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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2021

düster und atmosphärisch

Waldeskälte
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"Waldeskälte" ist für mich das erste Buch des Autors und mir hat es mit seinem düsteren, mystischen Setting richtig gut gefallen. Worum geht es?

Schauplatz Schweiz, ein kleines Dorf in den Schweizer Alpen. ...

"Waldeskälte" ist für mich das erste Buch des Autors und mir hat es mit seinem düsteren, mystischen Setting richtig gut gefallen. Worum geht es?

Schauplatz Schweiz, ein kleines Dorf in den Schweizer Alpen. Es ist Winter, kalt, das Wetter unwirtlich. Valeria Ravelli von Interpol kehrt nach vielen Jahren wieder zurück in ihr Heimatdorf, ein ehemaliger Schulfreund hat sie um Hilfe geben. Seine Nichte Nora ist spurlos verschwunden, wie schon damals, als drei Mädchen verschwanden und nur eine überlebte. Valeria hat damalsals einzige überlebt, aber keine Erinnerung an die Ereignisse. Jetzt kommt sie zück um Nora zu finden und mit ihrer Vergangenheit abzuschließen.

Mir hat der Thriller gut gefallen, vor allem das düstere Setting in einem kleinen Bergdorf, in dem die Einwohner zusammenhalten und schweigen.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft, hat Atmosphäre. Irgendwann hatte ich eine Ahnung, worum es wirklich geht, die hat sich auch bestätigt. Spannungstechnisch hätte es ruhig noch mehr sein dürfen, aber alles in allem hat mich der Thriller gut unterhalten. Ich freue mich auf weitere Fälle mit Valeria Ravelli.

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Veröffentlicht am 12.09.2021

zwei Schwestern

SCHWEIG!
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"Schweig" beleuchtet die toxische Beziehung der Schwestern Esther und Sue, mehr Persönlichkeitsstudie denn Thriller. Auf den ersten 200 Seiten passiert nicht viel, in abwechselnden Kapiteln der jeweiligen ...

"Schweig" beleuchtet die toxische Beziehung der Schwestern Esther und Sue, mehr Persönlichkeitsstudie denn Thriller. Auf den ersten 200 Seiten passiert nicht viel, in abwechselnden Kapiteln der jeweiligen Schwester lernt man die beiden kennen, erfährt was an diesem Tag vor Weihnachten passiert, wobei es in Rückblicken auch immer wieder in die Kindheit geht. Was an sich hätte spannend sein können, liefert auf 200 Seiten leider nicht mal den Ansatz von Spannung, die kommt erst im letzten Drittel auf. Viel zu spät und zu wenig für ein Buch, das in das Genre Thriller fällt.

Von den Schwestern, beide nicht sonderlich sympathisch, die gegensätzlicher nicht sein könnten, hatte ich ein ganz gutes Bild. Allerdings zieht sich die Handlung wie Kaugummi, weil einfach nichts passiert. Das Wort "Schnecke" habe ich gefühlt hundertmal gelesen, es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte das Buch in die Ecke geworfen. Nervfaktor hoch zehn!

Sprachlich lässt sich das Buch flüssig lesen, inhaltlich hat es mich nur enttäuscht. Ich kann das Buch, das für mich kein Thriller ist, leider nicht empfehlen.


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Veröffentlicht am 10.09.2021

Genialer Thriller mit aktuellem Thema, sehr realistisch

Dürre
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Uwe Laub greift in seinem neuesten Thriller "Dürre" wieder mal ein brandaktuelles Thema auf. Es geht um den Klimawandel, der schneller als gedacht eintritt und in Europa zu Missernten und Hungersnöten ...

Uwe Laub greift in seinem neuesten Thriller "Dürre" wieder mal ein brandaktuelles Thema auf. Es geht um den Klimawandel, der schneller als gedacht eintritt und in Europa zu Missernten und Hungersnöten führt. Durch die von der EU eingeführte App Aequitas wird der CO2-Verbrauch eines jeden Bürgers überwacht und CO2-Credits zugeteilt. Ein Privatauto können sich nur noch wenige Privilegierte leisten, viele Menschen werden obdachlos, es kommt zu Unruhen. Dass so ein System auch manipuliert und ausgenutzt werden kann, ist die andere Seite der Medaille.

Wir verfolgen die Story aus unterschiedlichen Perspektiven: Alex Baumgart und Tom Valcke entwickeln zusammen die App Aequitas.

Julian Thaler und seine Schwester Leni leben auf dem landwirtschaftlichen Hof des Vaters und versuchen zu überleben, doch dann kommen die beiden in den Fokus der Überwachungsbehörde ACON und werden von den sogenannten "Bluthunden" verfolgt.

Die Geschichte mutet dystopisch an, wirkt aber absolut real und vorstellbar, was das Erschreckende daran ist. Eine düstere Zukunft, wenn auch fiktiv, die nachdenklich macht. Auf der einen Seite haben wir die Bevölkerung, die unter den Maßnahmen leidet, Lebensmittel zugeteilt bekommt, auf der anderen die wenigen Privilegierten, denen es an nichts mangelt und die ihre Machtposition ausnutzen.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, ich fand es klasse, dass der Bösewicht diesmal eine Frau ist, Dana Kilian geht über Leichen.

Der Aufbau der Story ist gut durchdacht, sie startet mit der Erfindung der App und beginnt mit der eigentlichen Handlung einige Jahre später. Das letzte Drittel läuft in einem Countdown ab, der an Spannung nicht mehr zu überbieten ist.

