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Veröffentlicht am 25.09.2024

ruhiger Krimi, der etwas mehr Spannung vertragen könnte

Im Unterholz
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Schauplatz Schweden, im Hinterland. Die ehemalige Journalistin Vera Bergström musste sich nach der Schließung der Zeitungsfiliale neu orientieren. In der örtlichen Schule hat sie einen Job als Aushilfslehrerin ...

Schauplatz Schweden, im Hinterland. Die ehemalige Journalistin Vera Bergström musste sich nach der Schließung der Zeitungsfiliale neu orientieren. In der örtlichen Schule hat sie einen Job als Aushilfslehrerin gefunden, der sie jedoch nicht erfüllt. Sie trauert der Zeit nach, als sie als Journalistin unterwegs war und noch eine intakte Beziehung hatte. Als einige Dörfer weiter eine Frau ermordet im Wald gefunden wird, erhält sie von ihrem ehemaligen Chef den Auftrag, zu recherchieren und die Stimmung der Bevölkerung einzufangen. Je mehr Vera bohrt, desto mehr alte Geheimnisse kommen als Licht.

Das Buch ist für mich ein "Eigentlich"-Buch. Eigentlich eine gute Idee, eigentlich eine nette Protagonistin, eigentlich nicht schlecht zu lesen. Wenn da nicht das gewisse Etwas fehlen würde. Die Stimmung, Atmosphäre in Schweden ist gut eingefangen, nutzt sich aber im Verlauf ab. Vera ist mir eigentlich sympathisch, aber sie hängt noch zu sehr an der Vergangenheit, an ihrem Mann der sie für eine andere verlassen hat. Sie wirkt lethargisch, bekommt ihr Leben nicht wirklich auf die Reihe. Als Journalistin hat sie mir gefallen, allerdings möchte ich manche Dinge nicht wirklich erfahren, z. B. wie oft und wie stark ihre Zwischenblutung ist. WTF? Die Story ist in Ordnung, insgesamt ist mir das Setting aber zu düster und ich vermisse die Spannung.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

ganz großes Kino

Bis in alle Endlichkeit
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Schauplatz San Francisco: Lee Crowe ist früh morgens in seiner Funktion als Privatdetektiv unterwegs, als er auf die Leiche einer jungen Frau stößt. Offensichtlich ist sie aus einem Gebäude gesprungen ...

Schauplatz San Francisco: Lee Crowe ist früh morgens in seiner Funktion als Privatdetektiv unterwegs, als er auf die Leiche einer jungen Frau stößt. Offensichtlich ist sie aus einem Gebäude gesprungen und auf dem Dach einer Luxuskarosse gelandet. Instinktiv schießt Crowe Fotos, um sie gewinnbringend zu verkaufen. Als ihn die Mutter der Toten engagiert, um den vermeintlichen Selbstmord aufzuklären, wird es turbulent. Nichts ist, wie es scheint.

Wow, dieser Thriller ist für mich ein Highlight 2024, meine Erwartungen wurden übertroffen. Angefangen beim atmosphärischen, bildhaften Schreibstil, der mich an alte düstere s/w Detektivfilme erinnert, in denen sich ein Detective mit Schlapphut an die Aufklärung eines Verbrechens macht. Nur dass die Handlung in der Gegenwart spielt, aber die Atmosphäre, die Kulisse hat mich irgendwie an die 50er/60er erinnert.

Lee Crowe ist gewieft, was ein einfacher Auftrag zu sein scheint, entwickelt sich zu einer ernsten Bedrohung für ihn, die ihn in Lebensgefahr bringt. Lee kommt sympathisch rüber, er ist sehr gut charakterisiert, ebenso die anderen Figuren. Sie wirken authentisch und glaubwürdig.

Besonders gut sind die Wendungen gelungen, die die Handlung in immer neue Richtungen lenken. Es bleibt zu jedem Zeitpunkt spannend, die Geschichte legt ein hohes Tempo vor und bietet Spannung bis zum Ende.

Fazit: Ein außergewöhnlicher Thriller der es in sich hat. Ganz großes Kino!

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Veröffentlicht am 18.09.2024

wo ist Julia?

Nacht der Verräter
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Max Bauers Frau Julia hat aus ihrer Vergangenheit immer ein Geheimnis gemacht. Für Max kein Problem, er liebt sie und die kleine Tochter. Als Julia von einer Party bei Max Familie spurlos verschwindet, ...


