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Veröffentlicht am 02.02.2026

Eine Mutter

Vergiss mich
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Könnte es doch nur wieder so sein wie früher. Die Kinder, seine Mutter, sein Vater, sie waren mal eine glückliche Familie. Doch irgendwann fing es an, der Blick. War es als seine Mutter auf dem Weg zum ...

Könnte es doch nur wieder so sein wie früher. Die Kinder, seine Mutter, sein Vater, sie waren mal eine glückliche Familie. Doch irgendwann fing es an, der Blick. War es als seine Mutter auf dem Weg zum Ferienhaus einfach vorbeigefahren ist, ohne ihn wahrzunehmen? Schon während ihrer Kindheit müssen Alex und seine Brüder auf Zehenspitzen um die Mutter herumtanzen. Ihre Wünsche müssen sie vorherahnen, ihre Launen aushalten. Jahr für Jahr wird es schlimmer. Die Söhne werden erwachsen und selber Väter. Gleichzeitig bleiben sie Kinder ihrer Mutter. Es ist schwierig eine Balance zu finden, einen Unterschied zwischen der Mutter und der Trinkerin.

Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist mitunter eh nicht einfach. Noch schwieriger wird es, wenn auf einer Seite eine Suchtproblematik hinzukommt. Lisette, die Mutter von Alex, trinkt schon seit langen Jahren. Ihre Söhne befürchten, dass sie sich bald zu Tode trinkt. Erst da, als sie wirklich Angst um ihre Mutter haben, sprechen sie das Thema ihrer Trinksucht an. Lässt sie sich überzeugen, dass ihr nur noch ein Entzug helfen kann? Weiß sie überhaupt, was sie ihren Söhnen angetan hat? Kann sie es schaffen, vom Alkohol loszukommen, nachdem sie so lange getrunken hat?

Fabian Busch liest dieses Hörbuch. Dabei schafft er es mit seiner Stimme, die Emotionen der handelnden Personen so darzustellen, dass man sie beinahe am eigenen Leibe spürt. Man fühlt einen Widerwillen gegen die Mutter und bekommt doch auch Verständnis für sie. Vielleicht wurde sie in ihrer eigenen Familie so geprägt, dass sie kaum eine andere Chance hatte. Man glaubt ihr, dass sie es versucht hat. Man fühlt auch mit dem Erzähler Alex, der seine Mutter immer mit Samthandschuhen anfasst. Als ob er seine Schultern einzieht, so wirkt es manchmal. Bis seine Mutter in ihrer betrunkenen Achtlosigkeit zu weit geht. Es ist einfach schwer. Und doch schafft es der Autor, seinen Charakteren mit einem liebenden Blick zu begegnen und den Leserinnen und Lesern ein positives Gefühl zu geben.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Drachenreiter

Murtagh – Eine dunkle Bedrohung
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Murtagh und sein Drache Thorn wissen nicht so richtig, wo sie hingehören. Im Geheimen begeben sie sich auf eine vage Spur. Sie wissen nicht, wo sie sie hinführt und ob sie überhaupt etwas zu bedeuten hat. ...

Murtagh und sein Drache Thorn wissen nicht so richtig, wo sie hingehören. Im Geheimen begeben sie sich auf eine vage Spur. Sie wissen nicht, wo sie sie hinführt und ob sie überhaupt etwas zu bedeuten hat. Murtagh will seine Identität nicht offenbaren und Thorn bleibt außerhalb der Siedlungen. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass Murtagh seine Kräfte zumindest teilweise offenbart. Immer wieder droht seine Tarnung aufzufliegen. Doch nach und nach erfährt er doch einiges, was seinen Weg leitet. Die Gefahren, in die er und Thorn geraten, beachtet Murtagh vielleicht zu wenig.

Bei Murtagh handelt es sich um den fünften Roman aus dem Eragon-Universum. Wie der Autor schreibt handelt es sich aber eigentlich um ein Standanlone mit Bezügen zu Eragon. Es scheint allerdings nicht verkehrt, wenn man sich einigermaßen auskennt. Bei seiner Wanderung durch dieses Buch hat Murtagh einiges auszustehen. Was zunächst eher wie eine Schatzsuche erscheint, wird später ausnehmend gefährlich. Murtagh muss sich finstersten Mächten stellen. Auch die Kämpfe, die er bestehen muss, werden immer bedrohlicher. Beinahe ist zu befürchten, dass die gemeinsame Kraft von Murtagh und Thorn nicht ausreichen könnte.

