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Veröffentlicht am 02.12.2020

Spannend, blutig, brutal - ein Pageturner

Der Spiegelmann
1

Mitten in der Stadt wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf einem Spielplatz wurde sie erhängt, öffentlich zur Schau gestellt. Es stellt sich heraus dass es sich um Jenny handelt, die einige Jahre ...

Mitten in der Stadt wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf einem Spielplatz wurde sie erhängt, öffentlich zur Schau gestellt. Es stellt sich heraus dass es sich um Jenny handelt, die einige Jahre vorher auf dem Heimweg von der Schule spurlos verschwand. Wo hat sie die letzten Jahre verbracht?

Joona Linna ermittelt, doch der einzige Zeuge ist psychisch gestört und kann sich an nichts erinnern. Was er beobachtet hat, scheint ihn schwer traumatisiert zu haben. Ob eine Hypnose durch Erik Mara Bark seinen Erinnerungen auf die Sprünge hilft? Die Zeit rennt, Joona vermutet dass der Täter noch weitere Mädchen in seiner Gewalt hat.

Der achte Fall für Joona Linna ist ein weiterer packender Thriller der Reihe, teils blutig und brutal, aber immer spannend.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig lesbar, in verschiedenen Strängen rollt sich die Story auf, so dass es abwechselnd bleibt und ein ganz eigener Drive entsteht.

Ich habe mich gefreut Joona und andere alte Bekannte wiederzutreffen und konnte nicht nur die Ermittlungen verfolgen, sondern meine eigenen Theorien aufstellen. Das Autorenduo legt gekonnt falsche Fährten, immer wieder gibt es neue überraschende Wendungen.

Einige Szenen sind äußerst brutal und gingen mir wirklich nah und ich bin einiges gewohnt, stellenweise war es mir einfach too much. Am Ende gibt es einen filmreifen Showdown.

Insgesamt hat mir dieser Thriller viele fesselnde Lesestunden beschert, ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Wer ist die Hornisse?

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Wer ist die Hornisse?

Als die Leiche des gefeierten Rockstars Brad Galloway im Gästehaus der Berliner Polizei entdeckt wird, ändert sich Tom Babylons Leben abrupt. Vom Ermittler wird er zum Hauptverdächtigen, ...

Wer ist die Hornisse?

Als die Leiche des gefeierten Rockstars Brad Galloway im Gästehaus der Berliner Polizei entdeckt wird, ändert sich Tom Babylons Leben abrupt. Vom Ermittler wird er zum Hauptverdächtigen, er soll Brad Galloway brutal ermordet haben. Der Fall wird zu seinem persönlichen Alptraum, er versucht mit allen Mitteln den wahren Täter zu finden um gleichzeitig seine Unschuld zu beweisen. Mitstreiter hat er in seiner Kollegin Sita Johanns und seinem Freund Bene, die bedingungslos zu ihm halten. Marc Raabe garantiert Hochspannung, so auch in diesem dritten Teil für Tom Babylon. Neben dem Hauptstrang gibt es noch einen, der in die Vergangenheit, kurz vor dem Mauerfall führt. Welche Geheimnisse aus der Vergangenheit spielen im aktuellen Fall eine Rolle? Und noch immer spielt Toms verschwundene Schwester Viola eine große Rolle in seinem Leben, er hat nie aufgegeben, sie zu finden. Hier gibt es am Ende einen wirklich fiesen Cliffhanger, der auf den nächsten Teil neugierig macht. Eine dichte Story, interessante Charaktere und viel Spannung machen auch diesen Teil zu einem Pageturner. Verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.11.2020

Winzerkrimi mit Humor

Winzerschuld
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Inhaltsangabe, übernommen: "Alle feiern Fassenacht. Die große Sitzung ist in vollem Gange, bis in die Morgenstunden wird bei Wein und Sekt getanzt. Als am nächsten Tag eine der Bedienungen tot aufgefunden ...

Inhaltsangabe, übernommen: "Alle feiern Fassenacht. Die große Sitzung ist in vollem Gange, bis in die Morgenstunden wird bei Wein und Sekt getanzt. Als am nächsten Tag eine der Bedienungen tot aufgefunden wird und der Till spurlos verschwunden ist, wird schnell klar, dass in diesem Jahr einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Kurt-Otto Hattemer versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Eine fieberhafte Suche beginnt, die schnell offenbart, dass Schuld niemals verjährt."

"Winzerschuld" ist der vierte Teil der Reihe um den Hobbydetektiv Kurt-Otto Hattemer, für mich war es der erste. Der Einsteig war aufgrund vieler Protagonisten etwas holprig, ich habe eine Zeitlang gebraucht um mich mit allen vertraut zu machen. Dann konnte ich aber richtig gut in die Story einsteigen und miträtseln, wer für den Mord verantwortlich ist und wie die Stränge zusammenpassen, denn neben dem Strang in der Gegenwart gibt es Rückblicke in Form von Auszügen aus Krankenakten.

Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet, ein wenig tat mir Kurt-Otto leid, der in der Ehe definitiv nicht die Hosen an hat. Was mir sehr gut gefallen hat ist der Humor, der nicht zu kurz kommt. Bei Kurt-Ottos Dosenwurst-Eskapaden oder dem Winzer-Yoga musste ich an vielen Stellen laut lachen.

Der Krimi hat mich gut unterhalten, ich hätte mir lediglich ein wenig mehr Spannung gewünscht.

Fazit: Gemütlicher Winzerkrimi mit Humor

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Lucs persönlichster Fall

Baskische Tragödie
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"Baskische Tragödie" ist wohl Luc Verlains persönlichster Fall. Im Aquitaine werden an den Stränden unzählige Pakete angespült, Fracht, die während eines Sturms verloren ging. Ein kleiner Junge kann der ...

"Baskische Tragödie" ist wohl Luc Verlains persönlichster Fall. Im Aquitaine werden an den Stränden unzählige Pakete angespült, Fracht, die während eines Sturms verloren ging. Ein kleiner Junge kann der zuckerartigen Substanz, die aus einem Paket quillt, nicht widerstehen, probiert und fällt ins Koma. Es stellt sich heraus, dass die Pakete reinstes Kokain enthalten. Luc Verlain übernimmt den Fall, doch bevor die Ermittlungen anlaufen, wird Luc wegen Mordverdachts und Drogenschmuggel verhaftet. Er kann entkommen, sein Weg führt ihn nach San Sebastian in Spanien, wo er versucht herauszufinden, wer ihn in diese Situation gebracht hat.

Ich habe alle Teile der Reihe gelesen, auch dieser hat mich von der ersten Seite an gepackt. Alexander Oetker schafft es perfekt, das Frankreichfeeling in seinen Krimis aufleben zu lassen, die Atmosphäre kommt klasse rüber. Da ich die Gegend kenne, hatte ich die Szenerie bildlich vor Augen und fühlte mich direkt ins Aquitaine versetzt. Zum Lokalkolorit trägt auch die Beschreibung der landestypischen Speisen und Weine, diesmal besonders der baskischen, bei.

Man merkt, wie Luc leidet, auf der anderen Seite des Gesetzes zu stehen, wie ein Verbrecher behandelt zu werden, obwohl er sich nichts zuschulden kommen ließ. Er sorgt sich um die Menschen, die ihm wichtig sind, denn auch sie geraten ins Fadenkreuz des Drahtziehers. Luc kommt so authentisch rüber, man hat das Gefühl ihn fast persönlich zu kennen, erfährt in diesem Teil wieder etwas über seine Vergangenheit.

Die Handlung ist turbulent und spannend, Lucs Flucht nach Spanien und der Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen ist temporeich dargestellt. Ich hatte keine Ahnung wie alles zusammen hängt, konnte wunderbar miträtseln. Hier passt für mich alles, Schreibstil, Charaktere, Handlung, Atmosphäre. 5 verdiente Sterne.

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Helle ermittelt

Helle und die kalte Hand
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Klappentext, übernommen: "Der Herbst hält Einzug in Skagen und vertreibt die letzten Sommergäste. Helle Jespers, Leiterin der örtlichen Polizeistation, sehnt sich nach mehr Zeit und weniger Trubel. Doch ...

Klappentext, übernommen: "Der Herbst hält Einzug in Skagen und vertreibt die letzten Sommergäste. Helle Jespers, Leiterin der örtlichen Polizeistation, sehnt sich nach mehr Zeit und weniger Trubel. Doch die Ruhe währt nur kurz, denn in der Nähe der beliebten Wanderdüne Rabjerg Mile wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Laut Obduktion stammt sie offenbar aus dem südostasiatischen Raum. Doch niemand scheint sie zu vermissen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie sich illegal in Dänemark aufhielt. Helle Jespers ist fest entschlossen, den ersten Mordfall in ihrer Gemeinde aufzuklären, und stößt dabei auf die Schattenseiten der scheinbar so offenen dänischen Gesellschaft."

Von der Autorin habe ich einige Bücher gelesen, den ersten Teil dieser Reihe kenne ich jedoch nicht. Trotzdem konnte ich auch ohne Vorwissen gut in die Geschichte einsteigen. Der Schreibstil ist atmosphärisch, gewohnt flüssig, die Seiten lesen sich quasi von selbst. Das Lokalkolorit kommt gut rüber, ich fühlte mich direkt an diverse Urlaube in Dänemak erinnert.

Der Fall an sich ist gut aufgebaut, man verfolgt die Ermittlungen, die sich als schwierig gestalten. Ich hatte hier von Anfang an den richtigen Riecher, so dass das Überraschungsmoment eher klein war, was der Story aber keinen Abbruch tut.

Die Figuren sind gut skizziert, ich konnte mich mit Helle aber nur bedingt anfreunden. Sie wirkt teils zwanghaft kontrollsüchtig, egal ob Familienmitglieder oder Kollegen, was mir etwas zu weit ging. Vielleicht muss man den ersten Band kennen, um sie besser einschätzen zu können.

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