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Veröffentlicht am 24.04.2025

Im Herzen

Ámbar
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Ihr Vater ist ein Verbrecher, der vieles mit den Fäusten regelt. Das führt dazu, dass es immer wieder heißt, neuer Name, neuer Pass. Ámbar und ihr Vater bleiben nirgends lange. Doch mit fünfzehn Jahren ...

Ihr Vater ist ein Verbrecher, der vieles mit den Fäusten regelt. Das führt dazu, dass es immer wieder heißt, neuer Name, neuer Pass. Ámbar und ihr Vater bleiben nirgends lange. Doch mit fünfzehn Jahren entwickelt Ámbar eigene Gedanken und Gefühle. Eines Tages kommt Victor Mondragón mal wieder mit einer Schussverletzung zurück, die Ámbar in dem billigen Motelzimmer versucht zu flicken. Das hat sie gelernt seitdem sie mit ihrem Vater durch die Gegend zieht. Manchmal wünscht sich Ámbar schon richtige Freunde. Doch wieder ist ihr Vater auf der Jagd nach irgend etwas oder möglicherweise sogar auf der Flucht.

Victor ist der einzige Vater, den Ámbar hat und den sie kennt. Er versucht ihr Geschichten von früher zu erzählen. Doch mit der Mutter ist er nicht zusammengeblieben und sie hat er nie gewollt. Und doch ist sie seine Tochter. Die Tochter, die ihn wieder zusammenflickt. Und doch mit fünfzehn möchte sie nicht mehr warten oder Wunden reinigen. Ámbar hat eigene Träume. Heimlich spart sie auf ein Tattoo. Sie will selbst entscheiden, wer sie ist, wie sie heißt und wie lange sie bleibt. Als sie erfährt, wieso sie Ámbar heißt, löst das etwas in ihr aus.

Durch Argentinien reisen Ámbar und ihr Vater. Eine richtige Flucht ist es nicht, doch irgendwie schon. Rastlos von einem Ort zum anderen. Ámbar, Victor und die abwesende Mutter, die doch fehlt. Man schaut Ámbar zu, wie sie sich langsam von ihrem Vater emanzipiert, wie sie ihren eigenen Weg sucht. Ihr Vater scheint seines unsteten Lebens nicht überdrüssig zu werden. In Ámbar manifestiert sich die Frage, wie lange das noch so weitergehen kann oder soll. Man kann sich gut in Ámbar hineinversetzen. Mitten in der Pubertät ist es kein Wunder, dass sie rebelliert. Doch ihre Umgebung, ihre seit Jahren fortdauernde Gewöhnung an die Gewalt, führen sie zu anderen, aber doch verständlichen Handlung. Eine ganz eigene Heldin, die einem schließlich richtig sympathisch wird. Das ausdrucksstarke Cover ist ein richtiger Blickfang.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Reporterinstinkt

Das schwarze Chamäleon
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Nachdem er als Reporter gescheitert ist, arbeitet der schwarze Clay Robinette als Dozent an der Uni von Arden, Ohio. Als eines Nachts das Telefon klingelt liegt er neben seiner friedlich schnarchenden ...

Nachdem er als Reporter gescheitert ist, arbeitet der schwarze Clay Robinette als Dozent an der Uni von Arden, Ohio. Als eines Nachts das Telefon klingelt liegt er neben seiner friedlich schnarchenden Frau Penelope. Mühsam wälzt er sich aus dem warmen gemütlichen Bett. Schnell ist sein Kopf wieder klar, sein Kollege Reggie Brogus bittet ihn um Hilfe. Was dann passiert konnte sich Clay in seinen schlimmsten Träumen nicht ausdenken, In seinem Büro am Institut für Afrikamerika Studien hat Reggie eine weibliche Leiche gefunden, die ihm mit Sicherheit das FBI untergeschoben hat. Dass Clay die junge Frau erkennt, macht es nicht besser.

In seiner verfahrenen Situation sieht Clay Robinette keine andere Chance als herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Zunächst hilft er Reggie, der sich von einem Revoluzzer zum Erzkonservativen gewandelt hat, was für einen Schwarzen eigentlich nicht möglich ist, sich vom Ort des Geschehens zu entfernen. Doch was soll er mit dem Wissen anfangen, dass er die Tote kennt. Nicht zur das, er hatte auch was mit ihr. Das wirft natürlich kein gutes Bild auf ihn. Könnte er etwa selbst in Verdacht geraten? Und so sicher, dass Reggie es nicht war, ist sich Clay auch nicht.

