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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2025

Verschollen im Museum

Im Finsterwald
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Bei einem Museumsbesuch eines Kindermädchens mit fünf Kindern in Göteborg 1926, verschwindet die neun-jährige Alice. Trotz intensiver Suche des Museumspersonals taucht das Mädchen nicht rasch wieder auf, ...

Bei einem Museumsbesuch eines Kindermädchens mit fünf Kindern in Göteborg 1926, verschwindet die neun-jährige Alice. Trotz intensiver Suche des Museumspersonals taucht das Mädchen nicht rasch wieder auf, wodurch Hauptwachmeister Nils Gunnarsson mit dem Fall betraut wird und wird von der Journalistin Ellen unterstützt. Beide tauchen tief in die Geheimnisse des Museums ein.
Im Finsterwald ist das zweite Buch einer Reihe über den Ermittler Nils Gunnarsson und der Journalistin Ellen, das jedoch getrost ohne Vorkenntnisse separat gelesen werden kann.
Die Geschichte ist leicht zu lesen und die Gestaltung sehr atmosphärisch. Man taucht in die Welt der Exponate des Museums ein und fühlt sich wirklich wie mitten im Rundgang dieses Museums. Man wird von der Autorin gut mitgenommen und lernt nebenbei die Probleme der damaligen Zeit kennen u.a. die Aufgaben der Frau, die Wichtigkeit der sozialen Stellung und der Familie.
So sonderbar die Situation der bankrotten Familie Gulden, der Familie der kleinen Alice, mit einer kranken Mutter, etlichen Geschwistern, einem alkoholabhängigen, gewalttätigen Vater, sein mag, so realistisch ist sie sicher auch, für Familien die in den Goldenen Zwanzigern, den Schein waren wollten. Auch wenn für mich die Charaktere der Ermittler etwas in den Hintergrund trete, hat man doch viele andere authentische und interessante Charaktere, die man beobachten kann.

Wenn man einen atmosphärisch gestalteten, historischen Krimi sucht, mit gut gezeichneten Charakteren und deinem kontinuierlichen Spannungsbogen, ist man meiner Meinung nach hier wirklich richtig.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Kampf gegen die Zeit

Der Stau
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Belina Kidd, Komissarin, gerät am Weg vom Flughafen in die Stadt in einen Stau. Auf Grund einer Explosion in einem Tunnel (ein Anschlag wird vermutet) wird man wohl etliche Stunden hier verbringen. In ...

Belina Kidd, Komissarin, gerät am Weg vom Flughafen in die Stadt in einen Stau. Auf Grund einer Explosion in einem Tunnel (ein Anschlag wird vermutet) wird man wohl etliche Stunden hier verbringen. In einem Wagen wird eine Leiche gefunden- ermordet mit einer Fahrradspeiche. Belinda Kidd erkennt, dass der Mörder noch in der Nähe sein muss, da ja der gesamte Verkehr zum Erliegen gekommen ist.
Die Geschichte fand ich auf Grund der Zeitkomponente und der Tatsache, dass der Handlungsort sehr beschränkt, ist wahnsinnig faszinierend. Meiner Meinung nach ist die Gliederung gelungen- Überkapitel die die jeweilige Stunde der Ermittlung zeigen und Unterkapitel mit der genauen Uhrzeit. Ein bisschen fühlte ich mich an die Serie 24 erinnert. Also man merkt das Tempo.
Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Perspektive der Kommissarin geschildert, an manchen Stellen wird die Vergangenheit der Mitstauenden beschrieben. Es mangelt nicht an Charakteren und man sieht, wie sich Personen unter Extremzuständen verhalten – teilweise finden sich Verbündete, teilweise auch nicht. Nichtsdestotrotz ist die Ermittlerin weitgehend auf sich allein gestellt. Sie hat das so wohl auch noch nie erlebt hat und muss improvisieren muss. Die Spannung liegt auch im Fehlen der gewohnten Ressourcen, bis auf die telefonische Unterstützung durch die Dienststelle. Ich mochte den Charakter der Kommissarin sehr – tough, teilweise witzig und mit verständlichen eigenen Problemen (Jetlag und Toilette) konfrontiert und fand sie glaubwürdig.
An manchen Stellen wurde die Geschichte jedoch etwas langatmig, wobei dies oft mit einer neuen spannenden Erkenntnis kompensiert wurde.
Für mich war dieses Buch ein Highlight der Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Vor allem das Locked-Room Prinzip, das mit einem Stau an die Spitze getrieben ist, hat mich gefesselt.

Veröffentlicht am 15.06.2025

viel schwarzer Humor

Very Bad Widows
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Drei Freundinnen möchten nun endlich in den Ruhestand gehen und entdecken, dass ihre Ehemänner das Vermögen verspekuliert haben. Um dennoch halbwegs abgesichert den Ruhestand antreten zu können, engagieren ...

Drei Freundinnen möchten nun endlich in den Ruhestand gehen und entdecken, dass ihre Ehemänner das Vermögen verspekuliert haben. Um dennoch halbwegs abgesichert den Ruhestand antreten zu können, engagieren sie einen Auftragskiller, um an die entsprechenden Lebensversicherungen zu kommen. Die Männer haben ihrerseits denselben Auftragskiller kontaktiert um ihre Frauen aus dem Weg zu schaffen.

