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Veröffentlicht am 12.06.2021

Keine Collegeromanze

ONE OF US IS LYING
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Obwohl die im Unterricht keine Handys benutzten sollen, werden eben diese Geräte gefunden. so kommt es dann, dass Bronwyn, Simon, Addy, Cooper und Nate nachsitzen müssen. Toll, vor allem, weil sie nicht ...

Obwohl die im Unterricht keine Handys benutzten sollen, werden eben diese Geräte gefunden. so kommt es dann, dass Bronwyn, Simon, Addy, Cooper und Nate nachsitzen müssen. Toll, vor allem, weil sie nicht wissen, wie die Telefone in ihre Taschen gekommen sind. Der Lehrer lässt sich allerdings nicht erweichen. Und kurz danach läuft die Situation vollends aus dem Ruder. Einer der Schüler erleidet einen allergischen Schock und alle Versuche ihm zu helfen, erweisen sich nicht als erfolgreich. Die verbliebenen Schüler sind erleichtert als die Sanitäter sich um den Mitschüler kümmern. Der Schock ist groß als sich die Nachricht verbreitet, dass Simon im Krankenhaus gestorben ist.

Eine zusammengewürfelte Gruppe von Schülern und Schülerinnen, die normalerweise nicht viel miteinander zu tun gehabt hätten. Und nun müssen sie gemeinsam mit den Reaktionen ihrer Umwelt zurechtkommen. Simon hatte eine Art Blog für Klatsch und Tratsch, das kann manchmal lustig sein, jedoch war es bei ihm eher fies, er hatte ein Händchen dafür, Sachen auszugraben, die keiner gerne in der Öffentlichkeit wusste. Es stellt sich heraus, dass die verbliebenen Vier alle etwas zu verbergen haben, was zumindest sie selbst als ihr schlimmstes Geheimnis empfanden. Als die Polizei beginnt in dem Todesfalls zu ermitteln, wird es für die Schüler sehr ungemütlich.

Es waren nur die fünf Schüler in dem Raum und der Lehrer, einer ist Tot und wenn, kann nur einer der anderen etwas mit dem Tot des Schülers zu tun haben. Ein spannender Plot, der durch die verschiedenen Perspektiven noch mehr Einblicke gewährt. Wenn man allerdings das Gefühl bekommt, man versteht die Probleme nicht, dann könnte sich dieses als eines der Jugendbücher erweisen, die für diese spezielle Leserin nicht mehr funktionieren. Man denkt manchmal, wären sie doch gleich offen gewesen, wäre dies und das nicht so problematisch geworden. Aus dieser Sicht, so ausgeklügelt die Handlung ist, so fein komponiert die Reaktionen der Mitschüler, Eltern und Polizisten, ist die Handlung doch etwas langatmig. Nichtsdestotrotz beinhaltetet dieser Roman tolle Ideen, die Jüngere möglicherweise mehr begeistern.

Veröffentlicht am 11.06.2021

Art Crime

Caravaggios Schatten
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Nach einem Ehemaligentreffen besucht der Kunstdetektiv Rupert von Schleewitz seinen alten Freund Alban in Potsdam. Gemeinsam besuchen sie eine Gemäldegalerie, wo Alban unvermittelt auf eines der Kunstwerke ...

Nach einem Ehemaligentreffen besucht der Kunstdetektiv Rupert von Schleewitz seinen alten Freund Alban in Potsdam. Gemeinsam besuchen sie eine Gemäldegalerie, wo Alban unvermittelt auf eines der Kunstwerke einsticht. Entsetzen, doch Rupert kann die Polizei überzeugen, dass er nichts damit zu tun hat. Als das Gemälde von Caravaggio zur Restauration gebracht werden soll, wird es schon auf dem Weg dorthin gestohlen. Neben der Polizei ermittelt auch Rupert von Schleewitz. Mit Hilfe eines Mäzens kann er jedoch einen anderen Ansatz währen. Er lässt verbreiten, es bestehe die Möglichkeit das Gemälde auszulösen. Und schon bald gibt es eine ungewöhnliche Kontaktaufnahme.

Im zweiten Fall für die Kunstdetektei von Schleewitz geht es um ein Bild „Der ungläubige Thomas“ von Michelangelo Merisi da Caravaggio. Rupert von Schleewitz und seine beiden Mitstreiter Klara und Max machen sich bald an die Arbeit. Haben die beiden Vorfälle, die Beschädigung und der Raub, etwas miteinander zu tun? Leider gibt Alban Posselt keinerlei Auskunft, die Detektive sind also auf ihre eigenen Spürnasen angewiesen. Sie beschäftigen sich eingehend mit dem Bild, dessen Spur auch in Ruperts Vergangenheit zu führen scheint. Gleichzeitig versuchen sie mit den Räubern Kontakt aufzunehmen, um das große Kunstwerk möglichst wiederzubeschaffen.

