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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2025

Agentin back to the roots- aktionreicher Agententhriller

Kälter
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Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch ...

Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch schlagartig ändert sich dies: zuerst ein Gast mit gefälschten Papieren im Hotel, dann wird ein Besatzungsmitglied der Fähre vermisst. Weiter Ermittlungen bringen weitere Gefahren zu tage. Luzy muss sich wehren und wird zur Luzy der Vergangenheit – eine gut ausgebildete Personenschützerin, mit viel Erfahrung und Training. Ja fast eine Waffe.

Trotz des doch sehr ruhigen, beschaulichen Beginns taucht man rasch in die Welt der Personenschützer und Geheimdienste allgemein ein. Ja dies erfordert ein gewisses, spezielleres Vokabular, doch auch dies hat man rasch im Lesefluss verinnerlicht. Das Tempo wird immer wieder hochgetrieben, jedoch wird auch in all der Spannung und der Action nicht an Details gespart. Spannend, fesselnd, rasant erzählt, wie ein guter Thriller ist. Aber auch mit gewissem Witz, (schwarzem) Humor und generell dem Talent, die Sache atmosphärisch sehr dicht zu gestalten.

Die Hauptfigur Luzy Morgenroth ist eine Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Schon bald zu Beginn wird einem dies sehr rasch klar. Sie ist spannend, interessant, getrieben. Für Andreas Pflüger ist ein solch starker Frauencharakter nicht überraschend, allerdings in der Thriller-Agentenwelt, doch speziell erwähnenswert.

Etwas geschichtliches Hintergrundwissen kann sicher nicht schaden, da man so manche Facette damit leichter versteht. All dies zeigt allerdings auch, dass man einen gut recherchierten Thriller vor sich liegen hat, und sein Autor sich auch im Politikalltag auskennen dürfte.

Es empfiehlt sich, sich etwas Zeit für den Thriller zu nehmen, ob der Fülle an Information und der Fülle an Charakteren, Agenten, Codenamen.
Für mich war dies definitiv ein lesenswerter Thriller, der allerdings doch etwas härter in der Sprache ist, als man auf den ersten Blick glaubt.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Vergangenheit holt einen ein- gelungener Thriller

Düsteres Tal
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In Nairobi leitet Clara Lofthus ein Hilfsprojekt, den Aufbau einer Schule. Begleitet wird sie von ihrer Familie- Lebensgefährte Axel und den zwei Söhnen. Doch obwohl sie Nairobi liebt, ist es dort nicht ...

In Nairobi leitet Clara Lofthus ein Hilfsprojekt, den Aufbau einer Schule. Begleitet wird sie von ihrer Familie- Lebensgefährte Axel und den zwei Söhnen. Doch obwohl sie Nairobi liebt, ist es dort nicht immer ruhig und es kommt zu einem Terroranschlag, dabei rettet sie Kinder. Zurück in Norwegen bietet man ihr den Posten der Innenministerin an. Sie kämpft für ihr politisches Ziel, ein Gesetz, um die Position von Frauen in gewalttätigen Familien zu stärken. Doch in all dem Trubel um ihre neue Berühmtheit recherchiert eine Podcast-Redaktion um Erik Heier und befördert so manches Geheimnis zu tage. Wird dies ihr Untergang sein? Wem kann sie noch trauen?

Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln und wechselnder Perspektive erzählt – meist aus der Sicht von Clara, Axel und dem Journalisten Erik Heier. Schicht für Schicht taucht man in das Geheimnis ein, der Spannungsbogen steigt. Es geht um Machtgier, Rache, Schuld und dem Wunsch nach Kontrolle. Wir blicken in den Kopf einer komplizierten Figur - Clara.

