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Veröffentlicht am 22.02.2018

das Dreamteam ermittelt wieder

Tod im Hopfengarten
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Der vierte Fall für "Scherlock, Pinkerton & Co", respektive das Hobbyermittlerduo Ludwig Wimmer & Anna, führt uns wieder ins beschauliche kleine Örtchen Wolnzach. Bayern, grüne Wiesen, Hopfenfelder, eine ...

Der vierte Fall für "Scherlock, Pinkerton & Co", respektive das Hobbyermittlerduo Ludwig Wimmer & Anna, führt uns wieder ins beschauliche kleine Örtchen Wolnzach. Bayern, grüne Wiesen, Hopfenfelder, eine wunderschöne Landschaft, ein Ort wo das Leben noch in Ordnung ist. Eigentlich. Denn inmitten von Hopfenfelden werden die Überreste einer Leiche gefunden. Viel ist nicht mehr vorhanden das Aufschluss auf die Identität des Toten geben könnte, so dass die Polizei mit ihren Ermittlungen ganz von vorn beginnen muss.

Damit die Hobbydetektive, die zwar schon bei mehreren Fällen erfolgreiche Tipps geben konnten, diesmal nicht auch noch auf die Idee kommen in einem Mordfall zu ermitteln, kommt Kommissar Karl Konrad auf die glorreiche Idee, die beiden anderweitig abzulenken. Er bittet Wimmer um Mithilfe in einer Serie von Kirchendiebstählen, die bisher nicht aufgeklärt werden konnten. Über mehrere Jahre wurden Heiligenfiguren aus Kirchen im Holledaukreis entwendet, die nie wieder aufgetaucht sind. Da Sommerferien sind kann Anna ihren Großvater tatkräftig unterstützen.

Und dann überrascht sie der Anwalt des Mordverdächtigen noch mit einem Spezialauftrag. Sein Mandant schweigt beharrlich, doch der Anwalt ist von seiner Unschuld überzeugt. Ludwig und Anna sollen Augen und Ohren offen halten, um die Unschuldsvermutung zu untermauern.

Im vierten Fall angekommen, fühlt es sich inzwischen an wie lieb gewonnene alte Bekannte zu treffen. Ludwig Wimmer mit seiner Familie, das Ermittlerteam um Kommissar Karl Konrad und seinen schwäbischen Kollegen Stimpfle sowie einige Bewohner aus Wolnzach. Die Krimis aus der Feder von Alexander Bálly stehen für mich inzwischen für Wohlfühlkrimis, die mit ihren liebevoll gezeichneten Figuren, feinem Humor und ganz viel Mundart punkten. Wichtig ist hier die Atmosphäre und das Lokalkolorit, weniger die Spannung. Wobei die natürlich auch nicht zu kurz kommt. Viel bayrische Mundart, durchsetzt mit dem schwäbischen Dialekt von Kommissar Stimpfle, der sich von Wimmer und Anna nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Dumm nur, dass die Hobbydetektive ihre eigenen Schlüsse ziehen und der Polizei wieder mal eine Nasenlänge voraus sind. Diesmal lernt man einiges über die diversen Heiligen und ihre Aufgaben, das war für mich echt interessant. Und für mich neue bayrische Begriffe kamen vor, wie z. B. "Ramadama"

Ich habe die Ermittlungen in den beiden Fällen ganz gespannt verfolgt, hatte aber nicht wirklich einen Plan. Die Auflösung war zwar überraschend, aber trotzdem stimmig, am Ende gibt es einen super spannenden Showdown. Ich sag nur: Explosionsgefahr!

Fazit: Unterhaltsamer Regiokrimi mit viel Humor und Lokalkolorit. Wimmer und Anna sind das neue Dreamteam.

Veröffentlicht am 17.02.2018

so geht Thriller - ein absolutes Highlight!

Unter pechschwarzen Sternen
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Schauplatz Berlin: In einer Unterführung wird die inszenierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Mit zahllosen Stichen übersät, nackt in einen Umhang gehüllt, mit Kerzen umstellt. Erst als die Kapuze gelüftet ...

