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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2026

eine nette Idee - jedoch in der Umsetzung fragwürdig

We are Austria
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Alphabetisch geordnet nach Vornamen werden in diesem Buch 77 Frauen aus verschiedenen Epochen Österreichs porträtiert. Von Kaiserin Sissi, über Bertha von Suttner, zu Anna Sacher und Frauen verschiedenster ...

Alphabetisch geordnet nach Vornamen werden in diesem Buch 77 Frauen aus verschiedenen Epochen Österreichs porträtiert. Von Kaiserin Sissi, über Bertha von Suttner, zu Anna Sacher und Frauen verschiedenster Profession der heutigen Zeit.
All dies wird sehr farbenfroh präsentiert. Jeder Person wird eine Doppelseite gewidmet – einmal ein farbenfrohes, modernes Portrait. Die zweite Seite ist dem Text über die Person gewidmet. Nach den biographischen Daten wie Name, Beruf folgt eine kurze Zusammenfassung in ein Paar Sätzen. Den Großteil nimmt allerdings Text ein, der im Stil einer Ichbeschreibung verfasst ist. Je nach Person - ob lebendig oder nicht- wird das gesamte Leben zusammengefasst inklusiver wichtiger Wegpunkte – oder bei leibenden aktuellen Motivationen und Probleme angesprochen.

Ich habe das Buch gelesen, nachdem öffentliche Kritik laut wurde – da ich die Idee des Buches, Frauen aufzulisten, die wichtig für das Land Österreich sind, interessant fand. Vor allem in einer modernen, bunten Form, auch um Jugendliche leichter abzuholen.

Obwohl mir, so wie auch anderen wohl nicht ganz klar ist, wie entschieden wurde, wer unter die 77 Frauen kommt, finde ich, vor allem bei historischen Persönlichkeiten die Auswahl gelungen.

Ich verstehe allerdings den Einwand der lebenden Porträtierten, wenn sie sich selbst nicht einbringen, durften bei einem Kapitel über sie, dass den Eindruck vermittelt, dass sie selbst ihn geschrieben haben. Speziell wenn man dieses Stilmittel verwendet und damit eine gewisse Nähe suggeriert, ist es nötig mit den entsprechenden Personen Kontakt zu haben. Ja die Autorin hat dies im Vorwort auch erklärt, dass keine wirklichen Interviews geführt wurden und hauptsächlich auf alte Daten – biographische, alte Artikel, Interviews zurückgegriffen wurde. Mit diesem Wissen hat man den Verdacht ob vielleicht so manche „Aussage“ den Personen in den Mund gelegt wurde durch die Autorin.

Somit bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack einer eigentlich großartigen Idee.

Veröffentlicht am 06.01.2026

moderne Tiroler Küche

Meine Tiroler Welt
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Viktoria Fahringer – jüngste Haubenköchin Österreichs 2020- präsentiert in diesem Kochbuch ihre Heimat Tirol. Ein wirklich schön gestaltetes, modernes Kochbuch, aber gleichzeitig auch mehr als das – nämlich ...

Viktoria Fahringer – jüngste Haubenköchin Österreichs 2020- präsentiert in diesem Kochbuch ihre Heimat Tirol. Ein wirklich schön gestaltetes, modernes Kochbuch, aber gleichzeitig auch mehr als das – nämlich ein allgemeiner Einblick in Tirol, ein Roadtrip, eine Reportage zu verschiedenen Produzenten.

Im Laufe eines Kalenderjahres -unterteilt in die Jahreszeiten – werden Produzenten und passende Rezepte vorgestellt. Neben Klassikern wie Schlutzkrapfen-und Kaspressknödel, finden aber auch modernere Gerichte in das Buch Einzug. Oder bekannte Rezepte werden neu interpretiert – wie ein vegetarisches Tiroler Gröstl.

Für alle die nicht dem Österreichischen mächtig sind, gibt es auch noch ein entsprechendes Glossar um Unklarheiten zu beseitigen.

