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Veröffentlicht am 24.08.2025

Das Boot

Nachtschein
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Rubens Freundin Iva ist verschwunden, nachdem sie sich zum letzten Mal am See getroffen haben. In Verdacht gerät Ruben, weil er mit auf dem Boot war bevor es nach einem Brand gesunken ist. Rosa Zambrano ...

Rubens Freundin Iva ist verschwunden, nachdem sie sich zum letzten Mal am See getroffen haben. In Verdacht gerät Ruben, weil er mit auf dem Boot war bevor es nach einem Brand gesunken ist. Rosa Zambrano von der Seepolizei und ihre Kollegen ermitteln in der Sache. Dabei ist erstmal wenig klar, weder wieso es gebrannt hat noch um wen es sich bei der Toten handelt. Besonders schwer fällt es Rosa Ivas Mutter darauf vorzubereiten, dass es sich bei der Toten möglicherweise um ihre Tochter handelt. Man hofft ja immer, das Schlimmste könnte abgewendet werden. Leider gibt es für Ivas Mutter diesen Ausweg nicht.

Dies ist der zweite Band einer Reihe um die Seepolizei Zürich. Rosa Zambrano ist so eine Art Streifenpolizistin auf dem Wasser. Eigentlich soll sie ihre Kompetenzen anders nutzen, aber sie ist sehr gewieft und sie kann sich in die Fälle hineindenken. Dadurch werden auch andere Stellen auf sie aufmerksam. Rosa bekommt ein Jobangebot, dass sie verlockend findet. Es würde auch ihren privaten Plänen entgegenkommen. Mit ihrem Ex-Freund Leo hat sie nicht mehr gerechnet und doch ist er wieder aufgetaucht.

Wenn man den Titel im Regal sieht, denkt man, oh Zurich, das gibt es nicht so häufig. Das entführt einen an einen unbekannten Ort, der aber erreichbar ist. Per Bahn mit Umsteigen an der Grenze. Allerdings kann es passieren, dass einen dieser Krimi nicht so hundertprozentig packt. Der Streß im Privatleben erscheint zwar durchaus verständlich, manchmal jedoch auch ein wenig übertrieben. Der Fall erscheint sehr verschlungen. Wenn es manchmal nicht so recht vorangeht, wird die Zeit mit einem Sprung überbrückt. Wenn das doch im wahren Leben auch hin und wieder geben würde. Im Krimi könnte es wie ein Bruch wirken, je nach dem wie lang die Lücke ist. Die Lösung kommt dann fast wie von selbst und man ahnt es schon. Es kann sein, dass man sich etwas mehr versprochen hat, dennoch war dieser Kriminalroman ein unterhaltsamer Zeitvertreib.

Veröffentlicht am 21.08.2025

Partnerinnen

Tote schweigen nie
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Cassie Raven arbeitet als Sektionsassistentin in London. Sie ist ein Ass in ihrem Beruf und manchmal meint sie, die Toten sprächen zu ihr. Allerdings meint man das nicht unbedingt, wenn man sie in ihrer ...

Cassie Raven arbeitet als Sektionsassistentin in London. Sie ist ein Ass in ihrem Beruf und manchmal meint sie, die Toten sprächen zu ihr. Allerdings meint man das nicht unbedingt, wenn man sie in ihrer Gothic Aufmachung sieht. Sie hat eine professionelle Distanz zu ihren Kunden entwickelt und ist trotzdem zugewandt. Jedoch als eines Tages ihre Lieblingslehrerin vor ihr liegt, kann sie es kaum fassen. So ein dummer Unfall, wie kann das sein. Cassie hat das Gefühl, dass ihre Mrs. Edwards ihr noch etwas sagen will. Sie beginnt, obwohl sie dazu.nicht befugt, Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft sie mit der Polizistin Phylida Fliyte zusammen.

Cassie Raven und Philida Flyte sind in diesem ersten Band der Reihe ein eher ungleiches Paar. DS Flyte eher unterkühlt lässt sich normalerweise nicht in die Karten schauen. Cassie Raven mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen und ihrer ungewöhnlichen Denkweise hatte schon mal Kontakt zur Polizei und sie möchte den keinesfalls wiederholen. Und so fällt es Cassie zu Beginn schwer DS Flyte überhaupt dazuzubringen, den Todesfall ihrer Lehrerin zu untersuchen. Erst als Cassie akribische Untersuchungen zu einem unerwarteten Ergebnis führen, beginnt zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen eine gewisse Zusammenarbeit.

Dieses Hörbuch wird sehr schön vorgetragen von Sandra Voss, die Szenen und Personen etwas besonders gibt. Da hört man gerne weiter.