Im Original wurde der Roman bereits im Jahr 2001 veröffentlicht. Angesiedelt ist die Handlung im Februar 1992. Man ist dann doch erstaunt, wie wenig sich die Diskussionen von damals zu heute geändert haben. Es hat wenig Fortschritt gegeben und heutzutage kann von Fortschritt nicht mehr gesprochen werden. Eingebettet in die Handlung des Kriminalfalls ist also auch einiges an Gesellschaftskritik. Dabei kommt Clay ganz schön ins Hadern und Lavieren. Wie soll er nur den Kopf aus der Schlinge ziehen. Das Opfer heißt im Original wegen ihres deutschen Diplomatenvaters Jennifer Wolfsheim, sie nennt sich Seeräuber-Jenni. Warum sie dann in der Übersetzung Wolfshiem genannt wird, erschließt sich nicht. Die Amerikanische Geschichte erschließt sich europäischen Lesern wahrscheinlich nicht immer. Auch hier werden Ereignisse erwähnt, die einem nicht so nah sind. Andere sind natürlich präsent. Doch in Gänze bleibt es einem doch etwas fremd. Dennoch schafft es der Autor Spannung aufzubauen, die einen bis zum Schluss am Ball bleiben lässt.

Veröffentlicht am 22.04.2025

Goldgräberin

Pineapple Street
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Die Stocktons aus der Pineapple Street gehören zum alten Geldadel New Yorks. Tilda und Chip haben drei Kinder. Darley, die Älteste ist mit einem Investment Banker verheiratet und hat zwei Kinder. Georgina, ...

Die Stocktons aus der Pineapple Street gehören zum alten Geldadel New Yorks. Tilda und Chip haben drei Kinder. Darley, die Älteste ist mit einem Investment Banker verheiratet und hat zwei Kinder. Georgina, die Jüngste, hat ein geheimes Verhältnis am Arbeitsplatz. Cord hat gerade erst geheiratet und ahnt nicht, dass seine Schwestern seine Frau Sasha als Goldgräberin bezeichnen. Dabei kommt sie lediglich nicht aus einem reichen, sondern nur aus einem wohlhabenden Elternhaus. Und Sasha gibt sich viel Mühe, um dazuzugehören. Weiß auch, sie sollte dankbar sein, dass die Schwiegereltern ihnen das ehemalige Familienheim in der Pineapple Street überlassen haben. Doch so recht wohlfühlen will sie sich nicht in der alten vollgestopften Bude, in der sie nichts verändern darf.

Wenn man den Stadtplan New Yorks aufruft, kann man Bilder der Pineapple Street (und der anderen Früchtestraßen Orange und Cranberry) bewundern. Man sieht bekannte Ansichten aus einem alten New Yorker Viertel. Und genau hier wohnen die Stocktons, die durch Immobilieninvestitionen reich geworden sind. So reich, dass Trust für die Kinder eingerichtet wurden und diese schon in jungen Jahren sorglos leben können. Doch die Reichen bleiben unter sich, so müssen sie nicht über Geld reden und sie müssen auch nicht befürchten, dass sie ausgenutzt werden könnten. In diese Gesellschaft kommt Sasha, der eben unterstellt wird, eine Goldgräberin zu sein.

Die Idee zu diesem Buch ist sehr ansprechend, besonders weil man sich die Umgebung wirklich bebildern kann. Ein Sneak Peak in eine fremde Welt. Im Klappentext wird zitiert, man könne die drei Frauen der Pineapple Street ein kleines bisschen lieben, auch wenn es beinahe gegen den eigenen Willen geschehe. Allerdings gehen einem die Dekadenz und Oberflächlichkeit doch ein wenig auf die Nerven. Obwohl man nicht darüber spricht, bleiben Geld und Stellung doch immer ein Thema. Das Leben kommt etwas zu kurz. Erst zum Ende gibt es einige Entwicklungen und Erkenntnisse, die versöhnlich stimmen.

Veröffentlicht am 21.04.2025

Und zack

Winter's Game
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In der Tiefgarage auf dem Weg zum Auto wird die Anwältin Carla Winter von einem vermeintlichen Entführer abgefangen. Zum Glück eilt ihr jemand zur Hilfe, der die mögliche Entführung verhindert. Die Erleichterung ...

In der Tiefgarage auf dem Weg zum Auto wird die Anwältin Carla Winter von einem vermeintlichen Entführer abgefangen. Zum Glück eilt ihr jemand zur Hilfe, der die mögliche Entführung verhindert. Die Erleichterung hält jedoch nicht lange vor. An einer Kreuzung wird Carlas Wagen, in dem sie mit ihrem Beschützer sitzt, von hinten gerammt. Dadurch wird ein Unfall verursacht, bei dem Carla knapp mit dem Leben davonkommt, ihr Beifahrer seines jedoch verliert. Im Krankenhaus begegnet ihr die Patientin Sofia, die nach einer Kopfverletzung nicht mehr in der Lage ist, zusammenhängend zu sprechen. Über Kommissar Rossmüller erfährt Carla von einem möglichen Zusammenhang zu einer Menschenhändlerbande und sie bietet an, Sofia zu helfen.