Definitiv ein empfehlenswertes Kochbuch, auch wenn ich nicht alle Rezepte allein der Tiroler Küche zuordnen würde.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

aufwühlende Suche nach den eigenen Wurzeln

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Magnolia, die in London lebt und sich privat und beruflich sehr für den Umweltschutz engagiert, kehrt wieder einmal zum Haus ihrer Großeltern zurück um dort Zeit mit ihrer weitern Familie zu verbringen. ...

Magnolia, die in London lebt und sich privat und beruflich sehr für den Umweltschutz engagiert, kehrt wieder einmal zum Haus ihrer Großeltern zurück um dort Zeit mit ihrer weitern Familie zu verbringen. Man findet in den Unterlagen der Großmutter eine alte Rechnung und ein Flugticket – beides mit Bezug zu Neuseeland – der Heimat von Magnolias Mutter. Getrieben durch diese Funde und der Tatsache, dass es Magnolias Mutter neuerlich sehr schlecht geht, macht sie sich auf den Weg nach Neuseeland. Ihr Ziel dort, ist neben der Suche nach den Geheimnissen um ihre Familie, auch mehr über den Umweltschutz in Neuseeland zu erfahren, wobei sie sehr engagierte und sympathische Mitstreiter findet.

Die Geschichte wird abwechselnd in zwei Zeitebenen erzählt – der Ebene von Magnolia in der jetzt Zeit, die den Hinweisen folgt und Neuseeland entdeckt. Die zweite Ebene folgt ein junger Maori mit den Namen Amiri in den 1960er Jahren, die auf einer Farm arbeitet. Wie man natürlich von Beginn an erahnen kann, hängen beide Geschichten zusammen, jedoch rätselt man natürlich wie.
Speziell der Erzählstrang von Magnolia, ist natürlich der Suche nach Hinweisen gewidmet. Es ist allerdings auch viel mehr – man merkt auch an Magnolia eine Entwicklung, die sie in diesem Land vollzieht – sie wird zugänglicher und legt ihre doch eher dogmatischen Ansichten immer mehr ab. Die Entfernung zur Heimat, das neue Land und die Bekanntschaften verändern eben den Blick auf so manches. Wie nebenbei entwickelt sich auch eine Liebesgeschichte.
Die Geschichte um die Suche nach Hinweisen ist realistisch, wie ich meinen würde – immer wieder durch Rückschläge und Zufälle gekennzeichnet. Man jagt durchs ganze Land und lernt dadurch – nebenbei- die schöne Landschaft Neuseelands und einige Sitten der Maori kennen. Generell ist es eine sehr berührende Geschichte, die wenn auch fiktiv, sicher auch so passieren hätte können. Auch gibt die Geschichte Hoffnung – dass man Traumata überwinden kann. Man kann sein Glück finden, auch wenn es unwahrscheinlich scheint.

Auch wenn dies bereits der vierte Band um die Kinder bzw. Enkelinnen der Familie Carter ist, lässt sich der Roman auch ohne Probleme allein lesen. Bei der Übersicht hilft der Stammbaum zu Beginn durch die ersten Szenen.
Für mich war es definitiv ein Ansporn auch weiter Bände der Serie zu lesen, da es ein kurzweiliger und schön gestalteter Roman war.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

schlagfertiger, britischer Politkrimi

Bad Actors
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Das aktuelle Regierungskabinett in London ist anders als bisherige – ein Berater des Regierungschefs, der alles anders macht als Bisherige – er holt eine Superforcasterin ins Team. Doch eines Tages verschwindet ...

Das aktuelle Regierungskabinett in London ist anders als bisherige – ein Berater des Regierungschefs, der alles anders macht als Bisherige – er holt eine Superforcasterin ins Team. Doch eines Tages verschwindet diese. Über Umwege wird der ehemalige MI5 Chef Claude Wheelan mit der Untersuchung beauftragt. Er nimmt die Untersuchung bei seiner Nachfolgerin Diana Taverner auf, derzeitige Chefin des MI5 – auch weil der Verdacht laut wird, dass der Geheimdienst mit einem illegalen Programm am Verschwinden beteiligt sein soll. Die Spur schließlich zum legendären bzw. berüchtigten Jason Lamb – Chef der Slow Horses. Einer Abteilung des MI5 bei dem in Ungnade gefallene Agenten landen.