Max Bauers Frau Julia hat aus ihrer Vergangenheit immer ein Geheimnis gemacht. Für Max kein Problem, er liebt sie und die kleine Tochter. Als Julia von einer Party bei Max Familie spurlos verschwindet, nutzt Max als Polizist seine Beziehungen um seine Frau zu finden. Als Max von Kollegen zu seinen umtriebigen Brüdern befragt wird, fällt er aus allen Wolken. Seine Familie kann doch nichts mit Drogengeschäften zu tun haben. Oder doch? Max wird genötigt, seine Familie auszuspionieren. Hat er eine andere Wahl?

Dieses Standalone von Horst Eckert hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Schreibstil: klar und präzise. Figurenzeichnung: pefekt. Tempo und Spannung: hoch. Wendungen und Überraschungen. Was will man mehr?

Max ist nicht der typische Held mit der weißen Weste, aber in seinem Dilemma glaubwürdig und trotz allem sympathisch. Dass er nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft: geschenkt.

Ich fand die Story unheimlich fesselnd, hätte am liebsten am Stück gelesen.

Der Thriller kommt diesmal ganz ohne politische Aspekte aus, was mir sehr zusagt. Schade dass keine Fortsetzung geplant ist.

Fazit: Temporeicher Thriller mit viel Spannung.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

ewiges Leben?

Die Abschaffung des Todes
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"Die Abschaffung des Todes" heißt das neueste Werk von Andreas Eschbach. Dieses Ziel haben die Gründer des Unternehmens Youvatar und suchen für die Verwirklichung ihres Projekts noch zahlungskräftige Kunden.

James ...

"Die Abschaffung des Todes" heißt das neueste Werk von Andreas Eschbach. Dieses Ziel haben die Gründer des Unternehmens Youvatar und suchen für die Verwirklichung ihres Projekts noch zahlungskräftige Kunden.

James Windover, seines Zeichens Herausgeber einer Online Zeitung für Milliardäre, die vorrangig Themen aus Wirtschaft, Finanzwelt oder Wissenschaft für ihre Leser sachlich aufbereitet, reist stellvertretend für seine Kundin Anahit Kevorkian zur Auftaktveranstaltung von Youvatar. Er soll einschätzen, ob es sich für Anahit lohnt, in das Unternehmen zu investieren. James ahnt nicht, worauf er sich eingelassen hat.

In gewohnt eschbach-typischem Schreibstil wird die Geschichte aufgerollt, man lernt James kennen, der very british wirkt. Eschbach zeichnet seine Charaktere präzise und detailreich, so dass die Figuren unverwechselbar wirken. Die Backgrundinformationen zu James und seinem Privatleben lassen ihn sehr real wirken.

Die Thematik ist aktuell, viele wissenschaftliche Details zeigen, wie gut der Autor recherchiert hat. Wobei mich einige Stellen, an denen er zu sehr ins Detail geht, ermüdet haben. Eschbach beleuchtet das Thema auch philosophisch, was zwar interessant ist, aber auch das Tempo aus der Story nimmt.

Ich habe die Geschichte gespannt verfolgt und war an James Windover ganz nah dran, allerdings habe ich nicht die Spannung bekommen, die ich bei einem Thriller erwarte. Es gibt zwar Action und etwas Spannung, aber erst im letzten Drittel, für meinen Geschmack zu spät.

Fazit: Fesselndes Thema mit vielen wissenschaftlichen Details.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

fesselnder Thriller mit Gänsehauteffekt

Lupus
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Von Tibor Rode habe ich alle Bücher gelesen, ich schätze seinen Schreibstil und die Recherche zu den jeweiligen Themen. In seinem neuesten Werk geht es, wie der Titel schon sagt, um den Wolf. Das Cover ...

Von Tibor Rode habe ich alle Bücher gelesen, ich schätze seinen Schreibstil und die Recherche zu den jeweiligen Themen. In seinem neuesten Werk geht es, wie der Titel schon sagt, um den Wolf. Das Cover passt perfekt dazu. Die Handlung ist in Vorpommern verortet, Hauptprotagonisten sind hier die Tierärztin Jenny Rausch und der Staatsanwalt Frederik Bach. Jenny ist nicht nur Veterinärin, sondern auch die Wolfsbeauftragte des Kreises. Es passieren zeitgleich mehrere Dinge: Jennys Vater ist verschwunden, im Wald wird eine riesige Blutlache gefunden, direkt neben dem Auto ihres Vaters und es gibt Wolfssichtungen.

Ich fand das Thema und die Hintergrundinformationen wieder mal spannend, der Autor versteht es Fakten mit Fiktion zu verweben. Ich mag es, wenn man bei der Lektüre noch etwas lernt, diesmal geschichtliche Hintergründe und Infos über die Insel Riems. Das Tempo ist hoch, genauso die Spannung.

Fazit: Fesselnder Thriller mit Gänsehauteffekt.

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