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veronique

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2021

Enttäuscht

Der Herzgräber
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Heathers Mutter hat sich aus unerklärlichen Gründen das Leben genommen. Heather kehrt in ihr Elternhaus zurück, um dem nachzugehen. Dabei stößt sie auf Briefe, die den jahrelangen Kontakt der Mutter zu ...

Heathers Mutter hat sich aus unerklärlichen Gründen das Leben genommen. Heather kehrt in ihr Elternhaus zurück, um dem nachzugehen. Dabei stößt sie auf Briefe, die den jahrelangen Kontakt der Mutter zu dem Serienmörder Michael beweisen. Heather ergreift die Chance, mit Michael, dem roten Wolf, zu reden...

Die Geschichte hat rasant begonnen und der Leser wird stimmungsvoll in das Setting geführt. Heather, die Protagonistin ist zwar nett, blieb für mich aber in weiten Teilen blass sowie sämtliche andere Figuren auch. Einzig der rote Wolf hat sich gut in Szene gesetzt durch seinen undurchdringlichen Charakter und mysteriöse aussagen. Gerne hätte ich noch mehr von ihm gelesen.
Die wechselnde Sicht von Heather und der Geschichte des Mörders ist zunächst fesselnd, doch die Spannungskurve zeigt nach unten. Heathers Ermittlungen, was wirklich hinter dem Tod ihrer Mutter steckt und der Verbindung zum roten Wolf, verliefen schleppend. Das Motiv des Täters wurde zu einem frühen Zeitpunkt im Buch deutlich, sodass die einzige Motivation blieb, herauszufinden, wer denn derzeit die Morde begeht. Die Auflösung konnte mich überraschen, jedoch nicht mehr die vielen spannungslosen Seiten kompensieren.
Letztlich hat das Buch mit einem Knall begonnen und hat mit einem Showdown geendet. Das Potenzial der Seiten dazwischen wurde nicht ausgeschöpft.

Veröffentlicht am 15.12.2021

Spannende Figuren

Naerima
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Naerima wird als kleines Mädchen von zwei Dorfbewohnern Lathamnias gefunden. Niemand weiß, wo die Kleine herkommt und scheinbar hat sie ihr Gedächtnis verloren. Die Bewohner nehmen sie auf, doch später ...

Naerima wird als kleines Mädchen von zwei Dorfbewohnern Lathamnias gefunden. Niemand weiß, wo die Kleine herkommt und scheinbar hat sie ihr Gedächtnis verloren. Die Bewohner nehmen sie auf, doch später kann sie sich nicht mehr zufriedengeben. Sie sucht Antworten auf ihre Herkunft.

Nils hat mit Liebe zum Detail eine Welt geschaffen, die beim Lesen ein Ruhepol für mich darstellte. Abgerundet wird das Worldbuilding von den Figuren, dessen Charakter unterschiedlich sind, ich sie jedoch allesamt in mein Herz geschlossen habe. Dabei möchte ich die Unperfektheit der Figuren hervorheben, wie beispielsweise die Stummheit eines Jungen.
Ein Großteil der Geschichte machen Naerimas Aufwachsen und inspirierende Momente ihres Lebens auf, bevor sie ihre Vergangenheit aufklären möchte. Leider war für mich der Vergangenheitsteil weniger interessant, denn wer das Buch aufmerksam liest, wird die Verbindungen zu anderen Personen schnell und offensichtlich deuten können.

Fazit: Ein Wohlfühlbuch mit liebenswerten Charakteren.

Veröffentlicht am 17.11.2021

Bodypositivity

The Sky in your Eyes
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Elin besucht einen veganen Kochkurs, der sie von der gescheiterten Beziehung mit Daniel ablenkt. Sie plagen große Selbstzweifel, doch ihr Kochpartner Jon scheint sie so anzunehmen wie sie ist.

Meine Meinung: ...

Elin besucht einen veganen Kochkurs, der sie von der gescheiterten Beziehung mit Daniel ablenkt. Sie plagen große Selbstzweifel, doch ihr Kochpartner Jon scheint sie so anzunehmen wie sie ist.

Meine Meinung: Kira Mohn gelingt es, verschiedene aktuelle und wichtige Themen vor dem Setting Islands zu vereinen. Die Geschichte setzt genau da an, wo viele Bücher enden: Die Protagonistin Elin ist von einer toxischen Beziehung geschändet. Dem Leser gewährt sie tiefe Einblicke in ihre Gedankenwelt, Ängste und Selbstzweifel. Jon dagegen erscheint als ausgeglichen und ein Ruhepol.
Die ersten 100 Seiten liegt der Fokus deutlich auf dem Kochkurs, den die Protagonisten besuchen. Die Beschreibungen über vegane Zutaten und deren Zubereitung muss man mögen, ansonsten wird es langatmig. Ist dieser Part überbrückt, führt uns die Autorin mit traumhaften Beschreibungen an die schönsten Ecken Islands.
Die Geschichte kommt ohne Drama aus, vielmehr steht Elins Entwicklung im Vordergrund. Aufgrund ihres Gewichts beschäftigt sie sich dauerhaft mit Bodyshaming und Bodypositivity. Kira Mohn ist es dabei gelungen, den massiven Einfluss von anderen Menschen einzufangen und zu Papier zu bringen.

