios. Blutflecken auf einigen Böden zeugen von den Bluttaten, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Diese Atmosphäre ist greifbar, gruselig und nostalgisch.

Die wenigen Protagonisten sind perfekt skizziert, genauso wie die Beziehung zwischen Kit und Lenora, die sich im Lauf der Zeit entwickelt. Die Handlung wird ergänzt durch Lenoras Erzählungen, eine Art Beichte, die sie mühsam auf der Schreibmaschine tippt. Ein jeder in diesem Haus scheint seine Geheimnisse zu haben. Doch was ist wahr, was Lüge?

Ich hatte einen Verdacht und war damit fast auf der richtigen Fährte, doch der Autor bringt noch Twists, mit denen ich nie gerechnet hätte.

Fazit: Ziemlich genialer Plot mit viel Spannung und Gänsehautmomenten, vor einer atmosphärischen Kulisse. Kann ich nur empfehlen.

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