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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Ich habe etwas anderes erwartet

Ich, die ich Männer nicht kannte
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In "Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Hartmann wird eine Gruppe von Frauen unter rätselhaften Umständen in einem unterirdischen Keller gefangen gehalten. Ohne Wissen darüber, was außerhalb ...

In "Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Hartmann wird eine Gruppe von Frauen unter rätselhaften Umständen in einem unterirdischen Keller gefangen gehalten. Ohne Wissen darüber, was außerhalb geschehen ist. Als sich plötzlich die Tür öffnet, beginnt für sie ein neues Kapitel in einer fremden Welt, in der sie sich erst zurechtfinden müssen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gelesen von Vera Teltz. Wie immer absolut überzeugend und sehr eindringlich gesprochen. Die Geschichte selbst ist durchweg spannend erzählt und lebt von der sehr beklemmenden Ausgangssituation. Gerade zu Beginn hat mich das Setting sofort gepackt. Allerdings konnte das Buch meine hohen Erwartungen insgesamt nicht ganz erfüllen. Mir fehlten am Ende wichtige Auflösungen und Hintergrundinformationen, die für mich zu einem runderen Gesamtbild beigetragen hätten. Auch der Titel hat bei mir andere Erwartungen geweckt, die so in der Geschichte nicht wirklich eingelöst wurden. Gegen Ende empfand ich zudem einige Wiederholungen als etwas ermüdend, wodurch die Geschichte für mich ein wenig an Spannung verloren hat.

Alles in allem ist „Ich, die ich Männer nicht kannte“ ein ungewöhnlicher Roman, der für mich in der Ausführung jedoch nicht ganz die Tiefe erreicht hat, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Drei Namen, drei Leben

Die Namen
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In "Die Namen" von Florence Knapp begleitet man Cora im Jahr 1987 bei einer scheinbar einfachen Entscheidung: dem Namen ihres neugeborenen Sohnes. Doch genau dieser Moment verzweigt sich in unterschiedliche ...

In "Die Namen" von Florence Knapp begleitet man Cora im Jahr 1987 bei einer scheinbar einfachen Entscheidung: dem Namen ihres neugeborenen Sohnes. Doch genau dieser Moment verzweigt sich in unterschiedliche Lebenswege – je nachdem, welchen Namen sie wählt – und zeigt eindrücklich, wie prägend selbst kleinste Entscheidungen sein können.

Der Ansatz des Buches hat mich sofort gepackt und ist spannend umgesetzt. Als Leserin musste ich mich zu Beginn teilweise etwas "anstrengen", um die verschiedenen Erzählstränge auseinanderzuhalten. Mit der Zeit fügt sich alles zu einem Gesamtbild zusammen. Die unterschiedlichen Perspektiven und Figuren bringen dabei viel Dynamik in die Handlung und ich habe in vielen Momenten mitgefühlt. Emotionen spielen eine große Rolle, ohne dass es überladen wirkt, und man bleibt durchweg neugierig, wie sich die einzelnen Lebenswege entwickeln.

Gerade auf das Ende war ich sehr gespannt. Ich fand es grundsätzlich passend zur Geschichte, auch wenn es meine persönliche Neugier nicht ganz stillen konnte.

Alles in allem ist „Die Namen“ ein origineller und emotionaler Roman, der zeigt, wie sehr Entscheidungen unser Leben beeinflussen können und wie viele Möglichkeiten in einem einzigen Moment stecken.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannender Familienroman aus vier Perspektiven

Alle glücklich
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In "Alle glücklich" erzählt Kira Mohn aus vier Perspektiven die Geschichte einer Familie, die nach außen glücklich und erfolgreich wirkt. Doch hinter dieser Fassade bröckelt es und verbergen sich unausgesprochene ...

In "Alle glücklich" erzählt Kira Mohn aus vier Perspektiven die Geschichte einer Familie, die nach außen glücklich und erfolgreich wirkt. Doch hinter dieser Fassade bröckelt es und verbergen sich unausgesprochene Konflikte, die nach und nach Risse entstehen lässt.

Der Schreibstil hat mich direkt gepackt: flüssig, eindringlich und mit einem hohen Spannungsbogen. Besonders gelungen fand ich die vier unterschiedlichen Perspektiven, die zeigen, wie viel Ungesagtes sich innerhalb einer Familie ansammeln kann und wie unterschiedlich Wahrnehmung und Realität oft sind. Die Figuren entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Besonders berührt hat mich Ben mit seiner sensiblen Art.