In der heutigen Zeit wird High Fantasy nicht mehr ganz so prominent präsentiert. Mit Murtagh bietet sich also eine Gelegenheit mal wieder in die Welt der Drachenreiter einzutauchen. Zwar macht es einem der Autor nicht immer ganz leicht mit epischen teils grausamen Kampf- und Traumszenen. Dann wieder verfolgt man gebannt Murtaghs Weg und fragt sich, was ihm im Weiteren begegnen wird. Schön, dass Murtagh neue Freunde und Verbündete findet. Dieser Band erklärt einiges zu Murtaghs Geschichte. Und wie der Autor selbst ankündigt, ist er mit Eragons Universum noch nicht fertig. Man darf also gespannt sein, wie sich dieser Band schließlich einfügt.

Veröffentlicht am 31.01.2026

Ausnahmestudent

Ravage & Son
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Im Manhattan des Jahres im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat sich der Waisenjunge Ben Ravage einen Namen gemacht. Er wurde aufgelesen, zur Schule geschickt und er bekam die Möglichkeit in Harvard zu studieren. ...

Im Manhattan des Jahres im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat sich der Waisenjunge Ben Ravage einen Namen gemacht. Er wurde aufgelesen, zur Schule geschickt und er bekam die Möglichkeit in Harvard zu studieren. Mit seinem Jury-Abschluss hätte er alles schaffen können, doch er zog es vor, nach Manhattan zurückzukehren. Dort wird er Detektiv der Kehilah, einer Art Polizei, die allerdings von Geschäftsleuten eingesetzt wird. Ben Ravage ist auf der Suche nach einem Täter, der wohlmöglich mehrere Frauen umgebracht hat. Aber er such auch nach seinem Vater, der seine Mutter in den Tod getrieben hat und sich nicht um Ben kümmerte.

Verbissen kämpft sich Ben durch sein Leben. Er könnte es einfach haben. Sein Gönner der Chefredakteur des Jewish Daily Forward hätte sich etwas anderes für seinen Schützling vorgestellt. Aber er kann Ben nicht überzeugen, dass er außerhalb von seinem Kiez mehr Erfolg haben könnte. Ben jedoch möchte für etwas Ordnung im Viertel sorgen und er möchte den Vater bestrafen, der ihn nicht anerkannt hat und wegen dem die Mutter so früh starb. Dafür nimmt er viel in Kauf. Schließlich besteht die Gefahr bei seinen Nachforschungen mal den Falschen in die Hände zu fallen.

Unter einem Kriminalroman würde man sich wohl etwas anderes vorstellen. Eher bekommt man mit diesem Roman eine Milieustudie des New Yorker Stadtteils Manhattan. Mietskasernen, in denen arme Leute zusammengepfercht werden, Mietwucher, Zwangsräumungen. Man könnte auch an das Berlin der 1920er denken. Ein Miethai, der eine Braut an jeder Ecke hat. Viele Menschen bezahlen ihre Lebensumstände mit dem Verlust des Verstands oder gar des Lebens. Man vermisst allerdings eine richte fortlaufende Geschichte. Vielleicht ist sie da, man sieht sie nur nicht wegen des ganzen Milieus. Man glaubt immerhin das harte Leben. Es geht ruppig zu, es fließt Blut und so manches Leben verschwindet. Werden sich Bens Träume erfüllen?
Man fragt sich, ob man sich hat von dem Klappentext in die Irre führen ließ oder ob man die Zeichen einfach nicht richtig gedeutet hat. Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass dieses Buch jedermanns Sache sein wird. Für einige wird es jedoch sicher spannend sein.

Veröffentlicht am 29.01.2026

Die 2364. Dimension

Qwert
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Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, ist verwirrt. Er ist sich selbst fremd und seine Umgebung ist ihm auch fremd. Wieso fühlt er sich auf einmal wie ein Ritter Kaltbluth? Und, zum Donnerwetter, ...

Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, ist verwirrt. Er ist sich selbst fremd und seine Umgebung ist ihm auch fremd. Wieso fühlt er sich auf einmal wie ein Ritter Kaltbluth? Und, zum Donnerwetter, wieso sieht er auch noch wie ein Prinz Kaltbluth aus? Das ist doch der Typ aus den Ritterromanen, die er so gerne liest. Offensichtlich ist er in ein Dimensionsloch gefallen und im Körper dieses attraktiven Ritters gelandet ist. Als er sich umblickt, sieht er eine junge Frau, die gefesselt ist. Sie wird von einem dreiköpfigen Monster bewacht. Natürlich muss Ritter Kaltbluth die holde Jungfer befreien.

