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Veröffentlicht am 24.03.2020

ein perfekter, tiefgründiger Thriller

Die Maske der Schuld
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"Die Maske der Schuld" ist der zweite Teil der Reihe um den außergewöhnlichen Ermittler Richard Schwarz. Auch wenn der Teil für sich gelesen werden kann empfehle ich, sich den ersten Teil nicht entgehen ...

"Die Maske der Schuld" ist der zweite Teil der Reihe um den außergewöhnlichen Ermittler Richard Schwarz. Auch wenn der Teil für sich gelesen werden kann empfehle ich, sich den ersten Teil nicht entgehen zu lassen.

Richard und sein Kollege Paul ermitteln im Fall eines Leichenfundes, ein Mann wurde leblos aus der Donau geborgen. Wie sich herausstellt, war der Mann schon tot als er in die Donau geworfen wurde, er hat schreckliche Verletzungen am Schädel. Während die Ermittlungen anlaufen meldet sich Theres Lend bei Richard, die er in seinem ersten Fall kennengelernt hatte. Theres hat sich einer Gruppe um einen Alternativheiler angeschlossen, weil sie sich hier Hilfe für ihre Augenkrankheit abseits der Schulmedizin erhofft. Doch etwas kommt ihr an der Gruppe komisch vor, ein Teilnehmer, mit dem sie sich angefreundet hatte, ist seit einiger Zeit verschwunden. Sie bittet Richard um Hilfe. Als wäre dies nicht schon genug, gibt es Probleme mit dem Zirkus.


Wow, mir hat der erste Teil schon super gut gefallen, aber der zweite Teil schlägt diesen noch um Längen. Es ist eines dieser die Bücher, von denen ich nicht die Finger lassen konnte weil die Handlung so komplex und spannend ist und der Drang, immer weiterzulesen, sich nicht stoppen lässt. Da ich den ersten Teil erst kurz zuvor gelesen habe war ich sofort wieder in der Handlung drin, was auch am lockeren und lebhaften Schreibstil liegt. Ich war nicht wie so oft ein Beobachter am Rande, sondern direkt im Geschehen mit dabei.


Was für mich diese Reihe auszeichnet, sind die perfekt gezeichneten Figuren, allen voran Richard, ein vielschichtiger und charismatischer Charakter mit Vergangenheit. Ein Typ mit dem man mitleiden und mitfiebern kann. Seine Vergangenheit, seine Kindheit im Zirkus übt noch eine zusätzliche Faszination aus. Richard ist trotz seiner schwierigen Vergangenheit menschlich und empathisch geblieben, ein rundum sympathischer Mann. Aber nicht nur Richard, auch die anderen wichtigen Charaktere sind sehr gut gezeichnet, Typen die authentisch wirken, denen man im real life begegnen könnte.


Die Story besteht aus verschiedenen Handlungssträngen, die ich atemlos verfolgt habe. Die Spannung ist durchweg vorhanden, das Tempo hoch, am Ende gibt es einen super spannenden Showdown. Neben den Ermittlungen geht das Thema tief in Richtung einer bestimmten Krankheit, hier hat die Autorin perfekt recherchiert. Die Passagen aus Sicht der Patienten haben mich tief berührt und erschüttert. Selten dass ein Thriller das schafft.


Fazit: Für mich war der Thriller ein Genuss und ein Lesehighlight 2020. Ich kann das Buch jedem Thrillerfan nur wärmsten empfehlen, auf die Fortsetzung bin ich jetzt schon sehr gespannt. Verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 16.03.2020

fesselnder Koblenz-Thriller

Jeden 3. Tag
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Klappentext: "Eine Stadt in Angst.
Koblenz, die beschauliche Touristenstadt an Rhein und Mosel, wird in Angst und Schrecken versetzt. Jeden 3. Tag geschieht ein grauenvoller Mord, jede Tat trägt eine andere ...

Klappentext: "Eine Stadt in Angst.
Koblenz, die beschauliche Touristenstadt an Rhein und Mosel, wird in Angst und Schrecken versetzt. Jeden 3. Tag geschieht ein grauenvoller Mord, jede Tat trägt eine andere Handschrift und die Opfer haben keinerlei Gemeinsamkeiten.

Obwohl Kriminalhauptkommissar Auer, Leiter der Mordkommission, frühzeitig die Handschrift eines Serienkillers vermutet, nehmen seine Vorgesetzten ihn nicht ernst. Er ist wegen seines vorlauten Mundwerks in Ungnade gefallen und sein Team besteht aus Beamten mit Disziplinarstrafen, aber er widmet sich trotz der Widerstände mit aller Kraft der Aufklärung der Verbrechen. Dabei erhält er unerwartete Unterstützung durch eine junge Praktikantin, die kurz vor ihrer Prüfung zur Kommissarin steht."