Im dritten Auftritt der Anwältin Dr. Carla Winter und ihrer Kanzlei erwartet einen eine rasante Story.
Wer hat es auf Carla abgesehen? Obwohl ihr das nicht liegt, muss sie sich zur Genesung eine Auszeit gönnen. Damit hat sie Zeit nachzudenken, Aber auch das Rätsel um Sofia lässt sie nicht los. Die Frau tut ihr leid und das Schicksal, dem sie auf die Spur kommt, berührt sie sehr. Auch Kommissar Rossmüller will ermitteln, was ohne belastbare Beschuldigung eigentlich nicht statthaft ist. Doch nach wie vor ist Sofia nicht in der Lage eine klare Aussage zu machen.

Ui, ui, ui - ist das spannend. Dr. Carla Winter, die sich endlich ein tolles berufliches Umfeld aufgebaut hat, bekommt es hier mit mehreren brisanten Ereignissen zu tun. Zum einen betrifft es sie persönlich, zum anderen geht es um großes Unrecht, dass Frauen in der Vergangenheit und auch heute noch angetan wurde und wird. Dabei muss sie für den Fall ihr ganzes Team und ihr ganzes Geschick einsetzen. Und die persönliche Sache geht ihr nicht nur an die Nieren, sondern bedroht auch ihr Leben. Nur ihre Intelligenz und ihr mutiges, herausfordernd forsches Auftreten bewahren sie vor dem Schlimmsten. Carla Winter ist eine unkonventionelle Anwältin, die sich für ihre Mandanten einsetzt. Dem Leser beschert das fesselnde Momente, die schnell verfliegen, weil es einfach nicht möglich ist, den Roman aus der Hand zu legen. Wenn diese atemberaubenden, etwas abenteuerlichen, aber sehr klug konstruierten rasanten Geschichten mag, wird man an diesem packenden Thriller kaum etwas auszusetzen haben.
Und der Epilog deutet an: Da ist noch drin, zum Glück.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Neue Partnerin

Long Shadows
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Nach seiner letzten Untersuchung ist Agent Amos Decker irgendwie verunsichert. Der neue Auftrag lenkt ihn weitgehend ab. In einer geschlossenen Siedlung in an der Küste Floridas sind in einem Anwesen zwei ...

Nach seiner letzten Untersuchung ist Agent Amos Decker irgendwie verunsichert. Der neue Auftrag lenkt ihn weitgehend ab. In einer geschlossenen Siedlung in an der Küste Floridas sind in einem Anwesen zwei Tote gefunden worden. Eine angesehene Richterin und ihr Bodyguard. Es scheint ganz einfach. Doch neben den gesundheitlichen Ungewissheiten muss sich Decker auch noch mit einer neuen Partnerin auseinandersetzten. Special Agent Frederica White wurde ihm zugeteilt Sie schient eine kompetente FBI-Agentin zu sein, doch ein wenig beschnuppern müssen sie sich. Die Ermittlungen führen jedoch erstmal zu nichts, bis Decker auf eine Idee kommt, durch den die Beiden anders denken können.

Mit diesem siebten Band wird es für Amos Decker, den Memory Man, nicht einfacher. Er hat mit seinen privaten Verlusten zu kämpfen, wegen seines phänomenalen Gedächtnisses steht ihm alles wie ein Bild vor Augen, auch wenn es schon Jahre her ist. Mit seiner neuen Partnerin Freddie ist es zunächst auch nicht einfach. Nach und nach lernen sie sich gegenseitig zu schätzen. Langsam kommt auch die Ermittlung voran und es entwickelt sich ein sehr ungewöhnlicher Fall. Besonders mysteriös wird es als Menschen verschwinden, die eigentlich als Zeugen vernommen werden sollten. Ist der Täter etwa noch nicht fertig oder müssen unliebsame Zeugen beseitigt werden?

Man muss nicht alle Bände der Reihe kennen, um von diesem Teil gut unterhalten zu werden. Der Fall ist in sich abgeschlossen und es wird genug von Agent Decker erzählt, um seinen Hintergrund verstehen zu können. In diesem Teil der Reihe wird es ganz schön brenzlich um Decker und seine neue Partnerin. Zum einen müssen sie sich zusammenraufen und zum anderen gestaltet sich der Fall ausgesprochen schwierig. Erst nachdem Decker einen überraschenden Ansatz wählt, gibt es erste Fortschritte. Allerdings wechseln sich sehr spannende Abschnitte mit eher nicht so spannenden ab. Und manchmal fragt man sich, ob einem Teile der Geschichte bekannt vorkommen. Zwar kann das nicht sein, weil der Roman erst im Jahr 2022 geschrieben und veröffentlicht wurde. Das kann nur bedeuten, dass man die Art des Autors zu gut kennt oder die Story doch etwas vorhersehbar ist. Auch hat man das Gefühl, die Erzählung hätte ein wenig gestrafft werden können. Dennoch liest sich der Roman gut und durch die vielen Dialoge auch flüssig. Der Fall hält trotz der Vorahnungen einige Überraschungen bereit und er ist schlüssig aufgebaut.

3,5 Sterne

Ich habe die englischsprachige Ausgabe gelesen.