Schauplatz Berlin: In einer Unterführung wird die inszenierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Mit zahllosen Stichen übersät, nackt in einen Umhang gehüllt, mit Kerzen umstellt. Erst als die Kapuze gelüftet wird, offenbart sich die kranke Psyche des Täters. Anstatt ihres eigenen, sitzt der Kopf eines Widders auf dem Hals der Toten. Thomas Harder und Claudia Vogt sollen die Ermittlungen leiten, zwei Ermittler, wie sie ungleicher nicht sein könnten. Harder ist der typische Einzelgänger, der seinen letzten Fall richtig vermasselt hat. Er erhält nochmals eine Chance, sich zu beweisen. Vogt hat mehrere Fortbildungen für Profiling absolviert, ist jung, dynamisch und will Karriere machen. Klar dass die Zusammenarbeit der beiden Komplikationen mit sich bringt, zumal Harder kein Typ für konventionelle Ermittlungsmethoden ist. Dafür hat er Erfahrung und jede Menge Beziehungen in die Unterwelt. Werden die beiden den Killer stoppen können, bevor er wieder mordet?

Gereon Krantz hat hier ein Debüt vorgelegt, das es in sich hat. Einmal angefangen war ich so gefesselt, dass ich das Buch kaum mehr beiseite legen konnte. Mir gefällt die Art des Schreibens ungemein, sie ist so lebendig, teils derb und mit Ausdrücken gespickt, zeitgemäß. Locker-flockige Dialoge, die richtige Portion schwarzen Humor und vor allem so bildhaft, dass mein Kopfkino permanent in Betrieb war.

Aber letztlich ist es das Gesamtpaket aus Sprache, Story und Protagonisten, das mich überzeugt hat. Eigentlich bin ich kein Fan von kaputten Ermittlern, Harder macht hier eine Ausnahme. Harder ist ein Typ, der nicht mehr an seinem Leben hängt, Todessehnsucht hat. Nur ein winziger Schritt und er landet im Abgrund. So trifft man ihn auch in einer Situation beim Russisch Roulette, das er mit einem sensationellen Abgang beendet. Als er auf diesen Fall angesetzt wird, erwacht so etwas wie Neugier, nochmals alles zu geben um den kranken Killer zu fassen. Wenn da nur nicht dieser dunkle Sog wäre, der ihn immer wieder versucht, mit sich zu reißen. Harder hat meine Neugier geweckt, in seiner Vergangenheit muss es einen dunklen Fleck geben, doch noch wird nicht verraten, was ihn zu dem Mann machte, der er jetzt ist. Je weiter die Story ging, desto sympathischer wurde mir dieser Tpy, der auch eine, zwar gut versteckte, softe Seite hat und über sich hinaus wächst.

Claudia Vogt ist alles andere als begeistert, mit Harder gemeinsam ermitteln zu müssen. Sie will nur eines, den Fall schnell klären um sich zu profilieren. Sie ist Frau "Saubermann", gut aussehend, vegan, sportlich, macht Joga und Krav Maga. Während sich Harder von Fast Food und Kippen ernährt, knabbert sie ihre Gemüsesticks bei den Observierungen. Und doch raufen sich die beiden ungleichen Ermittler zusammen, als Vogt zugeben muss, dass Harders Methoden am Rand der Legalität durchaus erfolgreich sind.

Man verfolgt also das neue "Dreamteam" bei den Ermittlungen in Berlin, lernt verschiedene skurrile Typen kennen, ob als Zeugen oder Berater. Wobei, eigentlich sind alle Beteiligten mehr oder weniger skurril, es sind Typen die durch ihre Macken unverwechselbar werden. So präzise beschrieben, dass man sie bildlich vor Augen hat. Ob ein russischer Ganove, ein muskelbepackter Bodybuilder oder ein Psychologe, hier ist wirklich alle perfekt beschrieben und auf den Punkt gebracht. Es sind vielschichtige Charaktere mit Substanz, keine leblosen und austauschbaren Hüllen, wie man sie leider viel zu oft findet.

Der Plot ist dicht, temporeich und mit viel Actionszenen gespickt. In sich stimmig und mit einer Wendung am Ende, dich mich sprachlos gemacht hat. Dabei baut sich die Spannung kontinuierlich auf und gipfelt in einem fesselnden Showdown.

Fazit: Es kommt nicht wirklich oft vor, dass man zwischen all den Krimis und Thrillern eine echte Entdeckung macht. Aber wow, "Unter pechschwarzen Sternen" ist genau so eine Entdeckung, ein Thrillerhighlight von dem ich total begeistert bin. Es ist kaum zu glauben dass es sich hier um ein Debüt handelt. Ich hoffe noch auf viele weitere spannende Fälle für den Ausnahmeermittler Harder!