Wer ist der Serienkiller, der Koblenz mit seinen brutalen Morden in Angst und Schrecken versetzt? "Jeden 3. Tag" ist mein erster Thriller vom Autor, für mich besonders interessant, da ich Koblenz und Umgebung gut kenne.


Der Schreibstil ist locker, bildhaft, vermittelt das Lokalkolorit perfekt, indem viele bekannte Schauplätze in Koblenz beschrieben werden und man die Wege der Ermittler nachverfolgen kann.


Das Ermittlerteam um Auer ist sehr gut skizziert, ich hatte nach kurzer Zeit von jedem ein Bild vor Augen. Auer ist ein sympathischer Typ, der auch das jüngste Mitglied im Team, Kommissaranwärterin Coco ernst nimmt. Er begegnet ihr auf Augenhöhe, erkennt ihr Potential und nimmt sie väterlich unter seine Fittiche. Neben Auer hat mir Coco als Powerfrau im Team besonders gut gefallen, sie ist clever, hat viel Potential und sagt was sie denkt. Ich hoffe, dass sie das Team Auer weiterhin ergänzt. Die Polizeiarbeit ist sehr gut beschrieben, ich konnte bis zum Ende miträtseln, wer der Täter ist.

Die Story wird aus Sicht der Ermittler sowie des Täters geschildert, wobei es brutal zugeht und es drastische Beschreibungen der Leichenfunde gibt, definitiv nichts für Zartbesaitete. Spannungstechnisch geht noch was, für meinen Geschmack war die Spannungskurve noch nicht ausgereizt, was der fesselnden Story aber keinen Abbruch tut.


Fazit: Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen, das Team um Auer ist sympathisch und die Location in Koblenz für ortskundige Leser ein Schmankerl. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Fälle.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

spannender Thriller

Totsee
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Klappentext: "Nora Dahn ist die beste Personenschützerin Deutschlands. Sie hat Weltstars bewacht,
Kanzler und Industrielle. Ihr neuer Auftrag hört sich harmlos an:
Eine junge Frau beim Urlaub in den Bergen ...

Klappentext: "Nora Dahn ist die beste Personenschützerin Deutschlands. Sie hat Weltstars bewacht,
Kanzler und Industrielle. Ihr neuer Auftrag hört sich harmlos an:
Eine junge Frau beim Urlaub in den Bergen begleiten?
Nichts leichter als das.
Am idyllischen Bergsee angekommen merkt Nora jedoch schnell, dass ihren Schützling ein düsteres Geheimnis umgibt. Noch bevor sie die Reißleine ziehen kann, steckt sie inmitten einer tödlichen Verschwörung, die in die dunkelste deutsche Vergangenheit zurückreicht.
Nicht nur Noras eigenes Leben gerät in höchste Gefahr ..."

Der Thriller hat mir sehr gut gefallen, angefangen beim Schreibstil, der zeitgemäß locker ist, teils flapsig und sich einfach nur toll lesen lässt. Die Handlung ist nah am Puls der Zeit und behandelt aktuelle Themen, bei denen man Gänsehaut bekommt. Eine Handlung nah an der Realität? Durchaus vorstellbar.

Ich fand die Protagonisten sehr gut gezeichnet, konnte mit Nora mitfiebern. Als Personenschützerin ist sie schon sehr speziell, aber nicht unsympathisch. Definitiv ein Figur, die Potential hat. Auch Kim ist gut getroffen, die psychologischen Aspekte kamen realistisch rüber.


Die Handlung ist durchweg spannend, es gibt einen turbulenten Showdown. Die Auflösung am Ende hat mich in einer Hinsicht dann doch überrascht. Nicht alle Fäden werden aufgelöst, so dass genug Raum für eine Fortsetzung ist. Man darf gespannt sein.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

anspruchsvoller Polit-Thriller

Im Namen der Lüge
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Von Horst Eckert habe ich bereits die Vincent-Veih-Reihe gelesen, mit dem Auftakt zu der Reihe um Melia Khalid hat er wieder einmal mehr bewiesen, wieso er der "Großmeister des Polit-Thrillers" bezeichnet ...

Von Horst Eckert habe ich bereits die Vincent-Veih-Reihe gelesen, mit dem Auftakt zu der Reihe um Melia Khalid hat er wieder einmal mehr bewiesen, wieso er der "Großmeister des Polit-Thrillers" bezeichnet wird.

Melia Khalid arbeitet für den Inlandsgeheimdienst und leitet das Referat für Linksterrorismus. In einem Papier, das ihr von unbekannter Quelle zugespielt wird, ist die Rede von der Gründung einer neuen RAF. Während Melia noch nach einer zweiten Quelle sucht, die das Papier bestätigt, überschlagen sich die Ereignisse. Melia bekommt Zweifel an der Authentizität des Papiers, wird in ihrer Abteilung aber kaltgestellt.