Selten viel es mir so schwer ein Buch zu rezensieren, ohne allzu viel preiszugeben.

Der Schreibstil war leicht und viel unterhaltsamer und satirischer als ich mir zu Beginn dachte. Man wechselt locker flockig von einem Charakter zum anderen, deckt immer mehr Geheimnisse auf. Man Ist verwundert, wie oft so manches zu Missverständnissen und Missinterpretationen führt. Teilweise ein bisschen wie eine Sitcom aus den 90ern oder auch einfach eine Katz und Maus Jagd.

Die Geschichte als solches ist sicher nicht sonderlich realistisch, denn wer überlegt schon einen Auftragskiller zu bezahlen, um seinen Partner zu töten. Die Beschreibung der Paarbeziehungen und Probleme fand ich dafür umso treffender. Im Laufe der Zeit haben sie sich die Paare durch den Alltag auseinandergelebt und wenig an ihren Kommunikationsfähigkeiten gearbeitet. Einen schönen Gegensatz bildeten die Freundschaften, die schon sehr lange halten und durchwegs auch neue untypische (gut auch nicht ganz realistische) Herausforderungen gewachsen sind.

Ich hoffe auf mehr von dieser Autorin und hoffe die neue Geschichte enthält auch viel schwarzen Humor.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

leicht, kurzweilig, Satire

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Die Altenpflegerin Sybille Bullatschek meldet das Haus Sonnenuntergang zu einer Quizshow für über 80jährige an. Es winkt immerhin eine satte Belohnung von 50000 €.

Gleich vorneweg, das Buch ist leichtfüßig ...

Die Altenpflegerin Sybille Bullatschek meldet das Haus Sonnenuntergang zu einer Quizshow für über 80jährige an. Es winkt immerhin eine satte Belohnung von 50000 €.

Gleich vorneweg, das Buch ist leichtfüßig und mit viel Humor geschrieben. Die Sprache ist nicht hoch literarisch, sondern in Umgangssprache bzw. Dialekt mit entsprechenden umgangssprachlichen Besonderheiten.

Über die erste Hälfte bis fast zwei Drittel des Buches begleitet man die Pflegefachkraft durch den Alltag im Pflegeheim und im Privaten. Es kommt zu vielen witzigen Situationen, zum Beispiel da Pflegerin Sybille die Wohnung bzw. den Kanarienvogel der Nachbarn hütet und dort auf einen Untermieter trifft. Etliche der Situationen sind definitiv übertrieben und dadurch schon unglaubwürdig und an manchen Stellen auch wieder sehr vorhersehbar. Manche Eigenheiten der Seniorinnen und der Kollegen, fand ich gelungen geschildert, wie Beate die immer nörgelnde Kollegin, die mit den Anweisungen des Chefs immer d’accord geht. Teilweise werden diverse Klischees bedient unter anderem über junge Frauen.

Gemessen am Titel hätte ich mir doch auch gerne etwas mehr vom Thema Quizshow gewünscht.

Für mich war es insgesamt eine leichte, kurzweilige Geschichte mit doch etwas schrägem Humor, die allerdings nicht unbedingt realitätsnah ist.

Veröffentlicht am 27.05.2025

schöne Wintergeschichte mit sehr bildhafter Beschreibung

Schneeflöckchen im Zitronenröckchen
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Ein wunderschöne winterliche Geschichte, die auch Lust macht die Region zu besuchen.

Miriam Schweigkofler entführt uns an den winterlichen Gardasee und die Region. Alena, die Hauptprotagonistin, arbeitet ...

Ein wunderschöne winterliche Geschichte, die auch Lust macht die Region zu besuchen.

Miriam Schweigkofler entführt uns an den winterlichen Gardasee und die Region. Alena, die Hauptprotagonistin, arbeitet für eine Eventagentur in Bozen. Es bietet sich die große Chance für die Eventagentur den Weihnachtsmarkt in Limone zu gestalten. Doch auch wenn der nächste große Auftrag Alena schon versprochen war, scheint es jetzt nicht so zu laufen. Privat ist bei Alena auch der Wurm drinnen. Max, ihr Freund, ist sehr eigen und lässt nur manchmal von sich hören und dann küsst er auch noch einen andere Person. Alena darf nun doch nach Limone und flüchtet sich gerne in die neue Chance. Doch Tommaso- Tommy- der das Tourismusbüro von Limone leitet ist sehr abweisend. Wir lernen viele liebevolle Charaktere aus Limone kennen, die Alena herzlich willkommen heißen. Doch was passiert zwischen Alena und Tommaso?

Ich liebe das Cover, dass so richtig schön Winter schreit und gleichzeitig vor allem zu diesem Buch passt.

Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen und es fehlt dennoch nicht an detailreichen Beschreibungen . Dadurch bekommt man auch wirklich Lust die Region kennen zu lernen. Es ist wirklich sehr bildhaft geschrieben und lässt sofort das Kopfkino anspringen. Die Personen und die Geschichte gestaltet sich auch so wie es oft im normalen Leben ist, ein hin und her und man weiß nicht so recht woran man ist.

Wenn man einen kurzweiligen Winterroman sucht oder vl auch gerne die Region Gardasee kennen lernen möchte ist man hier absolut richtig.

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