Begegnungen mit Menschen
Jahre zwischen Hund und WolfEin Roman ohne besondere Handlung, in dem das Augenmerk auf verschiedene Personen gerichtet ist, die sich in irgendeinem Lebensumbruch befinden. Wichtigste unter ihnen ist der deutsche Comic-Zeichner Hardy, ...
Ein Roman ohne besondere Handlung, in dem das Augenmerk auf verschiedene Personen gerichtet ist, die sich in irgendeinem Lebensumbruch befinden. Wichtigste unter ihnen ist der deutsche Comic-Zeichner Hardy, der sich in einem Dorf in der Normandie niedergelassen hat und dort am Strand eine Erkennungsmarke aus dem Zweiten Weltkrieg findet, die ihn die Bekanntschaft mit der Deutschen Gisela machen lässt (übrigens ein derart gekünstelter Erzählstrang, der verzichtbar gewesen wäre) und der unverhofft einen Hund erbt, was die bis dahin gut verdrängte Erinnerung an ein gesetzloses Verhältnis vor Jahrzehnten zurückruft. Auch die weiteren Personen sind aus Hardys Umfeld und stehen vor Veränderungen im Leben – u.a. seine Lebensgefährtin, deren Vater verstirbt; seine Nachbarin, die den immer im Familienbesitz befindlichen Hof verkaufen will; ein befreundeter Polizist, der Schürzenjäger ist und in den Ruhestand geschickt wird. Alles nichts Besonderes. Weil der Plot allerdings in der Normandie angesiedelt ist, gibt es den ein oder anderen interessanten Hinweis auf den D-Day. Woran ich mich schon sehr gestoßen habe, war, wie oft das Wort „Notfallzigarette“ fällt, zu der Hardy regelmäßig greift, und wie die Figuren immer wieder zum Alkohol greifen und anschließend auch noch Auto fahren, betonend, dass auf dem Dorf eh keine Polizeikontrollen stattfinden.
Während mir der frühere Roman „Mitgift“ des Autoren gefallen hat, lässt der vorliegende mich etwas enttäuscht zurück.