Veröffentlicht am 13.02.2018

Kommissar Worschädl ermittelt

Tödliche Fälschung
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Schauplatz Linz: Aus dem geplanten Konzertbesuch Kommissar Worschädls wird nichts, denn als er an der Konzerthalle ankommt, ist schon die Polizei vor Ort. Der Bratschist wurde ermordet, das Konzert abgesagt. ...

Schauplatz Linz: Aus dem geplanten Konzertbesuch Kommissar Worschädls wird nichts, denn als er an der Konzerthalle ankommt, ist schon die Polizei vor Ort. Der Bratschist wurde ermordet, das Konzert abgesagt. Tatkräftig steigt Worschädl in die Ermittlungen ein, ein erster Verdächtiger mit passendem Motiv ist schnell gefunden. Doch ist er auch der Täter? Parallel geht es in einem anderen Strang nach Italien, wo die blinde Nina Bertini bei ihrer Joggingtour entführt wird. Ihr Großvater Guiseppe Bertini macht sich große Sorgen, als er Ninas angeschossenen Blindenhund vor seinem Weingut findet.


Zwei Stränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Wir lernen den liebenswert kauzigen Kommissar Worschädl kennen, der in einer harmonischen Ehe lebt. Auf der Arbeit ist es allerdings nicht ganz so harmonisch, sein Chef versucht, ihm das Leben schwer zu machen. Worschädl ermittelt mit seiner Lieblingskollegin Sabine Schinagl und taucht in das Musikbusiness ein. Die Befragungen bringen jedoch nicht wirklich eine heiße Spur, auch ist fraglich ob jeder der Beteiligten die Wahrheit sagt. Erst eine waghalsige Verfolgungsjagd, bei der Worschädl seine Höhenangst überwinden muss, bringt den entscheidenden Hinweis.


Fazit: Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, er ist für einen Regiokrimi komplex angelegt und punktet mit einem sehr sympathische Ermittler-Duo. Dazu etwas Mundart, die verschiedenen Handlungsorte in Linz und Italien, alles in allem ein gelungener Krimi.

Veröffentlicht am 10.02.2018

spannende Thrillerunterhaltung über eine brisante Thematik

Der Belarus-Deal
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Tom Harberg, 22, jobbt in Hannover in einem Fitnessstudio. Eigentlich studiert er Journalismus und hofft auf eine Story, die ihn ganz groß herausbringt. Als ihn sein ehemaliger Mitschüler Mattias Reuter ...

Tom Harberg, 22, jobbt in Hannover in einem Fitnessstudio. Eigentlich studiert er Journalismus und hofft auf eine Story, die ihn ganz groß herausbringt. Als ihn sein ehemaliger Mitschüler Mattias Reuter nach Jahren aufsucht, scheint er seinem Traum von der großen Story ganz nah zu sein. Reuter ist Computernerd und im Darknet auf eine Sache gestoßen, die Tom recherchieren soll. Nach anfänglichen Berührungsängsten mit dem Darknet stößt Tom auf die Seite, die für das nötige Kleingeld jedes wünschte Organ beschafft. Kurz entschlossen gibt er sich als chronisch kranker Nierenpatient aus, der auf der Suche nach einer neuen Niere ist. Er folgt dem Ruf der Organisation nach Minsk, das größte Abenteuer seines Lebens beginnt.


"Der Belarus Deal" ist locker geschrieben, umgangssprachlich, aus Toms Ich-Perspektive. Durch seine inneren Monologe, Gedanken und Gefühle ist man an ihm ganz nah dran und erlebt die Geschichte durch seine Augen. Die Ich-Perspektive ist hier wirklich passend, ich war von der ersten Seite an gefesselt und habe Toms Abenteuer atemlos verfolgt. Tom kommt als Protagonist glaubhaft rüber, er ist ganz der unbekümmerte 22jährige, der eine heiße Story erwartet und damit ganz groß rauskommen will. Er plant die Reise nach Minsk kurzentschlossen, spielt die Szenarien im Geiste durch und verschwendet keinen Gedanken daran, dass er sich evtl. in Gefahr begeben könnte.


Das Thema illegaler Organhandel ist brandheiss, auch wenn die Handlung Fiktion ist, so ist so eine global agierende Organisation absolut vorstellbar. Eine erschreckende Vorstellung. Die Handlung ist temporeich, ständig passiert etwas, Langeweile kommt hier nicht auf. Einzig kleiner Kritikpunkt ist das Ende, das mir etwas zu schnell kam.