Flyte und Raven sind ein Team, das erstmal kein Team ist. Doch beide sind starke und eigene Persönlichkeiten, die einem schnell sympathisch werden. Auch der Fall um die verstorbene Lehrerin gestaltet sich überraschend und ungewöhnlich. Dabei bietet Cassie einiges ihres Wissens über die Forensik auf und auch ihr tolles Gespür spielt eine tragende Rolle. DS Flyte dagegen erscheint zunächst etwas widerwillig und manchmal auch sehr in sich gekehrt. Und doch fesselt es mitzuerleben, wie sich die beiden Frauen annähern und dabei die verschiedenen Untersuchungen nicht aus den Augen verlieren. Die Story ist tatsächlich so einprägsam, das eine kleine den Umständen geschuldete Hörpause nichts ausmacht, weil die Neugier erhalten bleibt.

Veröffentlicht am 19.08.2025

Das Nichts

Dr. No
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Der Mathematiker Prof. Wala Kitu lehrt an der Brown Universität in Amerika. Mit seinem Hund Trigo, der nur ein Bein hat, lebt er alleine. Auf dem Gelände der Brown trifft er manchmal seine Kollegin Eigen ...

Der Mathematiker Prof. Wala Kitu lehrt an der Brown Universität in Amerika. Mit seinem Hund Trigo, der nur ein Bein hat, lebt er alleine. Auf dem Gelände der Brown trifft er manchmal seine Kollegin Eigen Vector, eine ebenfalls lehrende Topologin. Als der Milliardär John Sill an Wala herantritt, um ihn als Berater für das Nichts zu engagieren, ist er einigermaßen erstaunt. Sill sieht sich selbst als Schurken an. Er will Fort Knox überfallen. Dort soll das Nichts gebunkert sein und mit Kitus Hilfe will er das Nichts, dass doch ein Etwas sein könnte, für seine wahren Zwecke nutzen.

In diesem Schurkenroman kann man vielleicht schon einige Anklänge an James Bond finden. Was will John Sill? Er hat doch eigentlich alles und viel ererbtes Geld noch dazu. Und was ist mit dem Wissenschaftler Prof. Wala Kitu? Er hat alles gelesen, was er in die Finger bekommen konnte. Aber ist er wirklich so ein genialer Mathematiker? Vielleicht ist er auch eher ein Philosoph mit seinen Überlegungen zum Nichts und ob das Nichts nicht doch irgendwo sein kann. Dr. Eigen Vector ist wie elektrisiert von John Sill, sie will endlich leben und sie will böse werden.

Dieser Roman, der im Original im Jahr 2022 erschienen ist, will wahrscheinlich nicht eingeordnet werden. Das er ein wenig an einen James Bond Film erinnern könnte, wird schon im Klappentext angedeutet und ist damit wohl auch gewollt. Zwingend im Bond-Universum muss man sich nicht auskennen. Die Überlegungen zum Nichts und zu mathematischen, philosophischen oder anderen Problem kann man schon als komplex empfinden. Offensichtlich hat sich der Autor mit vielen dieser Themen beschäftigt. Auch wenn der Roman dadurch manchmal nicht so leicht zu lesen ist, fixt er einen doch sehr an. Sill, als Schwarzer, ist hier der wohlhabende, der weißen Bediensteten Anweisungen erteilt. Er scheut sich nicht, für sein Geld auch Gegenleistungen einzufordern. Sympathischer sind Wala Kitu, der sich zu fragen beginnt, ob er in eine Falle getappt ist, und auch Eigen Vector, die man sich gut als Bond Girl vorstellen könnte, obwohl sie nicht so auftritt. Sie ist eine ausgesprochen intelligente Frau, die wie von John Sill geblendet wirkt. Dieser Roman ist auf intelligente Weise sehr unterhaltsam und stimmt manchmal durchaus nachdenklich.

Das Cover ist an das amerikanische Cover angelehnt und in seiner Farbgestaltung sehr auffällig, so dass es die Blicke auf sich ziehen wird.

Veröffentlicht am 18.08.2025

Partisanen

Europäische Erziehung
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Janek ist noch ein Kind als sein Vater gemeinsam mit ihm in einem Waldstück in der Nähe von Vilnius ein Versteck baut. Ein unterirdischer Unterschlupf wird gegraben, einigermaßen erträglich ausgestattet ...