Die Charaktere sind sehr tiefgründig gezeichnet und bringen Spannung und das gewisse etwas. Eben ein guter psychologischer Thriller mit einer politischen Komponente. Clara Lofthus verkörpert das Klischee einer typischen Politikerin, taff und ambitioniert, mit teilweise ändernder Meinung und Aussage je nach öffentlicher Stimmungslage. Langsam beginnt die öffentliche Fassade von Clara zu bröckeln und man erkennt, dass sie nicht die nette unschuldige Frau von nebenan ist. Sie ist berechnend mit eigenem Moralkodex- überstrahlt einerseits öffentlich alles mit Mitgefühlt und ist andererseits ganz anders und gefährlich. Erik Heier zeichnet sich durch Ehrgeiz und einen guten Riecher aus und ist viel mehr als eine Nebenfigur. Daneben eine Familie, die mit der immer neu auftauchenden Wahrheit kämpft.

Wichtig zu erwähnen ist, dass das Buch der dritte Band einer Trilogie um Clara Lofthus ist. Grundsätzlich lässt sich der Band auch unabhängig von den Vorgängerbänden lesen, ich denke jedoch, dass einem der Einstieg mit Vorwissen leichter fällt. Auch so manche Figur mag dadurch leichter greifbar werden, wenn man die Zusammenhänge erkennt, die so nur angeschnitten werden.

Ich werde definitiv die Vorgängerbände nachlesen, so gefesselt war ich von diesem Band.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Todesangst sorgt für perfekte Gesichtsausdrücke- ein Kunstthriller

Der Bildersammler
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Kunsthistorikerin und Restauratorin Tessa von Linden findet in einer einsamen, sonst verschlossenen Kapelle in einem kleinen Wald einen Leichnam. Doch damit nicht genug, der Leichnam ist mit Wundenmalen ...

Kunsthistorikerin und Restauratorin Tessa von Linden findet in einer einsamen, sonst verschlossenen Kapelle in einem kleinen Wald einen Leichnam. Doch damit nicht genug, der Leichnam ist mit Wundenmalen übersäht und gekleidet wie der Heilige Sebastian. All dies schildert sie dem zuständigen Hauptkommissar Lennart Wiedmeyer und unterstützt ihn mit weiteren Informationen wie dem Fund des Originalgemäldes, dass der Mörder nachahmen wollte. Rasch befindet sie sich im Strudel der Ereignisse, denn der Täter scheint sich nicht mit einer Tat zu begnügen.

Der Roman ist gekennzeichnet durch einen flüssigen Schreibstil und hält den Spannungsbogen durchwegs dauerhaft hoch. Kapitel werden hauptsächlich aus der Sicht der Kunsthistorikerin erzählt, mit einigen Exkursen zu anderen Figuren, und ab und an von Rückblicken in das Umfeld des Mörders unterbrochen. Dies gibt der Geschichte eine gewisse Tiefe und vermittelt früh etwas zum Modus Operandi des Täters. Erwähnenswert ist weiters, wie detaillierte die Beschreibung zu den Kunstwerken ist.

Tessa von Linden erscheint als engagierte, detailverliebte Beraterin, ja teilweise schon antreibende Kraft. Gemeinsam mit Lennart Wiedmeyer ergibt sich ein gutes Ermittlerteam. Die Rollenverteilung -Berater und Ermittler -erscheint teilweise gedreht zu sein, wohl auch auf Grund der Erzählweise der Geschichte aus Sicht von Tessa. Die Chemie zwischen den beiden stimmt definitiv. Gelungen fand ich auch, dass man auch auf Kommissar Zufall vertrauen konnte, der die Ermittlungen entschieden weiterbrachte. Ein charmantes Detail, dass der allgemein detaillierten und systematischen Ermittlungsarbeit auch einen gewissen pragmatischen Touch gibt.

Der Thriller ermutigte mich definitiv mich wieder etwas mehr mit diversen Kunstwerken auseinander zu setzen und auf manche Details mehr zu achten.

Ich kann den Roman aber ohne schlechtem Gewissen auch an nicht so kunstaffine Leser empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

informativ und unterhaltsam - eintauchen in die Vergangenheit der Sprache

Verschwundene Wörter
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Beginnend mit einer Einordnung aus welchen Gründen Wörter verschwinden, folgt im Anschluss eine Aufstellung von 181 Wörtern, die so im allgemeinen Sprachgebrauch selten, oder gar nicht mehr vorkommen.

Die ...

