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Veröffentlicht am 15.02.2026

Albus Potter

Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Deutsche Bühnenfassung) (Harry Potter)
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Harry Potter kann es kaum glauben, jetzt ist er schon 37 Jahre und sein zweiter Sohn Albus kommt endlich nach Hogwarts. Albus jedoch ist nicht so begeistert, auf die Schule zu kommen. Und dann kommt er ...

Harry Potter kann es kaum glauben, jetzt ist er schon 37 Jahre und sein zweiter Sohn Albus kommt endlich nach Hogwarts. Albus jedoch ist nicht so begeistert, auf die Schule zu kommen. Und dann kommt er auch noch zum Haus Slytherin. Wenigstens einen Freund findet er in Scorpius Malfoy. Die Jahre gehen ins Land und das Verhältnis zwischen Harry und Albus bessert sich nicht und auch sein Stand in Hogwarts hat noch Luft nach oben. Da erhält Harry Potter eine besorgniserregende Nachricht. Er muss das sofort mit Hermine besprechen, die ihre Stellung als Zauberministerin bestens ausfüllt.

Im achten Band aus dem Harry Potter Universum kann man den großen Zauberer nochmal neu kennenlernen. Er ist erwachsen geworden, verheiratet mit Ginny, Familienvater. Trotzdem ist er noch Harry Potter, ein Teamplayer, manchmal sogar etwas unsicher. Gerade mit seinem Sohn Albus hat er Probleme. Der Junge sollte sich doch auf seine Zeit in Hogwarts freuen. Und dann landet er ausgerechnet in Haus Slytherin gemeinsam mit Scorpius Malfoy. Harry macht sich Sorgen und kann sich seinem Sohn doch nicht öffnen. Was für ein Abenteuer Albus und Scorpius im vierten Jahr zu bestehen haben, ist schon sehr aufwühlend.

Gerne wollte man mehr von Harry Potter erfahren, aber wie soll das gehen, wenn die Schule abgeschlossen und die große Schlacht geschlagen ist. Mit dieser zeitlichen Lücke von fast zwanzig Jahren in Harrys Leben war wohl nicht zu rechnen. Dennoch fügt sich dieser Band, der einen Theatertext darstellt, sehr gut in die Reihe ein. Denn es gibt noch was zu erzählen. Harry ist wahrscheinlich genauso älter geworden wie seine Fans. Dazu die Vater-Sohn-Problematik, in die sich einige Leser sicher gut einfühlen können. Auch wie Albus auf eine Art durch seine Freundschaft mit Scorpius wächst und auch zu seinem Freund steht, gibt ein sehr schönes Beispiel, was Freundschaft bewirken kann. Durch die Darstellung als Theaterstück, das auch tatsächlich in Hamburg noch gespielt wird, wirkt der Text sehr lebendig und man bleibt immer gefesselt.

Veröffentlicht am 13.02.2026

Ein Leerstuhl

Der Fall Nietzsche - Mütze und Karl-Dieter ermitteln
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Der hoch angesehene Schelling-Lehrstuhl soll neu besetzt werden. Doch einer der Kandidaten hat seine Bewerbung schon zurückgezogen. Und nun wird ein weiter der Bewerber in der Neischl-Grotte aufgefunden, ...

Der hoch angesehene Schelling-Lehrstuhl soll neu besetzt werden. Doch einer der Kandidaten hat seine Bewerbung schon zurückgezogen. Und nun wird ein weiter der Bewerber in der Neischl-Grotte aufgefunden, ausgerechnet von seiner ehemaligen Zimmerwirtin, die tief betrübt ist. Kommissar Mütze und sein Team machen sich sofort an die Ermittlungen. Wer erschießt denn einen Philosophen? Allerdings so beliebt war der Verstorbene wohl nicht. Und auch die anderen Bewerber begeistern den Kommissar während der Vernehmungen nicht. Am meisten trauert wohl die ältere Dame, die ihm vor langen Jahren als Studenten ein wenig unter ihre Fittiche genommen hatte.

Von Kommissar Mütze gibt es schon etliche Fälle, man glaubt es kaum. Wie wohl schon häufiger steht ihm sein Lebenspartner Karl-Dieter mit Rat und Tat zur Seite. Doch bei diesem Mord tappen sie zunächst mal im Dunkeln. So richtig gemocht wurde das Opfer nicht, aber das ist irgendwie auch kein richtiger Grund. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Rivalitäten unter den Bewerbern wohl heftiger waren als zunächst gedacht. Aber einen Mord will keiner begangen haben. Und die Witwe wirkt sehr gefasst und betroffen. Manchmal muss Kommissar Mütze wirklich um die Ecke denken und den einen oder anderen Weg in Kauf nehmen, um weiter zu kommen.