Fazit: Spannende Thrillerunterhaltung über eine brisante Thematik.

Veröffentlicht am 05.02.2018

viel Atmosphäre und eine sympathische Ermittlerin

Stumme Wut
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"Stumme Wut" führt nach Yorkshire, in den Ort Sheffield. Hier geschah vor 20 Jahren ein brutaler Doppelmord, der nie aufgeklärt wurde. Beim "Harkness Massaker" wurde das Ehepaar Harkness grausam ermordet, ...

"Stumme Wut" führt nach Yorkshire, in den Ort Sheffield. Hier geschah vor 20 Jahren ein brutaler Doppelmord, der nie aufgeklärt wurde. Beim "Harkness Massaker" wurde das Ehepaar Harkness grausam ermordet, der damals elfjährige Sohn Jonathan musste das Verbrechen mit ansehen. Jetzt soll das Harkness Haus abgerissen werden, der Fokus der Öffentlichkeit wird auf den alten Fall gelenkt.

Die Chance für DCI Matilda Darke zu beweisen, dass sie wieder dienstfähig ist und ihren alten Posten als Chefin der Mordkommisin wieder aufnehmen kann. Denn die letzten neun Monate war sie vom Dienst freigestellt, bei ihrem letzten Fall lief etwas gründlich schief, Mathilda leidet immer noch unter Schuldgefühlen. Dazu kam noch ein privater Schicksalsschlag....

Ihr erster Tag verläuft nicht gut, Matilda ist angespannt und ihr Stellvertreter Ben Hales begegnet ihr mit Geringschätzung und offener Ablehung. Nur mit einem Assistenten, DC Rory Fleming, rollt sie den alten Fall wieder auf und merkt, dass die Akten unvollständig sind. Schlamperei bei den damaligen Ermittlungen, oder wurden die Akten nachträglich manipuliert?

Der damals elfjährige Sohn der Familie Harkness war traumatisiert, hat mehr als ein Jahr gar nicht gesprochen. Sein Bruder Matthew war nach der Tat mehrere Tage nicht auffindbar. Da Jonathan wieder in Sheffield wohnt, nachdem er nach dem Verbrechen von der Tante großgezogen wurde, beschließt Matilda, zuerst mit ihm zu sprechen. Jonatahn erweist sich als wenig gesprächig, er wirkt gehemmt, scheint das Trauma nie verarbeitet zu haben. Als ein Mord geschieht, ändert sich auf einmal die Lage.....

Während Matilda alles gibt wird ihr doch bewusst, dass sie eigentlich noch nicht soweit ist, den Dienst wieder aufzunehmen. Unterstützung erhält sie von ihrer besten Freundin Adele Kean, der Pathologin von Sheffield. Adele hilft wo sie kann und rückt Matilda den Kopf zurecht, als sie wieder zu trinken anfängt. Auch ihre ehemaligen Mitarbeiter sind auf ihrer Seite, während sie von Hales nur angefeindet wird.

Ich war von diesem dichten Krimi begeistert. Zum einen der Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt, und vom Aufbau der Story. Auch wenn ich bei jedem Krimi rätsle, wer der Mörder sein könnte, so hat es mir hier besonders viel Spaß gemacht. Mehrere Theorien musste ich wieder verwerfen, bis ich gegen Ende auf der richtigen Fährte war. Der Autor spielt mit den Gefühlen seiner Leser, führt sie auf falsche Fährten und legt Blindspuren. Neben dem eigentlichen Fall klärt sich noch ein anderes Verbrechen, das ähnlich lang zurück liegt.

Was besonders auffällt sind die liebevoll angelegten Charaktere, die Michael Wood gekonnt skizziert. Jede psychologische Feinheit ist eingefangen, man lernt die Hauptfiguren mit ihrem Hintergrund sehr gut kennen und kann ihre Handlungen nachvollziehen. Im Fokus steht die Ermittlungsarbeit, der private Bereich nimmt einen eher kleinen Raum ein ist aber ausreichend, um die Charaktere einschätzen zu können.
Fazit: Für mich ist Michael Wood eine echte Neuentdeckung, die Figur der Matilda hat das Potential für eine Reihe, ich hoffe sehr dass es eine Fortsetzung geben wird.