Mich hat die Story von Anfang an gefesselt, vor allem das Thema Klimawandel ist brandaktuell. Wenn man das Thema in Zusammenhang mit "Sturm", einem anderen Buch des Autors betrachtet, fragt man sich, welchen Anteil Geoengineering am Klimawandel hat.

Fazit: Genialer Thriller mit aktuellem Thema, ein Lesehighlight 2021.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

spannender Krimi vor geschichtlichem Hintergrund

Wenn die Schatten sterben
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"Wenn die Schatten sterben" aus der Feder von Christof Gasser beschäftigt sich mit der Rolle der Schweiz im Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte von zwei Frauen, die von Becky in der Gegenwart im ...

"Wenn die Schatten sterben" aus der Feder von Christof Gasser beschäftigt sich mit der Rolle der Schweiz im Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte von zwei Frauen, die von Becky in der Gegenwart im Jahr 2006 und die von Emma im Jahr 1940, bekommt man einen guten Einblick in die damaligen Zeit.

Worum geht es? Becky zieht nach einem traumatischen Segelunfall mit ihrem Sohn Adrian in die Schweiz, auf den geerbten Familiensitz. Es sind umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig, welche im Keller die eingemauerte Leiche einer Frau zutage fördern. Die Frau wurde erschossen, die Tat ist längst verjährt. Nichts desto trotz forscht Becky nach, um wen es sich bei der unbekannten Toten handelt. Ihr Nachbar, Dominik Dornach, Ermittler bei der Solothurner Kantonspolizei unterstützt sie dabei.

Ein anderer Strang führt ins Jahr 1940, zu Emma, einer für die damalige Zeit mutigen und entschlossenen junge Frau, die in einer Waffenfabrik arbeitet und die die politische Entwicklung mit Sorge betrachtet.

Mir haben beide Stränge sehr gut gefallen, ich fand es fesselnd etwas über die Rolle der Schweiz in der Zeit des Nationalsozialismus zu erfahren. Die Handlung ist spannend und man ahnt, dass die Schicksale der beiden Frauen verbunden sind. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, ich konnte sowohl mit Becky als auch mit Emma mitfiebern und habe mich gefreut, Dominik Dornach, den ich aus der Solothurn-Reihe kenne, hier zu treffen. Die geschichtlichen Hintergründe fand ich besonders interessiert, der Strang 1940 wirkt authentisch, der Zeitgeist und die bedrückende Atmosphäre ist sehr gut eingefangen.

Fazit: Spannender Krimi vor geschichtlichem Hintergrund. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.08.2021

spannend bis zum Schluss

Kein Vergessen
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"Trauma - Kein Vergessen" ist der zweite Teil der Trauma-Reihe von Autor Christoph Wortberg. Der erste Teil "Trauma - Kein Entkommen" hatte mich begeistert, weswegen ich auf die Fortsetzung sehr gespannt ...

"Trauma - Kein Vergessen" ist der zweite Teil der Trauma-Reihe von Autor Christoph Wortberg. Der erste Teil "Trauma - Kein Entkommen" hatte mich begeistert, weswegen ich auf die Fortsetzung sehr gespannt war. Worum geht es diesmal?

Hauptkommissarin Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmüller haben einen brutalen Mord aufzuklären. Die Rentnerin Selma Kiefer, die sich kürzlich von ihrem gewalttätigen Ehemann scheiden ließ, wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden, ihr Mörder hat sie grausam verstümmelt. In den Fokus der Ermittlungen gerät ihr Exmann, gegen den Selma zweimal Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hat und gegen den ein Verfahren läuft. Katia Sand sucht den Psychoanalytiker Dr. Alexander Hanning in der JVA auf und bittet ihn um Rat, den Mann, der sie im letzten Fall fast getötet hätte. Durch seinen Hinweis wird sie auf einen vor kurzem entlassenen Mörder aufmerksam, seine Taten und der Mord an Selma haben denselben Modus operandi. Doch dann geschieht wieder ein Mord, der so gar nicht zu Katjas Theorie passt.

Gleich vorweg, dieser Teil hat mir noch besser gefallen als der erste, was vor allem an der sympathischen Katja liegt, die einfach total authentisch rüberkommt. Sie versucht sowohl ihrer Tochter als auch ihrem Beruf gerecht zu werden und schleppt immer noch eine traumatische Begebenheit aus ihrer Vergangenheit mit sich herum. Dieses Geheimnis wird wohl im nächsten Teil gelüftet werden, noch kann man nur spekulieren, was damals passiert ist. Der Anteil an Privatleben ist für meinen Geschmack genau richtig dosiert, dadurch lernt man Katja immer besser kennen.

Die Figurenzeichnung ist stimmig, wir begegnen alten Bekannten aus Teil eins, aber auch die neu eingeführten Charaktere sind sehr gut skizziert.

Ich fand es spannend, die Ermittlungen zu verfolgen, besonders die Gespräche mit Hanning in der JVA waren für mich ein Highlight, erinnern mich an "Quid pro quo" von Hannibal Lecter. Der Fall ist undurchschaubar, ich konnte miträtseln und mir meine eignen Gedenken machen. Die Auflösung ist stimmig, die Spannung hält sich bis zum Schluss.

Fazit: Genialer zweiter Teil der Trauma-Trilogie, der mit einem Cliffhanger endet. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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