Beim Lesen dieses Erlangen-Krimis fühlt man sich gut unterhalten. Die Vorgängerbände, von deren Vorhandensein man bei diesem Spontankauf nichts wusste, vermisst man nicht in größerem Maße. Die Kabbeleien zwischen Mütze und Karl-Dieter wirken anheimelnd und freundlich. Die Aufklärung des Mordes ist ein wenig kompliziert, was bei einem Krimi auch so sein soll. So richtig viel mit Nietzsche und seiner Philosophie hat das Buch nicht zu tun. Dass sich die Philosophen doch eher allzu menschlich verhalten, bildet eher einen Kontrast zu der vermeintlich edlen Gesinnung. Jedoch fühlt man sich wohl bei dem literarischen Aufenthalt in dem beschaulichen Universitätsstädtchen Erlangen.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Shandy

Die Enthusiasten
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Für einen ausgewiesenen Fan von Lawrence Sterne gibt es zu einem bestimmten Termin im Jahr nichts anderes als nach England zu reisen, um dem großen Autor zu huldigen. Victor trifft sich mit einigen Gleichgesinnten. ...

Für einen ausgewiesenen Fan von Lawrence Sterne gibt es zu einem bestimmten Termin im Jahr nichts anderes als nach England zu reisen, um dem großen Autor zu huldigen. Victor trifft sich mit einigen Gleichgesinnten. In diesem Jahr ist allerdings einiges anders, denn ein Fremder behauptet, er habe das zehnte Buch des Tristram Shandy. Das ist eine Sensation, Gerüchte gab es schon, aber sollte das wahr sein. Das Buch muss unbedingt her. Natürlich hat es seinen Preis, den Victor und seine Freunde nicht bezahlen können. Was also tun? Zunächst brauchen sie einen Beweis über die Echtheit des Werkes.

Victor und seine beiden Geschwister sind Teil einer ungewöhnlichen Familie. Bücher spielten in ihrem Leben immer eine große Rolle. Allerdings verschwand ihre Mutter spurlos als sie noch Kinder waren. Der Vater hatte Mühe, diesen Verlust zu überwinden. Und irgendwie mussten die Kinder die richtigen Worte finden, um die Verbindung zu ihrem Vater zu stärken. Die Schwester leistet als Physikerin ihren Beitrag in der Forschung und der Bruder ist als Filmschaffender im Geschäft. Ja, und Victor, dem der einzige Roman des Lawrence Sterne so viel bedeutet. Und nun diese Chance, diese Möglichkeit einer Fortsetzung des Tristram Shandy.

Dieser Roman ist durchaus ungewöhnlich, er verbindet eine turbulente, manchmal etwas tragische, aber auch eine humorvolle Familiengeschichte mit der großen Liebe zu einem außergewöhnlichen Werk der klassischen Literatur. Auch wenn man selbst vielleicht eher zu den Lesern oder Leserinnen gehört, die den Shandy nicht beendet haben, so kann man die Liebe zu den Büchern doch sehr gut nachempfinden. Und auch die Erzählung um die Geschwister fesselt, sie mussten mit dem frühen Verlust klarkommen, mit der Veränderung, die ihr Leben geprägt hat. Und sie sind zu herausragenden Persönlichkeiten geworden. Der Roman sprüht vor Ideen, manchmal etwas überdreht, aber doch gelingt ein toll ausbalanciertes Werk. Der Ideenreichtum des ganzen Romans spiegelt sich auch in der auffälligen Gestaltung des Buchumschlags wieder.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Erwünschte Mädchen

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Im Midwatch-Institut für Waisen, Ausreißerinnen und unerwünschte Mädchen angekommen, staunt Maggie Fishbone gar nicht schlecht. Hier ist sie nicht unerwünscht, sondern willkommen. Sie bekommt die Gelegenheit, ...

Im Midwatch-Institut für Waisen, Ausreißerinnen und unerwünschte Mädchen angekommen, staunt Maggie Fishbone gar nicht schlecht. Hier ist sie nicht unerwünscht, sondern willkommen. Sie bekommt die Gelegenheit, etwas zu lernen und die Talente und Fähigkeiten der Mädchen werden gefördert. Schnell findet Maggie heraus, dass die älteren Mitschülerinnen besondere Aufgaben übernehmen. Und sie selbst hat ein kleines Püppchen erhalten, das ihr in heiklen Situationen helfen kann. Maggie ist schon gespannt, wann sie die Puppe zum ersten Mal einsetzen kann. Als in der Stadt ein Monster auftaucht, erfahren Maggie und ihre Freundinnen, dass die Mädchen mitunter dabei helfen, Kriminalfälle zu lösen oder auch Monster zu fangen.

Sie sind irgendwie nicht gewollt, bis sie ans Midwatch-Institute kommen. Auch da sind sie erstmal vorsichtig. Doch zum Glück erfahren sie schnell, dass sie an dieser Schule doch sehr erwünscht sind. Die Mädchen können sogar ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Mit Feuereifer beginnen sie an ihren nützlichen Fähigkeiten zu feilen. Sie suchen den Klassenraum für Verstecken, sie lernen das Morsealphabet oder auch wie man Schlösser knackt. Das wirkt zwar erst etwas seltsam, aber bald stellt sich heraus, dass in der Stadt noch seltsamere Dinge vor sich gehen. Zum Beispiel ist eine Bekannte eines Lehrers verschwunden.