Zwar weist dieser Kriminalroman im Kunstmilieu kleine Schwächen auf, aber dennoch weckt er zum einen Interesse an einem herausragenden Künstler mit seinen aufwühlenden Bildern und zum anderen bietet er auch spannende Handlungsansätze. Die mögliche Verknüpfung zu von Schleewitz’ Vergangenheit lädt einem beim Lesen zum Miträtseln ein, man versucht selbst zu entschlüsseln, welche spektakulären Hintergründe es geben könnte. Wahrscheinlich schießt die Phantasie auch mal übers Ziel hinaus. So hat man sich wohlmöglich selbst ein Bein gestellt, wenn einen eine Entwicklung vielleicht etwas flach vorkommt. Was aber sehr glaubwürdig und fesselnd ist, wie das Betrachten dieses dramatischen Bildes unerwartete Reaktionen auslöst. Auch wenn der Chef sich etwas mehr öffnen könnte, so wirkt hier ein sympathisches Team zusammen, das den Lesern sicherlich noch einiges über Kunst beibringen kann.

Veröffentlicht am 10.06.2021

Vier Freunde

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Sie sind vier Freunde, die offen sind für Neues, fast zwangsläufig, könnte man sagen, denn sie leben in einer vornehmen Seniorensiedlung. Jeden Donnerstag treffen sie sich, um über alte ungelöste Fälle ...

Sie sind vier Freunde, die offen sind für Neues, fast zwangsläufig, könnte man sagen, denn sie leben in einer vornehmen Seniorensiedlung. Jeden Donnerstag treffen sie sich, um über alte ungelöste Fälle der ehemaligen Polizistin Penny zu diskutieren. Leider kann Penny selbst nicht mehr an den Treffen teilnehmen, da sie ins Pflegeheim umziehen musste. Dafür wurde Joyce, die früher als Krankenschwester gearbeitet hat, eingeladen. Da wird ganz in der Nähe ein Bauunternehmer tot aufgefunden und mit einem Mal haben die Vier einen echten Fall. Wobei die aktive Polizei nicht ganz so begeistert über die Einmischung ist, sich aber irgendwie nicht gegen die Hilfe der wackeren Hobby-Detektive behaupten kann.

In Ihrem ersten Fall erweisen sich die Donnerstagsermittler als gewitzt und als sympathische Hilfe für PC Donna de Freitas. Zwei ältere Damen, zwei ältere Herren, die in ihrem Leben einiges erlebt haben. Man sollte also nicht meinen, dass das Leben mit Pensionsbeginn einfach aufhört. Ein wenig haben sie es selbst in der Hand und diese Vier machen das Beste daraus. Als Team ergänzen sie sich bestens. Ron, ehemaliger Gewerkschafter, Elizabeth, mit mysteriöser Vergangenheit. Ibrahim, ehemaliger Psychiater und Joyce, die Neue. Welche Aufregung in ihrem Leben, ein echter Fall. Nun können sie zeigen, was sie drauf haben.

Wie schön zu lesen, dass ältere Menschen mit wachem Geist am Leben teilnehmen. Diese gehobene Siedlung für Ruheständler mit Fitness, Gesundheits- und Wellness, mit Sprach- und Diskussionsrunden ist schon etwas Besonderes. Dazu die redlichen Beamten Donna und Chris, die schnell begreifen, dass sie den Alten durchaus vertrauen können. Eine tolle Idee, die neugierig macht, auch wenn im Nachhinein der Funke nicht vollständig überspringt. Zu behäbig wirkt das Ganze manchmal. Als wären die älteren Herrschaften doch vom Leben abgehängt und mit einem depressiven Zug im Gesicht und Herz. Sehr schön dagegen, wie die vier liebenswerten Ermittler aktiv bleiben und gewiefte Methoden entwickeln, die sie sowohl der Lösung des Falles näher bringen als auch ihre Weltzugewandheit erhalten. Akribisch und hartnäckig bohren sie, bis sämtliche Rätsel gelöst sind und sie sich auch den nächsten Donnerstag freuen können.

Veröffentlicht am 09.06.2021

Achterbahnfahrt

Lazarus
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Nach einem Gefängnisaufenthalt ist der Polizist Joonna Linna wieder zurück bei der Arbeit. Er wird sehr überrascht als Hinweise auf ihn bei mehreren Fällen auftauchen. Es fehlt nicht viel und er geriete ...