Dies ist bereits der elfte Roman, der irgendwie in Zamonien angesiedelt ist. Die Bücher beziehen sich meist nicht direkt aufeinander. Allerdings ist Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, vielleicht schon aus Käpt’n Blaubär bekannt. Hier muss sich Qwert sowohl in einem anderen Körper als auch in einer anderen Dimension zurechtfinden. Und schnell merkt er, dass ihm bei der Rettung der jungen Dame ein kleines Missgeschick unterlaufen ist. Damit hat sich Prinz Kaltbluth den Unmut etlicher anderer Bewohner des Paralleluniversums, in dem er gelandet ist, auf sich gezogen. Zum Glück stößt seine Knappe Oyo zu ihm, der ihm die Welt Orméa ein wenig erklären kann.

Ein neuer Zamonien-Roman von Walter Moers kann schon mal auf einem Weihnachtswunsch-zettel landen. Die liebevolle Gestaltung die phantasievollen Zeichnungen machen unbedingt was her. Und mit einem Ritteroman aus einer anderen Dimension hat der Autor auch eine Idee verwirklicht, die schon beim Lesen des Klappentextes den unbedingten Wunsch weckt, das Buch zu lesen. Im Roman entspinnt sich ein Feuerwerk von Einfällen, skurrilen Person, absurden Situationen und unerwarteten Settings. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass das Ganze mit Liebe und Witz entwickelt wurde. Irgendwie fühlt man sich tatsächlich ein wenig wie in einem klassischen Ritterroman, mit dem romantischen Helden und der holden Maid. Dass die Protagonisten ihre Rollen nur bedingt erfüllen, macht den Lesespaß eher größer.


Veröffentlicht am 27.01.2026

Einfach weiterschwimmen

Die Winterschwimmerin
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Im Sommer starten und dann weiterschwimmen über den Herbst in den Winter hinein. So startet Tekla mit dem Schwimmen im eiskalten Winterwasser. Sie entwickelt eine Vorliebe für das kalte Bad in der freien ...

Im Sommer starten und dann weiterschwimmen über den Herbst in den Winter hinein. So startet Tekla mit dem Schwimmen im eiskalten Winterwasser. Sie entwickelt eine Vorliebe für das kalte Bad in der freien Natur. Jede Minute saugt sie in sich auf, versucht alles aufzunehmen. Von dem Tiger im Gebüsch vermag sie kaum einzuschätzen, ob er ein Traum ist oder wahr. Und doch scheint da eine Verbindung zu sein. Es entsteht eine Flut von Gedanken.

Im Winter kann Eisbaden eine erstrebenswerte Beschäftigung sein, der Gesundheit zuträglich und ein Erlebnis, das mehr bedeutet als die bloße Bewegung. Die Person Tekla bleibt hinter der Beschäftigung des Schwimmens ein wenig versteckt. Und doch fasziniert sie. Wie sie sich dem Schwimmen in der Kälte annähernd. Erst bei fünf Grad kaltem Wasser zählt es. Man fühlt es aber vielleicht schon früher. Menschen, die keine Erfahrung damit haben, finden möglicherweise auch Temperaturen von unter zwanzig Grad als recht kühl. Was für eine Erfahrung wird es sein, sich in kältere Gefilde vorzutasten. Neugierde.

Das Hörbuch wird beeindruckend interpretiert von Marit Beyer. Sie trifft den richtigen Ton, so wie er in dem kleinen Büchlein angeschlagen wird. Teils in Reimen, teils in fortlaufendem Text fließen die Worte. Die unterschiedlichen Formen beschäftigen, vielleicht gerade weil man sie nicht zur ganze entschlüsseln kann. Klar versteht man die Worte, aber nicht immer das Warum. Dennoch zieht einen der Text an. Die Worte haken sich fest und beschäftigen. Ein ungewöhnliche Kombination von Sätzen, Reimen und Erklärungen, die zwar erklären, aber auch wie kleine Stolpersteine wirken. Zwar vermisst man ein wenig die Interpretation, doch so muss und darf man selber ran und behält die eisbadende Tekla länger im Herzen als es unter anderen Umständen der Fall wäre.