Dieser Roman ist für Kinder ab zehn Jahren gedacht und das wird auch als angemessen empfunden. Auch für Erwachsene bietet das Buch gute Unterhaltung, das es kindgerecht ist, gehört bei einem Kinderbuch eben dazu. Es ist schön zu erfahren, dass Mädchen an dieser Schule erwünscht sind, dass sie gefördert und gemocht werden. Klasse, wie erfindungsreich die Mädchen sind und auch wie sie herausfinden, dass sie was können. Manchmal sind gerade die Kleinen ganz schön schlau und das beweisen sie hier. Die Gruppe von Mädchen, aus denen schnell Freundinnen geworden sind, ergänzt sich sehr gut. Da ist mal Eine, die eher handwerklich begabt ist, oder eine, die durch ihr großes Wissen auffällt. So hat jedes der Mädchen etwas Besonderes. Man denkt sich, dass das Selbstbewusstsein von jungen Mädchen durch die Lektüre solcher Bücher gestärkt werden könnte. Sie haben etwas drauf und nicht so schnell Angst haben. Was sie alleine nicht schaffen, können sie gemeinsam anpacken. Aus der Art einiger Sätze könnte man auf den Gedanken kommen, es könnte sich um den Start einer Reihe handeln, dafür war allerdings bisher kein weiterer Hinweis zu finden. Eigentlich ist das bei den sympathischen Protagonistinnen etwas schade.

Sehr schön vorgelesen wird dieses Hörbuch für Kinder von Merete Brettschneider und Maria Hartmann. Bei erwachsenen Hörern ist es mit der Aufmerksamkeit manchmal nicht so weit her. Man merkt daher vielleicht erst ein wenig später, dass zwei unterschiedliche Leserinnen ihre Kunst verteilen. Wenn man dann das wieso versteht, ist es ein zusätzliches Plus.

Veröffentlicht am 06.02.2026

Dicke Freunde

Sommer auf Perigo Island
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Auf Perigo Island vor der Kanadischen Atlantikküste leben die Freunde Pierce, Bennie und Thomas. Noch können die zwölfjährigen Jungen auf de Insel zur Schulde gehen. Allerdings müssen sie bald zur weiterführende ...

Auf Perigo Island vor der Kanadischen Atlantikküste leben die Freunde Pierce, Bennie und Thomas. Noch können die zwölfjährigen Jungen auf de Insel zur Schulde gehen. Allerdings müssen sie bald zur weiterführende Schule auf dem Festland. Aber in diesem Sommer wollen sie mit dem Zungenschneiden Geld verdienen. Davon will Pierce das Boot seines verstorbenen Vaters reparieren. Auch Bennies Cousine Emily ist in diesem Sommer mit dabei. Es könnte eine herrlich unbeschwerte Zeit werden, jedoch macht sich der ganze Ort Sorgen um Anna Tessier, die seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Pierce ist sicher, dass sie noch auf der Insel ist.

Das Leben der Fischerfamilien auf Perigo Island ist Anfang der 1990er alles andere als einfach. Die Fischbestände gehen zurück und damit sinken auch die Fangerträge der Fischer. Nach des Vaters Tod ist es für Pierce` Mutter sehr schwer, ihre kleine Familie zu ernähren. Die Fischfabrik streicht immer häufiger die Schichten und der Nebenjob auf dem Festland bringt auch nicht so viel. Pierce will aber unbedingt in die Fußstapfen seines Vaters treten, den er auch drei Jahre nach seinem Tod noch sehr vermisst. Und jetzt ist Anna verschwunden, die Pierce mit ihrer besonders einfühlsamen Art getröstet hat. Es muss etwas passiert sein und Pierce hat auch einen Verdacht.

Dieser Debütroman entführt einen auf eine kanadische Insel, die ein besonderes Flair hat. Anfang der 1990er wirkt sie noch ursprünglich. Allerdings zeigen sich schon die Auswirkungen der Ausbeutung der Fischgründe. Man spürt, dass sich Veränderungen anbahnen. Ein Junge wie Pierce an der Grenze zur Pubertät will das natürlich nicht wahrhaben, zu schwer wiegt der Verlust seines Vaters. In diesem Sommer bahnen sich Änderungen an. Vielleicht auch durch Emilys Besuch. Die Freunde merken, dass etwas anders ist und bleiben doch noch Freunde. Die Lektüre weckt Erinnerungen an die eigene Jugend, an eine Zeit der Veränderungen. Vielleicht war es nicht ganz so dramatisch wie in diesem Sommer für Pierce. Dennoch kann man sich gut in die Zeit hineinversetzten. Diese Freiheit der späten Kindheit, die nie wieder kommt. Dieser schöne stimmungsvolle Roman bekommt eine Leseempfehlung.