Vincent Veih wiederum ermittelt in einem Mordfall, der augenscheinlich eine Beziehungstat ist. Vincent rechnet den Mord dem rechten Milieu zu, doch von höherer Stelle soll der Mord allzu schnell ad acta gelegt werden. Er wäre nicht Vincent, wenn er die Sache nicht weiterverfolgen würde.

Der Thriller ist in gewohnt fesselndem Schreibstil verfasst, die Geschichte legt ein hohes Tempo vor. Schnell stellt man sich die Frage, was sind Fakten, was ist Fiktion? Wo steckt das Körnchen Wahrheit? Die Geschichte ist brandaktuell, ich habe die Handlung atemlos verfolgt.

Mit Melia hat der Autor eine außergewöhnliche, sympathische udn toughe Protagonistin geschaffen, mit der ich mitfiebern konnte. Schon in diesem ersten Teil kann man eine Entwicklung bemerken, man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. Vincent hat erwartungsgemäß eher eine kleine Rolle, Melia steht im Mittelpunkt. Ich bin gespannt, wie die Gewichtung im nächsten Teil ist und freue mich jetzt schon darauf.

Fazit: Genialer Polit-Thriller, sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

fesselnd, spannend mit einer außergewöhnlichen Protagonistin

Die Präparatorin
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Klappentext: "Als Tierpräparatorin Felicitas Booth eine Kiste mit Erinnerungsstücken ihres Vaters entdeckt, gerät ihre Welt ins Wanken. War er doch nicht nur das unschuldige Mordopfer, für das sie ihn ...

Klappentext: "Als Tierpräparatorin Felicitas Booth eine Kiste mit Erinnerungsstücken ihres Vaters entdeckt, gerät ihre Welt ins Wanken. War er doch nicht nur das unschuldige Mordopfer, für das sie ihn jahrzehntelang hielt? Was geschah auf jener Afrikaexpedition, die nur die Hälfte der Teilnehmer überlebte? Felicitas beschließt, sich der Wahrheit zu stellen – ohne zu ahnen, welche Folgen das für ihr Leben hat."

Auf die "Die Präparatorin" war ich wirklich neugierig, ich mag ungewöhnliche Protagonisten und Felicitas Booth gehört aufgrund ihres Berufs als Tierpräparatorin definitiv in diese Gruppe. So wirkt Felicitas anfangs auch unnahbar, zurückgezogen, sie hat wenig Kontakt zu Menschen. Als ihre Mutter stirbt stürzt die Routine, die sie sich im Lauf der Jahre aufgebaut hat, in sich zusammen. In einer Kiste, die ihre Mutter hinterlassen hat, befinden sich unzählige Zeitungsausschnitte, auf die sich Felicitas erst mal keinen Reim machen kann. Doch dann wird ihr klar, dass sie sich alle auf Teilnehmer einer Afrikaexpedition beziehen, bei der ihr verstorbener Vater vor vielen Jahren auch dabei war. Ein Einbruch in ihrer Werkstatt, eine Leiche und viele Fragen. Felicitas muss ihre Komfortzone verlassen, wenn sie das Rätsel lösen will.

Ja, dar Krimi war für mich eine Entdeckung, nicht zuletzt wegen der Story, sondern auch wegen des herausragenden Schreibstils. Obwohl das Buch nur 235 Seiten hat, hatte ich den Eindruck eine viel längere Geschichte zu lesen, so dicht war die Atmosphäre. Der Autor deutet einiges nur an, ohne lange Beschreibungen, und doch weiß man genau, was gemeint ist, was sich ereignet hat. Wirklich genial gemacht.

Felicitas lernt man erst im Verlauf richtig kennen, je mehr man zu ihr und ihrer Vergangenheit erfährt. Sie wirkt anfangs etwas verschroben, verpeilt, im Verlauf wurde sie aber lockerer und sehr sympathisch. Ein scharfer Verstand und die richtige Reaktion bewahren sie vor einigen gefährlichen Situationen.

Die Story an sich fand ich total fesselnd, der Spannungsbogen steigt zum Ende hin enorm an, aber auch vorher gibt es immer wieder sehr spannende Szenen. Ganz nebenbei erfährt man viele Details über die Taxidermie, die sie wie ein roter Faden duch die Handlung zieht.

Fazit: Meine Krimientdeckung 2020, Felicitas hätte das Zeug zu einer Serienprotagonistin. Ich bin gespannt ob es noch eine Fortsestzung gegeben wird und kann den Krimi nur wärmstens empfehlen.

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