Nach einem Gefängnisaufenthalt ist der Polizist Joonna Linna wieder zurück bei der Arbeit. Er wird sehr überrascht als Hinweise auf ihn bei mehreren Fällen auftauchen. Es fehlt nicht viel und er geriete unter Verdacht etwas mit den Fällen zu tun zu haben. Linna kann es sich einfach nicht erklären bis ihm ein Verdacht kommt. Sollte der totgeglaubte Serienmörder Jurek Walter etwa noch am Leben sein. Schwierig für Joonna seine Kollegen davon zu überzeugen. Nur langsam beginnen diese ihrem Kollegen zu glauben und erkennen die Gefahr, in der sie schweben. Der Mörder sinnt auf Rache.

Im siebten Band um Joonna Linna wird dieser wirklich arg gebeutelt. Zunächst steht er sehr rätselhaften Fällen gegenüber und als er Lunte riecht, hat er Mühe seine Kollegen von seinem Gedankenansatz zu überzeugen. Letztlich geraten dadurch etliche Menschen in große Gefahr. Und als es klar ist, dass Jurek Walter wohl doch noch lebt, scheint es beinahe so als sei dieser häufig schneller als Linna und seine Kollegen. Werden Spuren verfolgt, kann es passieren, dass diese nicht zu Lösungen, sondern zu Leichen führen. Walter will Joonna Linna alles nehmen, was diesem lieb und teuer ist.

Dieses Hörbuch ist lebensnah vorgetragen von Simon Jäger, der es versteht die teilweise atemlose Spannung der Handlung sehr gut wiederzugeben.

Wenn man die ersten Bände der Reihe kennt, diese dann aber als Zeitmangel ein wenig aus den Augen verloren hat, nimmt man sicher gerne die Gelegenheit war, die Bekanntschaft mit Joonna Linna aufzufrischen. Wobei der Beginn des Romans, in dem es darum geht, den Zusammenhang zwischen den Fällen zu finden, wirklich gelungen ist. Wenn jedoch im weiteren Verlauf die Schilderungen immer brutaler werden und die Handlung weniger nachvollziehbar, dann beginnt man ein wenig mit dem Buch zu hadern. Nachdem man das Buch beendet hat, beschließt man möglicherweise, dass es bei dieser Auffrischung der Bekanntschaft bleiben wird. Zwar manchmal schwer erträglich, aber mega-spannend.

Veröffentlicht am 05.06.2021

Crime Montreal

Aus dem Schatten des Vergessens
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Sergent-Detective Victor Lessard und seine Partnerin Jacinthe Taillon übernehmen. Eine bekannte Psychologin wurde tot aufgefunden, wobei zunächst unerklärlich ist, wie sie genau umgekommen ist. Der angesehene ...

Sergent-Detective Victor Lessard und seine Partnerin Jacinthe Taillon übernehmen. Eine bekannte Psychologin wurde tot aufgefunden, wobei zunächst unerklärlich ist, wie sie genau umgekommen ist. Der angesehene Anwalt Nathan Lawson wird beinahe zur selben Zeit vermisst. Und damit nicht genug, ein Obdachloser stürzt sich von einem Hochhaus. Hinweise deuten darauf hin, dass er der Täter sein könnte. Doch irgendwie passt nichts richtig zusammen und Lessard beginnt tiefer zu graben. Besonders die wenigen Halbseligkeiten des Wohnungslosen geben Rätsel auf. Der Mann war psychisch schwer krank und trotzdem deutet einiges darauf hin, dass er in jungen Jahren bei geheimen Operationen mitgemischt haben könnte.

Im ersten Band um Victor Lessard, der manchmal auf sein Bauchgefühl achtet, und Jacinthe Taillon, die durch ihre freche und polterige Art auffällt. Beide sind ein eingespieltes Team, was man auf den ersten Blick nicht annehmen möchte. Doch sie ergänzen sich bestens. In diesem rätselhaften Fall kommen sie erstmal nicht richtig voran. Irgendwie landen sie meist in Sackgassen und sei es nur deshalb, weil sie die zu Vernehmenden mitunter nur tot auffinden oder diese ganz und gar verschwunden sind. So konzentrieren sie sich zunächst auf den Selbstmörder, dessen Vergangenheit mehr Geheimnisse birgt als man annehmen konnte.

Zu Beginn ist dieser Kriminalroman tatsächlich etwas schwierig. Man bekommt den Eindruck, alles geht ein wenig durcheinander und es tauchen mehr Spuren auf als man erfassen kann. Hier mag möglicherweise ein Printexemplar durchaus einen Vorteil gegenüber einem ebook haben, da man dort schnell nochmal blättern kann. Kurz bevor die Frage aufkommt, ob man weiterlesen möchte, beginnen die Hinweise sich zusammenzufügen und es wird richtig spannend. Die Ermittler kommen einem Skandal auf die Spur, der sich gewaschen hat. Und als Leser will man irgendwann einfach nur noch hinter das letzte Geheimnis kommen. Auch das Ermittlerteam ist nach einer Gewöhnungsphase gewinnend gezeichnet, ohne zu kaputt zu wirken mit authentischer Tiefe.