Man findet sich rasch in einem Strudel aus Irrungen und Wirrungen, Intrigen und Überraschungen. Die Handlung ist komplex, verstrickt und gut konstruiert. Geschickt sind aktuelle Ereignisse – gemessen am ursprünglichen Erscheinungstermin- eingeknüpft- der Brexit, die Nachwirkungen der Covid-Pandemie, ein Premierminister mit spannenden Post-Brexit-Visionen. Sollte man sich etwas mit der britischen Politik beschäftigt haben, hat man auch rasch ein entsprechendes Bild im Kopf.

Die Charaktere sind sehr speziell- scharf gezeichnet und unterhaltsam – auch wenn man sie nicht unbedingt alle ins Herz schließt. Vor allem ihre weniger liebenswürdigen Charakterzüge werden gut dargestellt. Man hat eine eher intrigante Chefin des MI5. Jason Lamb, einen Spion, der nicht sehr umgänglich mit den meisten Personen ist, speziellen Charm besitzt und messerscharf kombiniert. Slow Horses die koksabhängig sind, weltfremde Nerds sind und noch so einige spannende Macken haben.

Wichtig ist es der Geschichte aufmerksam zu folgen, da es rasche Szenenwechsel bzw. Blickwinkelwechsel gibt. Eine Einteilung in ordentliche Kapitel gibt es nicht. Auch wird nicht linear erzählt – die Zeitebenen wechseln, richtig klar wird dem Leser das aber erst später.

Das vorliegende Buch – Bad Actors – ist mittlerweile der achte Band einer Serie um Agent Jason Lamb und seinem Team von Agenten – den Slow Horses. Für mich war es der erste Band der Serie den ich gelesen habe, jedoch kannte ich das Thema von der entsprechenden Serie. Grundsätzlich lässt sich die Geschichte auch so verstehen, jedoch profitiert man denke ich, wenn man die Bände entsprechend der Reihenfolge liest und Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen.

Ich werde mich definitiv in die Vorgängerbände stürzen, denn es war für mich ein gelungener Politkrimi. Mit schlagfertigem, bösen ja britischen Humor.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Immer unter Beobachtung - die Spannung ist hoch

Der Nachbar
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Sarah, die in der Vergangenheit als Anwältin tätig war, zieht mit ihrer Tochter an den Stadtrand von Berlin – in eine ruhige, beschauliche Vorstadtidylle der Häuser mit gleichem Aussehen. Doch zu ihrer ...

Sarah, die in der Vergangenheit als Anwältin tätig war, zieht mit ihrer Tochter an den Stadtrand von Berlin – in eine ruhige, beschauliche Vorstadtidylle der Häuser mit gleichem Aussehen. Doch zu ihrer bekannten Monophobie – der Angst allein zu sein, schleicht sich bald eine neue Angst. In ihrer Umgebung bzw. ihrem Haus geschehen eigenartige Dinge – es wird für sie eingekauft, Blumen werden gegossen, Müll wird entsorgt. Es scheint, als wäre sie nicht allein mit ihrer Tochter im Haus. Hat sie einen Stalker?

Das Buch beginnt mit einigen Kapiteln, die wie man später erfährt, einige Zeit vor der eigentlichen Haupthandlung spielen. Doch auch bei dieser so quasi Einleitung ist die Spannung sehr schnell hoch. Generell ist man sehr schnell mitten drinnen im Geschehen und damit in einer Spannung. Man liest die Kapitel einfach, hat permanent ein ungutes Gefühl und steht permanent unter Strom. Natürlich auch den kurzen Kapiteln geschuldet und den Cliffhängern an den Kapitelenden.

Man wird nicht verschont vor möglichen Verdächtigen, Wendungen, falschen Spuren und womit ein Thriller Autor noch so aufwarten kann. Die Geschichte hat eine gewisse Logik, auch wenn man während des Lesens auch manchmal etwas an sich selbst zweifelt, ob diese Geschichte wirklich so abgedreht sein kann. Viel mehr lässt sich hier nun nicht dazu sagen, ohne dass man spoilert.

Für mich war es erst der zweite Fitzek wie ich gestehen muss und diese wendungs- und temporeiche Geschichte hat mich animiert dies zu ändern.

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