Fazit: Eine ruhige Geschichte über Wertschätzung gepaart mit einer Protagonistin, die ich in mein Herz geschlossen habe.

Veröffentlicht am 05.11.2021

Toxisch

Das Archiv der Träume
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Mit diesem autobiographischen Roman gewährt Carmen Maria Machado tiefe Einblicke in das Leben einer queeren toxischen Beziehung. Sie erfasst dabei unglaublich intensiv die Ungerechtigkeiten dieser Welt ...

Mit diesem autobiographischen Roman gewährt Carmen Maria Machado tiefe Einblicke in das Leben einer queeren toxischen Beziehung. Sie erfasst dabei unglaublich intensiv die Ungerechtigkeiten dieser Welt und zieht Vergleiche von psychischer und physischer Gewalt.
Die Geschichte setzt als Setting ein “Traumhaus” an, indem Carmens Partnerin lebt. Die Besonderheit dabei ist, dass das Traumhaus nicht nur auf der Handlungsebene bleibt, sondern auch eine narrative, literarische Darstellung bietet. Dem Leser wird von Beginn an eine schwermütige Stimmung zugemutet, dann das Traumhaus darf nicht für bare Münze genommen werden. Vielmehr erzählt Carmen von ihrem Alltag mit psychischer Gewalt und stellt den Psychoterror der Freundin schonungslos dar. Die Freundin bleibt dabei namentlich unbenannt.
Durch die kurzen Kapitel, die sich meist auf einer oder zwei Seiten abspielen, werden viele verschiedene Einblicke gegeben. So werden interessante Informationen, wie beispielsweise zu queeren Beziehungen oder häuslicher Gewalt eingeschoben. Leider gibt es auch zahlreiche intertextuelle und intermediale Bezüge, die meinen Lesefluss gestört haben, da ich die Bezugsgröße vorher nicht kannte.
Bis zum Ende hin bleibt die Autorin sich selbst treu. Gefühle haben keinen An- und Ausschalter, und so lässt auch das Ende der Geschichte den Leser in einer Gedankenspirale zurück.
Fazit: Caren Maria Machado hat hiermit ein Meisterwerk geschrieben, dass die psychischen Abgründe einer toxischen Beziehung offenlegt.

Veröffentlicht am 21.10.2021

Wissenschaftlicher Schwerpunkt

Probe 12
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Der Forscher Anasias fühlt sich schon länger nicht mehr sicher in seinem Labor. Als Nina sich auf dem Weg zu ihm macht, wird sie in einen Anschlag auf den Forscher hineingezogen. Sie erfährt, dass er ein ...

Der Forscher Anasias fühlt sich schon länger nicht mehr sicher in seinem Labor. Als Nina sich auf dem Weg zu ihm macht, wird sie in einen Anschlag auf den Forscher hineingezogen. Sie erfährt, dass er ein Medikament gegen multiresistente Keime entwickelt hat. Genau das, was die schwer erkrankte Sylvie dringend nötig hätte...

Meine Meinung: Das Buch spielt in der nahen Zukunft und setzt einen wissenschaftlichen Schwerpunkt. Auch die Politik ist ein Thema und mit dem aktuellen Bezug auf das Coronavirus ging mir das Buch sehr nahe. Die Forschung an Bakterien und Viren sowie der Einsatz von Medikamenten hat eine tragende Rolle. Oft sind die Ausführungen sehr detailreich, werden aber für das Verständnis ausreichend erklärt. Ein Glossar unterstützt dies ebenfalls.
Als Leser verfolgt man mehrere Perspektiven. Mit Nina, einer Journalistin, Tom, einem Foodhunter, Sylvie, Toms schwerkranker Tochter und der Ermittlerin Voss werden verschiedenste Blickwinkel eingenommen. Jede Figur ist individuell und hat eine tragende Rolle in dem Buch.
Auf etwa 480 Seiten passiert sehr viel, es gibt Wendungen und Twists. Die Spannung bleibt stets hoch, doch die Erzählweise an sich hat manchmal zu Verwirrung geführt. Es wird sehr häufig in der Perspektive gesprungen, sodass mir teilweise gar nicht bewusst war, von wem an einigen Stellen erzählt wurde. Kaum hatte ich mich eingefunden, wechselte die Perspektive wieder. Hier hätten vorangestellte Namen geholfen, die Passagen schneller verorten zu können.

Fazit: Eine vielschichtige Geschichte, die den Leser durch einen spannungsgeladenen Plot führt und eine grausame Zukunftsvorstellung erzeugt. 4 ½*

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