Janek ist noch ein Kind als sein Vater gemeinsam mit ihm in einem Waldstück in der Nähe von Vilnius ein Versteck baut. Ein unterirdischer Unterschlupf wird gegraben, einigermaßen erträglich ausgestattet und mit Vorräten versehen. So oft wie möglich will der Vater nach seinem Sohn sehen. In Stalingrad wird hart gekämpft und es besteht die Hoffnung, dass die Deutschen aufgehalten werden. Doch schon nach wenigen Tagen kommt der Vater nicht mehr. Janek ist auf sich allein gestellt. Sein Vater hat ihn gewarnt, nicht ins Dorf zu gehen, und so wagt Janek sich tiefer in den Wald und trifft auf Partisanen.

Der Krieg stellt die Welt des Jungen Janek auf den Kopf, er muss sich verstecken, um sein Leben vor den Besatzern in Sicherheit zu bringen. Unter den Partisanen findet er Kameraden, die ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Sie versuchen alles, um gegen die fremden Soldaten vorzugehen, wissend, dass sie selbst keine Gnade zu erwarten haben. Für sie übernimmt Janek kleine Kurier- und Botendienste. Er lernt die etwas ältere Zosia kennen, die der Sache auf ihre Weise dient. Und er lernt auch, dass unter den Partisanen nicht jegliche Menschlichkeit verloren gegangen ist.

Der Roman ist erstmalig wohl schon zum Ende oder kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs erschienen. Später gab es weitere Fassungen. Der Autor selbst ist zwar selbst in Vilnius geboren. Die Eltern sind allerdings schon früh nach Frankreich gegangen, wo sich der Autor zu Beginn des zweiten Weltkriegs zum Kampfpiloten ausbilden ließ und während der Besatzung Frankreichs von Groß Britannien aus seine Einsätze flog. So ist der Roman zwar nicht direkt autobiografisch, aber schon hautnah und eindringlich von den Ereignissen des zweiten Weltkriegs geprägt. Beklemmend geradeaus wird geschildert wie es im Krieg zugeht, dass manchmal kaum eine Chance aufs Überleben besteht. Und doch strahlt in seltenen Momenten etwas Hoffnung und Menschlichkeit auf. Die Partisanen entwickeln eine beeindruckende Resistenz. Doch ihren Kampf gegen die Nazi-Besatzer bezahlen viele mit dem Leben. Dieser Roman, der so nahe an den Ereignissen geschrieben geschrieben wurde, dass man annehmen kann, einiges wird sich zumindest so ähnlich zugetragen haben, verdient jede Aufmerksamkeit.

4,5 Sterne

Veröffentlicht am 17.08.2025

Sprungbrett

Die Liebe im Ernstfall
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Paula hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Sie hat den Richtigen gefunden, sie hat eine Tochter. Nur hin und wieder denkt sie, soll das wirklich alles so sein. Judith ist Ärztin, selbstbewusst und eigenständig. ...

Paula hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Sie hat den Richtigen gefunden, sie hat eine Tochter. Nur hin und wieder denkt sie, soll das wirklich alles so sein. Judith ist Ärztin, selbstbewusst und eigenständig. Doch auch sie denkt ab und zu, ob es auch anders ginge. Brida, die Autorin, fragt sich, was zuerst kommt, ihr Werk oder die Familie. Malika möchte an erster Stelle stehen. Jorinde ist Malikas Schwester. Fünf Frauen mit ihren unterschiedlichen Geschichten und Lebensentwürfen. Sie haben einschneidende Erlebnisse, mit denen sich ihre Einstellung und mitunter auch ihr Leben ändert.

Die Geschichten um die fünf Frauen stehen einzeln und sind doch auch verbunden. Paula muss sich neu finden und auch neu erfinden. Judith erlebt den Moment des Innehaltens, kann sie eine Möglichkeit zulassen. Für Brida ist es schwierig, eigentlich möchte sie schreiben, doch sie merkt, dass die Kinder sie fordern und ihre Aufmerksamkeit wünschen und benötigen. Malika hat eine besondere Stellung und eine besondere Chance. Jorinde, ihre kleine Schwester, möchte sich als Schauspielerin verwirklichen. Mit einer Familie kann es da schwierig werden. Die fünf Frauen teilen ein Stück ihres Lebens.

Wenn man sich mit Kurzgeschichten etwas seltener befasst, dann sind diese fünf Kapitel, die für sich stehen, aber doch verbunden sind, eine willkommene Art dieses Buch einen Roman zu nennen. Die Schicksale der fünf unterschiedlichen Frauen berühren: Auch wenn man nicht jede Entscheidung so treffen würde wie sie, so sind ihre Beweggründe verständlich und nachvollziehbar. Nicht jede der Frauen möchte man gleich umarmen, und doch haben sie alle Momente, in denen sie sehr sympathisch wirken. Dass sie Situationen erleben, die ihnen Entscheidungen abverlangen, wird möglicherweise auch durch das Cover ausgedrückt, auf dem eine Frau auf einem Sprungbrett steht.