Beginnend mit einer Einordnung aus welchen Gründen Wörter verschwinden, folgt im Anschluss eine Aufstellung von 181 Wörtern, die so im allgemeinen Sprachgebrauch selten, oder gar nicht mehr vorkommen.

Die Gestaltung ist, eins Buches aus dem Hause Duden würdig. Übersichtlich, einheitlich und mit entsprechendem Glossar. Doch es ist keinesfalls ein gewöhnliches Wörterbuch. Jedem Wort widmet sich der Autor mit Hingabe. Neben der Erklärung der Bedeutung und einer historischen Einordnung, werden zu jedem Wort auch Anekdoten eingebaut- z.B. Gedichte, in denen es verwendet wird.

Obwohl dies natürlich ein Buch ist, das Wissen vermitteln will und soll, ist es keineswegs trocken zu lesen. Dies liegt an der Art, wie ein Wort präsentiert wird – erzählerisch, mit Einordnung in Alltagssituationen aus der entsprechenden Zeit. Also definitiv ein Buch, das man auch lesen kann und nicht nur zum Nachschlagen nutzt. Ein bisschen ist es, wie in alten Fotoalben blättern.

Etwas vermisst habe ich Quellenangaben, wenn man gerne weiter in ein Thema eintauchen möchte. Ich denke, dies hätte den Informationsgrad vertieft, allerdings wahrscheinlich auch den Umfang gesprengt und es für manche zu trocken erscheinen lassen.

Ich bin gespannt ob es weitre Bände geben wird, da es sicher noch viele vergessene Wörter gibt und werde das Buch definitiv immer wieder auch als Nachschlagewerk nutzen.

Veröffentlicht am 02.11.2025

zwei Frauen in zwei verschiedenen Jahrhunderten, Romantik und ein düsteres Familiengeheimnis

Die Sturmtochter
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Der jungen Journalistin Isla widerfahren in London diverse unglückliche Ereignisse, u.a. brennt ihr Auto, da die Benzinschläuche angestochen wurden. Um sich vom Schreck zu erholen und auch um mehr über ...

Der jungen Journalistin Isla widerfahren in London diverse unglückliche Ereignisse, u.a. brennt ihr Auto, da die Benzinschläuche angestochen wurden. Um sich vom Schreck zu erholen und auch um mehr über ihre seit Jahren verschollene Tante Shelly herauszufinden, reist sie zum Familienstammhaus nach Schottland. Auf ihren Nachforschungen im alten Herrenhaus, findet sie heraus, dass es eine Insel in den äußeren Hebriden gibt, die den gleichen Namen wie das Herrenhaus trägt. Doch warum spricht die Familie nicht darüber? Sie beschließt die Insel zu erkunden.

Ein Roman, der sich nicht einfach in eine Kategorie einordnen lässt- hat er doch Elemente von historischen Romanen, Liebesromanen, aber auch eine Krimi- bzw. Thriller-Komponente. Eine kleine Warnung vorneweg, das Geheimnis ist nicht ohne.

Das Buch begleitet in der aktuellen Zeit Isla, auf den Spuren diverser Geheimnisse ihrer Familie. Die zweite Erzählebene spielt in der Mitte des 19.Jahrhunderts und umspannt sich um Rosa, eine ihrer Ahnen. Rosa, die sich eigentlich für ihren Jugendfreund und nun Butler Archie interessiert, soll sich mit Heiratskandidaten treffen. Doch so einfach und banal bleibt es nicht. Schichtweise, mit kapitelweisem Wechsel der Erzählzeit, taucht man tiefer in die Familiengeheimnisse ein und wird von einem Strudel an Ereignissen regelrecht mitgerissen.

Durch den lockern Schreibstil und die sehr atmosphärische Schilderung taucht man gut in die beiden Zeitströme ein und fiebert richtig gehend mit.

Auch wenn ich durch das schön romantisch gestaltete Cover, etwas von der Handlung überrascht war, fand ich den Ansatz ein großes Familiengeheimnis mit einer Romanze und historischen Aspekten zu kombinieren sehr gelungen. Ich bin schon gespannt, was der nächste Band der Serie für Geheimnisse bereithält.

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