Gegen Ende wurde es für mich thematisch etwas zu geballt: Viele Entwicklungen und Probleme kommen zusammen, was zwar nicht unrealistisch ist, sich aber etwas überladen angefühlt hat. Das Ende selbst ging mir dann ein wenig zu schnell. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Ausführung gewünscht.

Alles in allem ist „Alle glücklich“ aber ein fesselnder Familienroman, der zeigt, wie viel hinter einer scheinbar perfekten Oberfläche verborgen sein kann. Ich werde nun als nächstes "Die Nacht der Bärin" von Kira Mohn lesen - ihren Schreibstil finde ich wirklich toll.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Unterhaltsamer Roman mit überspitztem Blick auf unsere Gesellschaft

Einatmen. Ausatmen.
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Maxim Leo erzählt in "Einatmen. Ausatmen." die Geschichte von Marlene Buchholz, einer erfolgreichen, aber zwischenmenschlich eher schwierigen Managerin, die für ein Coaching in ein abgelegenes Schloss ...

Maxim Leo erzählt in "Einatmen. Ausatmen." die Geschichte von Marlene Buchholz, einer erfolgreichen, aber zwischenmenschlich eher schwierigen Managerin, die für ein Coaching in ein abgelegenes Schloss geschickt wird. Dort trifft sie auf Coach Alex, der selbst mit seinen eigenen Problemen kämpft und auf eine Reihe unerwarteter Begegnungen, die nach und nach etwas in ihr in Bewegung bringen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und Vera Teltz hat es wirklich großartig gelesen: sehr angenehm, lebendig und genau passend zur Geschichte. Inhaltlich ist der Roman kurzweilig und flüssig erzählt, mit einem durchweg hohen Tempo, das einen gut durch die Handlung trägt. Besonders gefallen hat mir der leicht sarkastische Ton, mit dem aktuelle Themen rund um Selbstoptimierung, Achtsamkeit und deren Gegenpole überspitzt dargestellt werden. Die Figuren sind mir ebenfalls sympathisch und bewusst etwas überzeichnet, was gut zum Stil des Buches passt und für viele unterhaltsame Momente sorgt.

Einziger Kritikpunkt für mich war die Entwicklung der Protagonistin: Die Veränderung ihres Mindsets ging mir etwas zu schnell und wirkte stellenweise nicht ganz realistisch. So tief verankerte Denkmuster lassen sich meiner Meinung nach nicht innerhalb von so kurzer Zeit komplett umkrempeln. Hier schaue ich aber vielleicht auch mit einem etwas zu nüchternem Auge darauf, was gar nicht die Intention der Geschichte war.

„Einatmen. Ausatmen.“ ist in jedem Fall ein unterhaltsamer und kluger Roman mit viel Witz und einem guten Blick auf unsere Zeit.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Berührender Roman - absolute Leseempfehlung!

Pina fällt aus
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Vera Zischke erzählt in "Pina fällt aus" von einem Moment, der alles verändert: Als Pina plötzlich zusammenbricht, bleibt ihr Sohn Leo allein zurück. Leo ist 20 und lebt in seiner eigenen Welt, die bislang ...

Vera Zischke erzählt in "Pina fällt aus" von einem Moment, der alles verändert: Als Pina plötzlich zusammenbricht, bleibt ihr Sohn Leo allein zurück. Leo ist 20 und lebt in seiner eigenen Welt, die bislang nur Pina verstanden hat. Während Pina im Krankenhaus liegt, sind es ausgerechnet seine Nachbarn, die sich – zunächst widerwillig – um Leo kümmern und dabei selbst vor ganz neue Herausforderungen gestellt werden.

Das Buch hat mich sehr berührt. Der Schreibstil ist flüssig und regt immer wieder zum Nachdenken an, ohne dabei schwer zu wirken. Themen wie Behinderung, Inklusion, Einsamkeit und Gemeinschaft werden auf eine tolle Weise erzählt. Besonders gefallen haben mir die Figuren: unterschiedlich und auf ihre Art „schräg“, aber eben auch unglaublich liebenswert. Im Laufe der Geschichte wachsen sie einem immer mehr ans Herz. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, die Szenen direkt vor mir zu sehen. Das Buch ist sehr bildlich geschrieben und ich könnte es mir auch wunderbar als Verfilmung vorstellen.

Alles in allem ist „Pina fällt aus“ ein warmherziger und bewegender Roman mit viel Gefühl. Für mich eine absolute Leseempfehlung.

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